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Donnerstag, Juli 04, 2013

Muslimbrüder oder Säkulare in Ägypten - Judenhasser sind sie fast alle


Man darf – ja man muss die Intervention der Militärs in Ägypten zum jetzigen Zeitpunkt befürworten, auch wenn die Zukunft für die Menschen dort angesichts der fast hoffnungslos verfahrenen Lage aussichtslos erscheint.

Hinzu kommt die Tatsache, dass speziell der Analphabetismus in den islamisch-arabischen Ländern und Ägypten vorerst nicht Anlass zur Hoffnung gibt, dass sich die politisch verfeindeten Lager rational und kognitiv miteinander verständigen, ganz abgesehen davon, dass auch intelligente Muslimbrüder oder Salafisten nichts anderes als die Scharia-Gleichschaltung auf allen Ebenen im Kopf haben. Deshalb braucht man zumindest für eine gewisse Übergangszeit (also für mehrere Jahre) das Militär als Eqiulibrio-Instanz.


Der Analphabetismus und die damit verbundene Bildungsferne sind nicht nur gewaltige Bremsklötze für das selbstständige Urteilsvermögen der Menschen – beide befördern zu allem Übel auch noch seit Jahrzehnten den primitivsten Antisemitismus nach Stürmer-Manier* in den dortigen Medien.

Wie aber wird dieser Antisemitismus von den gebildeten arabischen Medienmachern, die es eigentlich besser wissen müssten, in der Region und in Ägypten ausgerechnet jetzt, wo es um die individuelle Freiheit der Menschen dort geht, weiterhin geschürt?

Die angeblich säkulare Muslima (passt so etwas eigentlich vernunftmäßig zusammen - muslimisch und säkular?) und ägyptische Journalistin - so eine Art weibliche Variante von Michael Lüders - Himda Hamdi Abu-Sayyaf steht am Tahrir Platz in Kairo und rät den Israelis via Channel 10 News (In Hebräisch), dass auch sie sich erheben und ihre Führer stürzen sollen. Das soll wohl einen Extra-Hype erzeugen, aber Sayyafs Rhetorik offenbart allenfalls ein sehr oberflächliches Begreifen von den Protesten in Israel im Jahr 2011, als es um ganz andere Essentials ging.


 Und ihre Absicht konkretisiert sich:

„Ich beobachte und verfolge, was in Israel geschieht"

so die ägyptische Journalisten in einem Statement an das israelische TV-Publikum am Dienstagabend.

"Ich appelliere nicht nur an die Israelis, sondern an jede andere Nation, dass sie sich von ihrer Regierung nichts gefallen lassen soll und dass sie nicht schweigen darf, so wie es hier praktiziert wird.

Schickt Bibi [Netanjahu] und Lapid in  die Wüste, wenn sie ihren Job nicht
richtig machen; setzt jemanden ein, der das umsetzt, was IHR wollt"

betont Sayyaf.

"Wenn sie Versprechungen gemacht haben und diese nicht einhalten, müsst ihr einen Aufstand schmieden."

Wer sich mit dem von einer Mord-Fatwa bedrohten Politologen Hamed Abdel-Samad solidarisiert, sollte immer im Auge behalten, dass auch viele derjenigen Säkularen, die sich zu Recht den Steinzeit-Muslimen entgegenstellen, kein Problem damit hätten, wenn Israel nicht mehr existieren würde. Diejenigen, die sich mit Hamed Abdel-Samad wirklich solidarisieren, teilen auch seine vorbehaltlos positive Einstellung gegenüber dem Staat Israel.

Also passt auf, dass ihr nicht vom Teufel an den Beelzebub durchgereicht werdet, weil ihr euer Urteilsvermögen verliert.

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*Schon vor einigen Jahren hat die Webseite Honestly Concerned die frappierenden Übereinstimmungen zwischen den Stürmer-Hatzblättern und antisemitischen arabischen Karikaturen sehr anschaulich aufgelistet.

Sonntag, Januar 06, 2013

Jan Fleischhauer: Wa(h)re Freundschaft kann nicht wanken


Man ist ja so einiges gewohnt, was exotische Freundschaften in Journalistenkreisen betrifft: da liefern sich die Kontrahenten über Jahre hinweg einen Schreibkrieg nach dem anderen und auf einmal sieht man, wie sie sich in Talkshows herzen und freundschaftlich duzen. Dafür gibt es etliche Beispiele, die man hier nicht aufzählen muss.

Was Jan Fleischhauer in diesem SPIEGEL-Beitrag abgeliefert hat, ist schlicht enttäuschend, weil er darin mit keinem Wort Jakob Augsteins über die Jahre hinweg gepflegt-antisemitisch konnotierte Sprache anspricht. Wenn er schon dagegen ist, dass sein Freund und Antizionist (Ist ein Antizionist etwa kein Antisemit?) in's seiner Meiung nach falsche Eck gestellt wird, frage ich mich, über was die beiden Freunde so reden, wenn sie beim Plausch zusammensitzen.

Jan Fleischhauer kennt dieses Scheinargument aus Antizionisten-, also Antisemiten-Kreisen sicher:


Gerade die Freundschaft zu Israel verpflichtet uns zur Kritik etc...

Nun ist sicher nicht jeder, der so argumentiert, zwangsläufig auch Antisemit, aber er muss sich den Einwand gefallen lassen, dass zumindest(!) sein Statement antisemitisch konnotiert ist, ob aus Unwissenheit, Ignoranz oder grenzenloser Dummheit.

All' diese Erklärungsversuche treffen jedoch auf einen Intellektuellen wie Jakob Augstein nicht zu.

Was bleibt dann außer subtiler Unterstellung und antijüdischer Manipulation? Hat Jan Fleischhauer darüber schon einmal mit Augstein gesprochen, und wenn ja, welche Konsequenzen hat er daraus gezogen?

Man könnte meine oben zitierte "Verbindlichkeitserklärung" zur wahren Freundschaft ggenüber Israel nun instrumentalisieren und Jan Fleischhauer als Anleitung für den Umgang mit Augstein an die Hand geben. Das funktioniert
aber in diesem Fall leider nicht, weil Fleischhauer den eigentlich gebotenen Salto rückwärts sicher nicht mehr wagt. Wenn er sich das nächste Mal mit Augstein in privater Traulichkeit trifft, sollte er seinem Freund wenigstens unmissverständlich klarmachen, dass etliche seiner Äußerungen und die überstrapazierte Fixierung auf Juden eindeutig antisemitisch sind. "Wahre Freundschaft kann nicht wanken" heißt es doch in einem alten deutschen Volkslied. Ich habe da aber meine Zweifel, insbesondere nach dieser öffentlichkeitswirksamen Parteinahme für Augstein.

