Samstag, Mai 15, 2010

Lahmender Schimmel NRW: Zurück in die Sozen-Steinzeit?

Ein paar hektisch durcheinander gewürfelte Gedankenschnipsel eines CSU-Bayern mit Bonus Malus zur letzten Landtagswahl in NRW - "weit weg vom Schuss" -, deshalb ohne Ahnung und nur emotional kommentierend:

Zurück in die Steinzeit mit Stalinisten, Herz-Jesu-Sozialisten und linken Protestanten

Oder verheißen die neuesten Nachrichten bessere Kunde?

Für mich steht fest: Die sich jetzt anbahnende Rot-Rot-Grün-Koalition reflektiert im bevölkerungsreichsten Bundesland gewissermaßen einen sich stetig verstärkenden Trend in der Anti-Israel-Debatte:

Der Terminus "Antizionismus" wird in Zukunft nicht nur ein verschämtes Judenhasser-Label für rechtsradikale Falschparker und konservative Heuchler abbilden, sondern auch ein Freifahrtschein für offenen Antisemitismus in der links dominierten parlamentarischen Debatte sein - zuerst im Landtag, dann bundesweit. Wir werden uns auf das Schlimmste gefasst machen müssen.


Zurück in die reale
Welt.de von heute und das große Fressen:
Nun ist es endgültig: Eine Ampelkoalition von SPD, Grünen und FDP wird es in Nordrhein-Westfalen nicht geben. Nordrhein-Westfalen könnte schon bald von einer rot-rot-grünen Koalition regiert werden. Nachdem die FDP nicht mehr mit SPD und Grünen reden will, planen diese nun erste Treffen mit der Linken. Nächste Woche geht es los. Die Linke deutet bereits eine Abkehr von allzu radikalen Positionen an.
Ja wirklich? Und wer nähert sich wem an?
„Die FDP kann die Einladung von SPD und Grünen zu Sondierungsgesprächen über eine mögliche Koalition nicht annehmen“, sagte FDP-Landeschef Andreas Pinkwart. SPD und Grünen fehle offensichtlich „jede Ernsthaftigkeit“. Sonst wäre nicht am selben Tag auch eine Einladung an die Linkspartei erfolgt, sagte Pinkwart.
Pinkwart ist nicht jedermanns Freund (meiner sicher auch nicht), aber er ist wenigstens in diesem Fall konsequent, wenn auch taktisch agierend.

Und weiter die Welt:

Eine Woche nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen bleiben damit für die Regierungsbildung in dem größten Bundesland nur noch zwei Koalitionsoptionen. Eine große Koalition von SPD und CDU oder ein rot-rot-grünes Bündnis mit SPD, Linkspartei und Grünen. SPD-Landeschefin Hannelore Kraft reagierte mit Unverständnis, dass die FDP sich einem Gespräch unter Demokraten verweigere.
Hannelore Kraft reagierte mit Unverständnis, dass sich die FDP einem Gespräch mit Stalinisten verweigere! Wie soll man das auslegen?

Ypsilanti-Syndrom? Ich sage, ja!


Und weiter im Welt-Text:
SPD und Grüne hatten sich am Freitag in Düsseldorf zu einer zweiten Sondierungsrunde getroffen. Man habe der FDP schriftlich zwei Gesprächstermine Anfang kommender Woche angeboten, sagte Kraft anschließend. Der Linkspartei habe man einen Gesprächstermin für Ende der Woche angeboten, ergänzte Grünen-Fraktionschefin Sylvia Löhrmann. Genau das aber war der Grund für die FDP, Koalitionsverhandlungen mit Rot-Grün nun endgültig auszuschließen....
Kann man es Andreas Pinkwart übelnehmen (zu ihm habe ich übrigens noch etwas in der Fußnote anzumerken*), dass er rote Lichter sah?

Man braucht nicht viel Menschenkenntnis, wenn man in die Gesichter von Hannelore Kraft und Sylvia Löhrmann blickt: Machtgeilheit pur. Wie bei Ypsilanti damals.


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*Zu Andreas Pinkwart:


Er hatte sich in einer sehr wichtigen Angelegenheit gegen den Soziologie-Professor Heinz Gess gestellt, als es um dessen Reputation in einer Forschungsarbeit ging (Gess untersuchte die NS-Vergangenheit des Lehrstuhls der FH Bielefeld ein wenig zu penibel für den Geschmack der Hochschulleitung) . Und das werde ich nicht vergessen. Ich habe jetzt bewusst keinen weiteren Link gesetzt. Diejenigen, die mitbekommen haben, wie Heinz Gess von der FH Bielefeld auf übelste Weise gemobbt worden ist, werden sich einen Reim darauf machen können.

Donnerstag, Mai 06, 2010

Goldstones Leichen im Keller und Heuchelei pur

Ich habe den von mir übersetzten Text aus dem Media Backspin von HonestReporting der Einfachheit halber hier 1:1 eingestellt, damit er mehr Leser erreicht.

Wer ist Goldstone, dass er über Israel urteilen darf?


