Samstag, Mai 14, 2011

Hartgummi-Zauber: Sensationelles Tor bei der Eishockey-WM!

Wenn ich mich als Bub in den 1970er-Jahren nicht dafür entschieden hätte, aktiv Fußball zu spielen, wäre ich wohl beim Eishockey gelandet - der Mannschaftssportart, die bei mir in der Beliebtheitsskala gleich nach dem runden Leder rangiert. Ich mag diesen Sport, weil er unglaublich rasant und spektakulär ist und es dort so richtig zur Sache geht.

Gestern, im Halbfinalspiel Finnland gegen Russland (3:0) bei der Weltmeisterschaft in der Slowakei, gelang dem 19-jährigen finnischen Shootingstar Mikael Granlund ein schier unglaubliches und wunderbar anzusehendes Kunststück:

Er kurvte in Höchstgeschwindigkeit um das russische Tor, hob dabei artistisch den Puck mit der Kelle nach oben, transportierte ihn dann in vollem Lauf weiter und schleuderte ihn schließlich hoch oben ins kurze Eck. So etwas habe ich noch nie gesehen: Eishockey-Technik wie von einem anderen Stern.


Sehen Sie sich das Video und die Zeitlupen an (Klick aufs Bild). Ich kann es nicht oft genug sehen. Unfassbar!

LinkIch kann mich noch relativ gut an ein ähnliches Tor des Kanadiers Lamoreux erinnern, der in den 1980er-Jahren beim Augsburger EV (AEV) gespielt hatte: Er schmetterte damals den Puck direkt aus der Luft ins gegnerische Tor.

Mittwoch, Mai 11, 2011

Peace, Peace und nochmals Peace: Die EKD in Bonhoeffers und Richard Wurmbrands* Tradition?

Entschiedenes Nein!

Was mein protestantisches Selbstverständnis zum Gewaltmonopol des Staates betrifft, erkenne ich mich in meiner Kirche (auch in etlichen Meinungsäußerungen der Katholischen Fraktion) schon seit langem nicht mehr wieder.

Mir geht es ähnlich wie einem Liebenden, dem man einen Teil seines Herzens herausgerissen hat - das Evangelium von Jesus Christus.

Der sagte, das Gesetz und die soziale Gemeinschaft betreffend:
Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen bin, das Gesetz [also die soziale Ordnung und das Gemeinwesen; [Castollux]) oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. (Matthäus 3.15) (Römer 3.31) (1. Johannes 2.7).

Denn ich sage euch wahrlich: Bis dass Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüttel [in diesem Fall "Punkt"; Anmerkung Castollux; manchmal auch "Jota"] vom Gesetz, bis dass es alles geschehe. (Lukas 16.17)

Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute also, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich. (Jakobus 2.10)

Denn ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit besser als der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. (Matthäus 23.2-33)
Jesus betont hier die Stellung des Gesetzes aus einem sehr dringlichen Anliegen heraus: Er will keine Anarchie der „Liebe“, die bar jeglicher Vernunft sämtliche sozialen Ordnungen über den Haufen wirft. Jesus weiß, dass viele Menschen nicht aus der Liebe leben können; deshalb brauchen sie das Gesetz als Richtschnur und Regulativ - so, wie der (demokratische) Staat es eben vorsieht. Aber derjenige, der in seinem privaten Rahmen in der Liebe lebt und diese auch weitergeben kann, der hat das Gesetz nicht nötig, weil er es übererfüllt.

Also ein Tanz auf dem Vulkan, wenn man es so sehen will. Das Gesetz als übergeordneter sozialer Rahmen [in einem demokratisch legitimierten Staat] bleibt aber bestehen, um die Bösewichter in Schach zu halten. Wenn wir das negieren würden, müssten wir auch die Polizei abschaffen. Klar?

Reversion

Zur Spitze getrieben mit der Jesus-Absenz hat es wieder einmal die EKD in der letzten Debatte um Osamas unvermeidlichen und völlig verdienten Weg alles Irdischen, den [zufälligerweise?] auch Gregor Schmitz [ich war überrascht!] treffend kommentiert hat (man achte auf die Foren-Beiträge; die sprechen für sich).

Doch vorerst einen kurzen Blick zurück zu den hehren Zielen meiner Volkskirche.

Dilemma

Die EKD fällt immer wieder in die alte protestantische Denkhaltung der laschen Gnesio-Lutheraner zurück, die mit der letzten Denkschrift von 1981 wenigstens ansatzweise überwunden schien (es gibt dazu mehrere kontrovers zitierte Quellen; bitte googeln) – nämlich dem Anspruch auf Geltung christlicher Individual-Ethik in äußerst komplexen politischen Prozessen.