Jan Fleischhauer hätte es dabei belassen können, allein das Ranking Augsteins ironisch zu hinterfragen und ihn ansonsten an seinen Äußerungen zu messen. Genau das hat er aber unterlassen, weil er sonst selbst in eine Argumentationsnot geraten wäre.

Jeder, der hinter die Tarnkappen-Semantik Augsteins blicken kann, erkennt, dass er durch und durch Antisemit ist - ein linker Antisemit, der sich hinter dem scheinbar harmlosen Terminus Antizionismus versteckt. Nur Jan Fleischhauer will das nicht entdecken, weil - ja weil Jakob Augstein sein Freund ist.

Ich befürchte, dass der von Jakob Augstein und dessen Gesinnungsfreunden propagierte Antisemitismus im Gewande des Antizionismus sich im so genannten Bildungsbürgertum nicht nur halten, sondern sogar verstärken wird, denn nichts ärgert 20 Prozent der Deutschen so sehr wie die Tatsache, dass es in Nahost einen Staat gibt, dessen schiere Existenz sie an ihre dunkle Vergangenheit erinnert.
Man muss nicht lange suchen, um einen kleinen Vorgeschmack dafür zu bekommen, wie ein Blick in die Leserbrief-Foren etablierter Zeitungen reicht.

Ist dieses "Gebilde Israel" erst einmal weg, hat die Volkseele wieder Ruh' und man kann sich voll und ganz der Durchsetzung einer Öko-Diktatur widmen.

Aber das ist ja dann hoffentlich wieder Jan Fleischhauers Thema. Das Thema Augstein
jedenfalls hat er gewaltig in den Sand gesetzt.

Sonntag, Juli 15, 2012

Gesucht: Eine neue Vorhaut für Professor Holm Putzke

Nachbetrachtung zu Anne Wills Beschneidungs-Exorzismus am 11. Juli in der ARD















(Bildquelle: ARD)

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass Professor Holm Putzke sich einmal ähnlich vehement gegen Abtreibung eingesetzt hätte wie gegen die Beschneidung jüdischer Söhne. Ich sage bewusst „jüdischer Söhne“, weil ich weiter unten bzgl. Islam etwas differenzieren will (Ich hatte mir Putzkes Webseite angesehen).

Allein schon der oben genannte Sachverhalt macht ihn in höchstem Maße unglaubwürdig, da er von Traumata im Kindesalter spricht, obwohl er Säuglinge meint. Embryonale und pränatale Traumata scheint es demnach bei ihm - folgt man seiner Logik - überhaupt nicht zu geben. Traumata also erst, wenn der Mensch geboren ist (Die TV-C-Prominente Angelika Kallwass lasse ich vorerst außen vor, auch wenn diese Person eigentlich keine Bemerkung wert ist. Zu ihr komme ich ganz unten).

Schon an der grotesk-juristischen und fast hilflos anmutenden Argumentationsfolge Holm Putzkes erkennt man, dass er die ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung des Menschen, die eben auch(!) nicht tiefenpsychologisch von der Trennung der Nabelschnur bei der Geburt zu unterscheiden ist (übrigens auch schmerzhaft für Kind und Mutter, wie tagtäglich zu beobachten), komplett aus dem Radar verloren hat. Er hat sich wohl festgebissen….

Woran sich seine Begierde wirklich zu reiben scheint, ist das "Jüdisch sein", das "Jüdische" als Gesellschafts- und Lebensentwurf, symbolisiert im Ritual der Beschneidung, der körperlich akzentuierten Menschwerdung und vollzogenen Liebesbejahung zu Gott in Gemeinschaft mit den Eltern des Kindes. Seine Abneigung gegen religiöse Artikulierung jüdischen (Familien-) Lebens schlechthin ist in beinahe jeder seiner Ausführungen mit Händen zu greifen, obwohl er sich immer wieder bemüht, das vorher Gesagte im nächsten Satz zu relativieren. Putzkes Ausflüchte, er kritisiere auch die altersmäßig später vorgenommenen Beschneidungen an Knaben im islamischen Kulturraum, kann man nicht gelten lassen, weil er die Unterschiede kennt, wie er selbst bei Anne Will andeutete und sie dennoch nicht berücksichtigt.

Man kann es auch kürzer fassen: Zumindest argumentiert Holm Putzke antisemitisch, auch wenn er für sich natürlich kategorisch ausschließen würde, dass er selbst Antisemit sei (Bei gepflegt diskutierenden Antisemiten ist das obligatorisch). Dass ihm und Angelika Kallwass in Anne Wills Forum begeistert applaudiert worden war, bestätigt meine These eher als dass sie widerlegt werden könnte. Er trifft den Geschmack der antisemitischen Grundstimmung in unserer Gesellschaft - und das quer durch alle politischen Lager. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Und Professor Putzke weiß das auch. So dumm kann er nicht sein, dass er die Breitenwirkung seiner Thesen in der Bevölkerung nicht einkalkuliert hat.

Anmerkung:

In der von mir angesprochenen Diskussion bei Anne Will (ARD: "Beschneidungsurteil  -Religionsfreiheit ade?") vom 11. Juli wurde zudem ein äußerst wichtiger Aspekt ausgelassen:

Im Islam bzw. den Hadhiten beinhaltet die Beschneidung einen zentral politischen (!), aber auch Phallus-orientierten Aspekt, ebenso wie das Kopftuch und die (Ganzkörper-) Verschleierung etc., wie Seyran Ates richtig anmerkte. Dieses Argument wurde völlig außer Acht gelassen. Sonst fiel Frau Ates leider nur durch nerviges Humanismus/Feminismus-Gequatsche auf, das angeblich Brücken bauen sollte. Ziemlich enttäuschend ihre Performance diesmal, weil eher den Bescheidungsgegnern zuarbeitend.

Im Judentum hingegen bedeutet die Beschneidung am 8.Tag nach der Geburt (siehe Genesis 17,12) die Besiegelung des Bundes mit Gott, hat also nullkommanix mit Politik zu tun, mit religiöser Enkulturation aber ganz konkret. Ähnliches entwickelt(e) sich in allen neu aufgerichteten Gemeinschaften: Stärkung des Zusammenhalts durch Rituale nach innen und positive Abschottung nach außen, um identitätsstiftend wirken zu können. Diese zeremoniellen Bräuche waren nebenbei auch sehr sinnvoll, weil sie Krankheiten vorbeugten. Ähnlich verhielt es sich mit dem Verzicht auf Schweinefleisch: Jeder halbwegs Gebildete weiß, dass man Schweinefleisch nicht dörren kann und es sehr schnell vergammelt, wenn es permanenter Hitze ausgesetzt ist.

Schade auch, dass die ARD-Redaktion unterschiedliche Interpretationsansätze zum Thema zwischen Judentum und Islam entweder nicht herausarbeiten konnte oder schlicht ignorierte.

