Sonntag, Juni 26, 2011

Kommentarfunktion wieder freigeschaltet

Kommentarfunktion wieder freigeschaltet

Ich habe mich für diese Maßnahme entschieden (und bleibe jetzt dabei), weil ich von vielen befreundeten Lesern die Bitte dafür erhalten hatte. Das wiegt schwerer als meine bisherige Überlegung, unqualifizierte Zuschriften auszublenden.

Die sprechen sowieso für sich selbst.

Sonntag, Juni 19, 2011

Merkwürdige Medienberichterstattung: Des einen IDF ist des anderen Gadaffi

Übersetzt von Bernd D. [Castollux] aus dem Medien BackSpin von HonestReporting (achten Sie bitte besonders auch auf die große Grafik am Ende des Textes, den Vergleich Osama Bin Ladens mit Scheich Yassin betreffend).

Castollux übersetzt seit 2006 gemeinsam mit HEPLEV die medienkritischen Beiträge von HonestReporting.






Libyen-Berichterstattung: Doppelmoral der Medien

Simon Plosker
Chefredakteur von HonestReporting Media BackSpin
, 19. Juni 2011

Es ist immer wieder interessant festzustellen, wie im Zuge der Volksaufstände und Umbrüche in Nahost die Medien im Vergleich zur Berichterstattung über Israel zu Werke gehen. Besonders aufschlussreich angesichts einer Situation, in der westliche Nationen an einem Militäreinsatz beteiligt sind, ist die Berichterstattung im Vergleich zu ähnlichen Situationen, in denen sich Israel befunden hat.

Ein paar kleine Änderungen, unsererseits [meinerseits] rot und durchgestrichen und halbfett "manipuliert", an diesem Associated Press-Artikel, der eine NATO-Sprecherin zitiert, die über menschliche Schutzschilde in Libyen spricht, illustrieren es treffend:

"Wir verhindern jeden Tag zahllose Opfer an Menschenleben im ganzen Land", sagte sie. "Wir führen [unsere] Operationen mit höchster Sorgfalt und Präzision durch, um zivile Opfer zu vermeiden. Zivile Opfer, wie vom libyschen Regime Hamas-Regime angeführt, sind reine Propaganda."

libysche Regierungstruppen
Hamas-Terroristen "haben Städte unter Beschuss genommen, Häfen vermint und Moscheen sowie Kinderspielplätze als Schutzschilde missbraucht."


Die Stellungnahmen
der NATO-Sprecherin Lungescu des IDF-Sprechers richten sich gegen Vorwürfe von Libyens Ministerpräsident Al-Baghdadi al-Mahmoudi Hamas-Ministerpräsident Ismail Hanija, der die NATO die IDF am Freitag beschuldigt hatte, eine "neue Phase der Aggression" eingeleitet zu haben; und er sagte, das Militärbündnis hätte in den letzten Tagen absichtlich zivile Gebäude unter Beschuss genommen, darunter ein Hotel und eine Universität.

Es ist offensichtlich, dass das libysche Regime
die IDF dazu übergegangen ist, bewusst zivile Gebäude ins Visier zu nehmen. [...] "Dies ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit", sagte er gegenüber Reportern in der Hauptstadt.

Kommt Ihnen das bekannt vor?

Ersetzen Sie die Verweise auf NATO und Libyen in der Geschichte durch die Namen IDF und Hamas, und die Geschichte zeigt bemerkenswerte Parallelen mit der israelischen Operation Gegossenes Blei.

Aber hier erschöpfen sich auch schon die Ähnlichkeiten. Während der Operation Gegossenes Blei und dem nachfolgenden Fallout aus dem Goldstone-Bericht machte auch Israel deutlich, dass die Hamas sich hinter der Zivilbevölkerung verschanzt hatte, während weltweit die Medien vage Vorwürfe nachplapperten, die IDF hätte absichtlich auf Zivilisten geschossen und „Kriegsverbrechen“ verübt.

Warum gehen die Medien
dann bereitwillig davon aus, dass ein Feind zynischerweise Waffen in einem Gotteshaus lagert oder Raketen aus dem Areal einer Schule abfeuert und dieser Feind das libysche Regime ist, nicht aber jedoch davon, wenn die Hamas von Israel wegen des gleichen Verbrechens beschuldigt wird?

Warum bezweifeln die Medien zu Recht die Behauptungen, Oberst Gaddafis Opferzahlen betreffend, haben aber kein Problem damit, Zahlen zu hinterfragen, die von Hamas-Terroristen veröffentlicht worden waren?
Die NATO bestätigte am Samstag, dass ihre Flugzeuge irrtümlich eine militärische Fahrzeugkolonne nahe des libyschen Ölhafen von Brega angegriffen haben; und am frühen Sonntagmorgen zeigte die Gaddafi Regierung den Reportern einen abgebrannten Wohnblock, von dem es hieß, er sei wegen eines fehlgeleiteten NATO-Luftangriffes auf die Hauptstadt getroffen worden….

Es war das erste Mal nach drei Monaten Luftangriffen, dass die Gaddafi-Regierung glaubwürdige Beweise dafür präsentiert hatte, was zivile Opfer der NATO-Angriffe direkt betrifft. Obwohl die Regierung oft große Zahlen ziviler Todesopfer angegeben hatte, konnte sie niemals zuvor Leichen oder harte Fakten dazu liefern.