HonestReporting Media BackSpin, 6. Mai 2010


Die hebräischsprachige Ausgabe von Yediot Ahronoth berichtet, dass Richter Richard Goldstone 28 schwarze Südafrikaner in den sicheren Tod schickte, als sie während der Apartheid-Ära vor ihm im Gerichtssaal erscheinen mussten.

Und nun, da Yediot und die Blogosphäre Fragen aufwerfen, “was Goldstone eigentlich dazu berechtigt, mit seinem einseitigen Bericht über den Gazakrieg Israel zu verurteilen“, gießt der Jurist mit seiner Replik weiteres Öl ins Feuer.


Zunächst zu Yediots Nachforschungen, die in der morgigen Printausgabe (Freitag) komplett veröffentlicht werden. Jerusalem Central (via Israel Matzav) mit Details vorab:
Yediots Ermittlungen zufolge bestätigte Goldstone die Todesurteile an mindestens 28 angeklagten Schwarzen, die Einspruch gegen ihre Strafen eingelegt hatten (die meisten wegen Mord), und er bekräftigte seine Beihilfe für die Todesurteile in seinen Entscheidungen so, wie er es im Falle eines jungen schwarzen Mannes, der wegen der Erschießung eines weißen Restaurantbesitzers zum Tode verurteilt worden war, schriftlich begründete: “Die Todesstrafe muss den Forderungen der Allgemeinheit genügen, dass Vergeltung für Verbrechen geübt wird, die die Menschen mit Fug und Recht als grauenhaft ansehen”.

Goldstone “erklärte, dass der Galgen die einzige abschreckende Bestrafung in solchen Fällen gewesen ist“, und er schrieb:
“Zorn ist ein relevanter Faktor bei der Auferlegung einer angemessenen Strafe”.
Wow! Ein international prominenter Jurist sagt, dass Zorn ein “relevanter Faktor” bei der Entscheidung für eine angemessene Bestrafung ist? Oh, das klingt wirklich unangemessen, oder nicht? Wenn ein israelischer Richter so eine Behauptung von sich gäbe, könnten Sie sich dann nicht lebhaft vorstellen, welche Empörung dies beim UN-Menschenrechtsrat oder bei Human Rights Watch auslösen würde?

Goldstone antwortete im Gespräch mit Haaretz, dass er nur ein braver Junge gewesen sei, der sich an die Vorschriften gehalten habe:

“Damals ging das Gesetz davon aus, dass bei strafverschärfenden Umständen die Todesstrafe obligatorisch sei”, so Goldstone. “Mein Bedauern bezüglich der Vorgänge damals gilt genauso wie heute und meine Haltung dazu hat sich nicht geändert. Es war [für mich] unangenehm, an einem Prozess mit Todesstrafe beteiligt zu sein – damals wie heute. Und ich war immer gegen dieses Strafmaß. Aber als ich mein Richteramt annahm war ich dem Amtseid verpflichtet.”
Das stinkt ganz gewaltig nach Heuchelei. Erst gestern schaltete Goldstone in der Comment is Free-Rubrik* (CiF) des Guardian auf stur:
“Meiner Meinung nach würde ich heucheln, wenn ich mich weiterhin gegen Verletzungen des Internationalen Rechts und für die Straffreiheit bei Kriegsverbrechen weltweit ausspräche, gleichzeitig aber den Mund hielte, wenn es um Israel ginge, nur weil ich Jude bin.“
Entschiedener Widerspruch!

Goldstones Heuchelei bestand in der aktiven Teilnahme - und das auch noch sehr penibel - in einem Prozess, der in sehr unfairer Weise Schwarze zum Tode verurteilte, und darüber hinaus darin, dass er scheinheilig Israel verurteilte, weil es sich gegen 8 Jahre Raketenbeschuss wehrte.


Yediots am morgigen Freitag (vollständig) erscheinender Bericht wird die Leser sicher nachdenklich stimmen. Bleiben Sie also bitte dran.


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*Hinweis [Castollux]: Bei CiF treiben jede Menge schmutziger Antisemiten ihr Unwesen. Und der Guardian denkt nicht im Traum daran, diese Rubrik endlich auszumisten. Warum sollte er auch, passt es doch in sein Konzept.

Sonntag, Mai 02, 2010

Antisemitismus: Unterschätztes Web

Übernommen aus Medien BackSpin:

Antisemitismus und die neuen Mainstream-Medien

Alex Margolin, HonestReportings Redakteur für Soziale Medien, trägt gelegentlich mit Beiträgen zu relevanten Themen bei. Er zeichnet für HonestReporting bei Facebook verantwortlich.


Andre Oboler, führende Autorität zum Thema Antisemitismus im Internet, forderte kürzlich eine größere Haftungspflicht derjenigen Sozialen Medien, die antisemitische Inhalte auf ihren Webseiten zulassen.

Oboler betont, dass sich die Standards vertretbarer Sprachregelungen zwischen herkömmlichen Medien und Internet unterscheiden. Während offenkundiger Antisemitismus in den Mainstream-Medien inakzeptabel wäre ist auf einigen Internetseiten „Rassismus nicht schlimmer als das falsche Fußballteam zu unterstützen“.


