Wenn Schleimerqualitäten und Ergebenheitsadressen an die Mullah-Diktatur des Iran Hochkonjunktur haben, darf Großbritanniens schmutzigster Antisemit George Galloway nicht fehlen.
Da ihm zum Thema Nahost zum x-ten Mal nichts Vernünftiges einfällt, springt er seinen Kolleginnen Yvonne Ridley und Lauren Booth bei.
Zum Ärgern - und wahrhaft köstlich in Szene gesetzt:
Crosspostet auf FreeIran Now!
Freitag, Juni 26, 2009
Mittwoch, Juni 24, 2009
Munitionsgebühr für Mord in Teheran*
Die Familie, gekleidet in Schwarz, stand schluchzend am Straßenrand. Eine Mutter im mittleren Alter schlug die Hände vors Gesicht und stieß durchdringende Klageschreie aus. Der Vater, ein schmächtiger Mann, der als Pförtner an einer Klinik in der Teheraner Stadtmitte arbeitete, weinte still mit gesenktem Kopf.
Minuten zuvor war ein Krankenwagen mit dem Leichnam ihres einzigen Sohnes, des 19 Jahre alten Kaveh Alipour, aus dem Teheraner Leichenschauhaus eingetroffen.
Inmitten der gewalttätigsten Zusammenstöße am Samstag zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten war Kaveh Alipour in den Kopf geschossen worden, als er an einer Kreuzung in der Teheraner Innenstadt stand. Er kam vom Schauspielunterricht zurück und stand eine Woche vor der Hochzeit, so seine Familie.
Die genauen Umstände seines Todes bleiben im Dunkeln. Er war ohne Begleitung. Nachbarn und Verwandte gehen davon aus, dass er im Kugelhagel eingeschlossen war. Politisch war er nicht aktiv gewesen und hatte auch nicht an den Demonstrationen teilgenommen, die den Iran für eine Woche erschüttert hatten, sagten sie.
"Er war ein sehr höflicher, schüchterner junger Mann", sagte Mohamad, ein Nachbar, der ihn seit seiner Kindheit gekannt hatte.
Als Alipour jene Nacht nicht nach Hause kam begannen seine Eltern, sich Sorgen zu machen. Den ganzen Tag über hatten sie von weit her Schüsse gehört. Sein Vater Yousef rief zuerst seine Verlobte und Freunde an. Niemand hatte von ihm gehört.
Bei Tagesanbruch begann sein Vater, die Polizeistationen abzusuchen, danach Krankenhäuser und zuletzt das Leichenschauhaus.
Als er vom Tod seines Sohnes erfuhr, wurde Herrn Alipour eröffnet, dass die Familie ein Äquivalent von 3.000 Dollar als „Munitionsauslagenerstattung“ entrichten solle - eine Gebühr für die von den Sicherheitskräften verwendeten Patronen; der Leichnam wurde zurückbehalten, so die Verwandten.
Herr Alipour erklärte den Beamten, dass sein gesamter Besitz keine 3.000 Dollar wert sei, und er argumentierte, sie mögen ihm als Veteran des Iran-Irak-Krieges die Gebühr erlassen. Angaben der Verwandten zufolge hatten die Beamten schließlich zugestimmt, aber nur unter der Bedingung, dass die Familie von einer Bestattung in Teheran absähe. Kaveh Alipours Leichnam wurde heimlich nach Rasht gebracht, wo Familienangehörige leben.
Jeder in der Nachbarschaft kennt Familie Alipour. Außer ihrem getöteten Sohn haben sie noch zwei Töchter. Ladenbesitzer und Unternehmen befestigten eine fotokopierte Abbildung Alipour auf ihren Hauswänden und Fenstern. Auf einer Abbildung ist der junge Mann in einem dunklen Anzug mit grauen Streifen zu sehen. Sein schwarzes Haar ist zur Seite gekämmt und er lächelt verhalten.
"Er war so voller Leben. Und er hatte so viele Träume", sagte Arsalan, ein Taxifahrer, der die Familie seit 10 Jahren kennt. "Für was starb er?"
Post an Farnaz Fassihi [Bitte in Englisch]
farnaz.fassihi@wsj.com
Quelle: WSJ
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Minuten zuvor war ein Krankenwagen mit dem Leichnam ihres einzigen Sohnes, des 19 Jahre alten Kaveh Alipour, aus dem Teheraner Leichenschauhaus eingetroffen.
Inmitten der gewalttätigsten Zusammenstöße am Samstag zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten war Kaveh Alipour in den Kopf geschossen worden, als er an einer Kreuzung in der Teheraner Innenstadt stand. Er kam vom Schauspielunterricht zurück und stand eine Woche vor der Hochzeit, so seine Familie.
