Mittwoch, August 19, 2009

Israel für linke Loser zu erfolgreich

Stephanie Gutmann im Telegraph mit Ausführungen zum neuen Buch The Israel Test von George Gilder. Ins Deutsche übertragen von Castollux.


Israel für linke Loser zu erfolgreich
Stephanie Gutmann

Der unberechenbare, manchmal etwas clowneske, aber oft brillant schreibende Autor George Gilder hat ein neues Buch mit dem Titel The Israel Test herausgebracht. Gilder ist weithin bekannt wegen seines sehr große Resonanz erzeugenden Buches Wealth and Poverty (1981) - ein Leitfaden für beispielhafte Schaffung von Wohlstand und Unternehmertum, von dem manche sagen, dass es als Blaupause für Ronald Reagans Rettung der Wirtschaft nach der durch Jimmy Carter verursachten Malaise gedient haben könnte.

Gilder scheint mit einem untrüglichen Instinkt für umstrittene Themen ausgestattet zu sein, und wieder einmal hat er eines gefunden, das die Kritiker ärgern wird. The Israel Test handelt hauptsächlich davon, dass die wirklichen Fragen hinter der Unterstützung (braucht keine bedingungslose zu sein), oder Ablehnung Israels (er spricht über erhebliche Missbilligung), mit den innersten Gefühlen der Menschen zu tun haben. Anerkennen Sie Leistung und Erfolg und glauben Sie, dass man dazu ermutigt werden soll? Oder misstrauen Sie reflexhaft, weil Sie denken, Erfolge kämen auf Kosten anderer Menschen zustande und Sie wollen ihnen deshalb Grenzen setzen?

Die Frage stellt sich deshalb, weil Israel entgegen schlechter Startchancen eine Kraftquelle der Hochtechnologie und speziell der Bioforschung geworden ist (Gilder bewundert die Industrietechnologien besonders), dazu auch noch führend auf den Feldern Musik, Architektur und Literatur.

„Das kleine Israel mit seiner Bevölkerung von 7,23 Millionen….kommt gleich hinter den USA bei technologischen Entwicklungen. Pro Kopf gesehen stellt Israel alle Nationen in den Schatten“, kräht Gilder. Aber hierin liegen auch die Probleme:
Weil sie davon ausgehen, dass Wohlstand von oben nach unten durch die Regierung verteilt und nicht durch Erfindungsreichtum und praktisches Wissen generiert wird, sehen Israels Kritiker [in akademischen Kreisen, und Organisationen wie EU und UNO] die Welt als Summe begrenzter Ressourcen. In der Annahme, dass sich Israel, wie die Vereinigten Staaten, zu vieler Weltressourcen bemächtigt hat, plädieren sie für riesige internationale Ausgleichs- und Umverteilungsprogramme. Ihrer Ansicht nach begründet sich Israels Wohlstand nicht auf….Kreativität und Genialität, sondern auf Schnorrer-Hilfe durch die USA, Landraub und Einverleibung anderer Ressourcen der Araber…; Dieses Denken in Nullsummenkategorien hat sich rund um den Globus festgesetzt. Vielleicht sogar bei dem einen oder anderen Leser dieser Zeilen….

Man glaubt, dass freier internationaler Handel ein zweischneidiges Schwert wäre, das viele Opfer hervorbringe. Man möchte viel von Israels Wohlstand an seine Nachbarn abgeben. Man glaubt, dass Israels Nachbarn - und die Welt - mehr von einer Umverteilung profitieren würden als von Israels fortschreitender wirtschaftlicher Stabilität und seiner Freiheit. Man glaubt, dass Israel eher zu groß als zu klein sei. Man glaubt (kaum zu fassen!), dass Armut nicht durch Neid und Raubwirtschaft, sondern durch Unternehmergeist und Eigentum verursacht wird - und dass diese Armut der größte Nebeneffekt von Wohlstand sei.
Wenn Gilder sich mit neuen Ideen befasst, wirkt er manchmal schroff und neigt zur Übertreibung, aber ich denke, dass er einen sehr wichtigen Aspekt angesprochen hat. Für mich ist es die grundlegende Feststellung, dass diese Haltung Israel gegenüber häufig nicht wirklich mit dem Land selbst zu tun hat, diesem kleinen Streitobjekt felsigen Landes, zusammengedrückt zwischen Jordan und Mittelmeer.