Dieser Normenverlust, so Oboler, stellt eine Gefahr dar, der man sich stellen muss: „Wenn die Online-Gesellschaft fortfährt, ein moralisches Vakuum zu erzeugen, kann der Verlust an Achtung vor der Menschenwürde bald auf die ‚reale’ Welt ausstrahlen“.


Oboler hat Recht – nicht nur bezüglich Hasspredigten. Jede Webseite, die Raum für Beleidigungen und Falschdarstellungen zu Israel gibt, sollte genauso zur Rechenschaft gezogen werden wie die traditionellen Medien. Wie Oboler unterstreicht, erfahren einige dieser Plattformen eine bisher nie dagewesene Aufmerksamkeit:
YouTube z.B. hat eine fünfzigfach höhere Zugriffszahl als die Verbreitung der 10 größten amerikanischen Tageszeitungen zusammen. Darf ein solch machtvolles Medium wirklich ohne Aufsicht des Gesetzgebers existieren? Ist mit der Macht, die Unternehmen wie Youtube ausüben, nicht auch eine Verpflichtung der Gesellschaft gegenüber verbunden?
Staatliche Aufsicht ist ein Aspekt der Lösung. Zweifellos sollte Material, das in Sozialen Medien wie Facebook und MySpace veröffentlicht wird, oder Inhalt auf kommerziellen Dienstleistung wie Flickr mit zigmillionen Nutzern, ebenso einer Aufsicht unterliegen wie jedes Mitglied der Mainstream-Medien.

Ändern muss sich aber auch die allgemeine öffentliche Haltung gegenüber Sozialen Medien und dem Internet. Solange die Öffentlichkeit eine Trennung zwischen „traditionellen“ und „neuen Medien“ wahrnimmt, wird Doppelmoral überwiegen. Eine bessere Benennung wäre „Die neuen Mainstream-Medien“, bezogen auf die größten Mitglieder beider Gruppen, die nach den gleichen Standards funktionieren.


Die neuen Mainstream-Medien würden traditionelle Konsumenten der NY Times und des Wall Street Journals neben Facebook-, Twitter-, YouTube-Nutzern und denen anderer riesiger Sozialer Medien einreihen. Dasselbe gilt für enorm viel besuchte Webseiten wie Huffington Post, die auf dem besten Wege ist, die NY Times schon 2010 bei den Online-Zugriffen zu überflügeln. Und wie es aussieht findet der Umbruch gerade statt. Zum ersten Mal wurde mit ProPublica eine rein online betriebene Medienplattform mit dem Pulitzer-Preis für Berichterstattung ausgezeichnet.


Diese Form der Anerkennung könnte mehr Übernahme von Verantwortung für alle Online-Plattformen nach sich ziehen – aber nur, wenn die Öffentlichkeit das auch fordert.


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Kürzlich bei Alex nachzulesen: Nichts mehr gratis?

Samstag, Mai 01, 2010

Zwitschergewitter zum ersten Mai

Es ist schon komisch: Da will ich zum 1. Mai ausschlafen und werde dennoch gestört. Allerdings von der liebsten Art - meinen Nachbarn, den Vögeln rings um unser Haus.

Sie zwitschern, dass einem Hören und Sehen vergeht. Wenn Johann Sebastian Bach ein Strom ist, dann sind sie ein [sanftes] Gewitter.

Seit gut zweieinhalb Jahrzehnten wohne ich hier in einer kleinen Stadtwohnung, die heute sündhaft teuer wäre (ich war damals [1982] als Student auf Sozialhilfebonus eingezogen), und ich bin mittlerweile so versteift, dass ich mir nur noch vorstellen könnte, in der Horizontalen daraus entfernt zu werden.
Mal sehen....

Bis dahin fotografiere ich altbayerische Bauernhausfassaden und nahezu jedes Haus in meiner Umgebung: Architektur, ja, ja…mein Hobby; man kann an Architektur so viel Geschichte ablesen. Dazu später mehr, wenn gewünscht. Ich habe schon viel fotografiert: wie die Menschen sich ihren Bauernhof aufgebaut haben usw; schöne Geschichten aus dem bayerischen Schwaben und Allgäu.



Wenn ich ganz vorsichtig aus meinem Balkon heraustrete, kann ich manchmal sehen, wie das Amselpärchen sich einen heftigen Streit mit einem Buntspecht liefert, der frech den Stamm des Ahorns vor unserem Haus rauf und runter läuft. Was hat er vor? Wie kann er auch nur so unverschämt sein! Doch schön ist er mit seinem bunten Gewand und seinem farbigen Kopf.

Währenddessen streiten sich Spatzen und Finken in der Hecke…..; großes Theater, wenn man genau hinsieht. Die Meisen sagen langsam Tschüss, ebenso wie die Krähen, denen es wohl zu warm wird. Sie machen die Fliege...


Ich finde dieses Durcheinandergezwitsche wunderbar: Jeder meint, dass er im Recht ist. Eigentlich läuft dieses frühmorgens zirkulierende "Chaos“ ab wie bei uns Menschen: Jeder meint, dass er der Erste sein muss, der den Schnabel aufreißt.

Irgendwie sympathisch, oder nicht?*

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*Es kommt natürlich oft darauf an, wer den Schnabel aufreißt.