Die genauen Umstände seines Todes bleiben im Dunkeln. Er war ohne Begleitung. Nachbarn und Verwandte gehen davon aus, dass er im Kugelhagel eingeschlossen war. Politisch war er nicht aktiv gewesen und hatte auch nicht an den Demonstrationen teilgenommen, die den Iran für eine Woche erschüttert hatten, sagten sie.
"Er war ein sehr höflicher, schüchterner junger Mann", sagte Mohamad, ein Nachbar, der ihn seit seiner Kindheit gekannt hatte.
Als Alipour jene Nacht nicht nach Hause kam begannen seine Eltern, sich Sorgen zu machen. Den ganzen Tag über hatten sie von weit her Schüsse gehört. Sein Vater Yousef rief zuerst seine Verlobte und Freunde an. Niemand hatte von ihm gehört.
Bei Tagesanbruch begann sein Vater, die Polizeistationen abzusuchen, danach Krankenhäuser und zuletzt das Leichenschauhaus.
Als er vom Tod seines Sohnes erfuhr, wurde Herrn Alipour eröffnet, dass die Familie ein Äquivalent von 3.000 Dollar als „Munitionsauslagenerstattung“ entrichten solle - eine Gebühr für die von den Sicherheitskräften verwendeten Patronen; der Leichnam wurde zurückbehalten, so die Verwandten.
Herr Alipour erklärte den Beamten, dass sein gesamter Besitz keine 3.000 Dollar wert sei, und er argumentierte, sie mögen ihm als Veteran des Iran-Irak-Krieges die Gebühr erlassen. Angaben der Verwandten zufolge hatten die Beamten schließlich zugestimmt, aber nur unter der Bedingung, dass die Familie von einer Bestattung in Teheran absähe. Kaveh Alipours Leichnam wurde heimlich nach Rasht gebracht, wo Familienangehörige leben.
Jeder in der Nachbarschaft kennt Familie Alipour. Außer ihrem getöteten Sohn haben sie noch zwei Töchter. Ladenbesitzer und Unternehmen befestigten eine fotokopierte Abbildung Alipour auf ihren Hauswänden und Fenstern. Auf einer Abbildung ist der junge Mann in einem dunklen Anzug mit grauen Streifen zu sehen. Sein schwarzes Haar ist zur Seite gekämmt und er lächelt verhalten.
"Er war so voller Leben. Und er hatte so viele Träume", sagte Arsalan, ein Taxifahrer, der die Familie seit 10 Jahren kennt. "Für was starb er?"
Post an Farnaz Fassihi [Bitte in Englisch]
farnaz.fassihi@wsj.com
Quelle: WSJ
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Montag, Juni 22, 2009
Iran-Blog
Iran-Beiträge
Wer über die Entwicklung im Iran aktuell und gut informiert sein will besucht bitte den Blog:
Free Iran Now!
Alles Weitere zu Aktionen, Button-Einbindungen, Terminen etc. dort.
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Iran: Lochkarten auszählen

Sprechblase:
Sagen Sie dem iranischen Volk, dass wir eine Stellungnahme zu den Wahlergebnissen herausgeben werden, sobald wir die hängen gebliebenen Lochkarten ausgezählt haben.
Quelle: Cagle; Cameron Cardow
Sonntag, Juni 21, 2009
Neues vom Kammerjäger
Näher nennt mich einen Palästineserhasser und Stalker, weil ich sein krankes Konstrukt* entziffert hatte. Er weiß wohl nicht, wie man Stalker definiert. Ich gehöre nicht zu denen, die andere Menschen permanent verfolgen.
Er begründet das so:
Ausnahmsweise lasse ich Unsinn einmal so stehen wie er es verdient hat, weil er mit keinem Wort wirklich auf meinen Beitrag geantwortet hat.
Ich hatte das erwartet.
Vor Monaten schrieb er mir einmal, dass ich mich davor hüten solle, ihn einen Antizionisten zu nennen, obwohl er mit Vergnügen veritable Antisemiten wie Avnery, Grosser und Gideon Levy als empfehlenswert auf seiner Webseite für lau anbietet.
Bis heute hat er mir noch nicht erklären können, warum er Antisemitismus mit Werbung für Israel auf seinem Blog vereinbaren kann.
Wer ist hier der Stalker?
---------
*'Die Kommentarfunkion ist noch immer nicht freigeschaltet - anders, als es Dietmar Näher hier frech behauptet.
Er begründet das so:
Neues vom StalkerVergleichen Sie das bitte mit meinem Beitrag und meiner Kritik an ihm, was seinen (versteckten) Israelhass betrift.