Ich tippe auf Letzteres, wie der Videozusammenschnitt zu Beginn der Sendung suggerierte, als direkt hinter dem Bild der jüdischen Beschneidung ein kleiner, weißgekleidet ausstaffierter muslimischer "Prinz" in einer Sänfte präsentiert wurde - so, als bestünde zwischen den beiden Religionen Judentum und Islam, ihren religiösen Praktiken und soziokulturellen Weichenstellungen ein unmittelbarer Zusammenhang, der durch einen scheinbar gemeinsamen Ritus reglementiert und zementiert werden würde.

Gemeinsam war und ist beiden Religionen lediglich die praktische Einsicht, dass ein unbeschnittener Penis und der Genuss von Schweinefleisch in bestimmten Jahreszeiten/Situationen/Regionen und bei bestimmten Verhaltensweisen schlicht zu Krankheiten führen kann. Die religiöse Begründung folgte meistens unmittelbar danach, weil man am Siechtum der Menschen zu erkennen glaubte, dass Gott für ein bestimmtes Hygiene- oder Konsumverhalten Strafen vorsah;  so dachte man zumindest, und die medizinische Maßnahme bzw. der Verzicht wurden als gottgegeben interpretiert, was sich ja letztlich auch als nicht ganz unvernünftig herausstellte.

Ein weiterer Beleg für die völlig konfus zusammengestellte Exegese der Beschneidung im Anne-Will-Talk war die mediale Zurschaustellung "Edler Wilder", wie Grüne und viele Linke die Zuwanderer in ihrer naiven Beglückungsperspektive sehen, also muslimische Mitbürger, die sich mehr oder weniger indifferent über ihre Beschneidungen äußerten, die weit nach (!) ihrem 8. Lebenstag vorgenommen waren, oft Jahre danach. Dass dann hier und da vereinzelte Traumata bestehen, lässt sich sicher nicht bestreiten. Das hängt aber vom Alter der beschnittenen muslimischen Befragten ab. Wären sie am 8. Lebenstag beschnitten worden (wie im Judentum), hätte sich mit Sicherheit keiner an dieses Ereignis erinnert.

An dieser Stelle frage ich mich: Warum wurde zu diesem Thema kein einziger der laut Putzke traumatisierten etwa 1.500 Juden, die ihm angeblich eine E-Mail geschrieben hatten, vor die Kamera gezerrt und bei Anne Will präsentiert? Billige Aufschneiderei also, mehr nicht. Wahrscheinlich hat Putzke seine Mails mittlerweile gelöscht….

Beinahe untergegangen in der Diskussion war die beiläufige Anmerkung des Gemeinde-Rabiners Yitshak Ehrenberg von der Synagoge in Berlin, dass der Welt durch Israel und die USA die meisten Nobelpreisträger geschenkt wurden - trotz Beschneidung. Oder vielleicht gerade deshalb?

Vorschlag:

Professor Holm Putzke sollte sich eine zusätzliche Vorhaut implantieren lassen, damit es wenigstens für den Aachener Friedenspreis, wo sich bisher so manche Antisemiten ein Stelldichein gaben, oder etwas Ähnliches in dieser lächerlichen Kategorie reicht; Seyran Ates sollte sich wieder auf das besinnen, was sie wirklich gut kann, nämlich ihre weibliche türkisch-atheistische Klientel verteidigen, und Angelika Kallwass auf ihre läppischen Psycho-Spielchen mit ausgeplauderten Indiskretionen und armseligen Exhibitionisten bei den kommerziellen Medien. Dass Kallwass vollkommen bescheuert ist, hat sie ja wieder einmal überzeugend demonstriert. Warum wird diese Psycho-Domina eigentlich immer wieder aufgetischt, und gibt es in der nach oben offenen Skala der Peinlichkeiten bei Einladungsorgien der Öffentlich-Rechtlichen denn keine Schamgrenze?

Was mir übrigens bei Frau Kallwass’ Äußerungen auch haften blieb:

Sie sagte in einem eigentümlichen Slang (siehe Video), dass ihr Großvater „auf gut deutsch“ vergast worden sei. Wenige Minuten später bemerkte sie aber, dass man das heutige Deutschland nicht für „damals“ verantwortlich machen könne. Zumindest problematisch, diese diffundierende Sprachregelung innerhalb weniger Minuten, oder nicht? Für mich würde sie als perfekte Alibi-Jüdin durchgehen, wenn sie denn Jüdin wäre. Falls nicht, wäre sie nur eine ganz billige Schwätzerin. Beides ist schon peinlich genug, um bei den Öffentlich-Rechtlichen als Gast eingeladen zu werden.

UPDATE, 19. Juli 2012


Eben habe ich einen Kommentar des PI-Herolds Michael Stürzenberger zum Thema gelesen. Dümmer, schlecht informierter und schlampiger kann man einen Kommentar nicht schreiben:

Er zieht seine (sonst teilweise durchaus berechtigte) Islam-Kritik an jüdischen Essentials auf und versucht so - wie erfolgreich im Leserfrum bei PI demonstriert - seine populistische Selbstdarstellung zu inszenieren. Schäbiger geht's kaum noch noch.

Mein Rat an den bekennenden Atheisten Michael Stürzenberger: Weniger Selbstdarstellung, viel Studium von Quellenmaterial und danach genaue Analyse!

UPDATE, 1. August 2012


Ich möchte meinen Kommentar zusätzlich mit zwei hervorragenden Beiträgen abstützen, die ich zum Thema gefunden habe. Die Lektüre lohnt sich.
“Besser früher als später“ von Peter Stephan Jungk (http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/besser_frueher_als_spaeter/)

Und:

“Das sagt der Anwalt: Erst einmal durchatmen“, von Nathan Gelbhart

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/das_sagt_der_anwalt_erst_einmal_durchatmen/

Mittwoch, Februar 15, 2012

Guten Tag Herr Lüders,


Bildquelle: http://www.henryk-broder.de/html/schm_lueders.html

 Zu Ihrem Beitrag gestern auf Phoenix:

Wenn man nicht schon seit Jahren wüsste, wie Sie ganz persönlich politisch ticken, nämlich antiisraelisch und letztlich antisemitisch – noch dazu bedenkt, auf welcher politischen Seite Sie sich seit je her positioniert haben und sich schon einmal für einen ganz speziellen Orden qualifiziert hatten und darüber hinaus viele politisch unbedarfte Zeitgenossen – falls politisch kaum oder gar nicht interessiert – Ihre „Qualifikation“ in Sachen Nahost für bare Münze nehmen, könnte man fast glauben, dass Sie in Ihrer eloquenten (geschwätzigen) Attitüde das Nonplusultra für deutschen Betroffenheitspazifismus seien.

Dem ist aber nicht so.