Zur Denkschrift von 1981 ein wichtiger Hinweis:

Da ich als „stockkonservativer“ lutherischer Theologe (darauf bin ich sogar stolz!) mit „Denkschriften“ meiner EKD des Öfteren merkwürdige Erfahrungen der außerirdischen Art gemacht habe, überraschte es mich in den letzten Tagen auch nicht, dass selbst auf den Seiten der EKD zum Papier von 1981 nur noch verweisende Hinweise zu finden sind (wo sind die Online geblieben?), die die öko-pazifistische Dialektik des indifferenten Sowohl-als-auch zum Nonplusultra erklären, siehe hier:
Längst nicht alle Grundsätze sind überholt, die das Vorläuferdokument von 1981 und seither veröffentlichte Texte prägten. Zwar stand die Denkschrift von 1981 unter dem Eindruck des Kalten Kriegs und des atomaren Wettrüstens. Aber der christliche Auftrag, den Frieden zu wahren, zu fördern und zu erneuern, wie es in der Denkschrift aus den 1980er Jahren heißt, ist geblieben. Unverändert gilt auch, dass Frieden und nicht Krieg Ziel christlicher Ethik ist.
Oh ja, das weiß ich auch. Nichts Neues und nichts Altes. Typisch post-reformatorische Ethik für den Lego-Baukasten.

Aber ich vermisse im EKD-Positionspapier unabdingbare Zangen eines Begriffspaares, das Bonhoeffer und Richard Wurmbrand* immer wieder betont haben:

FREIHEIT und VERANTWORTUNG

- ich vermisse das entschiedene Wort theologischer Kollegen und Freunde, die die Begriffe FREIHEIT und VERANTWORTUNG endlich einmal konsequent durchbuchstabieren können

- ich vermisse das entschiedene Wort theologischer Kollegen und Freunde, was die klare Akzeptanz des Gewaltmonopols eines demokratischen Staates betrifft, so wie oben bei Mt. 5,17 zitiert

- ich vermisse das entschiedene Wort theologischer Kollegen und Freunde, eindeutig Schuld und Sühne zu benennen, statt internen und externen Kulturrelativismus zu betreiben und eine schäbige Täter-Opfer-Umkehrung zu betreiben

- ich vermisse das entschiedene Wort theologischer Kollegen und Freunde, was die klare Verkündigung des Evangeliums betrifft - also Verfehlungen deutlich zu benennen, die Gemeinde im Gottesdienst darauf anzuprechen und in Jesu Christi Namen im gemeinsamen Sündenbekenntnis Vergebung für persönliche Schuld zu erbitten. Für mich ist das eines der zentralen Themen persönlicher Freiheit. Vergebung macht frei. Die von Gott geschenkte Vergebung gibt uns auch die Kraft, einander zu vergeben. Anders geht's nicht - außer wir sind Übermenschen.

Es gäbe noch viel Glaubensfragen aufzuzählen, doch will ich zum Ist-Zustand zurückkommen:

Die EKD hat viel zu tun:

- Sie diskutiert (und praktiziert teilweise) ernsthaft die Segnung von Scheidungen; für mich ein Unding und ein weiterer Beitrag zur sakramentalen Begriffsverwirrung, auch wenn ich als Protestant die Ehe nicht als Sakrament betrachte (dennoch verstehe ich die katholischen Vorbehalte sehr gut!)

- Sie feiert den Geburtstag des Gründers eines islamischen Killersystems in ihrer Kirche

- Sie huldigt der neuen (Fascho?-) Religion Öko-Pazifismus

- sie - und der (marxistisch dominierte) Weltkirchenrat in Verbund mit dem lutherischen Weltbund - verschweigt seit Jahrzehnten beharrlich, dass sie während des Kalten Krieges Tausende christliche Prediger und Christen wie Richard Wurmbrand im kommunistischen Machtbereich in Absprache mit den Systemen dort elendiglich dahinsiechen ließ. Was für eine feige Bagage!

- Sie pädagogisiert und verharmlost das biblische Schuld- und Sündenverständnis in der sonntäglichen Predigt derart, dass vom Erlösungstod Jesu Christi kaum noch etwas zu erkennen ist: Wer hat Schuld? „Natürlich die Gesellschaft und die Umstände, ich aber nicht!“

- Sie mischt sich immer dann in Politik ein, wenn sie nicht gefragt ist; Beispiel Stuttgart 21: Was hat christliches Bekenntnis mit dem Widerstand gegen ein Bundesbahn-Projekt zu tun? Und was mit einer seltenen Spezies wie dem weltberühmten Juchtenkäfer?