Nach mehreren Jahren Recherche zu einem Buch über die Nahost-Berichterstattung in den Medien begann ich zu ahnen, dass das Thema Israel/Palästina wie ein Rorschach-Test funktioniert, eine Projektionsfläche für die ganz persönliche Klage der Menschen. Da gab es die Hausfrau in Tennessee, die augenscheinlich all ihre Zeit zwischen Waschmaschine und Anrichten von Hamburger Helpers für ihre Kinder einer Website widmete, die haarklein Israels angebliches Unrecht gegenüber den Palästinensern auflistete. Da gab es den Pensionär im Staat New York, der in einem Leserbrief halluzinogene Nazibilder verwendete (“die Sturmabteilung steigt die Treppe herauf; heftiges Klopfen an der Tür…"), um zu beschreiben, was er über Israels täglichen Umgang mit den Palästinensern in der umstrittenen West Bank „wusste“.

Kritik an Israel ist legitim - wie Kritik an den USA, Großbritannien und Republik Neu-Guinea - aber es drängt sich schon der Verdacht auf, „dass da noch etwas anderes mitschwingt“, wie es der Psychologe sagen würde, wenn man das Maß an Passion und kochender Wut sieht, das meistens von Leuten aufgebracht wird, die kaum einmal in Nahost waren. Es gibt Dutzende Menschenrechtsfragen und umstrittene Gebiete weltweit, über die sie sich so richtig aufregen könnten - Darfur, Tibet, Kaschmir - aber der Israel/Palästina-Konflikt scheint die Leute anzuziehen wie ein Magnet. Unausgewogene Nachrichtenberichterstattung über die Berichterstattung der Ereignisse in Israel/in Palästina ist nicht selten zu beklagen.

Gilder identifiziert die übergroßen und deplatzierten Leidenschaften als Ergebnis eines anerzogenen Misstrauens gegenüber dem Leistungsdenken. Aber weltweite Haltungen basieren auch auf einer Kanonisierung (Heiligsprechung) der Opferrolle. In dieser Zeit kanonisierter Opferrollen ist Überleben immer eine suspekte Angelegenheit, besonders dann, wenn zum Zwecke der Selbstverteidigung Gewalt angewendet wird. Zu Beginn der zweiten Intifada erklärte ein palästinensischer Führer dem New York Times-Kolumnisten Tom Friedman, dass „wir diesen Konflikt gewinnen, weil wir besser [öffentlichkeitswirksamer, Castollux] sterben.“ Er hatte Recht.

Nach jedem Krieg verbreiten die islamistischen Hamas oder Hisbollah riesige (oft weit übertriebene) Zahlen von zivilen Opfern als Beweis dafür, dass Israel auf irgendeine Weise in einem sehr wechselseitigen Krieg getäuscht habe. Wenn die Menschen in Südisrael ihre Wohnzimmer verbunkern und Kindergärten mit Sandsäcken absichern und ein Leben führen müssen, in dem ein Ohr immer mit der Alarmsirene rechnet, die den Anflug einer der gut 8.000 Raketen meldet, die zwischen 2005 und 2008 aus dem Gazastreifen abgefeuert worden waren, wird es nicht als bewundernswertes Zeichen fürsorgender Zivilverteidigung und Stoizismus gesehen, sondern wieder als Beweis dafür, dass Israel etwas beabsichtigt, das hinterhältig und unfair ist, oder „unverhältnismäßig“.

In den Augen der linken Intelligenzbestien dieser Welt sterben die Israelis einfach nicht schön genug.

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Mehr zu George Gilders Buch hier.
Crossposting mit Arye Sharuz Shalicar

Montag, August 17, 2009

Schmutzfink der Woche

Diesmal ist es Karikaturist Mahmoud Al-Said von Al-Yawm Al-Sabi' (Ägypten), der sich für besonders witzig hält.

Er meint wohl, dass
Stürmer-Abziehbildchen bei seinen Lesern gut ankommen. Und so ganz falsch scheint er damit nicht zu liegen. Wie wir wissen ist die freudige Resonanz auf Vergleiche mit den Protokollen der Weisen von Zion in der arabischen Welt besonders groß - aber nicht nur dort.