Dienstag, April 27, 2010

Kurzes Briefchen an die Akademie Bad Boll

Wenn Evangelische Akademien zu Tagungen einladen wird's gefährlich, denn "Evangelische Freiheit" im ursprünglich reformatorischen Sinn mutiert dann nicht selten zu Schaulaufveranstaltungen wie der für den 11. Juni angekündigten, auf der sich ein erlesenes Feld erprobter Judenhasser zum Schwätzchen trifft. Drei Tage soll der Affenzirkus dauern.

Ich habe einen Verantwortlichen der Akademie angeschrieben.

[...] Herr Beck,

Sie haben die Hamas zu einer Veranstaltung in der Evang. Akademie Bad Boll eingeladen.


Wäre es nicht besser gewesen, Sie hätten vorher ein wenig in der Charta der Hamas geblättert?


Abgesehen davon, dass der dort einzementierte Dreck zur Vernichtung Israels aufruft und Sie bzw. die Akademie dies ignorieren, ist es schon eine Schande, dass auch Paragraph 22 der Charta Sie nicht von einer Einladung an die Hamas abgehalten hat. Dort werden Passagen aus den „Protokollen der Weisen von Zion“ nahezu wortgleich übernommen.


Wessen Geistes Kind sind Sie? Und warum frage ich eigentlich noch?


Herr Kollege, mir wird in meiner(?) Kirche zusehends unbehaglicher; sie nimmt mir den Atem mit ihrem antijüdischen Mief. Ich schäme mich für sie. Denken Sie bitte einmal gründlich darüber nach, welche Verantwortung Sie tragen (sollten).


Fühlen Sie sich auf der sicheren Seite, weil im Umfeld von Antizionisten (nettere Umschreibung für Antisemitismus, aber ebenso eliminatorisch in seiner Intention, Sie wissen das sicher) kein Widerspruch zu erwarten ist, da diese Gruppierung auch innerhalb unserer Kirche die überwiegende Mehrheit stellt?


Freundliche Grüße kann ich Ihnen in diesem Zusammenhang nicht übermitteln, sorry.


B.D.

XXX

Sonntag, April 25, 2010

Malerische Staffeleien, Teil 4

Mein Bruder hat sich wieder an die Arbeit gemacht:

Dreiecke 63 x 94 cm


Wolkenluftblau, 100 x 100 cm

Linienspiel, 3 Stücke 20 x 20 cm


Rotes Linienspiel, 3 Stücke 30 x 70 cm



Margeriten, 100 x 70 cm

Alle bisher eingestellten Bilder kann man sich
hier, hier und hier ansehen. Zum Vergrößern bitte anklicken. Kaufinteressenten wenden sich bitte an mich. Ich werde die Anfragen weiterleiten.

Mit diesem Teil heute sind es insgesamt 35 Bilder.

Mittwoch, April 21, 2010

Good Boys Deserve Favour

Der Judenhasser Recep Tayyip Erdogan ließ sich an der Gaza-Universität von der Hamas hochleben und einen läppischen Hut verpassen. Also rein nach Europa mit ihm; ist doch logisch, oder? Warum er den Ehrendoktor bekommen hat? Er habe sich der Sache der Palästinenser besonders angenommen, heißt es. Seine zusätzliche Kumpanei mit dem iranischen Mörderregime* ergibt genau die Mischung, die den Antizionisten jeglicher Coleur hierzulande ins Konzept passt.

Währenddessen wird Al-Jazeera wieder einmal seinem Ruf als "unabhängiger" Sender mehr als gerecht. Klicken sie einfach auf den kuwaitischen Parlamentsabgeordneten im Bild unten oder hier, dann wissen Sie mehr. Der in Katar beheimatete Medienriese hat ein ganz spezifisches Verständnis davon, wie faire Berichterstattung aussieht....

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*Bitte bei FreeIranNow unter den Stichworten Erdogan oder Türkei suchen.

Sonntag, April 11, 2010

Ich liebe Karikaturen (2): Schlitzwahl

Kamal Sharaf liegt nicht so recht im Trend....

Der Mann zur Frau: “Ich glaube an die Demokratie. Du hast drei Wahlmöglichkeiten. Entscheide dich für eine, die zu dir passt."

Karikaturist: Kamal Sharaf

Quelle (via
MEMRI): Al-Jumhouriyya (Yemen), 9. April 2010

Die islamische Mondsichel über Jerusalem: Eine Schimäre*

Dr. Mordechai Kedar ist Dozent für Arabisch an der Bar-Ilan-Universität in Ramat Gan und hat zum Thema einen Beitrag geschrieben. Castollux hat ihn ins Deutsche übertragen, sprachlich etwas an den eigenen Stil angepasst und Zusatzinformationen eingefügt.

Die Islamisierung Jerusalems


Obwohl die Bedeutung Jerusalems für Christen und Juden unbestritten auch heute Teil der Geschichte und Theologie ist, vernehmen wir immer wieder von Arabern und Muslimen die Forderung, dass Jerusalem wegen der Hervorhebung seiner Heiligkeit im Islam Hauptstadt eines zukünftigen palästinensischen Staats werden müsse.


