Freitag, Juli 30, 2010

Was passiert wenn wir Afghanistan verlassen

Auf diesen Beitrag bin ich durch die Notiz "So kann Journalismus aussehen" von Dirk Maxeiner gestoßen.

Aus dem
Tagesanzeiger (CH):

Das verstörende Titelbild des «Time Magazine»

Auf dem Titel ihrer aktuellen Ausgabe zeigt die amerikanische Zeitschrift das Bild einer verstümmelten Frau aus Afghanistan - und druckt dazu ein klares Bekenntnis ab. Vom Titelbild des aktuellen «Time Magazine» blickt eine junge Frau, eine Afghanin mit dunklen Augen und vollen Lippen. Wo ihre Nase sein sollte, klafft ein Loch. Talibankämpfer haben die 18-Jährige verstümmelt, weil sie die Familie ihres Mannes verlassen hat. Diese Lebensgeschichte in zwei Sätzen steht unter dem Bild, dazu die Schlagzeile: «Was passiert, wenn wir Afghanistan verlassen.»

(Bildquelle: TIME)

Ein klares Bekenntnis, das die Zeitschrift für den Krieg in Afghanistan abgibt – und ein Bild, das haften bleibt.
«Time» ist sich der Wirkung des Bildes bewusst.

«Wir haben lange darüber nachgedacht, ob wir dieses Bild auf das Titelblatt des Magazines setzen sollen», wendet sich der Chefredaktor im Vorwort an seine Leser. «Das Bild ist machtvoll, schockierend und verstörend.» Sie hätten das Bild abgedruckt, so der Chefredaktor, «weil es Teil unserer Arbeit ist, grausame Dinge, die Menschen widerfahren, zu betrachten und zu erklären».

Die weiteren Bilder im Text werden begleitet von einer Reportage über das Leben der Frauen in Afghanistan, die vielfach seit der Schwächung der Extremisten aufgeblüht seien.


Zum vollständigen Artikel hier.
Und zur Fotogalerie Women of Afghanistan: Living Under the Taliban Threat hier.

Mittwoch, Juli 28, 2010

Lutherischer Weltbund: Neuer Außenposten der Palästinenser und radikalen Linken?

Hamas and Islamic supremacism in general has been great for Christian Arabs in the P.A.

Bischof Munib Younan. (Quelle: Tundra Tabloids)
„Heiliges Land“ nennen meine lutherischen Kollegen das Land zwischen Jordan und Mittelmeer, weil sie politischen Stellungnahmen gerne geschmeidig ausweichen. Sind sie eigentlich so "unpolitisch" wie sie vorgeben zu sein?

(Im Bild: Bischof Munib Younan, links, mit Holocaustleugner Abu Mazen [Abbas])

Was als unabhängiges Credo konzipiert sein könnte, gerät schnell zur politischen Karikatur, denn erstens ist das Land zwischen Jordan und Mittelmeer alles andere als „heilig“, was seine
politisch-theologische Strukturierung betrifft, und zweitens schwingt in dieser Formulierung eine gehörige Portion Heuchelei mit, wenn man berücksichtigt, wen der Lutherische Weltbund zu seinem neuen Präsidenten ernannt hat: Bischof Munib Younan, einen Judenhasser, wie man ihn sich besser kaum malen könnte.

Der Zweck heiligt die Mittel - und welche?

Die ökumenische Konkurrenz (Radio Vatikan) meldete sich diesmal pflichtschuldigst, denn was die Einstellung zu Juden betrifft ist man sich unter Volkskirchenchristen weitestgehend einig:
Der neue Präsident des Lutherischen Weltbundes hat zu einer politischen Lösung im Konflikt zwischen Israel und Palästina gemahnt. Die arabischen Christen in Israel rief Bischof Munib Younan zum Bleiben auf. Der neue Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land äußerte sich direkt nach seiner Wahl zur Nahost-Situation. Als Ziele seines Amtes benannte das Oberhaupt von 70 Millionen Christen den Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Islamophobie und Aids. In der Kontroverse über die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare und die Ordination Homosexueller rief Younan zu Geduld auf. Man solle dazu das Ende des 2007 begonnenen Beratungsprozesses abwarten. Dem LWB drohte über diese Frage zuletzt die Spaltung.
Immer wieder spannend ist es, zu verfolgen, wie arabische Christen, seien sie jetzt Protestanten, Katholiken oder Orthodoxe, ihre pro-palästinensische politische Agenda in westliche Kirchengremien einbringen.

Gehen wir doch einmal die oben zitierte Passage durch:

Die politische Lösung, die Munib Younan anmahnt, geht von einem Rückkehrrecht aller Flüchtlinge aus. Sie entspricht somit dem Wunsch aller Heimatvertriebenenverbände hierzulande, dass Vertriebene (besser gesagt Flüchtlinge) ein Rückkehrrecht geerbt hätten.

Auf ewig?