Und wenn er schon "Palästina" als geografische Hintergrundstaffage nimmt, dann gleich richtig.


Quelle (via
MEMRI): Al-Yawm Al-Sabi' (Ägypten)

Donnerstag, August 13, 2009

Kopf ab: Warum sollten wir Somalis uns dafür entschuldigen?

Die Exekutierten waren doch nur Muslime, die zum Christentum konvertiert sind!
Four Christians working in Somalia to provide services to orphans have been executed by beheading by al-Qaida-linked interests who told their families that is the penalty for apostasy.

The report on the outrage comes from International Christian Concern, which said the executions took place sometime after the kidnapping of the Christians July 27, but it only discovered the tragedy recently.

The organization identified the Christian orphanage workers as Fatima Sultan, Ali Ma'ow, Sheik Mohammed Abdi and Maaddey Diil. They had been kidnapped in the coastal Somalian town of Merca, about 50 miles from Mogadishu.

According to ICC, al-Shabaab, an Islamic extremist organization, claimed responsibility and said the Christians were killed when they refused to renounce their faith in Jesus.

The ICC report said a junior al-Shabaab militant notified the families Aug. 4 the four were beheaded for apostasy. ICC said the militant described the Christians as promoters of "fitna," a Muslim term for religious discord.
Danke SPIEGEL, danke SZ, danke Tagesspiegel, danke danke danke an alle überregionalen Tageszeitungen für die nicht stattgefundene Berichterstattung!

Pisst euch ins Knie!


Mittwoch, August 12, 2009

Martin Gehlens verbaler Bombenteppich

Wenn’s bei Martin Gehlen (Abbild. links, Quelle) dröhnt, sind nicht nur bei mir massive Kopfschmerzen angesagt - verursacht durch die Lektüre seiner Texte. Vor Jahren hätte man sich noch fragen können: „Wie kommt es, dass ein ausgewiesener Judenfeind wie Martin Gehlen sich in regelmäßigen Abständen im Tagesspiegel austoben darf?“

Heute, wenn die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Israelhasser eine Petitesse darstellt, konstatiert man jedoch:

„Warum eigentlich nicht?“

Wenn Martin Gehlen schreibt, bricht der Zweite Weltkrieg von neuem aus - in Gaza selbstverständlich. Hier wird er neu interpretiert und ein ebenso simpler wie erprobter Rollentausch vorgenommen:
„Über 5000 wurden verletzt. Auf deutschem Boden hätte eine Bombardierung mit solchen Opfern im gleichen Zeitraum 75.000 Menschen das Leben gekostet - eine Ausmaß an Todesopfern, was in etwa den deutschen Verlusten in einem Monat während des Zweiten Weltkriegs entspricht. Für die Menschen in Gaza war das Bombardement sozusagen ein kurzer Weltkrieg auf kleinster Fläche.“
Gehlen, der hier, wie manche Historiker, über den rhetorischen Umweg "Gaza" Dresden neu definiert und Menschen als Bomben einsetzt wie fett kursiv unterlegt oben (Dank an Björn für den erheiternden Hinweis), muss naturgemäß viele Fürsprecher haben, denn die Täter von einst werden schon längst wieder zu Opfern umgeschrieben. Wird ja auch langsam Zeit, oder?

Arye S. Shalicar hat den Text des notorischen Wiederholungstäters Gehlen auch gelesen und ihm in diesem Kommentar geantwortet:


Gastkommentar

Arye S. Shalicar

Martin Gehlen: Gaza – in den Köpfen dröhnen die Explosionen weiter
Tagesspiegel Online (Politik-International)


Herr Gehlen,

Ich muss mich sehr beherrschen, mich so diplomatisch wie möglich auszudrücken, denn was Sie in Ihrem neusten Bericht im Tagesspiegel von sich geben, ist schlicht und einfach ein Protokoll des Hasses. Damit meine ich keineswegs den Hass der palästinensischen "Verwundeten/Ärzte/Politiker/Experten" auf Israel und wie Sie schon in der Einleitung ihres Berichtes ziemlich einseitig ausdruecken, die "Bombardierung", sondern Ihren ganz persönlichen Hass auf die Juden und ihren Staat.