Doch stellt sich die Frage: Wann und wie wurde diese Stadt für die Moslems heilig? (1)

* Zur Abbildung rechts: Vorislamischer arabischer Allah, über ihm der Mond. Der islamische Allah darf nicht abgebildet werden. Dafür der Mond und Allahs Töchter, "die Sterne". Die Heiligtümer in Mekka basieren auf der heidnisch-arabischen Steineverehrung. Mehr Info zum Kult hier.

Als Mohammad den Islam etablierte, brachte er ein Minimum an Innovationen ein. Er übernahm die als heilig benannten Personen, die historischen Legenden und heiligen Stätten des Juden- sowie des Christentums, und selbst heidnische Elemente, indem er sie islamisch umdeutete. Geht es nach dem Islam, dann war Abraham der erste Moslem, Jesus und Johannes, dazu die Söhne Mariens und die Schwestern Moses und Aarons Propheten und Wächter des Zweiten Himmels (2).


Viele der biblischen Geschichten („asatir Al-awwalin"), die den heidnischen Arabern in der vorislamischen Epoche vertraut waren, wurden islamisch uminterpretiert. Koran und Hadithe (mündliche islamische Überlieferungen) sind voll davon.


Die Islamisierung wurde sowohl an Orten als auch Personen dingfest gemacht: Mekka und der Heilige Stein (Al-Ka'bah) waren heilige Orte der vorislamischen heidnischen Araber. Die Omajjaden-Moschee in Damaskus und die Große Moschee in Istanbul wurden über christlich-byzantinischen Kirchen errichtet - zwei weltweit bekannte Belege für den Umgang des Islam mit den Heiligtümern anderer Glaubensrichtungen.


Auch Jerusalem machte eine Islamisierung durch: Zunächst versuchte Mohammed, die Juden in/bei Medina vom Beitritt in seine entstehende Gemeinde zu überzeugen. Mit seiner Überredungskunst führte er die Gebetsrichtung (kiblah) gen Norden ein, also Jerusalem. Nachdem er aber mit dieser Methode bei den Juden nicht punkten konnte, richtete sich sein Hass gegen sie; er tötete viele von ihnen und änderte die Gebetsrechtung nach Süden, also gen Mekka.


Mohammeds Verzicht auf Jerusalem erklärt die Tatsache, dass die Stadt kein einziges Mal im Koran erwähnt wird (3). Als die Muslime Palästina erobert hatten, war Ramlah (30 km westlich von Jerusalem) seine Hauptstadt - ein Indiz dafür, dass die Bedeutung Jerusalems keine Relevanz besaß.


Wiederentdeckt durch den Islam wurde Jerusalem 50 Jahre nach Mohammeds Tod. Im Jahr 682 n. Chr. inszenierte Abd Allah ibn al-Zubayr einen Aufstand gegen die islamischen Machthaber in Damaskus, nahm Mekka gewaltsam ein und verwehrte die Hadsch-Reisen dorthin. Omajjaden-Kalif Abd al-Malik brauchte nun eine alternative Pilgerstätte und entschied sich für das von ihm kontrollierte Jerusalem. Um seine Wahl zu legitimieren wählte er einen Vers aus dem Koran (17,1), in dem es heißt:

„Ruhm sei ihm, der seinen Diener veranlasst hat, bei Nacht von der Heiligen Moschee zur Entferntesten Moschee zu reisen, deren Bezirk wir gesegnet haben, um ihm einige unserer Zeichen zu zeigen, Er ist wahrlich der All-Hörende, All-Sehende.“ (Transkript Majid Fakhri).
Die dem Vers zugeschriebene Bedeutung liegt darin, dass die „Entfernteste Moschee“ (al-masgid al-aqsa) in Jerusalem steht (siehe auch al-Jallalayn) und dass Mohammed dort eines Nachts auf dem Rücken des magischen Pferdes al-Buraq erschien, das den Kopf einer Frau trug, dazu Flügeln eines Adlers, den Schwanz eines Pfaues und Hufe, die den Horizont streiften. Er leinte das Pferd an der Westmauer des Tempelbergs an und stieg von dort zusammen mit dem Engel Gabriel in den siebten Himmel auf. Auf dem Weg dorthin begegnete er den Propheten anderer Religionen, die dort als Wächter des Himmels fungieren: Adam, Jesus, Johannes, Josef, Idris (= Seth?), Aaron, Moses and Abraham. Sie alle begleiteten ihn auf dem Weg zu Allah und erkannten ihn als ihren Meister an.

So versucht der Islam sich also über andere, ältere Religionen zu legitimieren, indem er ein Szenario schafft, in dem vorherige Propheten Mohammeds Vorherrschaft anerkennen und ihn zum „Siegel der Propheten“ machen (Khatam al-Anbiya). Dieser Legende zufolge kam der Islam in die Welt, um Judentum und Christentum zu ersetzen, und nicht neben ihnen zu existieren.