Frau Erika Steinbach würde wohl freudig mit dem Kopf nicken - und einige Deutsche mit ihr.
Denn das arabische Naqba ist mittlerweile zu einem Kampfbegriff mutiert, der sich auch bei deutschen Revisionisten jeglicher Coleur herumgesprochen hat.

O-Ton Steinbach:

"Ohne jede Habe, heimatlos, völlig verzweifelt, aber immer noch mit der festen Hoffnung im Herzen auf Rückkehr. So gelangte auch ich als Kleinkind aus Westpreußen hierher, in den westlichen Teil Deutschlands.

Dass Steinbachs Eltern über die nationalsozialistische Ostgau-Siedlungspolitik (der Vater stammte aus Hanau, die Mutter aus Bremen) sehr gerne nach Polen (angeblich Westpreußen) gezogen sind, um dort das Reich rassisch rein zu erweitern, soll hier ausnahmsweise nur ein Nebenaspekt sein, der aber, was die palästinensischen Ansprüche auf Rückkehrrecht betrifft, eine äußerst interessante Parallele findet.

Lesen Sie bitte diesen Beitrag!

Verstehen Sie jetzt, warum viele Deutsche eine so hemmungslose Sympathie für die palästinensische Naqba haben? Ahnen Sie jetzt, warum ein Linker wie Grass seinen Roman Im Krebsgang schreiben konnte?

Weiter im Text:

Die arabischen Christen sollen bleiben,


sagt Younan. Wie peinlich und zynisch:

Sein ohrenbetäubendes Schweigen zur Diskriminierung, Verfolgung und Ermordung der Christen in der West Bank und im Gazastreifen schien ein Empfehlungsschreiben für den Lutherischen Weltbund zu sein, der sich schon über Jahrzehnte blamiert hat, was die Unterstützung seiner Pfarrer im kommunistischen Machtbereich betraf.

Mehr dazu kann man
hier nachforschen.

Und:


Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Islamophobie und Aids….

Wirklich nett!

Gegen Aids sind wir alle, gegen Antisemitismus hat Herr Younan aber höchst selten ein Wort verloren, seine Stimme indes oft genug zusammen mit dem lateinischen Kirchenführer Michel Sabah erhoben, der PLO und Hamas als Freiheitskämpfer deklarierte.

Younan hat verständlicherweise Angst vor den Islamisten, die ihn an der Gurgel haben. Muss er dann aber auf Reisen ins westliche Ausland permanent israelische Checkpoints als das Hauptübel bzw. größtes Hindernis für einen Nahostfrieden bezeichnen, die noch dazu unter Netanjahu um mehrere Hundert Posten abgebaut wurden [teilweise auch unter Olmert]? Hat er vergessen, dass unter Netanjahus erster Amtszeit das Westjordanland teilweise geräumt wurde, unter Olmert aber kein Quadratzentimeter? Und hat er vergessen, dass die PA in den letzten zwei Jahren einen enormen Wirtschaftsaufschwung erleben konnte, weil israelische und palästinensische Behörden relativ reibungslos zusammengearbeitet hatten?

Wenn er Angst hat, dann soll er weingstens schweigen und nicht die Sprache seiner islamistischen Unterdrücker sprechen.

Antisemitismus und Islamophobie

Dass der Lutherische Weltbund dieser platten Formulierung nicht widerspricht zeugt schon von einer gehörigen Portion Unwissenheit und/oder Ignoranz. Immerhin liegt die Meldung schon einige Tage auf dem Server von Radio Vatikan.

Hier macht sich Younan die widerliche Sprachregelung deutscher Linker zu eigen, die Antisemitismus und Islamophobie (was ist Letzteres eigentlich?) zu einem Minus-Saldo verschmelzen will, nämlich dem, dass alle Islamkritiker ebenso einzuschätzen wären wie diejenigen deutschen Nazis, die in den 1930er-Jahren die Juden verfolgten.

Dazu ist genug geschrieben worden. Deshalb erspare ich mir jeglichen Kommentar.

Interessant auch der Schluss:


In der Kontroverse über die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare und die Ordination Homosexueller rief Younan zu Geduld auf. Man solle dazu das Ende des 2007 begonnenen Beratungsprozesses abwarten. Dem LWB drohte über diese Frage zuletzt die Spaltung.


Gleich, wie man dieses Thema bewertet – höchst interessant ist doch zumindest, wie es in der Stellungnahme gewichtet wird: Der Zusammenhalt des Lutherischen Weltbundes wird über die Frage, ob man „homosexuelle Paare segnen soll“ zur Diskussion gestellt. Ob Israels Existenzrecht eine Rolle spielt interessiert den Lutherischen Weltbund anscheinend herzlich wenig.

Alles eine Frage der Agenda und deren Abarbeitung, nicht wahr?

Freitag, Juli 23, 2010

Wildgänse rauschen durch die Nacht wo Zigeuner hausen bald

Wo hausen Zigeuner und Wildgänse?

Haben Sie schon einmal sozial mit Demenzkranken gearbeitet oder zu tun gehabt, die über 70 oder 80 Jahre alt sind?