Sie haben wieder einmal ein Beispiel dafür abgegeben, wie verkappter Antisemitismus sich in einer Sprache manifestiert, die sich des Sujets „Frieden“ in einer widerlich abstoßenden surrealistischen Form bedient.

Ich will Ihnen aus meinem Gedächtnisprotokoll der Phoenix-Sendung von gestern Abend (Siehe Link oben [Phoenix]) zwei Beispiele spiegeln, die beispielhaft für Ihren heuchlerischen moralischen Schlingerkurs sind:

Sie sagten in der Sendung unter anderem:

Der Iran würde mit einem Frontalangriff und Krieg auf sein Land konfrontiert werden, und die Bevölkerung würde dann geschlossen hinter der Ajatollah-Nomenklatur stehen.

Wenn Sie wirklich einen Anspruch auf seriöse politikwissenschaftlich-strategische Diagnose erheben wollen (Ich bin Evang. Theologe und Politikwissenschaftler; deshalb erlaube ich mir diese Formulierung):

Würden Sie dann allen Ernstes bestreiten, dass es um punktierte Gewaltanwendung auf strategische Ziele im Iran ginge, wie es im Verlauf der Diskussion auf Phoenix angesprochen worden war – also kein Krieg gegen ein Territorium oder Volk, sondern um punktuelle strategische Anlagen, die selbst Iran-Kritiker im Westen nicht ausschließen?

Und wissen Sie eigentlich, wie die Opposition im Iran wirklich tickt?

Und was israelische Alleingänge betrifft, die Sie moralisch verwerflich finden:

Soweit ich Ihrem Geburtsdatum entnehmen kann, waren Sie schon halbwegs erwachsen, als israelische Kommandoeinheiten die von deutschen und palästinensischen Terrorgruppen entführten Juden einer Air-France-Maschine am Flughafen von Entebbe (Uganda) in einer spektakulären Befreiungsaktion retteten. Damals wurde im Flugzeug fleißig nach Juden selektiert – von den Söhnen und Töchtern der Väter, die an der Auschwitzrampe über Tod und Leben entschieden.

War einer Ihrer Verwandschaftsangehörigen dabei, der das Vergnügen hatte, von deutschen und palästinensischen Terroristen selektiert oder verschont zu werden, weil er (k)einen jüdischen Pass hatte?

Oder hätten Sie als eventuell Betroffener dem Schlächter Idi Amin damals zugestanden, dass er die ugandische Integrität über die Rettungsaktion stellte?

Wenn Sie den heutigen Iran in Zusammenhang mit geo- und religionsspezifischen Axiomen interpretieren, vergleichen Sie Äpfel (Gleichgewicht des [rationalen] Schreckens in den 1950er bis 1980er-Jahren) mit einer diametralen Kriegsführung und einer kulturhistorischen und religiös fundierten höchst [irrationalen] fragilen Gemengelage eines neuen geistesgeschichtlichen Äons (Zeitalters).


Können Sie mir folgen?

Es geht um den radikalen Schiitismis (eschatologischen Mahdi-Glauben), den sowohl Ahmadinejad als auch Chamenei versuchen, in die Tat umzusetzen. Wenn das nicht irrational gefährlich ist, was dann?

Hier geht es nicht allein um rationale Dispositionen von Regimes, die ihre geopolitischen Claims abstecken wollen, wie Sie in unglaublich naiver Weise darzustellen versuchen, sondern, wie Matthias Küntzel zu Recht sagt, um die Verwirklichung bzw. Herbeiführung einer rückwärts gerichteten schiitischen Apokalypse, die allen säkularen Konfliktlösungsansätzen ein deutliches Harmaggedon entgegensetzt, weil sie eschatologisch, also endzeitlich ausgerichtet ist und alles hinwegfegen will, was sich ihrer barbarischen Islamisierung widersetzt.

Wenn Sie, Herr Lüders, das nicht begreifen [können], sollten Sie schnellstens einen Kurs in vergleichenden Religionswissenschaften besuchen.

==============

b) Sie wiederholen das allseits bekannte Argument, dass der gesamte Nahe Osten – also auch Israel – sich einem Verbot von Atomwaffen unterwerfen solle.

Mit dieser Formulierung zeigen Sie doch mehr als deutlich, dass Sie Israels Existenzrecht nicht anerkennen wollen, weil Sie

1) einem demokratisch gewählten Staat das Recht auf eine ultimative Abschreckung nicht zugestehen wollen und damit

2) Diktaturen den uneingeschränkten Zugriffe auf Nukes einräumen.

Abschließende Frage:

Würden Sie sagen, dass Ihre Verlautbarungen bei Phoenix antisemitisch intendiert waren oder nicht?

Mir brauchen Sie nicht zu antworten, weil ich weiß, wie Sie ticken.

Antworten Sie Ihrem Gewissen.

Bernd Dahlenburg, M.A.
Evang. Theologe / Politikwissenschaftler
Freier Redakteur

Samstag, Januar 14, 2012

Ägyptens arabischer Frühling: „Nun, Volk, steh' auf, und Sturm, brich' los!“

"So ist halt der Fußball", würden Jakob Augstein und seine Kollegen im Geiste wohl argumentieren, wenn man sie darauf anspräche.

Auf dem riesigen Schriftband ist zu lesen: "One Nation for New Holocaust".

Bitte hier klicken.


MEMRI* sei Dank, dass es solch' unfassbare Vorfälle wie diesen in einem ägyptischen Fußballstadion dokumentiert. Kann jemand die Sprechchöre übersetzen?

Muss aber nicht unbedingt sein, weil jeder, der sich ein wenig mit dem eliminatorischen Antisemitismus in der arabischen Welt ein wenig auskennt, weiß, dass hier nicht von einer Ausnahme gesprochen werden kann.

Besteht Hamed Abdel-Samad immer noch darauf, dass in Ägyten die Demokratie ausgebrochen sei?

=====
*MEMRI leistet seit Jahren die beste Dokumentationsarbeit zum arabischen/islamischen Antisemitismus. Für die einzelnen Themenfelder bitte auf der Startseite durchklicken: http://www.memri.org/

Sonntag, November 06, 2011

Überwachung durch den Verfassungsschutz: Wieder einmal Doppelmoral beim SPIEGEL

An der Brandswiete scheint man Morgenluft zu wittern, was eine eventuelle Überwachung von Politically Incorrect durch den Verfassungsschutz beträfe:



Wie primitiv man beim SPIEGEL mittlwerweile in seiner Wortwahl geworden ist, zeigt das unsägliche Konstrukt "Islamhasser" in der Überschrift. Ein mittlerweile sehr gut bewährtes Rezept: Alle Islamkritiker werden bezichtigt, nur emotional zu formulieren. In einer weichgespülten "Toleranz"-Gesellschaft kommen solche Paraphrasen immer gut an, weil bequem. Wenn das nicht unterste Demagogen-Schublade ist. Andererseits zeigt dies auch, wie hilf- und sprachlos man seitens der islamophilen Fraktion geworden ist.