Das zerstörte Gebäude lag im Gebier Souq al Juma – weit entfernt von jeglicher klar erkennbaren militärischen Einrichtung, und bekannt für seine Feindseligkeit gegenüber Oberst Muammar el-Gaddafi, und einige Anwohner, die nach wie vor gegen ihn sind, bestätigten die Regierungsberichte zum Luftangriff. Dennoch fanden Journalisten, die das Areal aufsuchten, keine Spuren einer Bombe. Die NATO wollte keine Stellungnahme abgeben und es war unmöglich, eine andere Erklärung auszuschließen.
So liest sich ein Bericht der New York Times.

Im Nebel des Krieges bleibt [vorerst] unklar, wie die oben erwähnten Umstände hinter den Vorgängen genau aussahen. Offensichtlich gibt es aber einen Grad an Akzeptanz, dass auch die technisch ausgereiftesten Militärmaschinen Fehler machen und die Feinde dies in absichtlich irreführender Propaganda für sich verwenden.

Sky News schreibt zum Beispiel:
Es konnte nicht sofort sicher überprüft werden, ob die drei Leichen aus dem zerstörten Gebäude im Stadtteil Arada stammen.

Arada ist ein Viertel im Souq al-Juma Bezirk, der für seine Anti-Gaddafi-Haltung bekannt ist.

Vor Ort berichtete ein Mann Reportern, dass in unmittelbare Nähe Flak-Geschütze installiert gewesen seien, was den Verdacht bestärkt, dass der Luftschlag sich auf ein Ziel nahe dem Einschlagsort gerichtet haben könnte.

Zwei Wochen zuvor waren libysche Regierungsvertreter von einem Mitarbeiter am selben Krankenhaus in einer Notiz an Journalisten beschuldigt worden, die Verletzung eines Kindes bei einem Autounfall als Opfer eines NATO-Angriffes deklariert zu haben.
Dennoch klagt niemand (außer dem libyschen Regime) die NATO an, absichtlich auf Zivilisten gefeuert zu haben, und niemand ruft nach einer Goldstone-Untersuchung. In ähnlicher Weise unterliefen der NATO Fehler wie in Afghanistan mit dem Hinweis auf „Kollateralschäden“.

Warum also diese Doppelmoral?

Libyen ist nicht das einzige Beispiel. Werfen Sie einen Blick auf die Vorgehensweise der Medien bezüglich Israel, als Hamas-Führer Scheich Yassin getötet worden war und vergleichen Sie das mit der Tötung Osama bin Ladens durch die USA. (Mit freundlicher Genehmigung von The Israel Project).

Zur Vergrößerung der Abbildung bitte zweimal draufklicken.

Donnerstag, Juni 16, 2011

Astloch mit Zöpfchen

Was Sie möglicherweise versäumt haben:

Reflexion.blogsport.de hat Anfang Juni eine Rede Stefan Ziefles, des wissenschaftlichen Mitarbeiters der Bundestagsabgeordneten Christine Buchholz (Die Linke), auf seinem Blog kommentiert. Ziefle hatte sein schäbiges Elaborat im Spätherbst 2010 bei einer Veranstaltung des innerparteilichen Netzwerkes „Marx 21″ referiert. Natürlich hat das alles nichts mit linkem Antisemitismus zu tun, denn wie beteuerte
IM Gregor alias IM Notar kürzlich?
„Antisemitismus hat in unserer Partei heute nicht und niemals einen Platz“
Zum Ansehen des Videos bitte hier oder unten klicken (dann etwas nach unten scrollen). Sitzend neben Stiefle ein adrettes Dummchen, das anmoderieren darf.

reflexion.blogport.com hatte das Video auf die wesentlichen Inhalte zusammengeschnitten. Wer das antisemitische Gestammel in ganzer Länge sehen will (herzliches Beileid jetzt schon), der klickt hier, solange es noch verfügbar ist.

Hattip: Achgut

Mittwoch, Juni 15, 2011

“PAX DIABOLI: Ora pro nobis!”

Ruft man die Webseite von PAX CHRISTI auf, dann liest man dort das hehre Axiom:
„Handeln aus dem Geist des Friedens und der Versöhnung“
Oh, mein ‏יהוה‎!

Wenn ich mich – wie so oft – frohgemut auf den Weg in ein Alters- und Pflegeheim in meiner Heimatstadt mache, um dort an zwei Tagen in der Woche ehrenamtlich eine Gesprächs-und Diskussionsrunde zu „leiten“ (das ist nicht einfach, glauben Sie’s mir!), stoße ich manchmal auf im Eingangsbereich des Hauses angebrachte Veranstaltungshinweise.

Selbstverständlich sind sie ausgesprochen hilfreich und sinnvoll, z.B. Informationsabende zu Demenzkrankheit, Pflege allgemein und gesellschaftspolitische Themata, die mit drängenden Fragen wie Altersversorgung, Gesundheit, Finanzen, Generationenvertrag, politischen Rahmenbedingungen etc. zu tun haben; natürlich auch Musikveranstaltungen, Lesungen usw. Alles prima.

Wenn da nur nicht hin und wieder diese merkwürdigen Plakatierungen für anti-israelische Propaganda einer hiesigen evangelischen Bildungseinrichtung zum Thema „Nahostkonflikt“ ausgehängt werden würden. Da geht es um Verfolgung und Diskriminierung (seitens der Israelis natürlich), schreckliche Mauern, die den Palästinensern den Atem nähmen, merkwürdig und unehrlich argumentierende arabisch-christliche Augenzeugen (Theologen vor Ort), „Checkpoint-Opfer“ und hofierte Autoren, die hier die Chance wittern, ihre anti-israelischen Pamphlete in bare Münze umzusetzen.