Demenzkrankheit bedeutet in erster Linie "Vergessen" - ob in kurzen oder langen Zeitabständen spielt keine Rolle. Auch 50-Jährige können demenzkrank sein, wie ich bei einem Vortrag vor einigen Tagen erfuhr. Also kann es beinahe jeden meiner Leser und auch mich treffen - kein Spaß, wirklich nicht.


Dement sein heißt aber nicht zwangsläufig "Dumm sein" oder irrational zu argumentieren, wie viele Außenstehende annehmen könnten, weil sie sich mit dem sehr problematischen Sujet nicht befassen wollen - sei es aus Angst vor der eigenen (Alters-) Zukunft oder vor dem Umgang mit unmittelbar Betroffenen auch in der eigenen Familie.


Dement sein und die sich damit befassende Therapie heißt auch, Erinnerungen in fragmentarisch vorhandenen Gehirnsegmenten zu speichern und sie je nach emotionaler Ausrichtung in einer Rückholung der Therapie oder des Gespräches zu aktivieren. Diese Arbeit muss aber professionell geleistet werden.


Wie so etwas nicht funktionieren kann zeige ich an diesem Beispiel, das an meine Artikelüberschrift angelehnt ist: "Lustig ist das Zigeunerleben":


Ein befreundeter Blogger hat mir vor etwa zwei Jahren ein Buch zugeschickt.

Der Titel: Antiziganismus, Rassismus gegen Roma und Sinti im vereinigten Deutschland; von Änneke Winckel.


Natürlich habe ich das Buch nicht zur Diskussion gestellt, weil es viele Bewohner in ein Chaos getrieben und überfordert hätte (nicht wegen einer evtl. Schuldfrage, sondern weil sie schlicht gedanklich nicht fit gewesen wären).


Aber ich habe es sehr genau durchgelesen.

Gesungen wird bei uns auch häufig - meistens schöne alte Volkslieder, die meistens ihren Wert haben, aber auch Lieder, die problematisch sind, so wie dieses "Lustig ist das Zigeunerleben".


Ich konnte schon vor der Lektüre von Änneke Winckels Buch herzlich wenig mit diesem Text anfangen, weil uns zu CVJM-Zeiten (damals war ich 12 Jahre alt) beim Zelten nachts immer der Ruf aufschreckte: „Die Zigeuner kommen“.


Warum hat der CVJM dieses zum Hass aufstachelnde Lied nicht aus seinem Repertoire gestrichen, und warum wird ein von der SS begierig aufgegriffenes Lied wie „Wildgänse rauschen durch die Nacht, mit schrillem Schrei nach Norden, unstete Fahrt, habt Acht, habt Acht, die Welt ist voller Morden“, das geradezu als Hymne erhoben wurde, nicht aus dem deutschen Volksliedgut verbannt?


Doch zurück zu den „Zigeunern“:


Etwa 500.000 Sinti und Roma wurden von den deutschen Nazis in den Gaskammern ermordet.


Ende des Mittelalters, also in der Kirchengeschichtsschreibung ab Anfang des 16. Jahrhunderts, wurden „Zigeuner“ als christliche Pilger angesehen, weil sie als „Abbildung der heiligen Familie" interpretiert wurden. Man stelle sich das heute einmal vor: katholische Pilger auf dem Jakobsweg abgeschlachtet.


Würden Sie christliche Pilger ermorden?


Als die Juden ausgegrenzt, diskriminiert, verfolgt und ermordet wurden, folgten ihnen Sintis und Romas; immer auf Vertreibung, immer auf Wanderschaft und immer ohne festes Ziel - immer ohne feste Bleibe, weil sie überall verscheucht, stigmatisiert, verletzt oder getötet wurden.


Und jetzt komme ich wieder zu meinem Ausgangspunkt zurück:


Ich kann manchen Menschen das Vorurteil, Sinti und Roma wären schlechte Menschen, argumentativ nicht ausreden. Aber ich kann der Generation, die nach diesen Menschen kommt, einen neuen Start in Sachen „Mitmenschlichkeit“ geben.


Vorerst ist meine Mitmenschlichkeit auch auf jene fokussiert, die in ihrem Leben keine Mitmenschlichkeit kannten oder kennen wollten, weil sie einem Verführer anhingen oder anhängen wollten und jetzt hilflos sind. Ich darf diese Menschen nicht allein lassen.


Wir werden sehen, wie die nächste Altersheim-Generation aussieht.
Wahrscheinlich ist es unsere.

Sonntag, Juli 18, 2010

Makro-Abenteuer: Die Schwebfliege und ihr Granny Smith

Als ich gestern Nachmittag während meiner Fahrradtour nahe Welden (nordwestlich von Augsburg) Pause machte und meinen Granny Smith vor mir auf den Tisch an der Raststelle legte, bemerkte ich, dass flugs eine Schwebfliege anschwirrte und neugierig die grüne Kugel umkurvte.

An alle aufmerksamen Leser: Ursprünglich dachte ich an eine Schlupfwespe: Leser Ranger hat mich jedoch berichtigt. Danke!