Verzeihung, ich möchte den letzten Gedankengang kurz abändern und aus "die Juden und ihren Staat", "uns Juden und unseren Staat" machen, denn ich bin einer dieser Juden und ich bin einer dieser von ihnen verschmähten "grausamen Israelis".

Mit ihrem Bericht spucken Sie mir, meiner Familie und meinen Freunden, Bekannten, eigentlich fast jedem israelischen Staatsbürger und fast jedem Juden weltweit ins Gesicht.

Ich will ehrlich sein. Mir fiel sehr schwer, Ihren Bericht zu lesen, in erster Linie, aufgrund der Tatsache, dass Worte wie "Sderot", "Gilad Schalit", "Terror der Hamas" und "israelische Tote" nicht ein einziges Mal in Ihrem Text auftauchen, sondern weil man von jemandem, der an zwei hochrangigen Universitäten studiert hat, unter anderem an der Hebräischen Universität in Jerusalem, mehr erwarten könnte und sollte.

Sie geben mir mit ihren Hassparolen das Gefühl, dass Sie entweder den Nahen Osten, die arabische Welt und den islamischen Terror nicht annähernd verstanden haben, oder, und das nehme ich eher an, dass Sie wissen, wie Europa und der Nahe Osten funktioniert, und Ihre Leser, die ihre Meinung unter anderem auch auf Ihren Bericht aufbauen, bewusst irreführen wollen, mit antisemitischer/antiisraelischer Propaganda.

Die wenigsten Deutschen sind Nahost-Experten und verstehen die Komplexität der Region. Ich selber verstand den Nahen Osten auch nicht wirklich, bevor ich vor achteinhalb Jahren aus Deutschland nach Israel gezogen bin, in der israelischen Armee gedient habe und an der Hebräischen Universität studierte. Im Laufe meines Armeedienstes und Studiums habe ich die Realität Israels und besonders Jerusalems hautnah miterleben dürfen. Ich habe hier gelebt, als Busse in der Hauptstadt Jerusalem in die Luft gesprengt wurden; ich war im Land, als die Hezbollah den Norden Israels unter Beschuss nahm; ich habe das "Volk Israel" gefühlt, als Gilad Schalit von Terroristen entführt wurde und ich war und bin immer noch hier, um "live" mitzukriegen, wie meine Familie in Ashkelon, Sderot und Ashdod leben musste, während die Hamas sie im Januar aus dem Gazastreifen unter Beschuss nahm. Wieso taucht in ihrem Bericht nicht ein Wort darüber auf?

Wie kann es sein, dass Sie über das traurige Schicksal von palästinensischen Kindern erzählen, aber nicht ein Wort darüber verlieren, wie viele israelische Kinder, seitdem die Hamas vor mehr als 8 Jahren angefangen hat, Israel zu beschießen, verwundet, verletzt, traumatisiert und getötet wurden? Ganz abgesehen von psychischen und materiellen Schäden.

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich weiß, dass die Bevölkerung des Gazastreifens in einer unerträglichen Welt lebt, woran nicht Israel oder der "böse Westen", Kapitalismus oder Kommunismus schuld sind, sondern klipp und klar die Palästinenser selbst, bzw. ihre Repräsentanten, die Hamas und die Fatah.

Um nochmal kurz auf Ihren Bericht einzugehen, und ich habe nicht vor, jede antisemitische/antiisraelische Textstelle aufzulisten, aber auf einen Punkt würde ich schon sehr gerne zu sprechen kommen. Sie schreiben in Ihrem Bericht: "Keinen einzigen Sack Zement hat Israels Regierung seit Ende des Krieges hereingelassen, auch keine Glasscheiben, Ersatzteile, Computer und vieles andere mehr". Nicht nur, dass das eine Lüge ist, wie man in der israelischen Tageszeitung Yedioth Achronot vom 29.7.2009 nachlesen kann (auch hier) sondern, dass Sie sich nicht einmal die Mühe gemacht haben, zu erwähnen, aus welchem Grund es eine Blockade gab bzw. gibt. Die Hamas weiß, dass es an ihr liegt, Israel zu überzeugen, die Blockade aufzuheben. Sie braucht Israel nur Gilad Schalit auszuhändigen. Ich denke, Sie wissen, dass Gilad Schalit seit über 3 Jahren in Gefangenschaft sitzt und man nicht einmal weiß, ob er noch am Leben ist.