Die Kirche und ihr Verhältnis zur Gewaltanwendung


Ich habe nicht umsonst Bonhoeffer in meiner Überschrift angeführt.

Was vielleicht wenige wissen:

Bonhoeffer hat in seinen frühen Formulierungen den Sieg der NSDAP und Hitlers Aufstieg - um es milde zu formulieren - nicht gerade verabscheut, auch wenn er dann ziemlich schnell ins Lager der bekennenden Kirche wechselte.

Ich kann und will hier über Bonhoeffer nicht den Stab brechen, weil mir dazu als kleinem Magister-Sack [Luther war übrigens auch einer] die Kompetenz fehlt. Das wäre auch mehr als hochmütig. Für mich ist er natürlich auch [fast] ein Heiliger - wenn es so etwas in meiner Kirche überhaupt geben sollte.

Eines weiß ich aber ganz sicher: Richard Wurmbrand, der mit einer jüdischen Frau verheiratet war, ist für seine Liebe zu seinen Mitmenschen und Jesus Christus von Anfang bis Ende seines Lebens eingestanden. Damit will ich Bonhoeffers Lebensleistung nicht schmälern.

Wer kannte Richard Wurmbrandt, bevor er meinen Beitrag gelesen hatte? Er hatte gelitten wie wie ein Tier; aber gekümmert hat sich um ihn niemand, weil er in kommunistischen Gefängnissen verrottete.

So viel zum Glaubens- und Liebesverständnis der offiziellen EKD. Und dennoch bleibe ich Teil von ihr, weil ich nur von innen heraus wirken kann und weiß, dass es auch gute Impulse innerhalb der Kirche gibt.

Intellektuelle Schmerzen erzeugen langfristig Erleichterung. Und so lange ich noch einen einzigen aufrichtigen Freund in der Kirche habe, bleibe ich dabei.

Sela.

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*Zu Richard Wurmbrands wahrhaftiger Märtyer- und Leidensgeschichte hier mehr. Die Webseite Hilfsaktion Märtyrerkirche gründet sich auf Wurmbrands wahrhaftiges Märtyrer- und Glaubensvermächtnis, trägt seinen Ruf nach christlicher Freiheit in alle Welt und hilft allen Christen, die von Verfolgung bedroht sind. Etwa 90 Millionen Christen werden weltweit akut verfolgt - die meisten davon in islamisch regierten Staaten.

Montag, Mai 02, 2011

Osama-Artikel: SPIEGEL-Nelles ins Auge geschaut und auf den Zahn gefühlt

Vorbemerkung:

Roland Nelles ist Mitglied der SPIEGEL-Chefredaktion. Was mich aber nicht davon abhält, zwei Passagen aus einem von ihm heute abgefassten Beitrag zu Osama bin Ladens Tötung zu kritisieren. Ich habe Herrn Nelles angeschrieben und ihn aufgeklärt.

Wie man an einem Titelfoto rechts aus dem Jahr 2002 erkennen kann, kennt sich der SPIEGEL in der Gestaltung aussagekräftiger Botschaften bestens aus. Da ist es auch unerheblich, wenn der Kontext grottenfalsch und antisemitisch konnotiert ist.


Guten Tag Herr Nelles,

Sie schrieben heute in Ihrem Beitrag Auge um Auge, Zahn um Zahn zur Tötung von Osama bin Laden Folgendes:

Nach dem aus der Bibel übernommenen uramerikanischen Grundverständnis ist mit Osamas Tod der Gerechtigkeit genüge getan: Auge um Auge, Zahn um Zahn.
Ich möchte Sie dringend bitten, sich zu vergegenwärtigen, was die Redewendung wirklich bedeutet:

Es handelt sich hier um ein so genanntes ius talionis, das nichts, aber auch gar nichts mit einem „mit gleicher Münze heimzahlen“ zu tun hat. Hier - in einer wissenschaftlichen Klarstellung der Universität Heidelberg – können Sie nachlesen, wie das zu verstehen ist. Geben Sie bitte Ihre Erkenntnis an die Kollegen in der SPIEGEL-Redaktion weiter und vor allen Dingen: bitte berichtigen Sie die fragwürdige Passage in Ihrem Beitrag, um nicht weiteren Schaden anzurichten.