Und der Systemoperator setzt zum Artikel-Thread auch gleich den passenden Teaser, damit die Meute wie gewünscht losheulen kann:

Die Behörden wollen islamfeindliche Webseiten stärker kontrollieren.
Nach SPIEGEL-Informationen kündigte Hamburg an,*der Verfassungsschutz werde den Internetauftritt "Nürnberg 2.0" beobachten.
Ob auch die bekannte Seite "Politically Incorrect" ins Visier gerät, prüfen Experten noch.

Ich ahnte schon, dass der SPIEGEL meinen Leserbeitrag nicht veröffentlichen würde. Wie harmlos dieser daherkommt, können Sie hier nachlesen:

Wenn der SPIEGEL darüber sinniert, ob man Webseiten wie PI (Politically Incorrect) unter verstärkte Beobachtung stellen soll, dann stellt sich postwendend auch die Frage, wie es mit der Beobachtung des SPIEGEL selbst verhält. In seinen Foren kann man zu Israel-relevanten Themen seit Jahren in schöner Regelmäßigkeit mehr oder weniger schlecht verklausulierte antisemitische Äußerungen von linken Lesern beobachten, ohne dass die Zensur-Schere in der Redaktion anfängt zu rattern.

Geht mein Post jetzt durch?

Aber beim SPIEGEL kann man sich trösten: es gibt noch schlimmere Adressen:
Süddeutsche, Freitag, Berliner Zeitung, Frankfurter Rundschau u.v.a.

In all' diesen Blättern darf sowohl von Redakteurs- als auch von Leserseite nach Herzenslust über Juden respektive Israel in einer Weise hergezogen werden, dass man schlimmste Befürchtungen haben muss.

Aber linken Antisemitismus gibt es qua Mainstream-Medien ja nicht.

Es darf gelacht - oder besser gesagt, geweint werden ob so viel Doppelmoral.

Apropos Doppelmoral: Am 8. November bin ich wieder in der hiesigen Synagoge zum Gedenken an die Pogromnacht von 1938 eingeladen. Ich "freue" mich jetzt schon auf die vielen Krokodilstränen, die dort von einigen "Freunden Israels" vergossen werden.


Ende der Durchsage.

Donnerstag, Juli 14, 2011

Durban III und Israel: Wie die UNO tickt

Am 21. September dieses Jahres soll in New York die dritte Durban-Konferenz abgehalten werden. Wenn man sich die Zusammensetzung des "UN-Menschenrechtsrates" ansieht, dürfte schnell feststehen, dass es dort ebenso abgehen wird wie in Durban 2001 und Genf 2009.

Zum Ansehen des Videos bitte hier oder auf die Abbildung klicken.


Quelle: HonestReporting

Freitag, April 08, 2011

Ungenießbare Aachener Printen

In Aachen wird wieder einmal Friedenspolitik betrieben

Man kennt sich dort aus mit dubiosen Ordensverleihungen. Das muss man auch nicht groß kommentieren. Dazu ist schon genug gesagt worden.

Zahal schreibt mir und zitiert einen Blog (unten angegeben):
In Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Erwachsenenbildungswerk und dem Aachener Friedenspreis veranstaltet das Haus der Evangelischen Kirche in Aachen die Ausstellung „Die NAKBA: Flucht und Vertreibung der Palästinenser“.

Der Aachener Friedenspreis ist bekannt für seine Unterstützung von glühenden Judenhassern wie beispielsweise Walter Herrmann, der weltweite Aufmerksamkeit dafür erhalten hat, dass er antisemitische Karikaturen vor dem Kölner verbreitet und Israel mit Nazideutschland vergleicht.

Niemand Geringeres als dieser Walter Herrmann gehört zu den Geehrten des Aachener Friedenspreises.


Die Ausstellung „Die NAKBA: Flucht und Vertreibung der Palästinenser“ ist so einseitig und tendenziös, dass sie in Düsseldorf abgebrochen wurde. In Aachen jedoch wird sie vermutlich stattfinden. Sie ist für den Zeitraum vom 7. bis zum 21. Mai 2011 im Haus der Evangelischen Kirche in Aachen geplant.

Die Evangelische Kirche in Aachen beherbergt eine Ausstellung, die so einseitig und tendenziös ist, dass sie dazu verleiten kann, die von der Aachener Zeitung als Nazi-Parole bezeichnete Losung „Freiheit für Palästina“ zusammen mit Hakenkreuzen an jüdische Einrichtungen zu schmieren.

Es bleibt zu hoffen, dass sich die Evangelische Kirche in Aachen noch ein Beispiel an Düsseldorf nehmen wird und diese Propagandaveranstaltung abbläst. Ansonsten wird es die Evangelische Kirche sein, die Mitschuld trägt, wenn weitere Anschläge auf jüdische Einrichtungen in Aachen unternommen werden.

Anschrift im Link.
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Hattip:
Zahal

Samstag, Februar 26, 2011

Causa Guttenberg: Deutschland einig kleinkariertes Inquisitionsland

Es gibt zurzeit eine besonders hervorstechende Eigenschaft, die viele Deutsche eint - ob sie von rechts oder links oder mittlerweile aus der gesellschaftlichen Mitte ihre Meinung zur Guttenberg-Debatte beisteuern: sie richten und heucheln, dass es mir fast übel wird, weil sie sich selbst für besonders edel und unfehlbar halten.

Sie maßregeln online und in TV-Sendungen, weil sie
selbst bisher so unglaublich sauber in ihrer bisherigen Lebensführung waren. Sie bewerten und richten zutiefst beleidigt, schwingen Fallbeile, weil sie sich das Recht herausnehmen, über einen Menschen zu urteilen, den sie zutiefst ablehnen, nur weil er ein wenig gescheiter ist als sie, aber auch keinen Deut besser oder schlechter (auch ohne "Dr.").

Jetzt wurde er wegen einer geschummelten Dissertation ertappt. Wie schrecklich, unmenschlich und verbrecherisch.

Uuuhhh!

Diese von ihnen
(auch schon vor dem Dissertations-Zirkus) zutiefst verabscheute Persönlichkeit verkörpert all das, was sie in ihrer Person nicht vereinen können: intellektuelles und sprachliches Talent, gepaart mit intuitiver politischer Entscheidungsfähigkeit. Daher der Neid. Woher sonst?

Wenn man sich die Berichterstattung des
SPIEGEL und seiner linken Flanken-Postille zum Thema zu Guttenberg durchliest - Frankfurter Rundschau (ehemals marxistisches Kampfblatt), Süddeutsche (prinzipiell anti-jüdisch eingestellt, Stern (linker geht’s kaum noch), Berliner Zeitung (ehemals marxistisch geführt, anti-jüdisch), Neues Deutschland (antisemitisch in der Wolle gefärbt), etc. pp. stellt sich für mich immer wieder dieselbe Frage:
„Warum machen die das?

