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Mittwoch, Juli 24, 2013

Fundstück: Deutsche Medien und Israel: Die Tyrannei der politischen Korrektheit


Deutsche Medien und Israel: Die Tyrannei der politischen Korrektheit 

Manfred Gerstenfeld interviewt Daniel Killy (direkt vom Autor) 

Quelle: Heplev – Abseits vom Mainstream  

Die unsichtbare Tyrannei der Political Correctness führt häufig zur Schere im Kopf, wenn es darum geht, über Israel zu schreiben. Gern wird dies mit der deutschen Neurose kombiniert, „gerecht“ zu sein. In Bezug auf Israel bedeutet das, dass man natürlich kritisch sein muss. Sonst könnte man ja der deutschen Geschichte wegen für pro-israelisch gehalten werden. Zudem ist unter den öffentlich-rechtlichen Sendern und anderen Medien ein genereller linker Antizionismus weit verbreitet. Dieser „Anti-Zionismus“ ist ein Synonym für Deutschlands feschen Zeitgeist-Antisemitismus.

Der geheime Code des politisch-korrekten Verhaltens ist schon weit jenseits des israelisch-palästinensischen Konflikts auszumachen. In Deutschland bezeichnet man Juden gewöhnlich als Jüdische Mitbürger. Dabei wird der Begriff des Mitbürgers ja nur verwendet, um Menschen oder Gruppen zu umschreiben, die eben kein wahrer Teil der Gesellschaft sind – gern genommen sind die „türkischen Mitbürger“. Würde man jemals von „protestantischen Mitbürgern“ sprechen? Wohl kaum.

Daniel Killy (Abbildung links) ist Verantwortlicher Redakteur bei BILD, Europas größter Tageszeitung, die in der Axel Springer AG erscheint. Er ist jüdischer Deutsch-Amerikaner und Experte für jüdische Themen und antisemitische Medienphänomene. 

Politisch korrekte Sprach-Schlampereien vergiften grundsätzlich die Sprache. So werden beispielsweise palästinensische Terroristen zu „Aktivisten“. Der 23 Jahre alte Gewinner von „Arabien sucht den Superstar“, Muhammad Assaf aus Gaza, wurde als „palästinensischer Flüchtling“ bezeichnet, obwohl er in Gaza geboren wurde. Einer der Texte seiner Lieder geht so: „Oh Reisender, Dir gilt mein Neid. Palästina – mein wunderbares Heimatland. Reise nach Safed und Tiberias. Bestelle Akko und Haifa meine besten Grüße. Vergiss’ nicht die arabische Festung Nazareth! Lass’ Bissan wissen, sein Volk kehrt zurück.“ Und weiter: „Jerusalem, die Hauptstadt und Al Aksa, ihr Zentrum. Möge Allah uns mit diesem Land vereinen.“ Die Tatsache, dass Assaf in seinen Texten Israel einfach ausradiert, wurde von keinem bedeutenden deutschen Medium erwähnt. 

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Montag, Februar 04, 2013

Was geschah auf der norwegischen Insel Utøya vor Breiviks Massenmord?

Damit keine Irritationen entstehen: Im unten zitierten Interview Manfred Gerstenfelds mit Ivar Fjeld geht es in keiner Weise darum, Breiviks abscheuliches Handeln zu rechtfertigen bzw. nach einer wie auch immer gearteten Entschuldigung oder Erklärung für Breiviks Handeln zu suchen.

Wir erinnern uns:

Unmittelbar nach Breiviks Verbrechen wurden seitens der linken Medien seine vermeintlichen Mentoren in der konservativen Ecke verortet - auch heute noch. So schnell vergessen Elefanten nicht. Damals gab es kaum Einwände gegen eine Medien-Hatz auf (rechts-) konservative und liberale Journalisten.

Nun hat sich der Rauch verzogen, aber die Gerüchte um linksextremistische Umtriebe auf der Insel Utøya  scheinen sich zu konkretisieren.

Noch einmal: Es geht hier lediglich um Hintergrundinformation, nicht um konstruierte Kausalzusammenhänge. Aber es gehört auch zur journalistischen Sorgfaltspflicht, über die Vorgänge auf Utøya vor dem Attentat zu berichten. Unten der Originaltext ohne Änderungen.



Manfred Gerstenfeld interviewt Ivar Fjeld (direkt vom Autor)
Übersetzung: Heplev

Am 22. Juli 2011 tötete der norwegische Faschist und Terrorist Anders Behring Breivik 69 junge Menschen in einem Lager der AUF-Jugendorganisation der Arbeitspartei – der führenden Regierungspartei – auf der Insel Utøya. Dieses Lager diente als Veranstaltungsort, um den Gemütern der Kinder ab 14 Jahren die Parteiideologie einzuimpfen. Später wurde international bekannt, dass hierzu auch die Förderung einer antiisraelischen Geisteshaltung gehörte.