Besonders „überzeugend“ ist das nicht, wenn man alte Menschen anspricht, die vom Nahost-Konflikt oft keinen blassen Schimmer haben und aufgrund ihrer
Enkulturation während der deutschen (!) Nazi-Diktatur heute massive politische Identitätsprobleme haben und das logischerweise oft nicht mehr diskutieren, respektive eingestehen wollen.

Was läuft da schief? Ist es eigentlich anständig, wenn man (anerzogene) antisemitische Ressentiments alter Heimbewohner, die aus einer unseligen Vergangenheit herrühren, schamlos für eigene Zwecke nutzt, weil intellektuelle Kapazität und Widerspruch seitens der oft überforderten Adressaten ausbleiben?

DEN Spitzenplatz, was widerliche Antisemitismus-Propaganda betrifft, nimmt zweifellos die im politischen Spekrum eigentlich links zu verortende katholische „Friedensorganisation“ PAX CHRISTI ein, die leider - und für mich nicht akzeptzabel - bei vielen evangelischen Veranstaltungen als Mitorganisator genannt wird. Es lohnt sich, diese „christlichen“ Landsknechte etwas näher unter die Lupe zu nehmen:

PAX CHRISTI ist (sei) – wie schon der Name verheißt – eine katholische Friedensbewegung, heißt es. Dumm nur, dass sie, was ihre Haltung zu Israel und Juden generell betrifft, genau das Gegenteil praktiziert. Ich will hier einige Beispiele aufzählen, die ganz und gar nicht vom „Heiligen Geist“ initiiert worden sein können:

1) Man muss auf der Zeitachse nicht weit zurückgehen, um festzustellen, wie PAX CHRISTI tickt. Lassen wir Wiltrud Rösch-Metzler sprechen, die Vizepräsidentin der deutschen Sektion von PAX CHRISTI, die die dubiose Flottille „Free Gaza“ unterstützt hat und aus ihrer Sympathie für die türkische Terrororganisation IHH kein Hehl macht. Nachzulesen bei Lizas Welt.

2) Machen wir danach einen kurzen Abstecher in das Jahr 2005:

Auf der Internetseite Kritiknetz wurde
damals folgender Artikel veröffentlicht: PAX CHRISTI in der Tradition des christlichen Judenhasses. Dort führte Soziologie-Professor Heinz Gess unter anderem auf:
„Christlicher Judenhass ist in Deutschland nichts Neues. Er ist auch nach Auschwitz keineswegs verschwunden, sondern hat seine Akzentuierung verschoben. Es wird auch fleißig daran gearbeitet, ihn ideologisch aufzupolieren. Einer, der sich dabei unter vielen anderen hervorgetan hat, ist der bekannte Kirchenkritiker, Theologie- und Religionspsychologe Eugen Drewermann.

Ich habe nicht die Absicht, dies hier weiter auszuführen, sondern zitiere zum Beleg nur zwei Stellen aus seinen Schriften "Der tödliche Fortschritt" und "Die Spirale der Angst". Dort schreibt Drewermann: "So ist die Naturvergessenheit und die Anthropozentrik der Bibel in ihrer Einseitigkeit besonders krass ersichtlich, und es ist psychologisch keine Frage, dass in der Naturfremdheit des Christentums im Erbe der Bibel (gemeint ist das "alte Testament" - HG)) bereits einer der Hauptgründe auch für die innere Unfähigkeit zum Frieden liegt [...]
Und weiter: (Heinz Gess zitiert hier - und wissenschaftlich sehr sorgfältig - den [sanften] Antisemiten und PAX CHRISTI-Sympathisanten Eugen Drewermann):
“ Auf solch kriegerische Weise ist das Volk der Bibel unter der Führung seines Gottes jahrhundertelang groß geworden, und es scheint in historischer Sicht, als sei es [...] nicht gelungen, dieses außerordentlich kämpferische Erbe des Alten Testaments nebst seines nationalegoistischen Erbes wirksam abzustreifen. Nicht zuletzt war gerade das Spätjudentum [...] im Kontrast zu seiner politischen Ohnmacht von einer außerordentlichen endzeitlichen Rachebegeisterung und Kriegswütigkeit..." (Spirale der Angst, Freiburg 1991, S. 185, 200) -

"Die Wüstenreligion des Alten Testaments, in Gestalt des Christentums zur Botschaft einer Weltkirche erhoben, müsste in der Tat die ganze Welt verwüsten." (Der tödliche Fortschritt, Freiburg 1991, S.194)“
Wer Heinz Gess’ Kritik komplett lesen will, klickt bitte hier (pdf-Datei; sehr lesenswert!)

3) Laden Sie einfach mal diesen pdf-Flyer hoch und gleichen ihn über mehrere Tage mit den Meldungen der israelischen Botschaft ab. Sie werden staunen, wie schamlos hier seitens der Christen das 8. Gebot („Du sollst nicht falsch Zeugnis reden“) gebrochen wird.

4) Von praktischer Solidarität ist im PAX-Flyer (oben) die Rede. Und das liest sich dann so:
Praktische Solidarität heißt für uns:

- Wir analysieren aktuelle Entwicklungen im Nahen Osten.
- Wir informieren durch Publikationen, Seminare, Vorträge und Reisen.