Warum schießen die sich ausgerechnet auf zu Guttenberg ein?“ Und warum folgen diesem Tremolo auch einige meiner Freunde, die ebenso links denken wie ich [gibt's in er CSU auch] Warum lassen sie sich von diesem Medien-Stakkato mitreißen und verlieren dabei ihre eigene
Contenance und Urteilsfähigkeit?
Es ist übrigens kein Zufall, dass sich in den Leserforen der von mir oben genannten Medien auch links-antisemitische Meinungen breitmachen - über Jahre hinweg:

Ich habe mal’ in den letzten Tagen [bei SPON] durchgelesen, welche Personen besonders hässlich gegen zu Guttenberg vorgehen, und ich habe festgestellt, dass linke antisemitische Statements von denselben Personen geäußert werden, die sich jetzt gegen zu Guttenberg positionieren.


Zufall?


Zu Guttenberg
hat sich immer eindeutig auf die Seite Israels gestellt - eine Haltung, die in meiner Partei, der CSU, sowieso oft anzutreffen ist, auch wenn noch viel Nachholbedarf besteht, was (unbewusst) unterschwelligen Antisemitismus in manchen Ortsverbänden betrifft (trifft übrigens auf alle Parteien zu).


Und ist es in diesem Zusammenhang eigentlich ein Zufall, dass ausgerechnet Andreas Fischer-Lescano, der sich auf einer links-antisemitischen Seite als Autor betätigte, die Kampagne gegen zu Guttenberg losgetreten hatte?


In der Sache hatte er Recht, wie wir mittlerweile wissen - aber war seine Aktion nicht von langer Hand vorbereitet?


Und muss ich das noch breiter ausführen?

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Update, 28. Februar: Henryk M. Broder in einem zu Gysis Doktorarbeit:
Nur wer davon ausgeht, dass Marxismus-Leninismus eine Wissenschaft ist, die "objektiv" die Realität analysiert, nur der kann der Doktorarbeit das Prädikat "wissenschaftlich" zuerkennen. In Wahrheit ist es eine Übung in angewandter Redundanz, die jedes Mal in dem Refrain endet, der "Partei der Arbeiterklasse" komme "eine führende Rolle" bei der "Rechtsetzung und Rechtsverwirklichung" in der sozialistischen Gesellschaft zu.

Samstag, Juni 05, 2010

André Marti und seine Rasselbande*


Kennen Sie André Marti?

Ja, wenn Sie das Journalismusgeschäft einigermaßen verfolgen, nehme ich an.


Nominiert für den Online-Grimme-Award; tatsächlich!


*Am Ende des Beitrages News von 12:53 heute, 5. Juni.


André
Marti, der seit 2004 schwerpunktmäßig für das Schweizer Fernsehen SF arbeitet, auch für Radio DRS (Schweiz) und Fachzeitschriften im Nahen Osten und von 1999 bis 2004 mit Stationen in Italien, ist ein besonders gern gesehener Gast bei Judenhassern und links orientierten christlichen Antisemiten.

Er gibt sich als das „Gute Gewissen“ der Schweiz aus und
führt selbstverständlich auch einen Blog. Ich gebe zu, dass ich den bis vor etwa einem Jahr nicht kannte. Warum auch?

Eher zufällig bin ich auf seinen Namen gestoßen, weil er von einer höchst unappetitlichen Seite zitiert wird, auf die ich höchst selten komme.


„Brücken bauen - Verständnis schaffen – Informieren - Finger drauf halten“
, so lautet
André Martis treuherzig formuliertes Credo.

WOW!


Brücken einreißen, Hass säen, Desinformation streuen und mit schmutzigen Fingern hantieren wäre wohl angebrachter...

Was es mit seinem oben fett zitiertem hehren Axiom auf sich hat, möchte ich hier kurz anstoßen, denn so gut ist es damit wahrlich nicht bestellt.
André Marti ist ein Kommunikations-"Künstler" der verlogensten Art, wie in seinen Ping-Pong-Spiel mit Journalistenkollegen zum Ausdruck kommend.

Seine eigentlich leicht durchschaubare Masche:


Er arrangiert mit Kollegen ein Interview und verkauft dies als „seriöse“ Meinungsbildung nach dem Motto: „Ich kenne dich nicht besonders gut, will also nur wissen, wie du tickst. Deshalb stelle ich dir ein paar unverfängliche Fragen zur 'Realität' vor Ort“.


Dass Marti aber mit nahezu allen Gesprächspartnern eine innige Israel-Feindschaft teilt, ist natürlich reiner Zufall.

Noch vorgestern hatte ich mir überlegt, ob ich einzelne Auszüge aus dem Schriftverkehr Martis mit seinen Kollegen zitiere. Mache ich aber doch nicht, weil a) zu langatmig für den Leser und b) intensive Reinigung in der Wohnung eines unanständigen Zeitgenossen nicht in mein Spezialgebiet fällt. Und: Warum sollte ich mir wegen eines sophisticated auftretenden Provokateurs so viel Arbeit machen?


Deshalb hier die Liste aller
Gesprächspartner Martis. Das sagt eigentlich alles, auch wenn das eine oder andere Echo mancher Befragter auf den ersten Blick vertrauenswürdig erscheinen mag.

Martis
Korrespondenz gleicht (teilweise) der Zusammenstellung eines Gruselkabinetts.

So viel noch zur Information: Ich habe die Namen nicht willkürlich kopiert, sondern alle Briefwechsel komplett durchgelesen und nach Datum aufgelistet. Keine einzige Stellungnahme war dabei, die konsequent „Pro Israel“ war.


Einfach nur runterscrollen. Viel “Vergnügen!“


Hier auszugsweise ein paar Namen
derer, die sich von André Marti am Gängelbändchen führen lassen....