Ivar Fjeld (rechts)

Ivar Fjeld ist ein nichtjüdischer norwegischer Journalist. Er war früher lokaler Leiter der AUF und Medienberater des Politikers Olaf Akselsen von der Arbeitspartei, als der 2001 Öl- und Energieminister war. Sein Buch Die Rote und Grüne Terrorinsel wurde Anfang 2013 vorgestellt. Darin wird die Geschichte dessen diskutiert, was auf der Insel Utøya geschah.

Ich wurde in einer traditionellen, säkularen norwegischen Familie aufgezogen. Bis 2004, als ich unsere christliche Herkunft entdeckte, war ich ein Bewunderer von Yassir Arafat. Wir waren allerdings immer moderat und glaubten nie, dass Gewalt als politisches Mittel genutzt werden sollte. An einem gewissen Punkt im Jahr 2006 brach die AUF mit ihren moderaten Traditionen und vollzog eine scharfe Wende nach links.

Der AUF gehört die Insel Utøya samt ihren Einrichtungen. Als lokaler AUF-Leiter nahm ich 1986 und 1987 an diesem Lager teil. Selbst damals gab es palästinensische Teilnehmer. Sie nahmen Drogen und teilten diese mit den norwegischen Jugendlichen. Wir beschwerten uns darüber beim damaligen Jugendsekretär der Arbeitspartei, Stale Dokken, doch er und seine Kollegen zogen es vor das zu vertuschen.

Damals leitete der heutige norwegische Premierminister Jens Stoltenberg die AUF. Er muss sich bewusst gewesen sein, dass die palästinensischen „Gäste“ auf der Insel Pot rauchten und den 14- und 15-jährigen Mitgliedern der Arbeiterjugend Drogen anboten. In meinem Buch von 2006, Vom Atheismus zum christlichen Glauben, erwähnte ich diesen Drogenskandal. Ich gab Stoltenberg ein Exemplar meines Buches. Er schickte mir eine handgeschriebene Dankeskarte. Ich bin mir nicht sicher, ob er das Buch jemals las oder nicht.

2007 begann die AUF die Anlagen auf Utøya vermieten. Als ideologische Bewegung hätten sie sich sehr genau aussuchen sollen, wem sie die Insel zur Verfügung stellte. Eine der Organisationen, an den sie vermietet wurde, war allerdings die Jugendbewegung der kleinen norwegischen, kommunistischen Roten Partei (Rodt). Zu ihren Mitgliedern gehören Leninisten, Marxisten und Maoisten.

Die Rote Jugendbewegung lud Jugendliche der Palästinensischen Volksbefreiungsfront (PFLP) zur Teilnahme an ihrem Lager ein. Die PFLP wird von den USA, der Europäischen Union, Kanada und Großbritannien als Terrororganisation geführt. Während des Lagers wurde Geld für die PFLP gesammelt. Ich habe Dokumente und Bilder, die das beweisen.

Die AUF ist bereits 2006 ein formelles Bildungsprogramm mit der Fatah-Jugend eingegangen. Sie nannten dieses palästinensische Gremium ihre „Schwester-Organisation“. Mitglieder der Fatah-Jugend waren regelmäßige Gäste in Lagern auf Utøya.

Im Utøya-Lager von 2010 gründete die AUF „den Staat Palästina“. Sie zäunten ein Gebiet ab und bauten eine Trennmauer. Sie gaben einigen Jugendlichen den Auftrag Grenzwachen zu sein. Der Generalsekretär der Arbeitspartei, Raymond Johansen, besuchte Utøya. Er wollte „Palästina“ besuchen. Die Wachen forderten ihn auf seinen „Personalausweis“ vorzuzeigen. Innerhalb von „Palästina“ gab es ein Banner mit der Aufschrift: „Zeigt Verachtung für die Taten von Israel und Free Gaza.“

Im Utøya-Lager von 2011 wurde Israel ebenfalls dämonisiert und zwar von AUF-Leitern und antiisraelischen Referenten auf Besuch. Es gab ein riesiges Banner, das zum Boykott Israels aufforderte. Es gab viele Länder, zu deren Boykott sie mit viel mehr Berechtigung hätten aufrufen können, aber wie gewöhnlich nahmen sie Israel. Als der damalige Außenminister Jonas Gahr Støre Utøya besuchte, sprach er sich gegen den Boykott aus, doch er wurde vor dem Boykott-Banner fotografiert. Støre sagte, Israels Zaun müsse abgebaut werden, wohl wissend, dass dies zu vermehrten Terroranschlägen führen würde.

