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Freitag, Mai 01, 2009

Der Zweistaaten-Regenmacher aus Ramallah

Mahmoud Abbas behauptet, dass die israelische Regierung einer Zweistaatenlösung im Weg stehe. Stimmt das oder ist es nur ein Ablenkungsmanöver?

Rechts im Bild: Abbas (arabischer Kampfname Abu Mazen, mit Hamas-Führer Mashaal und Ismail Haniyya, Regierungschef in Gaza, der bei Wikipedia - man staune - als „gemäßigt“ geführt wird. Sie huldigen dem präislamischen Götzenkult der Kaaba).

Der wie immer emsig und sehr sorgfältig arbeitende Mitchell Bard hat sich dazu seine Gedanken gemacht

Gerücht und Fakt zu Abbas’ Zweistaatenvorschlag

Frei übertragen von Castollux ins Deutsche (mit drei kleinen Einschüben und Umbauten, die den Inhalt nicht verändern)

Gerücht:

Abbas ist bereit, einen jüdischen Staat im Rahmen einer Zweistaatenlösung zu akzeptieren.

Fakt:

Der Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas fordert die palästinensische Eigenstaatlichkeit und das israelische Bekenntnis zu einer Zweistaatenlösung, wiederholte aber kürzlich seine althergebrachte extremistische Position, die Israel eine gleichartige Legitimation abspricht: "Ich sage dies ganz deutlich“, erklärte Abbas auf einer Konferenz in Ramallah: "Ich erkenne den jüdischen Staat nicht an; nennen Sie es wie Sie wollen." (1)

Seine Weigerung, den elementar jüdischen Charakter des israelischen Staates anzuerkennen, markiert nur eine der vielen Barrieren, die Abbas entlang der Straße zum Frieden errichtet hat.

2008 unterbreitete der israelische Premierminister Ehud Olmert einen Friedensplan, der die Zweistaatenlösung beinhaltete. Er sah vor, dass Israel sich aus beinahe der gesamten West Bank zurückziehen und Jerusalem auf demographischer Basis aufgeteilt werden würde. Abbas schlug das Angebot aus. (2)

Abbas besteht auch weiterhin auf einem "Rückkehrrecht für alle Flüchtlinge“, einer Position, die kein israelischer Staatschef akzeptieren kann, ohne die Identität und Überlebensfähigkeit des israelischen Staates aufs Spiel zu setzen (Ähnlich wie beim Friedensvorschlag Saudi Arabiens 2002 [Castollux]). Selbst hoch angesehene Palästinenser und Wissenschaftler wie Sari Nusseibeh zweifeln an einer realistischen Umsetzung dieser Forderung. (3)

Erst 2005, als er für seine Präsidentschaft in der PA warb, hielt der "moderate" Abbas eine Fahne der Al Aqsa-Martyrer-Brigaden hoch (Eine von den USA registrierte Mörderbande) und bezeichnete Israel als „Zionistischen Feind." (4)

Einige Tage später - nach seinem Wahlerfolg - widmete Abbas seinen Sieg den "Shahids [Märtyrern] und Gefangenen" und seinem "Shahid-Bruder" Yasser Arafat. (5)

Israels Führer fühlen sich weiterhin dem Frieden verpflichtet, aber, nachdem die Palästinenser wiederholt Angebote zurückgewiesen haben, einen eigenen Staat zu etablieren, sollte allen klar sein, dass das größte Hindernis zu einer Zweistaatenlösung die Führung der Palästinenser und ihre Weigerung seit mehr als 60 Jahren ist, neben einem jüdischen Staat zu leben.

1) Itamar Marcus and Barbara Crook, "Mahmoud Abbas: 'I do not accept the Jewish State, call it what you will,'" Palestinian Media Watch, (April 28, 2009)
2)Ari Shavit, "The two nation-state solution," Haaretz, (April 24, 2009)
3) "Sari Nusseibeh: Palestinians should waive right of return," Ynet, (July 30, 2008)
4) "Abbas Calls Israel 'Zionist Enemy'," CBS News, (January 5, 2005)
5)"Abu Mazen: Little Jihad is Over, Big Jihad Starts," IsraelNN, (January 5, 2005)

Quelle: Mitchell Bard, Jewish Virtual Library

Samstag, März 07, 2009

Yassers moderates Abziehbildchen

Warum geht in den Medien noch immer das Gerücht um, die palästinensische Führung unter Abbas (Abu Mazen, rechts im Bild mit seinem Ziehvater) sei gemäßigt, und warum hat der palästinensische Ministerpräsident Salam Fayyad, der nicht ganz zu Unrecht auch im Westen Ansehen genießt, nun die Brocken hingeworfen, obwohl wieder einmal kollektive Amnesie bei den Geberländern nach einer hysterisch verlaufenden Geldvernichtungskonferenz in Sharm el-Sheikh den dreistesten Bittstellern der letzten 60 Jahre den x-ten Marshallplan bescherte?

Gehen wir ein paar Monate zurück…


Noch kurz vor den offen ausgetragenen mörderischen Kämpfen zwischen Hamas und Fatah im Gazastreifen 2007 hielt Abbas eine Rede zum 42. Jahrestag der PLO-Gründung (1964), in der er eindringlich die Einheit zwischen den rivalisierenden palästinensischen Mörderbanden beschwor:
"Wir alle sind ein Volk, unabhängig von Meinungsverschiedenheiten. Meine oberste Priorität ist die Bewahrung der nationalen Einheit, weil Kämpfe und Blutvergießen zwischen Palästinensern eine rote Linie kennzeichnen, die nicht überschritten werden darf. Wir haben ein legitimes Recht, unsere Gewehre gegen die israelische Besatzung zu richten.“
Das ewig gleiche Ritual absurder „Identitätsstiftung“.