Ausnahmsweise lasse ich Unsinn einmal so stehen wie er es verdient hat, weil er mit keinem Wort wirklich auf meinen Beitrag geantwortet hat.
Ich hatte das erwartet.
Vor Monaten schrieb er mir einmal, dass ich mich davor hüten solle, ihn einen Antizionisten zu nennen, obwohl er mit Vergnügen veritable Antisemiten wie Avnery, Grosser und Gideon Levy als empfehlenswert auf seiner Webseite für lau anbietet.
Bis heute hat er mir noch nicht erklären können, warum er Antisemitismus mit Werbung für Israel auf seinem Blog vereinbaren kann.
Wer ist hier der Stalker?
---------
*'Die Kommentarfunkion ist noch immer nicht freigeschaltet - anders, als es Dietmar Näher hier frech behauptet.
Samstag, Juni 20, 2009
Mach' brav Männchen und schwätze darüber!
Dietmar Näher von Politisch Korrekt (heute nennt sich sein Projekt Politblogger) mit einer "Neuigkeit", die mich umhaut:Palästinenser retten israelische Siedlerin und ihr BabyEine beherzte und gute Tat, zweifellos; und eigentlich eine Selbstverständlichkeit für empathiefähige Menschen. Doch Herr Näher reicht das nicht. Er will ein Klagelied singen - ähnlich wie unsere Qualitätsjournalisten der Öffentlich-Rechtlichen, denn....
...in den meisten anderen Ländern hätte eine Begebenheit wie die folgende sicherlich keinen Nachrichtenwert. Doch im Westjordanland, wo sich israelische Siedler und Palästinenser spinnefeind gegenüber stehen, ist das anders....Dass neben Al-Jazeera und der palästinensischen Nachrichtenagentur Maan zumindest auch die Jerusalem Post den Vorfall aufgreift, kann (konnte) man nur in seinem Forum nachlesen, das er zwischenzeitlich für diesen Beitrag deaktiviert hat. Warum wohl? Er wurde nach der Quelle befragt und musste damit wohl oder übel rausrücken.
Zudem verschweigt der barmherziger Samariter eine Kleinigkeit: Jedes Jahr werden in israelischen Krankenhäusern Tausende Palästinenser medizinisch versorgt und geheilt, ohne dass darüber in den westlichen Medien berichtet wird oder Israel das an die große Glocke hängt.
Namen fehlen in den zitieren Berichten - aber das spielt bei unserem Investigativjournalisten Dietmar keine Rolle. Mit einer billigen semantischen Verknüpfung will er auf einen Irrsinn hinweisen:
Ironie der Geschichte: Entlang der Dorfstraße, auf der es zu dem Unfall kam, hat die israelische Armee damit begonnen, die umstrittene Sperranlage zu erweitern, die - so sehen es zumindest die Israelis - die Siedler vor gewaltsamen Übergriffen der Palästinenser schützen soll. Was für ein Irrsinn.Irrsinn ist also Nähers Ansicht nach, dass Israelis sich vor hilfsbereiten Palästinensern schützen wollen. Er weiß es zwar besser, aber ein wenig Propaganda kann ja nicht schaden.
Vielleicht sollte sich Dietmar beim SWR bewerben - für den Schneideraum.
Donnerstag, Juni 18, 2009
Brüller des Tages von Klaus Ernst, MdB, Die Linke
Klaus Ernst, stellvertretender Vorsitzender von Die Linke im Bundestag, sorgte heute für ein denkwürdiges Ereignis: Er lieferte einen der besten und passendsten Versprecher, den ich in letzter Zeit gehört habe. Und tiefenpsychologisch sehr bedeutsam....
Bekannt dafür, dass er sich schnell in Rage redet, wollte er eigentlich sagen:
Bekannt dafür, dass er sich schnell in Rage redet, wollte er eigentlich sagen:
Angesichts der Tasache, dass sich der Bürger heute nicht mehr traut....Doch wurde dies d'raus:
Angesichts der Tatsache, dass man dem Bürger heute nicht mehr trauen kann....Brüllendes Gelächter im Plenum. Und nicht nur dort.