- Wir nehmen Stellung zu Siedlungsbau, Mauerbau, Landenteignung und anderen kontroversen Themen.
Die Punkte „Analyse“ und „Vorträge“ habe ich ganz oben gestreift. Das ist so widerlich, dass man es kaum noch kommentieren sollte.

5) Wie PAX CHRISTIs Friedensarbeit mit dem Israel-Hasser, Alibi-Juden und Kommunisten Uri Avnery redaktionell zusammengeführt wird, können Sie hier nachlesen.

6) Dass u.a. Olivenernten politisch instrumentalisiert werden, kann man auf der gleichen Seite (Permalink) nachlesen. Da wird’s einem schier unheimlich ob so viel Menschenfreundlichkeit. Wie solche Meldungen zu bewerten sind, kann man hier überprüfen.

7) PAX CHRISTI („Gewalt erzeugt noch mehr Hass“) erkärte der USA und der westlichen Welt in dieser Stellungnahme, wie sie auf 9/11 reagierten sollten. Unparteilichkeit pur - und an Infantilität kaum zu überbieten. Drewermann lässt grüßen.

8) Wer wissen will, wie Heuchelei und widerliche Äquidistanz geschmeidig formuliert werden, sollte sich noch einmal bei Frau Wiltrud Rösch-Metzler kundig machen (pdf), der Vizepräsidentin von PAX CHRISTI.

9) Die Verwalter (Verweser) des Friedens Christi versäumen natürlich nicht, auf Scheitan komm raus den katholisch-islamischen Dialog zu intensivieren (pdf), geht es doch um ein Bündnis für den Zukunft. Gegen wen? Klar, wir wissen es.

10) Wo PAX CHRISTI ist, kann Ruprecht Polenz nicht weit sein.

So, das muss für heute (ich hatte es gestern abgefasst) reichen. Wer sich für die Entstehungsgeschichte von PAX CHRISTI interessiert, kann das hier nachlesen.

Und wie es so schön in der Bibel heißt (Zweites Gebot): „Du sollst den Namen Gottes nicht unnütz gebrauchen“.

Dienstag, Juni 07, 2011

Rainer und Conny

Sympathisch-verrückte Elvis-Fans im freien Bayern zwischen Wehringen und Bobingen (wo sonst!?).

Klick' zweimal drauf.


Mein Bianchi-Gaul steht ehrfürchtig davor.

Vor der Flagge salutierte ich natürlich freihändig im Fahren. Das hat die beiden schwer beeindruckt.


Ich mag' die beiden.

Offen und geradlinig, auch wenn sich schnell herausstellte.

Dass Rainer ein Anhänger von Verschwörungstheorien ist, macht nichts. Ich glaube, er flunkert ein wenig. Und wenn wirklich, werde ich ihm das noch austreiben. Vielleicht sollte er sich mal einen PC anschaffen.

Rainer bekommt von mir in den nächsten Monaten seinen Speckbauch abtrainiert. Ab geht's in die Steigungen rund um Augsburg!

Conny sagte, dass die beiden Elektrofahrräder besitzen.

Juhu....endlich eine Herausforderung für mich an Steigungen. Schäferhund und Golden Retriever der beiden sind auch dabei...; das wird ein Fest.

Ich freue mich jetzt schon.

Donnerstag, Juni 02, 2011

Antisemitismus-Debatte: Belämmerte Visagen, fulminante Philippika und pööser Twitter-Beitrag

Die Erklärung zum Bild unten (Inge Höger feixend in der Mitte, zweite Reihe) ist schnell geliefert:
Capture: Hier sitzt die SED-Nachfolgeorganisation während einer Bundestagsanhörung zum Thema Antisemitismus bei „Die Linke“.

Deshalb in der Überschrift die Formulierung „Belämmerte Visagen“. Die MdB links im Bild [wie heißt diese Person eigentlich?] verpennt eben unsere Steuergelder.

Mein zweiter Einschub „fulminante Philippika“ bezieht sich auf CDU-Mann Mißfelder**, der just zu diesem Zeitpunkt den Sozen-Schlafmützen der SED/PDS/Die Linke die Leviten las.

Sehen Sie sich das Video an oder kicken Sie auf das Bild unten. Köstlich!

Dank an Achgut.tv für die Bereitstellung des Videos!

"Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen [beim Castollux-"Macho" gibt's kein taz-"I"). Zunächst möchte ich einmal wissen, wo Ihre Kollegen Gregor Gysi und Petra Pau sind "
Castollux lacht sich eins und weiß warum.


Zum Twitter-Eintrag komme ich weiter unten. So viel sei verraten: Es geht um Inge Höger (Die Linke).

Ich geb’s ganz offen zu:

Selten hat mich innerhalb weniger Tage eine Diskussion um linke Antisemiten so positiv gestimmt wie jetzt. Fast schon ein Paradigmenwechsel in Sachen Deutungshoheit zum Thema Judenhass - zumindest aber eine Fassaden-Bruchstelle, was linke Heuchelei betrifft. Und selten habe ich mich so darüber gefreut, dass es diesen Duzfreunden von Hamas, Fatah und Hisbollah so richtig warm am Arsch wurde.

War ja auch langsam Zeit, oder etwa nicht?


Darf ich mich jetzt ob meiner lutherisch-derben Semantik jetzt noch Christ nennen? Aber ja doch! Mal bei Luther nachlesen, was er zu den Papisten sagt. Der senile Rest zu den Juden war allerdings Shit.