Hans-Christian Rössler [Bitte Abonnements sofort abbestellen!], Frankfurter Allgemeine Zeitung, Jerusalem, 5. Juni 2010

Esther Saoub [150-prozentige Konvertitin], ARD Radio, Kairo, Donnerstag, 27. Mai 2010
Yves Kugelmann, tachles [Wischiwaschi-Journalismus], Zürich, Sonntag, 25. April 2010
Clemens Verenkotte [No Comment], ARD Radio, Tel Aviv, Donnerstag, 15. April 2010
Daniel Ammann, Autor, Zürich, Dienstag, 16. März 2010
Ethan Bronner, New York Times, Jerusalem, Montag, 16. November 2009 [Auf die Frage "Gehst Du davon aus, dass Obama sich ernsthaft im Nahen Osten engagieren will? "Daran besteht kein Zweifel"]
Andreas Mink, tachles, New York, Freitag, 25. September 2009
Jürg Bischoff, Neue Zürcher Zeitung NZZ, Beirut, Dienstag, 07. Juli 2009
Heiko Flottau, freier Journalist [Gibt sich als Broder-Freund aus], Kairo, Montag, 11. Mai 2009
Kristina Bergmann, Neue Zürcher Zeitung NZZ, Kairo, Montag, 06. April 2009
Gudrun Harrer [Warum muss ich immer an den gleichnamigen Bergsteiger denken?], Der Standard, Wien, Freitag, 06. März 2009
Hugo Stamm, Tages-Anzeiger, Zürich, Samstag, 14. Februar 2009
Bettina Marx [Küsschen!], ARD - Radio Tel Aviv/Berlin, Freitag, 07. November 2008
Tomas Avenarius, Süddeutsche Zeitung [Toilettenpapier ist sinnvoller eingesetzt], Cairo/Teheran, Samstag, 27. September 2008
Torsten Teichmann [No Comment], ARD Radio Tel Aviv/München, Sonntag, 14. September 2008
Tania Krämer, Deutsche Welle [Garantiert Deutsch!], Jerusalem, Montag, 30. Juni 2008
Karin Wenger, NZZ Freelancerin Damaskus/Gaza, Sonntag, 27. April 2008
Luc Walpot [PSL-Kopie], ZDF Kairo, Samstag, 12. April 2008
Richard C. Schneider, ARD Fernsehen [Nur Stromlinien fließen besser], Tel Aviv, Samstag, 15. März 2008
Ulrike Putz, Spiegel Online [No Comment; einfach bei SoE im Suchfeld nachsehen], Beirut, Samstag, 23. Februar 2008
Carsten Kühntopp [Israel-Hasser vor dem Herrn], ARD Amman, Montag, 04. Februar 2008
Pierre Heumann ["Ich achte die Hamas..."], Weltwoche, Sonntag, 27. Januar 2008

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----NEWS----(5. Juni, 12:53):


Kommandoaktion: Israelische Spezialkräfte entern Gaza-Hilfsschiff.

Der SPIEGEL natürlich wieder mit einer "tollen" Fotoserie....

Freitag, März 05, 2010

Verwandtschaft kann man sich nicht aussuchen

Oder:

Ut sementem feceris, ita metes (1)

Man hat's nicht leicht mit Antisemiten in der eigenen Familie, die noch dazu an eingebildetem Hospitalismus "leiden", den sie ein Leben lang für alle eigenen Versäumnisse verantwortlich machen (zu Hospitalismus bei Heimkindern mehr, wenn Nachfrage besteht).

Ich wäre überhaupt nicht auf die Idee gekommen, diese Zeilen zu schreiben, wenn mich nicht ein Freund auf den Sachverhalt aufmerksam gemacht hätte. Und ich hätte auch nicht geahnt, dass ein naher Verwandter so viel Hass gegen die USA und Israel in sich trägt und - was noch schlimmer ist - nicht in der Lage ist, Texte zu recherchieren und Quellen sauber zu untersuchen. Darüber hinaus noch seinen eigenen Bruder zu denunzieren ist doch ein wenig heftig, oder nicht?

Seit Jahrzehnten hatten wir keinen vernünftigen Kontakt mehr miteinander....

Da hinterlässt doch glatt eine Person verwandtschaftlicher Provenienz im Blog eines veritablen Judenhassers einen hinterhältigen Leserbrief und lässt über mich Folgendes ab (Rechtschreib- und Tippfehler nicht korrigiert; besonders ärgerliche Dissonanzen fett herausgehoben):


Verehrter Oscar Mercator,

ich bin auch ein Dahlenburg. Obendrein bin ich ein Bruder von Bernd Dahlenburg.


Wo Dahlenburg "draufsteht", ist aber zum Glück nur höchst selten auch Bernd "drin".


Ein USRAEL Fantast bin ich jedenfalls ganz gewiss nicht. Und das bin ich nicht, obwohl, nein, WEIL ich im gleichen Kindergefängnis wie Bernd (u. weitere Geschwister) eingesperrt war, wo gewaltsam eingebläute religiöse Gehirnwäsche, sowie vielfach körperliche und psychische Kindesmisshandlungen fast ohne Ende das tägliche Dasein bestimmten. Sowas prägt nun mal. Die einen engagieren sich mit dem Übel, werden mitunter ein aktiver Teil davon, die anderen ...


Obwohl ich die allweihnachtlichen Festessen in US-Kasernen ebenso gern mochte, wie die 5-Meter-Fahrten in US_Panzern, oder die "Waffenschauen" und die Sommer-Picnics auf dem US-Drillplatz im Haunstetter Wald, etc. bin ich einer von der Sorte geworden, die mein lieber Bruder Bernd gemeinhin mit Nettigkeiten wie zB. antiamerikanische linksfaschistische Antisemiten überhäuft.


Ich denke es ist deshalb nur zu verständlich, dass um nichts in der Welt in Verbindung gebracht werden will, mit religiösem Wahn und dem endlosen rassistischen, kriegshetzerischem schwachsinnig bis faschistoidem geistigen Sondermüll (2), mit dem mein Bruder Bernd einen leider nicht zu übersehenden Teil des Internets zumüllt.


Oscar Mercator, nicht ganz zufällig fand ich auf ihre Internetseite. Mein erster Eindruck geht in die Richtung ... uneingeschränkte Hochachtung (3).


Um aber für die Zukunft jede Verwechslung zwischen mir und meinem Bruder auf ihrer Seite im Voraus auszuschliessen, bitte ich Sie, künftig zum Nachnamen Dahlenburg immer auch den Vornamen zu nennen.


Gruß

Manfred Dahlenburg (4)
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Fußnoten:

1) Wie du aussäest, so wirst du ernten (Cicero)
2) Sondermüll: Erfordert das "Sonderbehandlung"?
3) Lesen bildet
4) Nicht zu verwechseln mit einem Bruder in Holland, der konsequent zu Israel steht

Mittwoch, Februar 03, 2010

Das Wiehern der Esel und die jüdische Verschwörung

Selbst wenn Esel aufhören zu wiehern werden die Juden nicht aufhören, Muslime als ihre Feinde zu betrachten und dementsprechend zu behandeln.

....wurde in der Moschee von Nablus (Palästinensische Autonomiebehörde!) am 29. Januar 2010 "gepredigt".

Wie definiert man eine Predigt? Handelt es sich in diesem Fall wieder einmal um Seelsorge?

Transkript [Englisch]
hier.

Zum Ansehen des Videos bitte hier oder auf die Abbildung unten klicken.