Klick' auf das Foto!


Jedenfalls surrte dieses kleine harmlose Insekt um meinen Apfel herum wie ein Hubschrauber, stand abwartend und peilend in der Luft herum und setzte dann ab, um seine Bohraktion durchzuführen.

Es ist schon sensationell, was sich in der Natur abspielt:

Du sitzt gerade einmal drei Minuten da, packst deinen Apfel aus, und schon kommt dieser wunderschön anzusehende Helikopter angerauscht. Welch' unglaublich gut funktionierende Sinnesorgane [von Gott geschenkt!] muss der haben, wenn er über zig Meter mitbekommt, dass
sich in Sekundenbruchteilen Nahrungsquellen vor ihm auftun!

12 Aufnahmen habe ich (damals) für dieses Makro verschossen - mit meiner Panasonic Lumix.

Und ich geb's zu: Ich wurde vom Jagdfieber gepackt. Und diese eine wurde gut. Ich bin aber kein Technik-Profi, eher ein Gelegenheitshai.

Heute habe ich eine Ricoh Capio R4 (Hat mir mein Bruder Hans [lebt in Holland] gschenkt). Das ist eine Weitwinkelkamera mit 28 bis maximal 200 Millimeter - also ein ganz anderes Kaliber für eine Digitalkamera. In der Preisklasse bis 300 Euro unschlagbar. Teste ich noch aus...

Makros mit lebenden Objekten sind nicht einfach zu machen, weil
immer deren Bewegung abgewartet werden muss, auch wenn es Techniken gibt, diese einzufangen. Aber man denkt oft nicht daran, wenn es schnell gehen soll. Mit einer guten Kamera können Objekte auch in der Bewegungsphase scharf abgebildet werden. Man braucht also viel Geduld.

Hans, ein hervorragender Fotograf und Maler (hauptsächlich expressionistisch und gegenständlich*) hat mich vor ein paar Jahren auf die Idee gebracht, Makros zu machen (liegt wohl in der Familie).


Das oben aufgenommene Beispiel ist nicht mein erstes, vielleicht aber eines der besseren und seltenen. Unten noch die Aufnahme einer Kreuzspinne, geschossen in Baarle-Nassau (Belgien) 2008. Auch nicht schlecht, oder?


Wer mehr Makros von mir haben will kann mich gerne anschreiben.
Ihr werdet staunen.

Übrigens: Mit ein wenig Geduld kann man auch in der eigenen Wohnung oder am Balkon Makros "schießen", wenn man die Blüten der gesetzten Pflanzen ins Visier nimmt.

Klick' wieder auf das Foto für die Kreuzspinne!



-----------------
*Sehr schöne [expressionistische] Malereien meines Bruders aus Holland kann man über mich bestellen. Fotos und Fortsetzungen natürlich auch.

Dienstag, Juli 13, 2010

Wie geht es weiter mit Facebook?

Verblassendes Facebook

Alex Margolin

Alex Margolin, HonestReportings Redakteur für Soziale Medien, trägt gelegentlich mit Beiträgen zu relevanten Themen bei. Er zeichnet für HonestReporting bei Facebook verantwortlich.


Was die Verbreitung von Informationen im Internet betrifft wird es schwer, eine effektivere Plattform als Facebook zu finden.


Die Webseite wartet mit einer Mitgliederzahl von 400 Mio. weltweit auf, darunter 125 Mio. aktive Nutzer allein in den USA. Und ihr Hauptanliegen - Freunde miteinander in Verbindung zu halten - bedeutet einen Informationsfluss von Freund zu Freund und Netzwerk zu Netzwerk mittels vertrauter Beziehungen, also der effektivsten Form, Aufmerksamkeit der Menschen zu erregen.


Facebook
ist mittlerweile zu einem solch' großen Player unserer Mainstream-Kultur geworden, dass es beinahe schon wie ein Miniatur-Internet im Originalnetz funktioniert - von der Ausnahme abgesehen, dass es keine Anonymität zulässt, was den Diskurs sauber und (in den meisten Fällen) verantwortlicher führen lassen könnte.


Wie wirkungsvoll Facebook sein kann, sahen wir während der Krise um die Gaza-Flottille. Eine Gruppe, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die Wahrheit über die Gaza-„Aktivisten“ zu verbreiten, hat 252.700 Mitglieder. Eine weitere zum gleichen Thema 97.000. Eine dritte Facebook-Gruppe spielte auch die Schlüsselrolle bei HonestReportings Kampagne, Comedy Central
zur Entfernung eines israelfeindlichen Spieles von ihrer Webseite zu zwingen.

Aber es scheint so auszusehen, als stieße der Internet-Gigant an seine Grenzen.


Inside Facebook
zufolge konnte die Webseite im Juni nur 320.000 neue Mitglieder registrieren. Auch wenn die meisten Internetanbieter neidisch auf diese für sie unglaubliche Zahl blicken, repräsentiert sie doch einen riesigen Absturz gegenüber 7,8 Millionen neuen Mitgliedern im Mai.