Es hat unbestätigte Berichte gegeben, dass die Jugendlichen auf Utøya gelehrt wurden, wie palästinensischen Freiheitskämpfern beigebracht wird mit israelischen Soldaten umzugehen.

Es hat in Norwegen viele Gerüchte gegeben, was wirklich auf Utøya stattfand. Ich habe ausführlich geforscht, um die Aktivitäten der Gruppen zu dokumentierten, die auf die Insel eingeladen wurden. Ich wollte, dass die Menschen die Fakten kennen. Es scheint so, dass die Linie dazwischen, den Israelis „Verachtung entgegenzubringen“ und der Anwendung von Gewalt gegen unschuldige Zivilisten innerhalb Israels verwischt wird. Sommerlager auf Utøya haben die in Norwegen bereits weit verbreiteten antiisraelischen Gefühle weiter geschürt.

Mitglieder der regierenden Links-Mitte-Koalition in Norwegen haben Terroristen auf norwegischem Boden empfangen. Diese Leute nutzen Gewalt als politisches Mittel und töten im Rahmen ihrer Aktivitäten unschuldige Zivilisten. Das hat hauptsächlich im Nahen Osten und besonders in Israel stattgefunden, wo israelische Zivilisten das Ziel waren. Es gibt Beweise dafür, dass das Büro des Premierministers sich der Willkommenshaltung gegenüber den Terroristen durchaus bewusst ist und diese unterstützt.

Ich kann nur hoffen, dass mein Buch dazu führen wird, dass Norwegen seine Grenzen für Terroristen aller Couleur schließt. Dann werden auch Gruppen, die Terror einsetzen, aus politischen Workshops und ideologischen Sommerlagern wie denjenigen, die wir in Utøya gesehen haben, ausgeschlossen. Es ist ein trauriges Zeugnis für Norwegen, dass man bis zu den fürchterlichen Morden Breiviks warten musste, um etwas über die antiisraelischen Aktivitäten zu erfahren, die ein fast unbekannter Teil der Geschichte Utøyas sind.

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Mitglied des Aufsichtsrats des Jerusalem Center of Public Affairs, dessen Vorsitzender er 12 Jahre lang war.

Mittwoch, September 19, 2012

Zwei Arschkriecher und ein standfester Verteidiger der Meinungsfreiheit



Feigheit und Opportunität

"Ich will dazu aufrufen, dass wir nicht auch noch Öl ins Feuer gießen. Zwar gilt in Europa die Presse- und Meinungsfreiheit. Die Meinungsfreiheit ist aber nicht grenzenlos".

Außenminister Westerwelle [lt.Presseberichten] zu den neuen Karikaturen im französischen Satireblatt Charlie Hebdo. DieWebseite ist logischerweise - aus welchen Gründen auch immer - momentan sehr schwer aufrufbar.


Dagegen mutige Prinzipientreue

"Wir veröffentlichen Karikaturen über jeden und alles jede Woche. Wenn wir es aber mit dem Propheten machen, wird es Provokation genannt" 

Stephane Charbonnier, Chefredakteur des Charlie Hebdo


Dann nochmals Feigheit und Opportunität

Ein ganz besonders schäbiges Beispiel für vorauseilende Unterwerfung konnte man kürzlich in Norwegen registrieren, wo ein hoher Polizeioffizier öffentlichkeitswirksam in eine Moschee ging, um sich bei jenen zu entschuldigen, deren Glaubensbrüder zu Mord und Totschlag griffen, weil sie sich wieder einmal beleidigt fühlten.

Doch wenn er schon stellvertretend büßen wollte:

Er hätte seinen dämlichen Fauxpas vermeiden können, wenn er stattdessen -
da er sich schon so eitel in Pose werfen wollte -, gegenüber den amerikanischen und israelischen Botschaften oder bei den Juden in Norwegen und weltweit Abbitte wegen falscher Schuldzuweisungen geleistet und vielleicht noch einen Tag über seine Aktion nachgedacht hätte.

Warum, sagen Stefan Frank auf dem Blog von Lizas Welt sowie HonestReporting tags zuvor.

In diesem Zusammenhang sei besonders auf Norwegens zutiefst antisemitische Politik verwiesen, die Manfred Gerstenfeld sorgfältig unter die Lupe genommen hatte. Er bezeichnet das skandinavische Land als das judenfeindlichste in Westeuropa. Und das nicht zu Unrecht, wie man bei HEPLEV nachlesen kann.

Hier das Canossa-Video (Untertitel in Englisch, leicht zu übersetzen). Ein Klick auf die Abbildung funktioniert hoffentlich auch.

Bootlicking at its best