Worte eines „Friedensfürsten“, der in jeglicher Hinsicht von seinem Mentor Arafat gelernt hatte: Im Ausland und den Weltmedien gegenüber auf Englisch Friedenswillen heucheln und zuhause auf Arabisch die Massen aufhetzen - ganz anders als in unserer Parteienlandschaft, in der das geflügelte Wort „Feind-Todfeind-Parteifreund“ seine umgekehrte, wenn auch ironisch zugespitzte Entsprechung findet.


Kann sich irgendjemand daran erinnern, dass Abu Mazen seine Worte zurückgenommen hat?


Am 16. April 2008, 6 Jahre nach dem entsetzlichen Blutbad im Park Hotel von Netanya und 3 Jahre nach einem weiteren mörderischen Anschlag im dortigen Einkauszentrum, lieferte der Holocaustleugner Abbas darüber hinaus eines der vielen beredten Beispiele dafür, dass „moderat“ nach palästinensischer Lesart einen ganz speziellen Touch hat, insbesondere dann, wenn man Terroristen einen Kranz windet.


Die Jerusalem Post berichtete damals, dass zwei Terroristinnen
(bzw. in Vertretung ihrer Angehörigen) der Al Quds-Orden, die höchste Auszeichnung, die von der PLO vergeben wird, verliehen werden sollte, weil sie am Mord an israelischen Zivilisten beteiligt waren: Ahlam Tamimi, eine der Hamas zugerechnete Terroristin, die wegen Beteiligung an einem Bombenanschlag im Jerusalemer Sbarro-Restaurant, bei dem 6 Menschen ermordet wurden, hinter Gittern saß, sowie Amra Muna, die Ophir Rahum übers Internet verführt und nach Ramallah gelockt hatte, wo er heimtückisch ermordet wurde.

Letztlich scheiterte Abbas’ makabres Orden-Festival zu seinem Leidwesen am Veto Israels, das diplomatische Konsequenzen angekündigt hatte.

Ein Chamäleon würde vor Neid erblassen, wenn es mit Abu Mazen wetteifern müsste.
Festzuhalten gilt, dass allein der Führer der PA darüber entscheidet, ob der Al Quds-Orden verliehen wird - niemand sonst.

Noch Fragen?

Damals, im April 2008, war abzusehen, dass diese bizarre Geschichte in den Medien kaum Widerhall finden würde - wie viele andere „verbale Ausrutscher“ des Mannes in der Muqata(1); mehr noch – das Adjektiv „moderat“ wird ihm regelrecht hinterher geworfen, so, als gäbe es keine unwiderrufene Doktorarbeit, keine Yasser Arafat Brigaden und keine schmierige Anbiederei an die Hamas. Wenn Abbas ankündigte - wie vor einem Jahr und nicht zum ersten Mal - , dass er nicht ausschließen könne, wieder zum bewaffneten „Widerstand“ zurückzukehren, zeigt sich Meister Prahlhans’ Variante in ihrer Janusköpfigkeit:
„Unsere PLO war die erste Organisation, die Israel angegriffen und die Hisbollah ausgebildet hat.“
Seine ganz persönliche Geschichte der Holocaustleugnung hatte ich oben schon angesprochen. Ein sehr erhellender Beitrag dazu von Tom Gross.


Warum eigentlich können die Mainstream-Medien nicht ihre Unsitte ablegen, israelische Politiker und Zivilisten jenseits der Green Line als „unversöhnliche, unerbittliche Hardliner“ und „Kompromissverweigerer“ zu bezeichnen, während sie gleichzeitig Abbas und seine Clique als moderat-konziliant laudatieren?


Beeindruckt diese Kranzniederlegung eines senilen Antisemiten die Weltöffentlichkeit wirklich so sehr, dass man denkt, mit der scheinbaren Domestizierung Yasser Arafats nach seinem Tunesien-Exil und posthumer Heiligsprechung wäre der Frieden ausgebrochen? Der kondolierende Erdnussfarmer damals:
„Arafat kämpfte für die Verbesserung der Lebenslage aller Palästinenser und setzte sich auch sonst für die Gerechtigkeit weltweit ein“.
Eines muss man Abbas lassen: Als Fundraiser zeigt er ganz große Klasse und ist seinem Mentor mindestens ebenbürtig. Ob man ihm deshalb schon zu Lebzeiten ein Mausoleum einrichten wird? Geld wäre genug vorhanden.

Doch warten wir mal ab, wie man das im libanesischen „Flüchtlingslager“ Nahr al-Bared sieht. Die hätten auch ganz gerne eine Scheibe vom 4,5-Milliarden-Kuchen.

Falls für sie nichts abfällt: Abu Mazen wird ihnen mal wieder den Allerwertesten küssen - und Israel die Schuld dafür zuschieben.

Wetten?

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(1) Der Begriff Muqata ist m.E. mit größter Vorsicht zu behandeln, wenn er in Wikipedia auftaucht.

Ich habe ihn dennoch der Fairness halber so übernommen, weil ich meinen Lesern nicht den Eindruck vermitteln will, dass ich Informationen zurückhalten will.

In diesem Beispiel wird er (von wahrscheinlich palästinensischen Autoren) als Angriff Israels gegen eine demokratische Institution interpretiert und propagandistisch ausgeschlachtet.

Machen Sie sich selbst ein Bild von den Geschehnissen damals, dann werden Sie schnell erkennen, dass die
Muqata alles andere als ein Hort der Demokratie war.

Sie war ein Hort des Terrors - nicht anderes.

Dank an Lizas Welt, Heplev und Henryk M. Broder für die Unterstützung bei der Quellensuche.