Des Weiteren schrieben Sie am Ende Ihres leider auch sonst recht naiven Artikels, in dem Sie für den gesamten Maghreb locker-flockig Demokratien vorhersehen:
Amerika muss endlich für einen Frieden zwischen Israel und den Palästinensern sorgen. Sonst wird es wieder einen Osama geben.
Was soll denn dieser völlig an den Haaren herbeigezogene Zusammenhang zwischen Al-Qaida, dem Aufstand in der arabischen Welt und einem Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern? Haben Sie irgendwann in den letzten Wochen gesehen, dass die Rebellen israelische Fahnen verbrannten, um damit Zusammenhänge zwischen der eigenen Situation und dem israelisch-palästinensischen Konflikt zu demonstrieren, wie es früher qua totalitärem Erlass regelmäßig angeordnet worden war?

Wenn jemand seit Jahrzehnten solche Zusammenhänge konstruiert, dann die westlichen Mainstream-Medien und - leider - Redakteure wie Sie.

Ihr Fazit „Sonst wird es wieder einen Osama geben“ zeugt überdies von einer ziemlich oberflächlichen Wahrnehmung der Zusammenhänge in Nahost. In diesem Beitrag (aber auch in vielen anderen) können Sie nachlesen, warum ich das sage.

Mit freundlichen Grüßen

XXX

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Update, 9. 5. 2011:


Herr Nelles hat nichts mehr von sich hören lassen. Auch sein Beitrag blieb unverändert so stehen. Da ich davon ausgehe, dass ich nicht der Einzige war, der ihn angeschrieben hatte, muss ich von böswilliger Vertuschung ausgehen.

Sonntag, Mai 01, 2011

Auf gute Zusammenarbeit in der Saison 2011/12 !

Das Bild verheißt, dass hier zusammenwächst was zusammengehört.

Manual Neuer freut sich schon jetzt auf seinen neuen Mannschaftskameraden Arjen Robben (siehe am Ende dieses Videoberichts), die Meisterschaft 2011/12 mit den Bayern, das Endspiel der Champions League 2012 in der Münchner Allianz Arena und 10 höchst erfolgreiche Jahre im besten deutschen Fußballverein aller Zeiten.

Samstag, April 30, 2011

Märchenhochzeit: Feier und Leier

Großbritannien und der überwiegende Rest der westlichen Welt feiern - die Deutschen leiern.



Man könnte trefflich darüber streiten, ob die monarchische Trauung in London zum „Muss“ des Fernsehkonsums von Altenheimbewohnern, im Leben zu kurz Gekommener oder Royalisten zählen kann. Ich sage - ja.


Persönlich interessiert mich das ehrlich gesagt nicht so sehr, aber die schönen Bilder der Trauung beeindrucken mich emotional mehr als das sozialistische Gezeter um Verschwendungssucht und koloniale Erbsünden. Und Emotionen sollten in einer Demokratie erlaubt sein, oder?

SPIEGEL-Leser Thormaehlen hat dazu natürlich seine ganz spezifisch deutsche Opfermeinung - und die wird auch locker vom SPIEGEL-Sysop-Inquisitor durchgewinkt:
Was sollte der Lancaster Bomber bedeuten?
Ich verstehe nicht warum die Königsfamilie an diesem nationalen Freudentag einen Lancaster Bomber hat vorbeifliegen lassen. Für viele Deutsche ist dieser Flugzeugtyp mit großem Leid verbunden. Hätten die modernen Eurofighter und Tornados nicht genügt? Ich habe den Fernseher heute danach abgeschaltet und mich gefragt ob ich der einzige bin, den dieses Symbol nachdenklich stimmt und der sich fragt in welcher Zeit die Königsfamilie eigentlich lebt.
Danke, lieber SPIEGEL-Zensor, dass du so sorgfältig deine Flügel über Leserzuschriften hältst, linke und rechte NS-Verharmloser protegierst und im Gegenzug Verteidiger Israels sperrst. Du bist auf einem fantastisch guten Weg.

Man könnte auch sagen: Ein Ar******* kommt selten allein. Manchmal bilden SPIEGEL-Sysop und Leserbriefschreiber in Zehntelsekunden korrespondierende Röhren.

Na ja:

Deutsche Nörgeleien hier.

Pulsierende und erfrischende Freude dort (Niederländisches Fernsehen). Diese intensiven Bilder sieht man in Deutschland nicht.

"Rule Britannia" as long as you are still alive.

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P.S.: NOS-Journaal sollte man öfter aufsuchen. Dort sieht man Beiträge zu internationalen Ereignissen, die bei uns unter den Tisch gekehrt werden. Einfach links auf das Datum klicken.

Links-grüne Immobilienbörse Bayerisch-Schwaben*

Auf meiner nachmittäglichen Radtour gestern südlich von Augsburg habe ich ein paar interessante Objekte fotografiert, die gut in die momentan vorherrschende politische Landschaft passen könnten. Fotos durch Anklicken vergrößern.