Herr Gehlen, haben Sie eigentlich Kinder? Wie würden Sie, Ihre Familie und Ihr Volk sich fühlen, wenn Ihr Sohn, bzw. ein "Volksgenosse" vom Erzfeind entführt, und womöglich misshandelt und gefoltert werden würde?

Bitte seien Sie doch Experte genug, um Ihre ganz persönliche Weltanschauung nicht im Namen des Tagesspiegels zu veröffentlichen.

Südzonen-Auftragsschreiber: Zensur inklusive

Entweder man ist in der Forenmoderation der Süddeutsche Zeitung zu dumm, einfachste Sätze zu kapieren oder redaktionell hoffnungslos gleichgeschaltet - oder beides, was sich gegenseitig nicht unbedingt ausschließt.

Mein Verbrechen: Ich hatte zu diesem Artikel H. Leyendeckers einen Leserbrief geschrieben, der es gerade mal' auf etwa 1 Minute Lebenszeit brachte, ein anderer Leserbrief hingegen, der die Auslöschung aller "Parias"forderte (gemeint waren alle Amerikaner) , 24 Stunden Halbwertszeit zugestanden bekam und auch nur gelöscht wurde, weil ich energisch protestiert hatte.

Worum ging es? Leyendecker hatte behauptet, "dass die Bush-Regierung wenig ausgelassen hat, um den Wirrköpfen (Sauerlandgruppe) einen entsprechenden Vorwand zu liefern."
Und ein gewisser "Jörg" hatte sich pflichtschuldigst Leyendeckers Meinung im Forum angeschlossen.

Daraufhin meine Wenigkeit im SZ-Forum:


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@Jörg

Sie schreiben: Und dass die hanebüchene Sicherheitspolitik der USA/der Bush-Regierung hier eine große Rolle gespielt hat, ist doch wohl nicht zu bezweifeln.

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Das ist schlicht Unsinn - wie übrigens auch Leyendeckers "Begründung".


Folgt man dieser Logik hätte es keine islamisch motivierten Anschläge vor 2001 geben dürfen. Gab es aber zuhauf. Und wenn man sauber zurückrechnet, schon seit den 1970er-Jahren. Selbst die Attentäter von München hatten schon islamistische Motive (neben vorgeschobenen sozialistischen). Und wenn man noch sauberer zurückrechnet sogar bis in die 1930er Jahre des 20. Jahrhunderts, als auch in "Palästina" eingewanderte amerikanische Juden von Henkersknechten des Muftis von Jerusalem (Hitlers Freund) massakriert wurden.

Der Hass der Sauerlandtäter speist sich zum einen aus eben diesen Motiven (Konvertiten sind meist 150-Prozentige) und zweitens aus dem Geist der 68er-Generation, die alles dämonisiert, was auch nur im Entferntesten nach dem großen Satan (USA) und dem kleinen Satan (Israel) riecht. Gäbe es in den USA und Israel keine Juden, hätten die linken Antisemiten keinen Grund, beide Staaten zu hassen.

Herr Leyendecker hat ein Problem, das anzusprechen.

Warum, lässt sich relativ leicht erklären, wenn man sich die Realität ansieht, die von der "USA-und israelkritischen" Meinungsführerschaft dominiert wird.


Wie war das noch vor wenigen Monaten? Am 9. November wie jedes Jahr noch Gedenken für die toten Juden zur Reichspogromnacht von 1938 heucheln und Wochen später auf den Straßen "Juden ins Gas" rufen, weil der einzige Staat in Nahost sich gegen eine Mörderbande gewehrt hat. Hier liegt das Problem.
Wurde mein Leserbrief vielleicht gelöscht, weil ich Palästina in An- und Abführungszeichen gesetzt hatte?

Nein, sicher nicht: Man hat mich wohl rausgeschmissen, weil ich darauf hingewiesen hatte, dass es auch linke und muslimische Antisemiten gibt. Das passt schlicht nicht in die Landschaftspflege der SZ.


Samstag, August 08, 2009

Grüne Antisemiten? Gibt's nicht!