Während ich in den letzten Tagen am HC*-Mailing strickte, stieß ich zuerst auf Jan Fleischhauers einigermaßen gut gelungenen Artikel beim SPIEGEL, der mehr schlecht als recht von Eigenrecherche zeugte und zum wiederholten Male den Verdacht in mir aufkeimen ließ, dass er die Artikel zwischen Frühstück und erster Kaffeepause rauszuhauen pflegt. So ein bisschen Unentschiedenheit hier und Entschlosenheit da, wenn man das mit dem Verhältnis der Humanisten (Erasmus desideri) zu den protestantischen Reformatoren (Luther, Zwingli, Calvin) sprachlich in Bezug bringen würde.

Was soll’s: gut geschrieben und elegant formuliert war das Piece jedenfalls. Das kann er! Er bekommt ja Kröten für seinen Job und muss auf der Zeitschiene powern: ich für meinen etwas schwierigeren der kritisch beäugenden Nachbetrachtung bekomme nichts ;-).

Dafür darf ich auch frech und frei plappern. Letzteres hat Heine auch ähnlich erfahren, als er sich für seine letzten Jahre auf Siechtum und Bettlägerigkeit einstellen musste.
Zum Glück bin ich im Gegensatz zu ihm (Gott sei Dank!) noch körperlich fit.

Besonders gut hat mir wieder einmal Richard Herzinger gefallen: Was der Mann an erfrischender Klarheit, intellektueller Schärfe und zwingender Conclusio mitbringt, schafft so schnell kein zweiter.

Ich mag ihn einfach.

Jedenfalls kann ich mich kaum an einen Artikel von ihm erinnern, der bei mir nicht positiv reingehauen hätte wie ein Eins Plus. Er bringt exzellente Recherche und geschliffene Formulierungskunst auf einen Nenner.

Richard Herzinger verkörpert für mich den Typ des Rhetors wie in der Antike, der in der Polis den Leuten sagt, wo es lang geht.


Hier sein Blog (Klick drauf), alterntiv das Bild unten:

Diesmal hatte er sich mit der Frage beschäftigt, warum nur schlecht sein könne, was „rechts ist“:

Auszug aus seinem neuen Beitrag:
Die bekannte Politologin Seyla Benhabib hat mich in einem Aufsatz in den “Blättern für deutsche und internationale Politik” wegen eines Artikels, den ich Ende Februar im “Perlentaucher” veröffentlichte (siehe hier, vgl. auch hier) als einen Vertreter der “europäischen Rechten” und als “Konservativen” gebrandmarkt. Für deren Positionen biete mein Beitrag ein “besonders krasses Beispiel”. Thierry Chervel und Daniele dell´Agli haben darauf bereits sehr passende Antworten gegeben.

Mir persönlich ist es ehrlich gesagt mittlerweile einfach zu blöde, mich gegen Etikettierungen wie “rechts” und “konservativ” zu verteidigen. Wenn es Frau Benhabib für “rechts” und “konservativ” hält (für Edel-Linke wie sie sowieso dasselbe), dass man für pluralistische demokratische Gesellschaften, für strikte Trennung von Staat und Religion, für Frauen- und Minderheitenrechte etc. pp. in arabischen Ländern wie in der ganzen Welt eintritt, also für das klassische Programm von Aufklärung und Liberalismus und gegen deren Todfeinde wie die Muslimbrüder oder Hamas und Hisbollah – dann soll sie das doch meinetwegen “rechts” oder “konservativ” finden. Wenn sie sich dabei besser fühlt…
So, und jetzt zum Twitter-Beitrag, den ich so schön fand:

Lizas Welt konnte sich - entgegen seiner sonstigen vornehmen Zurückhaltung und peniblen Sorgfaltspflicht - nicht beherrschen und bastelte ein wenig mit Photoshop. Inspiriert dazu hatte ihn Inge Höger, die mittlerweile wohl beliebteste linke Antisemitin der „israelfreundlichen“ Bundesrepublik Deutschland. Das „beliebteste“ meine ich bitterernst - denn wie könnten sonst über 60% de Deutschen denken, dass Israel der gefährlichste Staat*** der Welt wäre?

Das hätte Liza der Komikfigur Alfred Neumann (MAD) nicht antun dürfen. Und biologistisch ist es auch noch ;-)

LizasWelt - Bei der Geburt getrennt
Bei der Geburt getrennt: Alfred E. Neumann (MAD) und Inge Höger (DIE LINKE).

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*Auf Mißfelder war ich lange Zeit sehr schlecht zu sprechen, weil er vor Jahren (als JU-Vorsitzender) die unsäglich dämliche Frage gestellt hatte, ob man alten Menschen noch ein künstliches Hüftgelenk implantieren solle. Sauerei. Zwischenzeitlich hat er sich dafür entschuldigt und sogar eine Pro-Position für die Pflege eingenommen. Das ehrt ihn.


**Honestly Concerned

***Zum gefährlichsten Staat der Welt und dessen gefährlichster Armee hier ein paar Bilder, die bei Ihnen das kalte Grauen auslösen werden.

Dienstag, Mai 17, 2011

Whhooo - knapp am Toastbrot-Inferno vorbei!

Live-Blogging:

Ich sitze noch - 30 Minuten verspätet - an meinem PC: Und ich rieche irgendetwas Komisches - so, als wäre meine Herdplatte angebrannt.

Dabei wusste ich doch, dass ich momentan auf Enthaltsam bin, was alles Fette betrifft (bin aber kein Öko-Fetischist - Gott bewahre!)