Ironischerweise widerspricht der wundersame (Himmelfahrts-) Bericht einer Anzahl von Glaubensgrundsätzen im Islam. Wie kann ein lebender Mann aus Fleisch und Blut in den Himmel auffahren? Kann ein Fabelwesen wie das magische Pferd einen Normalsterblichen zu einem realen Ziel führen? Fragen wie diese haben orthodoxe muslimische Denker zu dem Schluss veranlasst, die nächtliche Reise hätte sich in einem Traum Mohammeds abgespielt. Reise und Himmelfahrt geben dem Islam also die Möglichkeit, gegenüber der Bibel noch „eins draufzusatteln“: Moses stieg „nur“ auf den Berg Sinai und kam dem Himmel nahe, während Mohammed den ganzen Weg hinauf zu Allah ging, und das noch aus Jerusalem.


Zudem gibt es Schwierigkeiten mit der Annahme, dass die in der islamischen Tradition beschriebene Al-Aqsa Moschee sich in Jerusalem befinde:


Zunächst jedenfalls glaubten die Mekkaner, die Mohammed gut kannten, diese Geschichte nicht. Lediglich Abu Bakr (der spätere erste Kalif) glaubte daran, weswegen er al-Siqqid („der Gläubige“) genannt wurde. Die zweite Schwierigkeit besteht in der islamischen Überlieferung selbst, die davon ausgeht, dass die Al-Aqsa-Moschee nahe Mekka auf der Arabischen Halbinsel liegt. Dies wurde im „Kitab al-Maghazi“, einem Werk des muslimischen Historikers und Geographen al-Waqidi, zweifelsfrei festgestellt.


Al-Waqidi geht von zwei Gebetsstätten („masjed“) aus, beide in al-Gi’irranah, einem Ort zwischen Mekka und Ta’if: eine war die „Nahe Moschee“ (al-masjid al-adna) und die andere die „Entferntere Moschee“ (al-masjid al-aqsa), wo Mohammed zu beten pflegte, bevor er die Stadt ver-ließ. Die Beschreibung al-Waqidis jedoch, die von etlichen Autoritäten (isnads) unterstützt wurde, passte der islamischen Propaganda des 7. Jahrhunderts nicht ins Konzept.


Um die „Heiligkeit“ Jerusalems im Islam zu zementieren, konstruierten die Omajjaden-Kalifen etliche „Traditionen“, die die Bedeutung Jerusalems für den Islam stützen (“fadha’il bayt al-Maqdis”) und Pilgerreisen gläubiger Muslime nach Jerusalem rechtfertigen sollten. Also wurde al-Masjid al-Aqsa nach Jerusalem „verlegt“. Saladin griff später den Mythos von al-Aqsa und die dazugehörigen Traditionen auf, um die muslimischen Krieger im 12. Jahrhundert gegen die Kreuzfahrer zu rekrutieren.


Ein weiteres Ziel der Islamisierung Jerusalems bestand in der Aushöhlung der Legitimierung beider älterer Religionen, Judentum und Christentum, die Jerusalem als heilige Stadt betrachten. Da sie - jeder auf seine Weise - das Wort Gottes verändert und entstellt hätten (“ghyyarou wa-baddalou”), wird der Islam als die einzig legitime Religion präsentiert, die die anderen beiden ersetzen soll (4)


Obwohl Judentum und Christentum Seite an Seite in Jerusalem existieren können, bezichtigt der Islam sie beide des Verrats an Allah und seinen Lehrern; er hat stets alles in seiner Macht Stehende getan (und wird es auch weiter tun), beide aus der Stadt zu vertreiben. Überdies findet diese Vertreibung auch rückwirkend statt: Die islamischen Sprecher palästinensischer Radiosender behaupten unisono, dass die Juden niemals einen Tempel auf dem Tempelberg gehabt hätten und zwei schon gar nicht (Wo hat dann Jesus gepredigt?).


Der säkulare Arafat (fragen Sie die Hamas) machte genau das nach, was die Omajjaden-Kalifen 1.300 Jahre vorher taten: Er ordnete die Heiligkeit von Jerusalem an, um seine politischen Ziele durchzusetzen. Da laut Islam Juden und Christen unrein seien und der Zorn Gottes auf ihnen laste, könne Arafat den Juden die Kontrolle über Jerusalem nicht erlauben. (5)


Aus Sicht des Koran haben die Juden die heiligen Schreiben verfälscht, die dem Islam offenbart wurden (2.73; 3.72); sie haben Gottes Zeichen missachtet und geleugnet (3,63). Da sie den Bund mit [dem islamischen] Gott brachen (4,154), verfluchte Er sie, und sie sind auf ewig Erben der Hölle (3,112). Warum also hätte Arafat den Juden zugute auf Jerusalem verzichten sollen?


Die palästinensischen Medien heutzutage sind voll mit Jihad-Botschaften und Aufrufen, den national-politischen Konflikt zwischen Palästinensern und Israel in einen religiös-islamischen Krieg zwischen Moslems und Juden auszuweiten. Für die palästinensischen Medien kommt das Christentum dabei nicht besser weg als das Judentum: Beide „büßten“ ihr Recht ein, über Jerusalem zu herrschen.


Nur der Islam, die „Religion der Wahrheit“ (Din Al-Haqq), besitzt dieses Recht, und das auf ewig. Dies war und ist Leitmotiv der Freitagspredigten in den palästinensischen Moscheen und den offiziellen Medien.