Wir wissen Bescheid:

Es gibt keine grünen Antisemiten. Herr Rupp belehrt uns:

Worauf sich Nazis beziehen, liegt nicht in der Verantwortung derer, die sich geäußert haben (joerg_Antwort vom August 4th, 2009 09:33:; Screenshot von Castollux kopiert).

Ein grünes und großes Wort!

Wir werden Herrn Rupp jetzt bei eben diesem nehmen und die intellektuelle Verbindung von manchen Grünen zu Nazis in der Vergangenheit und Gegenwart etwas genauer unter die Lupe nehmen - nicht zuletzt, weil Jörg Rupp uns in seinem Blog abgewürgt hat.

Er scheint den Artikel von Clemens Heni nicht gelesen zu haben, den ich ihm wärmstens empfohlen hatte. Oder hat ihn eine Leselähmung befallen
, weil Nachdenklichkeit angesagt war?

Herr Rupp ist (komischerweise) niemals für eine Stellungnahme bereit, wenn es um gutbürgerlichen Antisemitismus geht, weil er unsere Andeutung nicht teilen oder begreifen will, dass Nazis, extreme Linke, verquaste und sektiererische Grüne und Islamisten manchmal gleiche Schnittmengen haben, was dieses Problem betrifft.


GRÜN IST GUT!

Jörg Rupp (gelernter IT-Spezialist) hat kein Problem damit, Menschen wie BillBrook, Heplev und mich auf seinem Blog als unbelehrbar abzuschmettern, wenn wir ihn fragen, warum Frau Langer das BVK bekommen hat.


Wir werden uns in nächster Zeit damit beschäftigen, inwieweit die GRÜNEN Probleme damit haben, Ex-Nazis und Stalinisten in ihren Reihen seit den 1970er-Jahren geduldet zu haben.

Und wir werden uns auch sukzessive damit auseinandersetzen, wie diese Tradition fortgewirkt hat. Bis heute.


Das ist so sicher wie das grüne T-Shirt Herrn Rupps, der bekennt, dass er ab und zu auch mal Siedler spielt, obwohl er als alter Pazifist damit Probleme hat. Natürlich nur virtuell - versteht sich:
Ich spiel' ein bisschen Siedler - bis maximal vier, wenn ich Zeit dafür finde (Klatschen; "Hoho...")

Aber als alter Pazifist, der ich auch bin, habe ich natürlich so ein paar Probleme damit. Aber dazu gleich ein bisschen mehr (zustimmendes Lachen im Vordergrund).
Noch Fragen?

Freitag, August 07, 2009

Ulrich Sahm: Arafats mysteriöser Tod

GASTBEITRAG

Arafats mysteriöser Tod
ULRICH W. SAHM
Jerusalem, 7. August 2009


Hinweis: (Fast) alle Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern.

Bis heute ist die Todesursache des PLO-Gründers und palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat umstritten (Bild rechts: Inschrift auf Arafats Grab).

Am 12. Oktober 2004 brach Arafat nach einer Mahlzeit in seinem Hauptquartier in Ramallah, der Mukata, zusammen. Er wurde in ein Pariser Krankenhaus ausgeflogen. Erst nachdem das finanzielle Erbe Arafats, darunter eine monatliche Apanage für seine Witwe Suha in Höhe von 22 Millionen Dollar jährlich ausgehandelt war, erklärten die französischen Ärzte am 11. November 2004 Arafats Tod. Jordanische Hubschrauber brachten seinen Sarg nach Ramallah, wo er unter Tumulten im Hof der Mukata begraben worden ist.

Schlechtes Omen für Arafat: Während des Trauerzugs von Arafats Sarg bricht plötzlich eines der Pferde, das die Lafette zieht, tot zusammen.









Wegen des Chaos' beim Begräbnis wird Arafats Sarg senkrecht in die Grube herabgelassen. So ist gewiss, dass er nicht gen Mekka schaut, wie es sich für einen guten Moslem geziemt.


Jetzt hat die Autonomiebehörde beschlossen, neben seinem mehrfach umgestalteten Mausoleum für 1,2 Millionen Euro ein Museum zu errichten, finanziert durch Steuergelder der EU (siehe nächstens Bild unten links). Den Grundstein dazu will Abbas am Jahrestag von Arafats Tod legen.