Bild 1

Altes Bauernhaus aus dem 16. Jahrhundert in Bergheim (Landkreis Augsburg); vielleicht geeignet als Kommandozentrale für Grüne wie Herrn Kretschmann. Mir läge allerdings ferne, die Bewohner dieses Hauses zu beleidigen, da sie, wie ich im persönlichen Gespräch erfahren habe, nicht nur Fahrräder und Krücken, sondern auch Autos zur Fortbewegung nutzen. Sie würden übrigens Herrn Kretschmann nicht allzu herzlich empfangen, was ich sehr gut verstehen könnte.

Bild 2

Vielleicht bald die neue Parteizentrale der SPD (am Ortsausgang von Igling; westlich von Landsberg). Angesichts der hervorragenden Umfrageergebnisse doch eigentlich das passende Domizil, oder etwa nicht? Parteichef Sigmar Gabriel hätte auf dem Chopper der Fahrbereitschaft locker Platz…; Kinder als Sozius unerwünscht!

Bild 3


Jehovas Wachtturm des Märchenschlosses der volksgrünen Idee (Landsberg am Lech). Vermietungsalternative im Karzer empfohlen. Apropos Karzer: wenige hundert Meter entfernt hatte ein anderer Vegetarier sein bahnbrechendes Werk verfasst.

Bild 4

Abflug in die Waldschneiße (Reinhartshausen, südwestlich von Augsburg): wenn Grüne und Rote in Baden-Württemberg jetzt mit ihrem Windrad-Spargel-Konzept (!) ins ökonomische Nirwana steuern, könnte bald auch unser natürlich gewachsener Wald verschandelt werden.

Also auf in die rot-grüne Erziehungsdiktatur. Ahoi!

Bayern hält bis jetzt lauwarm dagegen. Hoffentlich wird's wieder heiß.

Und ja: Bild 5 hätte ich beinahe vergessen:


Blick von meinem Balkon. So grauenhaft unmenschlich sieht meine kleinbürgerlich-konservative Perspektive jeden Tag aus (Augsburg-Stadtmitte). Furchtbar, wie nervig dieser wunderbare Duft des Ahorns vor unserem Haus jeden Abend meine Geruchsnerven stört. Macht meine Kletterpflanzen und Riesen-Sonnenblumen kaputt.

Ironie off :-)

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*Memo für die Leser jenseits des Weißwurstäquators: Bitte die bayerischen Schwaben nicht mit denen von Baden-Württemberg verwechseln (wir sind aus einem anderen [groben] Holz geschnitzt): außer der obligatorischen Kehrwoche verbindet uns mit den Württembergern herzlich wenig.

Donnerstag, April 28, 2011

Warum hat der SPIEGEL hier ein "falsches" Bild gewählt?

Achten Sie auf den jungen Mann in der Bildmitte hinten (Quelle: Associated Press via SPIEGEL):

Auf seinem schwarzen Sweater ist "Soldier of Allah" zu lesen.

Dabei handelt es sich um das Motto der gleichnamigen radikalislamischen Rapper-Gang, die eine weltweite Ausbreitung der Umma und des Kalifats fordert, wovon die äußerst sympathisch auftretenden jungen Männer auf dem Foto natürlich nicht die geringste Ahnung haben.


Frage: In welche Beziehung würden sie das Foto mit dem SPIEGEL-Beitrag zur Migrationspolitik in Dänemark setzen?


Der Systemoperator (Sysop) des Chats zum Artikel lies meinen Hinweis übrigens nicht durch. Aber solcherlei Merkwürdigkeiten bin ich beim etwas vornehmeren Äquivalent von Junge Welt oder Neues Deutschland mittlerweile gewohnt.

Ach ja: Mein SPIEGEL-Zensor war sehr tapfer!

Die Geburtsstunde des Politischen Islam in Westeuropa

Die gestern im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlte Dokumentation "Halbmond über München - Wie der politische Islam nach Bayern kam" muss ich nicht kommentieren. Sehen Sie sich einfach das Video an. Bitte hier oder auf die Abbildung klicken.

Zur Abbildung (Quelle: Bundesarchiv via Wikipedia; Egon Steiner): Said Ramadan (Mitte) in München bei einem Besuch des pakistanischen Staatspräsidenten Muhammed Ayub Khan (links), 22. Januar 1961

Said Ramadan war führendes Mitglied der Muslimbruderschaft, mit der auch sein heute besser bekannter Sohn Tarik sympathisiert. Gegründet wurde die Muslimbruderschaft von Hassan al-Banna, dem Schwiegervater Said Ramadans, 1928 in Kairo.

