Mittwoch, August 24, 2011

"Der arme Junge!"

Mohammed Attas Ex-Professor Dittmar Machule und sein ganz persönliches 9/11-Desaster. So können deutsche Befindlichkeiten aussehen. Ach ja, 2005 hat er Ground Zero besucht, der Herr Emeritus.

SPIEGEL-Fotoalbum:
Am 13. September flimmerte dieses Foto von Atta über die Bildschirme in aller Welt. Machules erster Gedanke, als er das Bild seines Studenten sah: Was machen die jetzt mit dem armen Jungen? Wie die den verhören werden… Dass von Atta nichts mehr zum Verhören übrig war, daran dachte er nicht.
Lesen Sie sich mal die Bildunterschriften der gesamten Fotostrecke durch. Aufschlussreich auch, wie schnell sich Dittmar Machule bereit erklärte hatte, der Gruppe um Atta ein islamistisch ausgerichtetes Domizil zu verschaffen - und das nur einen Steinwurf vom Fakultätstrakt entfernt.

http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-71549-4.html

Kommentare:

himmelunderde hat gesagt…

Der Spiegel, unsere undendliche Quelle des Wissens und der Freude!

Er scheint gerade dabei zu sein, die Geschichte von 9 / 11 umzudeuten in eine für uns alle doch ganz günstige Erfahrung. So kann man neben dem von Dir zitierten einfühlsamen Bericht über den armen Jungen, der ja aus lauter Liebe gar nicht anders konnte als das WTC zu zerstören, in einem anderen Beitrag darüber berichtet, dass die Welt beim Erbau des WTC so gar nicht glücklich war über den hässlichen Kasten. So gesehen hat der heilige Mohammed uns doch geradezu einen Gefallen getan, das Monstrum aus der Welt zu bombem.

Den Bericht gibt es hier:
http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/23363/_grosse_boese_gebaeude.html

Man darf gespannt sein, was der Spiegel bis zum Gedenktag am 11. September noch so alles an Verständnis und Mitgefühl für die Terroristen produzieren wird...

Castollux hat gesagt…

@Himmerlunderde,

danke, dass du den Link zu "Eines tages" angegeben hast. Ich hatte es auch gelesen und ebenso empfunden wie du.
Wofgang Benz hatte 2001 einen ähnlichen Kracher rausgelassen:

[…] „aber es sind Symbole von Stolz und Reichtum und Arroganz. Solche Gebäude aufzurichten, das ist die äußerste Arroganz, und die Verletzlichkeit ist damit mit eingebaut. Und die Attacke gegen diese Gebäude, mit dieser Attacke kann man eigene Ohnmachtsgefühle und eigene Demütigungen auslöschen und in die Ohnmacht und die Demütigung des Gegners verwandeln….Und das evoziert die drastischen und die dramatischen Reaktionen, und das macht es so gefährlich und so verheerend, gerade diese Symbole anzugreifen und zu zerstören.“

http://castollux.blogspot.com/2008/12/benjamin-weinthal-zu-wolfgang-benz.html

Da verschlägt es einem glatt die Sprache.