Die unklare Todesursache Arafats wurde vom Neffen Arafats, dem ehemaligen Uno-Botschafter der PLO und Außenminister der Autonomiebehörde, Nassar el Kidwa, beim Fatah-Parteitag in Bethlehem thematisiert. Die zweitausend Delegierten erhoben sich und bestätigten mit erhobenen Händen „einstimmig“ die Feststellung, dass Arafat von Israel „vergiftet“ worden sei. Erwartungsgemäß wies Israel in einer offiziellen Erklärung diese „Verschwörungstheorie“ empört zurück.

Arafats Tod erhielt für die Fatah eine brisante politische Aktualität. Faruk Kadoumi, schärfster Kritiker von Abbas, der Autonomiebehörde und der Osloer Verträge mit Israel, PLO-Mitgründer und Leiter der „politischen Abteilung“, hatte behauptet, dass Abbas zusammen mit den Israelis Arafat vergiftet hätte. Für die Fatah ist Arafat eine Ikone und einziges Bindeglied. In Bethlehem tagt die zerstrittene Partei unter einem überdimensionalen Portrait ihres mythologischen Gründervaters. Obgleich el Kidwa und andere hochrangige PLO-Mitglieder den „mehrere hundert Seiten starken französischen Ärztebericht“ besitzen, wurde er von der Autonomiebehörde nicht veröffentlicht, heißt es am Freitag in Haaretz. Diese israelische Zeitung hatte den ihr ebenfalls vorliegenden Report im September 2005 auszugsweise veröffentlicht.

Das Gutachten wurde damals israelischen Ärzten vorgelegt. Daraus gehe hervor, dass in Paris keinerlei Gifte in Arafats Körper entdeckt worden seien. Gleichzeitig erwähnte der Report keine Ursache für die Krankheit Arafats. In den Hunderten Seiten des Gutachtens gebe es nach Angaben der israelischen Ärzte „nicht die geringste Andeutung, dass Arafat unter AIDS gelitten habe“, obgleich die beschriebenen Symptome typisch für für die Immunschwäche seien. Zudem kursierten in der Umgebung Arafats schon vor seinem Tod Gerüchte, wonach er mit HIV infiziert sei. Aus dem Report gehe hervor, dass Arafat wahrscheinlich an den Folgen einer Nahrungsmittelvergiftung gestorben sei.

Zu der Verschwörungstheorie, wonach Israel oder die PLO-Spitzen Arafat vergiftet hätten, schreiben die Reporter des Haaretz: „Die Vorstellung, dass der damalige Ministerpräsident Ariel Scharon gemeinsame Sache mit palästinensischen Politikern gemacht hätte, um Arafat umzubringen, entbehrt jeglicher Logik.“ Die Reporter empfehlen Abbas, den „vertraulichen“ Ärztereport zur Veröffentlichung freizugeben, „damit sich jeder ein eigenes Urteil“ bilden könne.

Die Zuverlässigkeit französischer Angaben muss freilich in Frage gestellt werden, wenn man Arafats offiziellen Totenschein prüft. Da wird Jerusalem und nicht Kairo als Geburtsort angegeben. Die Namen seiner Eltern werden als „unbekannt“ angegeben.

Aus eigener Erfahrung sei hier erwähnt, dass israelische Soldaten 2002 die Mukata Arafats umzingelt hatten und in einem Zimmer neben Arafats Sitzungssaal saßen. Im Jahr 2004 war es leichter, sich Arafat mit schweren Taschen zu nähern, als ein israelisches Restaurant oder Kaufhaus zu betreten. Die wachhabenden Sicherheitsleute verlangten von Journalisten nur, ihr Handy abzugeben und warfen keinen Blick in die Taschen mit Kameras und Aufnahmegeräten. In denen hätte man auch eine Pistole oder eine Handgranate verstecken können. Die Durchleuchtungsmaschine beim Eingang zu Arafats Hauptquartier war monatelang außer Betrieb und mit einer Plastikplane verdeckt.

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Dank an Ulrich Sahm!

Donnerstag, August 06, 2009

“Lass’ es bleiben Maestro!“

Daniel Barenboim, moralischer Taktgeber von eigenen Gnaden im israelisch-palästinensischen Konflikt, behauptet von sich immer wieder, dass er am politischen Tagesgeschäft nicht interessiert sei. Dies hinderte ihn bisher jedoch nie daran, sich permanent arabisch-palästinensischen Forderungen anzuschließen - was irgendwann ja auch mit der palästinensischen Staatsbürgerschaft“ belohnt wurde.