Freitag, April 22, 2011

Hamed Abdel-Samads österlicher Eiertanz

Vorbemerkung:

Ich war doch sehr überrascht, ausgerechnet von Hamed Abdel-Samad einen Gastbeitrag im Der Freitag zu lesen.

Ob er sich dort bei Co-Autoren wie Jakob Augstein (Zionisten- und Islamkritiker-Hasser) und Avraham Burg (Alibijude für bourgeoise Antisemiten und Zionistenhasser) wohlfühlt, kann ich nicht beurteilen, aber mich nervt seine Geschmeidigkeit.


Bildquelle: WELT


Zu seinem Beitrag
(kursiv) und meiner kritischen Abgleichung:

Religiöse Aufrüstung

Die einen reagieren auf die Integrationsdebatte mit Re-Christianisierung, die anderen mit Islamisierung. Diesen Wettlauf werden alle verlieren.

Schon die Überschrift ist falsch, weil eine Äquidistanz zwischen Islam und Christentum suggeriert wird, was inhaltliche Ausprägung und religionspädagogische Didaktik/Konsequenz betrifft.

Dazu folgende Memo für Hamed:

Christliche Religionspädagogik zielt auf emanzipatorisches Verhalten, Befähigung zum demokratischen Willensbildungsprozess und demokratischer Teilhabe ab; islamische (falls man dort überhaupt von Religionspädagogik sprechen kann) auf letztlich kritiklose Rezeption des Koran, der Sunna und Hadith.

Wie viel Muslimbruderschaft schlummert eigentlich noch in Hamed Abdel-Samads Unterbewusstsein, wenn er leichtsinnig solche unsinnigen Parallelen zieht?

Ärgerlich auch der Teaser: Der Terminus „Re-Christianisierung“ geht in die gleiche Richtung und sogar noch darüber hinaus: er inkludiert unterschwellig eine massive und aggressive Mission durch Christen heute. Mehr als ärgerlich angesichts der Tatsache, dass etwa 100 Millionen Christen weltweit allein deshalb diskriminiert und verfolgt werden, weil sie an Jesus Christus glauben - und das vorwiegend in islamisch dominierten Ländern.

Es geht auch nicht um einen missionarischen Wettlauf, der von den Christen aufgenommen worden wäre, sondern um eine Rückbesinnung auf biblische Kernsätze/Wahrheiten und das friedliche und nötigenfalls diskursive Einstehen zu christlichen Glaubensüberzeugungen - nicht mehr und nicht weniger.
Wenn jemand in einen missionarischen Wettlauf eintritt, dann die Umma - siehe Afrika und Zentralasien, wo die christlichen Kommunitäten immer mehr zurückgedrängt werden.
Denn was Europa im Mittelalter geprägt hat, war nicht der Islam, sondern die arabisch-persische Kultur.
Schon wieder falsch: Um prägend wirken zu können, hätte die arabisch-persische Kultur spätestens ab dem ausgehenden Mittelalter ihre originär-kulturellen Wurzeln im abendländischen Kulturraum so verankern müssen, dass deren Spuren heute noch einen dominierenden Einfluss auf die europäischen Kulturgeschichte haben (man lese Voltaires vernichtende Kritik).

Mit Übersetzungen aristotelischer Schriften, (zugegebenermaßen) wertvollen Beiträgen zum medizinischen Fortschritt und imperialistischem Plagiat des indischen Zahlensystems alleine ist es nicht getan. Auch arabische Prosa und Lyrik hinterließ bei weitem nicht die prägende Wirkung auf die europäische Geistesgeschichte, wie manchmal behauptet wird. Eher sollte man hier von kulturhistorischen Marginalien sprechen. Abgesehen davon sollte der Historiker Hamed Abdel-Samad wissen, dass die persische Hochkultur alles andere als islamisch geprägt war.

Sowohl Wulff als auch Friedrich haben mit ihren symbolisch aufgeladenen Soundbites die einen erfreut und die anderen verstimmt.
Was soll der Schmarrn? Mittlerweile sollte es sich bis zu Hamed Abdel-Samad herumgesprochen haben, dass zumindest Friedrichs (leider unscharf formulierte) Aussage so zu verstehen ist, wie es Wolfgang Bosbach (CDU) völlig zutreffend exegetisiert hat: "Der Islam ist Teil der Realität in Deutschland, aber nicht Teil der Identität."