Ich lief das Treppenhaus rauf und runter, und alles stank fürchterlich nach Toastbrot oder undefinierbarem Gas und Ähnlichem.

Weil ich nicht aus noch ein wusste habe ich die Feuerwehr angerufen und alle Nachbarn aufgeweckt, die zur Verfügung standen, da in meinem Haus inmmerhin 24 Parteien wohnen (ein großes Haus in der schönst gelegenen Stadtmitte).

Mittlerweile habe ich mich beruhigt (und die Tippfehler beseitigt). Feuerwehr und Polizei haben mich in meiner Absicht bestätigt.

Und stellt euch das vor:

Ein Nachbar im Erdgeschoss ließ seinen Toaster eingeschaltet und schlief (vermutlich) ein. So schnell kanns gehen.

Ich habe noch nie live gesehen, wie die Jungs von der Feuerwehr in voller Ausrüstung anrücken: war spannned. Natürlich waren meine Gedanken auch beim Nachbarn - was sonst.

Der Castollux kann auch ein Lebensretter sein (übrigens nicht das erste Mal). Ich hätte nie gedacht, das ich einmal etwas Vernünftiges tun könnte außer "überflüssiges Zeug" zu schreiben.

Bis bald
Castollux

Samstag, Mai 14, 2011

Hartgummi-Zauber: Sensationelles Tor bei der Eishockey-WM!

Wenn ich mich als Bub in den 1970er-Jahren nicht dafür entschieden hätte, aktiv Fußball zu spielen, wäre ich wohl beim Eishockey gelandet - der Mannschaftssportart, die bei mir in der Beliebtheitsskala gleich nach dem runden Leder rangiert. Ich mag diesen Sport, weil er unglaublich rasant und spektakulär ist und es dort so richtig zur Sache geht.

Gestern, im Halbfinalspiel Finnland gegen Russland (3:0) bei der Weltmeisterschaft in der Slowakei, gelang dem 19-jährigen finnischen Shootingstar Mikael Granlund ein schier unglaubliches und wunderbar anzusehendes Kunststück:

Er kurvte in Höchstgeschwindigkeit um das russische Tor, hob dabei artistisch den Puck mit der Kelle nach oben, transportierte ihn dann in vollem Lauf weiter und schleuderte ihn schließlich hoch oben ins kurze Eck. So etwas habe ich noch nie gesehen: Eishockey-Technik wie von einem anderen Stern.


Sehen Sie sich das Video und die Zeitlupen an (Klick aufs Bild). Ich kann es nicht oft genug sehen. Unfassbar!

LinkIch kann mich noch relativ gut an ein ähnliches Tor des Kanadiers Lamoreux erinnern, der in den 1980er-Jahren beim Augsburger EV (AEV) gespielt hatte: Er schmetterte damals den Puck direkt aus der Luft ins gegnerische Tor.

Mittwoch, Mai 11, 2011

Peace, Peace und nochmals Peace: Die EKD in Bonhoeffers und Richard Wurmbrands* Tradition?

Entschiedenes Nein!

Was mein protestantisches Selbstverständnis zum Gewaltmonopol des Staates betrifft, erkenne ich mich in meiner Kirche (auch in etlichen Meinungsäußerungen der Katholischen Fraktion) schon seit langem nicht mehr wieder.

Mir geht es ähnlich wie einem Liebenden, dem man einen Teil seines Herzens herausgerissen hat - das Evangelium von Jesus Christus.

Der sagte, das Gesetz und die soziale Gemeinschaft betreffend:
Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen bin, das Gesetz [also die soziale Ordnung und das Gemeinwesen; [Castollux]) oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. (Matthäus 3.15) (Römer 3.31) (1. Johannes 2.7).

Denn ich sage euch wahrlich: Bis dass Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüttel [in diesem Fall "Punkt"; Anmerkung Castollux; manchmal auch "Jota"] vom Gesetz, bis dass es alles geschehe. (Lukas 16.17)

Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute also, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich. (Jakobus 2.10)

Denn ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit besser als der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. (Matthäus 23.2-33)
Jesus betont hier die Stellung des Gesetzes aus einem sehr dringlichen Anliegen heraus: Er will keine Anarchie der „Liebe“, die bar jeglicher Vernunft sämtliche sozialen Ordnungen über den Haufen wirft. Jesus weiß, dass viele Menschen nicht aus der Liebe leben können; deshalb brauchen sie das Gesetz als Richtschnur und Regulativ - so, wie der (demokratische) Staat es eben vorsieht. Aber derjenige, der in seinem privaten Rahmen in der Liebe lebt und diese auch weitergeben kann, der hat das Gesetz nicht nötig, weil er es übererfüllt.

Also ein Tanz auf dem Vulkan, wenn man es so sehen will. Das Gesetz als übergeordneter sozialer Rahmen [in einem demokratisch legitimierten Staat] bleibt aber bestehen, um die Bösewichter in Schach zu halten. Wenn wir das negieren würden, müssten wir auch die Polizei abschaffen. Klar?

Reversion

Zur Spitze getrieben mit der Jesus-Absenz hat es wieder einmal die EKD in der letzten Debatte um Osamas unvermeidlichen und völlig verdienten Weg alles Irdischen, den [zufälligerweise?] auch Gregor Schmitz [ich war überrascht!] treffend kommentiert hat (man achte auf die Foren-Beiträge; die sprechen für sich).