Mittwoch, Juni 17, 2009
Ulrich Pick in Teheran: Hardliner nicht gleich Hardliner
Diesen Gedanken scheint ARD-Hörfunkreporter Ulrich Pick (Abbildung; Quelle: NDR) verinnerlicht zu haben. Wenn er in diesen Tagen telefonisch aus Teheran zugeschaltet wird, sollte man eigentlich froh sein, dass mit ihm ein Mann berichtet, der politisch nicht festgelegt zu sein scheint. Sollte... und scheint....Problematisch wird's, wenn Pick (wegen der Ausgangssperre für Journalisten) nachts aufs Dach hinausgeht und von dort berichtet. Problematisch deshalb, weil er meint, die Rufe Abertausender Iraner, die sich ebenfalls auf den Dächern rundum versammeln, für uns Zuhörer so interpretieren zu müssen, dass wir sie auch richtig verstehen (sollen)*: Tod der Diktatur (andere Berichte sagen Tod dem Diktator), dann die vielstimmige Herstellung einer Analogie zwischen dem dritten Imam al-husain und Mussawis Vornamen Hossein. Dazu das Allah-u-Akhbar.
Pick geht nun her und beginnt flugs mit der Auslegung: die Nennung der Vornamen des dritten Imam und Mussavis in einem zusammengezogenen Ruf bedeute, dass man Mussawi mit jenem Ali-Sohn aus dem 7. Jahrhundert gleichsetze und in ihm einen Erlöser sehe, was etliche hartgesottene Mussawi-Anhänger sicher auch so sehen. Aber die Mehrheit der jungen Iraner? Das Allah-u-Akhbar, so Pick gleich hinterher, ließe mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit darauf schließen, dass das Volk die islamische Republik in ihrem Ist-Zustand erhalten wolle. Einfacher und holzschnittartiger geht's kaum noch.
Nun weiß ich nicht, wie viele Hochhäuser Ulrich Pick in Teheran von seinem Standort aus überblicken kann, was bei einer Einwohnerzahl von 13 Millionen sehr schwierig sein dürfte; vielleicht kann er auch die Rufe aus dem Dutzend anderer großer iranischer Städte, in denen die Menschen mittlerweile auf die Straße gehen, interpretieren und sogar hören. Überraschen würde es mich nicht, denn unsere Öffentlich-Rechtlichen (Hoch lebe die GEZ!) sind Spezialisten dafür, wie man Korrespondenten in Tel Aviv, Jerusalem, Kairo oder Beirut stationiert, um sie dann - Wunder über Wunder - aus dem Gazastreifen oder dem Sudan live berichten zu lassen.
Ulrich Pick steht also auf einem Hochhaus in Teheran, ist in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt und muss nervigen Moderatoren im Rundfunk hierzulande die Lage erklären. Doch warum diese vorschnelle Interpretation? Wahied Wahdat-Hagh von der European Foundation for Democracy in Brüssel weiß es besser, ohne vor Ort zu sein: Mussawi ist ebenso ein Hardliner wie Ahmadinejad und die restlichen zwei Kandidaten, die zur Wahl angetreten waren. Oder hätte der Wächterrat, der direkt der Wespenkönigin Ali Chamenei untersteht und sie gleichzeitig schützt und füttert, einen Kandidaten durchgelassen, der auch nur andeutungsweise die Systemfrage stellt? Und ein wenig dankbar müssen Chamenei und der Wächterrat ihrem Mussawi schließlich ja sein, zumal er das iranische Nuklearprogramm kräftig angeschoben hat und schon einmal Studenten kräftig verprügeln ließ.
An all das denkt Ulrich Pick nicht, und er vergisst auch, dem geneigten Hörer mitzuteilen, dass der Wächterrat von über 1.400 Bewerbern bis auf die vier durchgeschlüpften Hardliner (ein international gesuchter Bombenleger und Verbrecher ist auch darunter) alle gnadenlos abschmetterte. Warum dazu nicht ein, zwei Sätze?
Was die Pick-Reportagen (die von Peter Mezger sind fast noch schlimmer) besonders ärgerlich macht: Der ARD-Mitarbeiter hätte wenigstens andeuten können, dass in den Straßen Teherans mehr passiert und mehr erhofft wird als das, was man verschlafen im Oval Office oder bei Hempels auf dem Sofa wahrnimmt. Warum verwies er (der Kenner) nicht darauf, dass die Jugend - und das sind nun mal beinahe alle Demonstranten und damit über 60% aller Iraner - keinen Bock auf eine Entscheidung zwischen diesem oder jenem Hardliner hat, sondern das System prinzipiell in Frage stellt? Warum sagt Pick, Mussawi hätte die Demonstranten aufgerufen, ab jetzt zu Hause zu bleiben und liefert nicht die richtige Erklärung hinterher? Mal' sehen, was in den nächsten Tagen von Herrn Pick kommt.
Allah-u-Akhbar-Geschrei muss nicht zwangsläufig die Forderung nach Beibehaltung des islamischen Terrorregimes bedeuten - auch wenn's Ulrich Pick noch immer in den Ohren dröhnt.