Was macht Hamed Abdel-Samad? Er schließt sich im Folgesatz völlig der Krokodilstränensemantik des linksradikalen Kampfblattes Der Freitag an:
Von einem Bundespräsidenten wie von einem Innenminister ist zu erwarten, dass sie sich mit Kernproblemen befassen: Bildungs-Ungerechtigkeit, mangelnde Teilhabemöglichkeiten, ein verzerrter Arbeitsmarkt.
Wow! Hätten Sie’s gewusst?
Die Integrationsdebatte in Deutschland ist seit dem 11. September 2001 islamisiert worden, und es hat ihr nicht gut getan. […] Dafür (für den Islamunterricht; [Castollux]) spricht, dass die muslimische Community sichtbarer geworden ist, nach Aufmerksamkeit für ihren Glauben auch verlangt. Die Minarette wachsen. Doch sollte man dies nicht als Zeichen wachsender Glaubenstiefe missverstehen. Es hat vielmehr damit zu tun, dass viele Muslime in ihrer Identität noch stärker verunsichert sind als der Rest der Republik.
Eben denke ich darüber nach, was Hamed Abdel-Samad unter (scheinbar gewünschter?) wachsender Glaubenstiefe und deren Konsequenzen versteht bzw. deren Auswirkungen auf Mohammed Atta.
In staatlichen Institutionen hat Religion grundsätzlich nichts zu suchen. Auch das Christentum übrigens nicht. Es ist nicht einzusehen, warum der Staat für die christlichen Kirchen Steuern eintreibt.
1) Der Staat treibt nicht Steuern nach Gusto ein. Vielleicht sollte sich der Historiker Abdel-Samad einmal mit der Entstehung des Landeskirchentums während der Reformation und dessen Auswirkungen befassen. Dann dürfte ihm das eine oder andere Licht aufgehen.

2) Die finanzielle Unabhängigkeit hat den Vorteil, dass die Pfarrer in ihren Predigten und ihrer Seelsorgearbeit keine Rücksicht darauf nehmen müssen, was ein Mäzen oder die spendende Gemeinde von ihnen erwartet. Kleine Einschränkung: Die Frage der Politischen Korrektheit und Blauäugigkeit im Umgang mit der islamischen Umma hat damit nichts zu tun - die findet man in allen christlichen Denominationen, bedauerlicherweise
aber zu oft in der Amtskirche.
Sie brauchen Unterricht in der Bedeutung der Religionen, aber nicht von kirchlich gebundenen und daher voreingenommenen Lehrern.
Schlampig argumentiert. Hamed Abdel-Samad versucht, dem gesamten deutschen Schulwesen die Diskussion um Ethik- oder Religionsunterricht aufzudrücken - so, als bestünde nur die Wahl zwischen Entweder und Oder. Eigentlich dachte ich, dass diese Diskussion seit dem Berliner Streit um den Religionsunterricht beendet sei.

Außerdem nervt mich die Formulierung „kirchlich gebundene und voreingenommene Lehrer“:

Was sollen sie denn sonst sein, wenn sie - wie ich auch - bekenntnisorientiert arbeiten? Vielleicht hat Herr
Hamed Abdel-Samad schon einmal die Hilfe diakonischer oder karitativer Einrichtungen in Anspruch genommen bzw. gerät einmal in die Verlegenheit, diese in Anspruch nehmen zu müssen. Stellt er sich dann auch die Frage nach kirchlicher Gebundenheit und Voreingenommenheit?