Doch vorerst einen kurzen Blick zurück zu den hehren Zielen meiner Volkskirche.

Dilemma

Die EKD fällt immer wieder in die alte protestantische Denkhaltung der laschen Gnesio-Lutheraner zurück, die mit der letzten Denkschrift von 1981 wenigstens ansatzweise überwunden schien (es gibt dazu mehrere kontrovers zitierte Quellen; bitte googeln) – nämlich dem Anspruch auf Geltung christlicher Individual-Ethik in äußerst komplexen politischen Prozessen.


Zur Denkschrift von 1981 ein wichtiger Hinweis:

Da ich als „stockkonservativer“ lutherischer Theologe (darauf bin ich sogar stolz!) mit „Denkschriften“ meiner EKD des Öfteren merkwürdige Erfahrungen der außerirdischen Art gemacht habe, überraschte es mich in den letzten Tagen auch nicht, dass selbst auf den Seiten der EKD zum Papier von 1981 nur noch verweisende Hinweise zu finden sind (wo sind die Online geblieben?), die die öko-pazifistische Dialektik des indifferenten Sowohl-als-auch zum Nonplusultra erklären, siehe hier:
Längst nicht alle Grundsätze sind überholt, die das Vorläuferdokument von 1981 und seither veröffentlichte Texte prägten. Zwar stand die Denkschrift von 1981 unter dem Eindruck des Kalten Kriegs und des atomaren Wettrüstens. Aber der christliche Auftrag, den Frieden zu wahren, zu fördern und zu erneuern, wie es in der Denkschrift aus den 1980er Jahren heißt, ist geblieben. Unverändert gilt auch, dass Frieden und nicht Krieg Ziel christlicher Ethik ist.
Oh ja, das weiß ich auch. Nichts Neues und nichts Altes. Typisch post-reformatorische Ethik für den Lego-Baukasten.

Aber ich vermisse im EKD-Positionspapier unabdingbare Zangen eines Begriffspaares, das Bonhoeffer und Richard Wurmbrand* immer wieder betont haben:

FREIHEIT und VERANTWORTUNG

- ich vermisse das entschiedene Wort theologischer Kollegen und Freunde, die die Begriffe FREIHEIT und VERANTWORTUNG endlich einmal konsequent durchbuchstabieren können

- ich vermisse das entschiedene Wort theologischer Kollegen und Freunde, was die klare Akzeptanz des Gewaltmonopols eines demokratischen Staates betrifft, so wie oben bei Mt. 5,17 zitiert

- ich vermisse das entschiedene Wort theologischer Kollegen und Freunde, eindeutig Schuld und Sühne zu benennen, statt internen und externen Kulturrelativismus zu betreiben und eine schäbige Täter-Opfer-Umkehrung zu betreiben

- ich vermisse das entschiedene Wort theologischer Kollegen und Freunde, was die klare Verkündigung des Evangeliums betrifft - also Verfehlungen deutlich zu benennen, die Gemeinde im Gottesdienst darauf anzuprechen und in Jesu Christi Namen im gemeinsamen Sündenbekenntnis Vergebung für persönliche Schuld zu erbitten. Für mich ist das eines der zentralen Themen persönlicher Freiheit. Vergebung macht frei. Die von Gott geschenkte Vergebung gibt uns auch die Kraft, einander zu vergeben. Anders geht's nicht - außer wir sind Übermenschen.

Es gäbe noch viel Glaubensfragen aufzuzählen, doch will ich zum Ist-Zustand zurückkommen:

Die EKD hat viel zu tun:

- Sie diskutiert (und praktiziert teilweise) ernsthaft die Segnung von Scheidungen; für mich ein Unding und ein weiterer Beitrag zur sakramentalen Begriffsverwirrung, auch wenn ich als Protestant die Ehe nicht als Sakrament betrachte (dennoch verstehe ich die katholischen Vorbehalte sehr gut!)

- Sie feiert den Geburtstag des Gründers eines islamischen Killersystems in ihrer Kirche

- Sie huldigt der neuen (Fascho?-) Religion Öko-Pazifismus

- sie - und der (marxistisch dominierte) Weltkirchenrat in Verbund mit dem lutherischen Weltbund - verschweigt seit Jahrzehnten beharrlich, dass sie während des Kalten Krieges Tausende christliche Prediger und Christen wie Richard Wurmbrand im kommunistischen Machtbereich in Absprache mit den Systemen dort elendiglich dahinsiechen ließ. Was für eine feige Bagage!

- Sie pädagogisiert und verharmlost das biblische Schuld- und Sündenverständnis in der sonntäglichen Predigt derart, dass vom Erlösungstod Jesu Christi kaum noch etwas zu erkennen ist: Wer hat Schuld? „Natürlich die Gesellschaft und die Umstände, ich aber nicht!“

- Sie mischt sich immer dann in Politik ein, wenn sie nicht gefragt ist; Beispiel Stuttgart 21: Was hat christliches Bekenntnis mit dem Widerstand gegen ein Bundesbahn-Projekt zu tun? Und was mit einer seltenen Spezies wie dem weltberühmten Juchtenkäfer?


Die Kirche und ihr Verhältnis zur Gewaltanwendung


Ich habe nicht umsonst Bonhoeffer in meiner Überschrift angeführt.

Was vielleicht wenige wissen:

Bonhoeffer hat in seinen frühen Formulierungen den Sieg der NSDAP und Hitlers Aufstieg - um es milde zu formulieren - nicht gerade verabscheut, auch wenn er dann ziemlich schnell ins Lager der bekennenden Kirche wechselte.