Von Tehranlive.org hier noch eine große Bilderserie. Einige Bilder sind sehr schockierend. Gefunden bei DenkBar.
________
*Ulrich Pick erklärte dazu, dass er nun sein Mikrofon in den Nachthimmel halte und man konnte auch die Sprechchöre hören, allerdings ziemlich undeutlich.
Reisen bildet und bewirkt arabische Selbstkritik - sagt Najem Wali
Für seine arabischen Nachbarn ist Israel der Feind schlechthin. Und als sehr problematisch kann es sich erweisen, wenn man als Araber das anders sieht und sogar noch in israelisches "Feindesland" reist, um sich selbst vor Ort ein Bild zu machen.Der 1956 im Irak geborene und heute in Berlin lebende Buchautor Najem Wali gehört zu dieser seltenen Spezies. Er ist ein Tabubrecher im besten Sinne des Wortes und stellt auf seiner politisch brisanten Tour, die er in seinem Buch Reise in das Herz des Feindes beschreibt, einige erstaunliche und überraschende Gemeinsamkeiten zwischen seinem Heimatland Irak und dem Staat der Juden fest. Dabei begegnet Wali vielen Menschen aus den unterschiedlichsten Bevölkerungsschichten - Dichtern, Intellektuellen und Politikern, aber auch dem sprichwörtlichen Mensch auf der Straße.
Wali kann zum Beispiel nicht verstehen, dass alle (arabische) Welt auf Israel eindrischt und das Land manchmal sogar des Rassismus gegenüber der arabischen Minderheit bezichtigt wird, gleichzeitig aber in keinem arabischen Land, sieht man von den Autokraten und Feudalherrschern und deren Klans ab, die Einwohner besser leben als die Araber in Israel. Für ihn ist das schon deshalb kaum nachvollziehbar, wenn man seine Motivation für die Reise berücksichtigt: er wollte die in Israel lebenden Glaubens-, Lebens- und Flüchtlingsgemeinschaften auf ihre Demokratietauglichkeit hin untersuchen.
Einfach erfrischend, wie Wali mit dem weltweit gehegten Mythos aufräumt, den die arabische Welt um ihres Machterhaltes willen pflegt - nämlich die permanent von ihr am Köcheln gehaltene Flüchtlingsfrage:
Alle arabischen Potentaten würden - so Wali - bei einer Lösung des Palästinenserproblems sofort gestürzt werden, weil sie der Welt keinen Mythos mehr verkaufen könnten. Alles politische Handeln geschehe bisher deshalb fast immer in Verknüpfung mit der Palästinafrage.
Das Argument der arabischen Herrschenden, man bräuchte keine Demokratie, weil Feinde das ausnützen könnten, entfällt somit, und auch die bisherige "Rechtfertigung" der Armut in den eigenen Ländern mit dem kläglichen Hinweis darauf, dass man für die Befreiung Palästinas aufrüsten müsse. Dabei spricht Wali auch den entlarvenden Umstand an, dass vielen in arabischen Staaten lebenden palästinensischen Flüchtlingen die Einbürgerung verweigert wird, damit sie nicht ihre Identität verlieren. So wollen die Regierungen diesen Mythos am Leben erhalten.
Nun kann man sebstverständlich nicht immer davon ausgehen, dass Walis Erfahrungen mit Juden und Arabern in Israel ausschließlich positiv ausfielen, aber er entdeckte einige hoffnungsvolle Ansätze des Zusammenlebens, so zum Beispiel in Haifa, wo das integrative Zusammenleben offiziell von der Stadtverwaltung gefördert wird, oder in Abu Gosh, wo Araber und Juden noch heute wirtschaftlich davon profitieren, dass sich die Araber während der palästinensischen Belagerung 1948 für eine Koexistenz mit den jüdischen Mitbürgern entschieden hatten.
Walis Buch ist ein beherztes Plädoyer für arabische Selbstkritik, für Demokratie und Frieden.
Najem Wali Reise in das Herz des Feindes
Ein Iraker in Israel
Aus dem Arabischen von Imke Ahlf-Wien
Verlag: Hanser 2009
ISBN-13: 9783446233027
ISBN-10: 3446233024
Best.Nr.: 25617341
Montag, Juni 15, 2009
We haven't got it!
But maybe w'ill do it!
Von Tehranlive.org hier noch eine große Bilderserie. Einige Bilder sind sehr schockierend. Gefunden bei DenkBar.
Von Tehranlive.org hier noch eine große Bilderserie. Einige Bilder sind sehr schockierend. Gefunden bei DenkBar.
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