Noch überraschender ist jedoch die abnehmende Akzeptanz bei der demographisch gesehen wichtigsten Klientel bisher, den Altersgruppen zwischen 18 und 44. Gleichzeitig verzeichnete Facebook jedoch einen Mitgliederzuwachs bei den 13-17-Jährigen und 45-55-Jährigen.
Wired magazine mit einer eigenen Bewertung zum Rückgang der Facebook-Zahlen:
Ein Grund könnte in der über Mai und Juni anhaltenden Kontroverse zur Datenschutzrichtlinie und Machtfülle von Facebook zu sehen sein - ein Umstand, der höhere Umsatzzahlen verhinderte und sogar einige User veranlasste, Facebook kaum noch aufzurufen.

Eine weitere Erklärung bestünde darin, dass es sich lediglich um eine statistische Abweichung oder das Resultat von Veränderungen im Werbesystem handelt, das von ’Inside Facebook’ für die Entstehung der Zahlenwerte verantwortlich gemacht wird.


Nicht von der Hand zu weisen ist auch das Argument, dass nahezu jeder US-Amerikaner, der Interesse an Facebook bekundet, dies bereits nutzt. Facebook selbst spricht von 125 Millionen aktiven US-Usern und steuert nach eigenem Bekunden auf die 500-Millionen-Grenze zu.
Heißt das, dass Facebook seinen Zenit erreicht hat? Verblasst bald sein herausragender Internet-Status? Wahrscheinlich nicht. Hinter Google hält es immer noch den zweiten Platz bei den meistfrequentierten Webseiten überhaupt. Und es bleibt die größte Seite für den Online-Austausch von Fotos.

Da aber das Wachstum der Webseite abflacht, könnte dies einen Strategiewechsel bei Facebook zur Folge haben. Statt auf Mitgliederzuwachs zu schauen könnte es sich mehr auf die Verbesserung seiner Servicequalität zugunsten der bereits existierenden Mitglieder konzentrieren. Das könnte Methoden zur Stärkung zwischen Freunden und eine Verbesserung des Informationsaustausches nach sich ziehen.


Für jene also, die Facebook als Plattform für Virenbefall sehen, könnte der „Absturz“ des sozialen Mediums noch die beste Nachricht sein.


Quelle: HonestReporting (Media Backspin)

=========
Zuletzt bei Alex: Are Hyperlinks Hyper-Jinxed?

Samstag, Juli 10, 2010

Fußball-WM und Stunde der Komödianten: Wer sind eigentlich Mählich und Prohaska?

Roman Mählich (im Bild rechts strahlend; Quelle: Austria Schiesswald) hat eine "Weltkarriere" bei Sturm Graz hingelegt, ist also prädestiniert für eine Rolle als Fußball-Analytiker beim ORF.

Wow!


Ähnlich
prädestiniert wie Chefkommentator Herbert Prohaska?

Herbert Prohaska führte Austria Wien in der österreichischen Operettenliga zu vielen blass-lila Meistertiteln und sorgte 1978 mit Hans Krankl in einer Sternstunde dafür, dass Deutschland sein Cordoba
erlebte. Davon träumt und zehrt er wohl heute noch, denn anders kann ich mir sein widerlich-überhebliches Kommentargehabe nicht erklären, wenn es um deutsche Vereins- oder Nationalmannschaften geht.

Ab und zu sehe ich mir Spiele deutscher Mannschaften in der Champions-League auch auf dem österreichischen Sender ORF1 an - bisweilen auch EM- und WM-Spiele, weil ich mitbekommen will, wie man dort tickt. Da sich aber die Österreicher (ich meine nur die Fußballer und die "Experten") aufgrund großmäuliger Selbstüberschätzung und fehlender fußballerischer Klasse seit etlichen Jahren in allen europäischen und internationalen Turnieren meistens mit der Zuschauerrolle begnügen müssen, rollen sie regelmäßig den "roten Teppich" für ihren Erzfeind aus. Logisch – den Piefke.


Prohaska nach dem Spiel Deutschland gegen Spanien sinngemäß:
"Die deutsche Mannschaft ist halt' doch nur eine Kampfmaschine. Sie kann ihre Pfade nicht verlassen, weil sie auf Kampf und Krampf geeicht ist".
Roman Mählich - wie oben angedeutet, Weltklassespieler aus der Wiener Neustadt - heute vor dem Spiel gegen Uruguay; auch sinngemäß zitiert:
„Uruguay sehe ich klar in der Favoritenrolle. Sie sind im Spiel Eins gegen Eins besser und werden die deutsche Mannschaft nach einer Führung beherrschen“.
In der Halbzeitpause tippte er darauf, dass die deutsche Mannschaft nach dem Ausgleich Uruguays „einknicken wird“.

Lieber Roman Mählich:


Bleib’ bei deinen Leisten und trainiere weiterhin österreichische Weltklassevereine.