Da die Heiligkeit Jerusalems für den Islam seit je her politisch motiviert war und sich daran nichts ändert, würde jeder palästinensische Politiker seinen Kopf riskieren, wenn er diesen Anspruch aufgäbe.(6)


Müssen Juden- und Christentum auf die Mythen reagieren, die in den islamischen Texten angesprochen und in Mohammeds Träumen ausgemalt wurden - lange Zeit, nachdem sich Jerusalem als das Zentrum dieser beiden Religionen, die dem Islam vorangingen, etabliert hatte? Soll Israel auf seine Hauptstadt verzichten, nur weil Muslime sich dafür entschieden haben, die politischen Probleme der Omajjaden zu entsorgen - 1.250 Jahre, nachdem das Kapitel über ihre Rolle in der Geschichte geschlossen worden ist?


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Anmerkungen:


(1) Dazu auch eine hervorragende Analyse von Daniel Pipes aus dem Jahr 2001: Der moslemische Anspruch auf Jerusalem


(2) Der Koran kennt 7 Himmel. Interessant übrigens, dass die Mormonen-Sekte in ihrem Buch Mormon auch diese Zahl angibt.


(3) Die Idee, Jerusalem sei der Ausgangspunkt der Nachtreise Mohammeds gewesen, wird aus Sure 17,1 interpretiert. Diese ist unter den Koranversen im 240 Meter langen Zierstreifen des Felsendoms aber nicht enthalten. Als „ferne Moschee“ kommt der Felsendom nicht in Frage, da er gar nicht zur Moschee geweiht und erst nach dem Tod Mohammeds gebaut wurde.


(4) Zu den angeblichen Fälschungen der Heiligen Schriften durch Juden und Christen siehe drittes Kapitel aus M.J. Kister: „haddithu `ein bani isra'il Wala haraja“, in IOS 2 1972, S. 215-239, Printausgabe. Kister zitiert dort Dutzende islamischer Quellen.


(5) „Al-maghdhoub `alayhim“; Koran 1.7, in Al-Jalalayn und anderen Kommentaren. (Verszahlen können aufgrund verschiedener Ausgaben des Korans etwas variieren). Die Juden sind die Söhne der Affen und der Schweine (5.60). Zur Vorstellung, Juden seien mit Schweinen und Affen verwandt, z.B. auch Musnad Al-Imam Ahmad ibn Hanbal, (Beirut 1969) Band 3, S. 241. Auch die Seiten 348, 395, 397, 421 und Band 6, S. 135.


Hattip:
Mr. Moe


Quelle: Hudson NY

Samstag, April 10, 2010

Bibelstunde, 20 israelische Siedlerkinder und Brüder im Geiste

Innerhalb der letzten 14 Tage hatte ich gleich zwei Aha-Erlebnisse, was den Umgang mit Kolleginnen betraf:

Vorletzten Freitag hielt eine Pfarrerin eine, wie ich immer noch meine, vortreffliche Bibelstunde in der Einrichtung, in der ich arbeite. Gut, okay. Sensibel gehalten, fachkundig interpretiert, sehr nah am Menschen und gut gebetet.

Wie ich aber aus leidvoller Erfahrung weiß, sind Bibelkenntnisse, Exegese, Hermeneutik, Homiletik und seelsorgerisches Einfühlungsvermögen, so sehr diese Fähigkeiten auch zu würdigen sind, nicht immer ein Beleg dafür, dass man sich in Nahostfragen auskennt bzw. bereit ist, sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen. Und so kam's dann.

Als wir die Bibelstunde nachträglich kurz ansprachen, kam ich auch auf das Thema Nahost-Konflikt (vorlaut wie ich eben bin). Und was sagte die verehrte Kollegin, als wir auf dem Weg zum Paternoster waren (In diesem Fall heißt das „Lift/Aufzug“ [Scherz muss sein, weil sich das Wortspiel anbietet]).

Nicht wortwörtlich, aber richtig wiedergegeben:
„Die israelischen Siedler setzen pro Familie 20 Kinder in die Welt und verdrängen so die Palästinenser“.
Nicht sehr schön, oder? Dachte sie vielleicht, ich würde ihr insgeheim zustimmen?

Da sie sich auf dem Weg zu einem Krankenbett befand, um Trost zu spenden, kannte der Paternoster keine Gnade, hielt bald an der entsprechenden Station und meine Sekunden für die Replik schwanden gnadenlos gegen Null.

Sie können sich möglicherweise lebhaft vorstellen, dass mir in meiner Aufgeregtheit kaum Zeit blieb, ruhiges Kontra zu geben. Ich brachte noch „Bedenken Sie mal den demografischen Faktor in der Palästinensischen Autonomiebehörde und im Gazastreifen“ heraus und „wie kommen Sie auf diese Zahlen?“, bevor Sie mir abschließend entgegnete, dass „man sowieso als Antisemit abgestempelt ist“, wenn man die israelische Siedlungspolitik anspreche. Ich wollte noch etwas draufsetzen, dann war sie schon weg.