Die von ihm beanstandeten kirchlichen Eigenschaften haben, so weit ich weiß, dem friedlichen und gedeihlichen Zusammenleben von Kirche und Staat seit 1949 nicht geschadet. Oder täusche ich mich da? War die Kirche der Pfahl im Fleisch des Staates, wie Samad hier glauben machen will?
[doch]… gibt es auch viele Anzeichen für eine religiös aufgeladene Selbsterzählung der Anhänger einer „christlich-jüdischen Leitkultur“ – was auch immer das sein soll.
Hier kann ich Hamed Abdel-Samads Gedanken allerdings sehr gut nachvollziehen: der stetige Bezug auf eine quasi parallel und gemeinschaftlich agierende christlich-jüdische Leitkultur über zwei Jahrtausende hinweg ist mehr als heuchlerisch. Wir kennen die Ergebnisse. Doch flugs zeigt Hamed wieder, warum sein Beitrag gut zu Augsteins Käseblatt passt:
Es hat verschiedene Gründe, warum christlich-konfessionelle Schulen im Aufwind sind, eine neue bourgeoise Distinktionsabsicht gehört wohl dazu.
Wo ist das Problem, Herr Klassenkämpfer?
Doch darf vermutet werden, dass viele Eltern sich den Herausforderungen der Multikulturalität schlicht nicht gewachsen fühlen.
Schon wieder dieser undifferenzierte Gebrauch von „Multikulti“. Warum ich diesen Begriff für völlig verfehlt halte und ihn durch „multiethnisch“ ersetzt sehen will, können Sie hier nachlesen.
Das Kind auf die katholische oder evangelische Schule zu schicken, dient bei ihnen der Identitätshygiene und nicht bloß einer neo-elitären Abgrenzung. Gleichzeitig wächst die Zahl der türkischen Privatgymnasien mit Islam-Schwerpunkt.
Und ewig grüßt das Äquidistanz-Murmeltier. Siehe dazu meine einleitenden Worte ganz oben.
Es zeugt von einem Mangel an Kreativität, dass wir auf die enormen Verunsicherungen im Zuge der marktwirtschaftlichen Umbrüche, der Globalisierung und der sie begleitenden Politik nach ganz altem Muster reagieren: Trost und Identität durch Religion.
Herr Hamed Abdel-Samad scheint nicht zu begreifen, dass man das eine tun kann, ohne das andere zu lassen - dass man die Probleme der Welt leidenschaftslos erkennen und als Christ (gleichzeitig) eine lösungsorientierte Sachlichkeit aus der Zuversicht des Glaubens an den einen liebenden und persönlichen Gott der Bibel (den gibt es im Islam nicht) entwickeln kann. Mit Rückzug aus der schnöden Welt hat das nichts zu tun - im Gegenteil: diese Sicht befähigt sogar zum entschlossenen und umsichtigen Handeln in der Welt. So verstehe ich Christsein. Und was spricht gegen Trost? Kann Hamed Abdel-Samad darauf verzichten?
Bedürfnis nach Spiritualität ist legitim, es sitzt tief, es ist nicht immer und bei allen von Angst getrieben – aber oft und bei vielen. Es ist eine Angst, die daher rührt, dass viele Menschen nicht trainiert haben, multiple Identitäten zu leben, sich Elemente anderer Kulturen anzueignen.
Ich brauche dieses Training nicht. Und angstbefrachtet ist der Glaube an Jesus Christus schon gar nicht - genau das Gegenteil ist der Fall: Christus macht frei von (Todes-) Angst, weil er durch sein Leiden und Sterben und seine Auferstehung den Tod überwunden hat. Der Tod hat nicht mehr das letzte Wort. Und eine multiple Identität muss ich schon gar nicht leben: lieber eine und die richtig.

Hamed Abdel-Samad hat allerdings insofern Recht, wenn er den Islam - was auch auf viele Naturreligionen zutrifft - als „angstbefrachtet“ bezeichnet. Das kann man am Verhalten der Gläubigen ablesen.

Meine Achtung anderer Kulturen und der Respekt vor ihnen orientiert sich allein an der Abgleichung mit den universellen Menschenrechten. Da halte ich es mit Wafa Sultan, die zwischen Barbarei und Zivilisation unterscheidet. Aber um das zu erkennen bräuchte ich keine Christentumschelte. Die ist so überflüssig wie ein Kropf im Voralpenland und ein Gastbeitrag Hamed Abdel-Samads in einem kommunistischen Blatt.

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Quelle: Der Freitag

Donnerstag, April 21, 2011

Viehisches* Gebrüll an der Hauptwache

Wie zu erwarten war, hatte Salafisten-Prediger Pierre Vogel (Einladung zum Paradies [EZP]) gestern nun doch seinen Auftritt an der Frankfurter Hauptwache bekommen.

Zutaten: dämlich grinsende vierschrötige Bodygards, johlende Anhängerschaft und Konvertierung von 15 Kuffars zum Islam im Schnellwaschgang.

Die „Veranstaltung“ zeigte wieder einmal alle Merkmale und Resultate, die dann auftreten, wenn eine Gehirnwäschebande auf ihre tumben und zu allem entschlossenen Anhänger trifft.

Frage: Können Sie sich vorstellen, dass das Publikum bei einem Vortrag über theologische Fragen in einer Synagoge oder Kirche wüstes Gebrülle anstimmt, um dem Redner Beifall zu zollen?

Ich kenne so etwas nur aus Choreografien von Dikataturen und gefährlichen Sekten.

Zum Video (gedreht von den EZP-Faschisten selbst): Ab etwa 4:00 läuft der Pöbel heiß.

Am Rande der Veranstaltung kam es zu einer sehr mutigen und emotionalen Äußerung einer Zuhörerin, die sich ganz klar gegen Vogel und seine Bande positionierte. Hier das Video.


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*Ich wollte natürlich die lieben Rindviecher meiner bayerischen Heimat nicht beleidigen.