Mittwoch, Juli 07, 2010

Weiterstricken an Mossad-Mythen: Diesmal ist die "Landshut" dran

Die Webseite Texxas bietet eine Online-TV-Vorschau an. Fährt man nach der Installation des Programms mit dem Mauszeiger über den Titel einer Sendung, wird ihr Inhalt angegeben. So auch in diesem Fall, einer heute Abend in der ARD zu sehenden "Dokumentation": Tödliche Schokolade: Der Giftmord des Mossad und die Entführung der "Landshut" (23.55 Uhr)

Beim Durchlesen des dummdreisten Elaborats werden recht schnell ein paar Dinge klar:

a) Antisemitische "Informations"-Propaganda setzt sich bei den Öffentlichen-Rechtlichen immer mehr durch.


b) Die von allen Parteien durchgewunkene
Bundestagsentschließung zur Aufhebung der Gaza-Blockade gibt den Judenhassern hierzulande weiter extremen Auftrieb. Man geht immer ungenierter zu Werke.

c) Juden sind - diesmal qua Programmvorschau - per se rachsüchtig, und das unterscheidet sie von allen anderen Menschen.


d) Es wird suggeriert, Israel hätte billigend in Kauf genommen, dass Passagiere der entführten Landshut in Lebensgefahr geraten oder ermordet werden.


e) Nur jüdische Geheimdienste arbeiten "dreckig", alle anderen - besonders die deutschen - natürlich nicht.


f) Das Böse als Bestandteil einer anthropologischen Konstante wird "dem Juden" als Alleinstellungsmerkmal zugerechnet, hier projiziert über den Begriff "Zionismus" auf den "Juden der Völker", also Israel.


g) Die Protokolle der Weisen von Zion haben noch lange nicht ausgedient.

Samstag, Juli 03, 2010

Kommentar: German Tanks mit Leichtlauföl?

Spätestens übermorgen wird man wieder in Englands Zeitungen und anderswo Phrasen wie diese zu lesen bekommen: „Gegen deutsche Panzer ist kein Kraut(s) gewachsen“, „Argentinien überrollt und eingenommen“, „Messi vernichtet“ oder ähnlichen Schrott, der nur Gehirnen von Journalisten entspringen kann, die entweder von Fußball nichts verstehen oder bewusst Lunte legen wollen. So schwer ist das ja auch nicht.

Dabei ist doch alles so einfach:

Eine sensationell aufspielende deutsche Mannschaft, die teilweise südamerikanischer spielte als die Argentinier, hatte die Gauchos entgegen aller Voraussagen (auch meiner sehr vorsichtigen Einschätzung; ich tippte auf Verlängerung) mit 4:0 regelrecht in alle Bestandteile zerlegt. Da trat eine bemerkenswert unpolitisch und naiv agierende Mannschaft auf, die weiß Gott nichts für manche ihrer Fans kann, die mir eben auf der Straße begegnet sind, und erst recht nichts dafür, dass der Bundestag kürzlich einen der miesesten und dunkelsten Momente erlebt hatte – als es nämlich darum ging, einem ungeheuerlichen Antrag zuzustimmen, in dem es darum ging, Israel zur Aufgabe der Seeblockade gegen das Terrorrregime im Gazastreifen aufzufordern.

Ich schwebe zwischen Wolke 7 und Hölle 2

„Deutschland, Deutschland“-Rufe aus den Autokorso, die vor meinem Balkon von den Fans intoniert werden. Gleichzeitig denke ich daran, wie wenig gesellschaftspolitisch aufgeklärt, wie selbstvergessen doch diese Menschen sind: Sie wissen nicht einmal, dass alle Parteien des Deutschen Bundestages mit meiner oben erwähnten Debatte das Existenzrecht des Staates Israel indirekt und endgültig(?) massiv in Frage stellten, weil sie sich auf eine gehässige Forderung der Partei „Die Linke“ eingelassen und darauf aufbauend eine neue Entschließung formuliert hatten, die es dem Iran erleichtert, Waffen an die Hamas zu schmuggeln. Und gleichzeitig will ich diese Menschen (momentan) auch nicht wegen ihres Desinteresses und ihrer kindlichen Freude verurteilen.

Dennoch:

Wie sehr deutsche Eitelkeit und selbstherrlicher Dünkel gegenüber Israel im politischen Alltagsgeschäft, das uns spätestens nach dem WM-Endspiel wieder brutalstmöglich einholen wird, Hand in Hand gehen, zeigen die Wortmeldungen aller Parteien: Das Überleben des palästinensischen Staates bzw. des Gazastreifens hinge von einer totalen[!] (man beachte die Wortwahl) Aufgabe der Seeblockade ab – so, als gäbe es keine Landwege, keine Häfen in Israel, über die Gaza bisher nicht ausreichend versorgt wurde und jetzt noch zusätzlich beliefert wird.