Ich kann und will hier über Bonhoeffer nicht den Stab brechen, weil mir dazu als kleinem Magister-Sack [Luther war übrigens auch einer] die Kompetenz fehlt. Das wäre auch mehr als hochmütig. Für mich ist er natürlich auch [fast] ein Heiliger - wenn es so etwas in meiner Kirche überhaupt geben sollte.

Eines weiß ich aber ganz sicher: Richard Wurmbrand, der mit einer jüdischen Frau verheiratet war, ist für seine Liebe zu seinen Mitmenschen und Jesus Christus von Anfang bis Ende seines Lebens eingestanden. Damit will ich Bonhoeffers Lebensleistung nicht schmälern.

Wer kannte Richard Wurmbrandt, bevor er meinen Beitrag gelesen hatte? Er hatte gelitten wie wie ein Tier; aber gekümmert hat sich um ihn niemand, weil er in kommunistischen Gefängnissen verrottete.

So viel zum Glaubens- und Liebesverständnis der offiziellen EKD. Und dennoch bleibe ich Teil von ihr, weil ich nur von innen heraus wirken kann und weiß, dass es auch gute Impulse innerhalb der Kirche gibt.

Intellektuelle Schmerzen erzeugen langfristig Erleichterung. Und so lange ich noch einen einzigen aufrichtigen Freund in der Kirche habe, bleibe ich dabei.

Sela.

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*Zu Richard Wurmbrands wahrhaftiger Märtyer- und Leidensgeschichte hier mehr. Die Webseite Hilfsaktion Märtyrerkirche gründet sich auf Wurmbrands wahrhaftiges Märtyrer- und Glaubensvermächtnis, trägt seinen Ruf nach christlicher Freiheit in alle Welt und hilft allen Christen, die von Verfolgung bedroht sind. Etwa 90 Millionen Christen werden weltweit akut verfolgt - die meisten davon in islamisch regierten Staaten.

Montag, Mai 02, 2011

Osama-Artikel: SPIEGEL-Nelles ins Auge geschaut und auf den Zahn gefühlt

Vorbemerkung:

Roland Nelles ist Mitglied der SPIEGEL-Chefredaktion. Was mich aber nicht davon abhält, zwei Passagen aus einem von ihm heute abgefassten Beitrag zu Osama bin Ladens Tötung zu kritisieren. Ich habe Herrn Nelles angeschrieben und ihn aufgeklärt.

Wie man an einem Titelfoto rechts aus dem Jahr 2002 erkennen kann, kennt sich der SPIEGEL in der Gestaltung aussagekräftiger Botschaften bestens aus. Da ist es auch unerheblich, wenn der Kontext grottenfalsch und antisemitisch konnotiert ist.


Guten Tag Herr Nelles,

Sie schrieben heute in Ihrem Beitrag Auge um Auge, Zahn um Zahn zur Tötung von Osama bin Laden Folgendes:

Nach dem aus der Bibel übernommenen uramerikanischen Grundverständnis ist mit Osamas Tod der Gerechtigkeit genüge getan: Auge um Auge, Zahn um Zahn.
Ich möchte Sie dringend bitten, sich zu vergegenwärtigen, was die Redewendung wirklich bedeutet:

Es handelt sich hier um ein so genanntes ius talionis, das nichts, aber auch gar nichts mit einem „mit gleicher Münze heimzahlen“ zu tun hat. Hier - in einer wissenschaftlichen Klarstellung der Universität Heidelberg – können Sie nachlesen, wie das zu verstehen ist. Geben Sie bitte Ihre Erkenntnis an die Kollegen in der SPIEGEL-Redaktion weiter und vor allen Dingen: bitte berichtigen Sie die fragwürdige Passage in Ihrem Beitrag, um nicht weiteren Schaden anzurichten.

Des Weiteren schrieben Sie am Ende Ihres leider auch sonst recht naiven Artikels, in dem Sie für den gesamten Maghreb locker-flockig Demokratien vorhersehen:
Amerika muss endlich für einen Frieden zwischen Israel und den Palästinensern sorgen. Sonst wird es wieder einen Osama geben.
Was soll denn dieser völlig an den Haaren herbeigezogene Zusammenhang zwischen Al-Qaida, dem Aufstand in der arabischen Welt und einem Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern? Haben Sie irgendwann in den letzten Wochen gesehen, dass die Rebellen israelische Fahnen verbrannten, um damit Zusammenhänge zwischen der eigenen Situation und dem israelisch-palästinensischen Konflikt zu demonstrieren, wie es früher qua totalitärem Erlass regelmäßig angeordnet worden war?

Wenn jemand seit Jahrzehnten solche Zusammenhänge konstruiert, dann die westlichen Mainstream-Medien und - leider - Redakteure wie Sie.

Ihr Fazit „Sonst wird es wieder einen Osama geben“ zeugt überdies von einer ziemlich oberflächlichen Wahrnehmung der Zusammenhänge in Nahost. In diesem Beitrag (aber auch in vielen anderen) können Sie nachlesen, warum ich das sage.

Mit freundlichen Grüßen

XXX

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Update, 9. 5. 2011:


Herr Nelles hat nichts mehr von sich hören lassen. Auch sein Beitrag blieb unverändert so stehen. Da ich davon ausgehe, dass ich nicht der Einzige war, der ihn angeschrieben hatte, muss ich von böswilliger Vertuschung ausgehen.