Ich gönne es den Kranken, wenn man sich um sie kümmert - mit Leib und Seele dabei ist; und das meine ich nicht hämisch sondern wirklich ehrlich, auch wenn Unwissenheit und Ignoranz selbst unter evangelischen Pastorinnen verbreitet sind. Hier in A. konnte ich diesbezüglich genügend Erfahrungen sammeln, auch bei Theologen-Kollegen übrigens, die mich hinter dem Rücken als "hysterischen Philosemiten" abstempelten. Und oft reicht schon die Lektüre von Gemeindebriefen, um festzustellen, wie jemand tickt.

Ja, das war's dann vorerst. Vorgestern wurde ich von der Kollegin nett und unverbindlich zur Kenntnis genommen. Vielleicht ergibt sich ja bald einmal eine weitere Gelegenheit, bei der wir uns etwas ausführlicher unterhalten können. Ich hoffe es zumindest.

Letzten Dienstag das zweite Aha-Erlebnis:

Eine längere Andacht für alle Mitarbeiter zum Ausklang des Osterfestes.

Eigentlich ganz schön und besinnlich, doch wieder hatte Castollux etwas auszusetzen, weil ich während der Predigt nicht einschlafe wie viele Zeitgenossen, sondern immer die Lauscher aufstelle, auch wenn’s noch so grausam langweilig sein sollte wie bei manchen Kollegen, die Predigten mit Sitzungen auf der Psychologencouch verwechseln, die vom unsäglich weichspülerischen Eugen Drewermann („Jesus, der Psychiater“) drapiert sein könnte. Sie kennen das vielleicht: Begriffe wie Entfremdung von Gott, Sünde, Erlösung, Vergebung, Schuld, Heilung durch Jesus Christus, also Gott, werden sozialpädagogisch verniedlicht und in den Bereich menschlicher Verfügung und Machbarkeit gestellt. Ist das biblisch-theologisch?

NEIN!

Eine Oberin (Katholikin; Krankenhaus und Altersheim werden seelsorgerisch bi-konfessional betreut; eine Diakonissin führt, da evangelisch; die geistliche Leitung hat ein Rektor [Evang. Theologe]) hielt eine - wie ich meine - recht ansprechende und sympathische Kurzpredigt. Und die oben angesprochene Kollegin saß vor mir in der Kirchenbank.

Doch dann kam der entscheidende Satz, der mich wieder sehr ärgerte (sinngemäß und korrekt):
„Nicht zufällig fällt unser Ostern dieses Jahr zusammen mit dem Osterfest der Orthodoxen“
Ich hatte noch die Auseinandersetzung mit meiner Kollegin vor ein paar Tagen im Ohr und hörte jetzt dieses oberflächliche Statement. Nichts gegen die Orthodoxen, aber nachdem die Andacht beendet war, drängte es mich zur Oberin, die im Mittelgang zur Heimsuchung drängte (wieder so ein unverschämtes Wortspiel meinerseits), und ich sprach sie an: „Grüß Gott, entschuldigen Sie bitte, aber Sie haben eine Glaubensgemeinschaft vergessen, die auch zur gleichen Zeit gefeiert hat; unsere älteren jüdischen Geschwister mit dem Pessach!“

Sie: „Was?“

Und: „Wer sind Sie?“

Den Fortgang des Gespräches brauche ich wohl nicht weiter zu erläutern. Frau Oberin hatte es eilig. Sie hatte schlicht keine Ahnung und sich demzufolge damit überhaupt nicht beschäftigt.

Wieder ein Grund mehr, mich in meiner Annahme bestätigt zu fühlen, dass, wie in der Ansprache ausgelassen und zusätzlich auf den Nahen Osten und unsere bisherigen Erfahrungen bezogen, viele Kirchenchristen kritiklos Partei für die (christlich-arabischen) Palästinenser und vor allen Dingen für die eigene Reputation ergreifen bzw. für das, was sie dafür halten.

Stillschweigendes Übereinkommen?

Ist es ein Zufall, dass viele Katholiken mit Palästinensern symapthisieren, weil manche hochrangige Verterter der lateinischen Kirche seit Jahrzehnten in Nahost mit Terroristen kollaborieren?

Und wieder ein Grund mehr meiner Ansicht nach, dass es richtig ist, die Zusammenarbeit zwischen Christen beider Volkskirchen und Palästinensern im Heiligen Land und hierzulande einer äußerst genauen Überprüfung zu unterziehen. Ich habe das angekündigt, und es wird auch so passieren. Manche Leute werden mich im Frühjahr 2011, wenn ich dazu mein zweites Buch veröffentliche, zum christlich-palästinensischen Scheitan wünschen. Sei’s drum.

Mir egal. Der Gott der Bibel spricht eine andere Sprache.

Viele (Volks-) Christen haben noch immer nicht begriffen, dass ihr Stammbaum in der Synagoge begann und sie fleißig dabei sind, ihn seit gut 2000 Jahren zu entwurzeln. Um dies endlich klar zu machen, ist (auch theologische) Aufklärung nötig, die die volkskirchliche Selbstgerechtigkeit und Blindheit aufbricht. Wenn ich meinen Kollegen eröffne, dass mein christlicher Glaube ohne die Beziehung zu meinen jüdischen Geschwistern undenkbar ist, ernte ich meistens offene Münder und ungläubiges Staunen.

Ja, tatsächlich....