Was sich heutzutage in Deutschland abspielt ist eben nicht nur die Neuauflage eines Fußball-Sommermärchens, sondern so ganz nebenbei die Zementierung eines Leitmotivs der deutschen Politik generell seit 1945:
Entledigen wir uns des Problems „Israel“, dann können wir noch unbeschwerter unsere Fanmeilen in Szene setzen, uns noch unbeschwerter feiern, denn merke: Juden stören beim Feiern, besonders dann, wenn sie sich ihrer Haut wehren, während sich Parlaments-Teutonen im Siegesrausch befinden.
Kurze Schlussbemerkung: Ich habe jedes Tor der deutschen Mannschaft genossen und will auch, dass sie alles erreicht, was sie sich vornimmt. Das hält mich aber nicht davon ab, den Blick für den Alltag und die daraus erwachsenden Realitäten zu verlieren.

Sonntag, Juni 27, 2010

A Champion Is Born: The Tall And Great Thomas Müller

Thomas Müller
(Im Trikot von Bayern München)

Eben war die deutsche Nationalmannschaft dabei, England nach dem besten Spiel dieser WM überhaupt spieltechnisch zu zerlegen (Spanien-Chile gestern war ähnlich gut). Zwar hatte sie beim nicht gegebenen regulären Tor der Engländer großes Glück gehabt und musste nach der Halbzeit einige Schrecksekunden überstehen. Aber der Sieg war insgesamt verdient. Und letztendlich wurden "The Three Lions" von Löws Truppe im WM-Zirkus teilweise vorgeführt (Endergebnis 4:1). Mir tut es fast schon Leid um die Briten...ganz ehrlich....

Ich hätte nie im Traum dieses Ergebnis erwartet. Und wenn dieses Spiel einen Fingerzeig gegeben hat, was die taktische Aufstellung betrifft: anscheinend ist die Mischung aus vielen jungen, erfolgshungrigen Spielern und drei, vier erfahrenen Säulen in der Mannschaft doch die richtige Lösung.

Aber Vorsicht, Euphoriebremse: Gegen Argentinien oder Mexiko wird sich zeigen, was wirklich drin ist in diesem jungen deutschen Team. Ist es schon am Ende seines überaus sympatisch erspielten Siegeszugs angelangt?

Gegen Argentinien oder die Mittelamerikaner wird es ganz, ganz hart. Aber für "uns" leistet sich Demichelis bestimmt noch (hoffentlich [Entschuldigung]) den einen oder anderen Aussetzer.


Vor eineinhalb Jahren noch in der Dritten Liga Deutschlands gespielt, heute auf dem Sprung zur absoluten Weltklasse:


Thomas, "The Tall And Great Müller"


Ich will jetzt nicht auf den Putz hauen, aber Thomas Müller hat heute seine Gesellenprobe bestanden, was (zukünftige) Weltklasse betrifft. Er bewegt sich wie van Basten, finde ich - fast noch etwas frecher, schneller und unbekümmerter. Logisch, kommt ja auch aus Bayern ;-))

Ich mag' diesen Typ!

Jetzt geht mein Bayern-Gen mit mir durch. Verzeiht es einem Augsburger.

---------------
Drei kurze Schlussbemerkungen:

Thomas Müller in einem Interview zu den kommenden Gegnern:
"Wir müssen jetzt alle putzen".
Auch wieder typyisch Bayern. So muss man denken!

Und im Interview:

Auf die Frage eines ARD-Reporters (SPIEGEL), was er davon hielte, zum besten Nachwuchsspieler des Turniers gewählt zu werden, antwortete Müller:
"Warum nicht? Ich habe noch einen Platz in der Vitrine übrig."
Und der ehemalige Austria-Profi Mählich kommentierend im ORF:
"Die Bayern waren einfach cooler".
Felix Bavaria!

So kann man es auch sehen. Oder besser gesagt, so muss man es sehen.

Meine Balkontür musste ich mittlerweile schließen, weil auch die Deutschen vom Vuvuzela-Virus befallen sind.

Sch...Vuvuzela... (Teil 1 und Teil 2)*

Da es um die Artikel zur Vuvuzela
von Der Lindwurm eine unglaubliche Hektik und viele Leserbriefe gab (es folgten noch mehrere Teile auf der Webseite von "der Lindwurm"), bitte ich, den Fortgang auf seiner Webseite zu verfolgen.

Dienstag, Juni 22, 2010

Kommentar: Werden Niebel und die FDP rückfällig?

Ich will nicht so weit gehen und Dirk Niebel (FDP), dem Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung oder seiner Partei generell antiisraelische oder gar antisemitische Neigungen unterstellen. Wer kann schon in seinen Kopf schauen, noch dazu, wo in der Vergangenheit stets die Solidarität mit Israel relativ deutlich artikuliert wurde, wenn auch mit wenig überzeugenden Verweisen wie jetzt von ihm auf seine frühere Tätigkeit in einem Kibbuz, seine Hebräischkenntnisse (ja und?; ich kenne etliche Antisemiten, die perfekt Hebräisch bzw. Ivrit sprechen) und seine Mitgliedschaft bei der oft unglaubwürdigen DIG* bzw. mancher ihrer Dependancen (noch einmal ja und?).