Wie sehr Barenboim seine eigenen Wurzeln in Frage stellt (um es höflich zu formulieren), kann man jetzt wieder nachlesen: Er unterstützt die Forderung, Jerusalem solle zur arabischen Kulturhauptstadt 2009 ernannt werden. Gut ins Bild passt auch seine unlängst vorgebrachte Formulierung, Israel habe zwar das Recht, sich zu verteidigen, aber doch bitte ohne Gewaltanwendung! Leider wurde diese selten dämliche Aussage von seinen palästinensischen Freunden nicht so höflich goutiert wie er sich das wahrscheinlich erhofft hatte.

Weiß der „unpolitische Barenboim“ (auch „unpolitische“ Menschen verhalten sich im negativen Sinne politisch), dass er mit seiner Unterstützung für den arabischen Vorstoß dazu beiträgt, die Rechtmäßigkeit Jerusalems als Hauptstadt des jüdischen Staates Israel noch mehr zu unterminieren?

Ja, er weiß es. So bescheiden kann kein Mensch sein, um dies nicht zu begreifen, auch wenn er pausenlos im Orchestergraben abtaucht und unschuldig postuliert, dass
„es hier nicht um ein politisches, sondern ausschließlich um ein kulturelles Ereignis in einer Stadt [geht], die Mittelpunkt von drei Weltreligionen ist“,
so der Dirigent und Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper.


Die Kulturbeflissenheit des Herrn mit dem weißen Stöckchen spielt dem politischen Hauptstadtanspruch der arabisch-palästinensischen Seite in die Karten. Schade, dass er Najem Wali noch nicht gelesen hat!

Schlechte Partitur, Herr Barenboim!

Dienstag, August 04, 2009

Please don't forget Iran!

PLEASE!

Die Freiheitskämpfer im Iran erwartet möglicherweise die Todestrafe.

Bitte helft uns, in welcher Form auch immer, dass man indirekt Einfluss auf das Gerichtsurteil nehmen kann.


Just get new information on FreeIranNow!

Stay with us....!

TOLERANZ !

Liebe Leser,

mögen Sie Gerhard Polt?

Nach Karl Valentin vielleicht das größte und liebenswerteste Grantler-Urgestein, das Bayern in den letzten 50 Jahren hervorgebracht hat. Und Bayern ist wahrlich überproportional vertreten, was gute Satire betrifft.

Polts Performance Toleranz (
obwohl älteren Datums, aber vielleicht sein Meisterwerk neben dem bissigen My Ling) passt so richtig in die politische Landschaft von heute, in der dieser Begriff mehr als überstrapaziert wird. Zur "Toleranz" hat sich auch H. M. Broder in seinem letzten Buch treffend geäußert.

Bei so viel Klasse kann man - denke ich - Polt auch nachsehen, dass er einst mit den Bayern-Hassern, den Toten Hosen, auf Tournee gegangen ist. Er repräsentiert Kabarett in seiner ureigenen, fast genialen Intention des "Derbleckens", wie wir in Bayern sagen - im Gegensatz zu diesem komischen Witzbold für Arme oder diesem Artisten für pseudointellektuelles USA-Bashing. Eine hervorragend gelungene "Abrechnung" mit dem deutschen "Hahaha-Wohlfühlkabarett" für schlichte Gemüter gibt's sowieso hier.

Was mir an Polt neben seiner derb-liebenswerten Art besonders gut gefällt: Er mag' die Menschen, drischt nicht bösartig auf sie ein, ist politisch nicht festgelegt und legt sich dennoch mit jedem an. Er ist ein exzellenter Chronist alltäglicher Sauereien und Liebenswürdigkeiten.

Die YouTube-Fassung zu Polts genialer Aufführung fand ich leider nur gesplittet vor.

Macht nix....


Viel Spaß - und bitte nicht totlachen!





Die eine oder andere Polt-Satire werde ich sicher noch nachliefern. Und bei Übersetzungsproblemen helfe ich gerne.


P.S.: Dank' an Lizas Welt für seine informativen Beiträge zum Thema "Satire" in Deutschland.