Genauso gut könnte ich sagen, dass ich als Evang. Theologe qua Ausbildung immun gegen Antisemitismus sei. Bei etlichen Kollegen in der EKD stelle ich aber sehr oft das Gegenteil fest. Ein unheilvoller Trend - leider!

Festzuhalten gilt jedenfalls: Niebels pro-israelische Aktivitäten beziehen sich zum größten Teil auf die Zeit vor seiner Ernennung zum Minister (auch seine Blogeinträge)!


Dass er in Jerusalem (Zitat: „5 vor 12 für Israel“) weit überzogen und sich jetzt dafür entschuldigt hatte, spräche eigentlich(?) dafür, dass er in den letzten zwei Tagen ein wenig über seine katastrophale Verirrung nachgedacht hätte.
Gleichzeitig sagte er aber, dass er inhaltlich nichts zurücknehme.

Was heißt das?
Und redet so ein Mann, der Einsicht gewonnen hat?

Nein, so redet ein Politiker, der permanent auf die innenpolitische Situation und auf negative Umfrageergebnisse in Deutschland schielt während er durch die Lande tingelt.

So schlicht äußerte sich Niebel: Die FORMULIERUNG sei zurückgenommen bzw. abgeschwächt, aber der [anklagende] Inhalt werde beibehalten.

Nichts, aber auch gar nichts wurde zurückgenommen, weil Niebels Eitelkeit keine Einsicht zulässt.
Der Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung besteht also weiterhin darauf, dass die Seeblockade Gazas (letztendlich) aufgehoben werden müsste. Er akzeptiert lediglich die Negativliste des israelischen Außenministers Avigdor Lieberman, die Waffen oder waffentaugliche Waren (Dual-Use-Produkte) auf dem Landwege nicht durchlässt. Damit begibt Niebel sich übrigens auf einen sehr gefährlichen Pfad, denn in seinem Schlepptau argumentierten viele bundesdeutsche Politiker, auch die Europäische Union und – was noch schlimmer ist – die Partei Die Linke und islamistische Organisationen.

Abgesehen davon, dass Niebel jetzt mit dazu beitrug, eine gewaltige und hässliche antiisraelische Welle in den Medien weltweit anzustauen, die kein Wort über den von der Hamas seit vier Jahren in Geiselhaft gehaltenen israelischen Feldwebel Gilad Shalit verliert, ist noch ein weiteres Element sehr fatal: Er stellt indirekt die Solidarität der Bundesrepublik mit Israel zur Disposition, wenn er Ultimaten stellt und Korrelationen zwischen Israels und Deutschlands Verhalten
konstruiert.

Was soll das?

Und damit bin ich wieder bei meiner Headline, wenn auch mit leicht veränderten Vorzeichen:

Wie stehen die FDP bzw. hochrangige Vertreter dieser Partei zu Israel?


Erinnern wir uns:


Möllemann hatte im Jahr 2002 eine Flyer-Kampagne gegen Michel Friedman und Ariel Sharon gestartet (Burkhard Hirsch hatte löblicherweise scharf interveniert), die eindeutig antisemitische Züge hatte, und – ich sehe mich im Nachhinein noch bestätigt – nur dazu diente, den ultrarechten Rand der Wählerschaft in Deutschland zu bedienen. Ziemlich schäbig, oder?

Gleichzeitig wurde die so genannte 18-Punkte-Aktion der FDP in Gang gesetzt, also ein mehr als unappetitlicher Wahlkampftrick, der dazu diente, mit nazistischen Symbolen zu spielen, was natürlich seitens der Freidemokraten heftig dementiert wurde (Die Zahl 18 weist auch heute noch mehr oder weniger (un)verschämt auf die Initialen Adolf Hitlers hin: „1“ für Adolf und „8“ für Hitler). Die rechtsextreme Szene hatte sich damals kaputtgelacht ob dieses wahlkampftaktischen Rohrkrepierers, der auf Westerwelles Schuhsohlen zu bewundern war.


Was sehr bedenklich stimmt: Bis heute haben sich Westerwelle und die gesamte FDP niemals von dieser Aktion distanziert.


So lange diesbezüglich keine Einsicht herrscht, glaube ich diesen Leuten kein Wort mehr, denn Westerwelle hatte auch bei seinem Antrittsbesuch in Israel als Außenminister alles andere als eine gute Figur gemacht.


----------------------

*Mit dem Kürzel DIG wird häufig auch Deutsche Israelkritische Gesellschaft assoziiert bzw. die DIG verballhornt. Ich denke, dass dies nicht selten zu Recht geschieht. In manchen Ortsvereinen mag das nicht zutreffen (z.B. Frankfurt und Freiburg, um zwei positive Beispiele neben anderen wenigen herauszugreifen), aber ist in DIG wirklich das drin, was außen draufsteht?


Damit erledigt sich abschließend auch die Frage, ob Dirk Niebel unangreifbar wäre, nur weil er Vizepräsident der DIG ist.

L
achhaft.