"Nett" auch, dass der "Prediger" diejenigen, die in den Moscheen Sprengstofffallen legten, als Märtyrer bezeichnet. Kann mir jemand den Unterschied zwischen Hamas und Fatah erklären - außer in der Herrschaftsform, und außer der Tatsache, dass sie in getrennten Gebieten operieren und sich ansonsten gegenseitig spinnefeind sind?

Zum westlichen Journalismus, der sich, was solche Videos betrift, wie immer natürlich bedeckt hält: tagsüber am Strand und abends schnell den Medien-Stricher abtelefonieren. Dazu ein Klassiker: Sieht so moderner Parachute-Journalismus aus?

Dank an MEMRItv.org

Montag, Dezember 28, 2009

Würgereflex in Bethlehem

Mitri Raheb (Abbildung), lutherischer Pfarrer in Bethlehem und Träger des Aachener Friedenspreises (macht's Klick?), in einem zu Tränen rührenden Interview mit seinem Stichwortgeber Heiko Brattig vom Evangeliumsrundfunk (erf), der nicht lange fackelt und seinen Judenhass mittels plumper Suggestivfragen mehr als deutlich zur Schau stellt.

Bemerkenswert auch, dass Raheb in diesem Gespräch kein einziges Wort darüber verliert, dass es Muslime sind, die den palästinensischen Christen vor Ort das Leben vermiesen und sie oft zur Auswanderung treiben. Stattdessen labert er über Erwürgen, Schweizer Käse, Apartheid und Einstaatenlösung.
Dass er es in erster Linie Israels IDF verdankt, wenn seine Kirche und alle anderen christlichen Einrichtungen noch stehen, ist natürlich kein Thema. Raheb ist ein beredtes Beispiel dafür, wie arabische Christen seit Jahrzehnten in Kumpanei mit Muslimen antisemitische Traditionen pflegen. Nicht nur im Heiligen Land....

Ich habe vom
ERF, der Mitglied in der Evangelischen Allianz ist, schon einige gute Texte gelesen, aber dieser Beitrag ist so bescheuert, dass er alles Gute zuschüttet.

Hier der
ERF-Schnipsel mit dem mp3-Download. Man kann den "Sermon" auch direkt auf der Seite abspielen mit Klick auf "anhören" (neben "Downloads").

Donnerstag, Dezember 03, 2009

Zu Felicia Langer: Wenn Lügen und schlechter Geschmack Kreise ziehen

Einfach nur die Links aufrufen, das reicht schon. Jüdische Antisemiten erfreuen sich eines immer größer werdenden Publikums in Deutschland.

Viel muss man da nicht kommentieren.
Und wo Stuttgart genannt wird kann Tübingen (B. Palmer) eigentlich nicht weit sein, oder?

DHBW Stuttgart: Eine Zeitzeugin gibt Auskunft – Lesung und Vortrag ...
November 2009 war die jüdische Schriftstellerin, Anwältin und Menschenrechtsaktivistin Felicia Langer in der Fakultät Sozialwesen zu Gast. ...

Um Hoffnung kämpfen - Felicia Langer - NEU & KEIN POR bei eBay.de ...
Finden Sie Um Hoffnung kämpfen - Felicia Langer - NEU & KEIN POR in der eBay- Kategorie Bücher, Belletristik, Unterhaltungsliteratur, Sonstige als ...

Ganz besonders "nett":

Rundschreiben
(pdf)
Bundesverdienstkreuz für unsere Schirmfrau Felicia Langer. Am 16. Juli 2009 wurde unsere Schirmfrau, die Menschenrechtsanwältin Felicia Lan- ...

Was "bücher.de" so empfiehlt (bitte beim Link nach unten scrollen)

Reiner Braun, Fritz Brickwedde, Thomas Held, Eberhard Neugebohrn ...
Strukturelle Probleme des Friedensprozesses im Nahen Osten (Felicia Langer).

Montag, November 09, 2009

Buchbesprechung: Tilman Tarach: Der ewige Sündenbock*

Eigentlich wäre man beinahe geneigt zu sagen, Tilman Tarach, promovierter Jurist aus Freiburg im Breisgau, habe mit seinem Buch “Der ewige Sündenbock. Heiliger Krieg, die »Protokolle der Weisen von Zion« und die Verlogenheit der sogenannten Linken im Nahostkonflikt“ Neuland betreten, denn nur wenige Autoren haben sich bisher der schwierigen Aufgabe gestellt, [...] eines der besten deutschsprachigen Bücher zum Thema Judentum, Antisemitismus, Israel und arabisch-israelischer Konflikt zu schreiben, wie Aviv Shir-On, stellvertretender Generaldirektor für Medien und Öffentlichkeitsarbeit im israelischen Außenministerium, treffend festgestellt hat.

Sich mit einer derartigen Herausforderung zu befassen erfordert mehr als die Inangriffnahme und Überwindung des berühmt-berüchtigten ersten leeren Blattes. Was bei der Lektüre des Buches schon nach wenigen Seiten auffällt ist die immense Sorgfalt und Präzision, mit der Tilman Tarach zu Werke geht, dazu seine instinktsichere Verknüpfung und situative Zusammenführung der historischen Dimension des Antisemitismus speziell in Nahost mit der persönlichen Verstricktheit der Protagonisten.


Exemplarisch sichtbar und konkretisiert wird dies u.a. in der Schilderung der Person des Großmuftis von Jerusalem, Amin el-Hussein, und dessen enger Verbindung zur NS-Führung, seiner Spiegelung des originär islamischen Judenhasses in der nationalsozialistischen Entsprechung und ihrer beider Übereinstimmung im eliminatorischen Antisemitismus. Und hier kommt ein Alleinstellungsmerkmal Tarachs zur Geltung, das nur wenige seiner Kollegen bieten können, nämlich seine überaus kundige und vor allen Dingen gewissenhafte Quellenarbeit.


Sehr überzeugend auch, wie der Autor am Beispiel der Dämonisierung Israels durch die UNO, vieler ihrer Mitgliedstaaten und Unterorganisationen sowie des dubiosen UN-Menschenrechtsrates und des speziell für die Palästinenser installierten UNRWA (**) im Detail aufzeigt, was schon der SPIEGEL-Autor und Publizist Henryk M. Broder in zwingender Klarheit ausgesprochen hatte - nämlich die Projektion des verfolgten einzelnen Juden der NS-Zeit auf die Delegitimierung des jüdischen Staates Israel als Jude unter den Nationen und der Antizionismus als „legitime“ Entsprechung des Antisemitismus heute - und nur deshalb weniger verdächtig und salonfähig, weil er meist im Gewande des linken Kulturrelativismus und dialektischen Marxismus daherkommt.


Ein Gegenstand spielt dabei eine zentrale Rolle, der im Zeitalter alltäglicher Medienpräsenz zunehmend an Bedeutung gewinnt: die Vermengung von linker Sozialromantik mit ihrem neuen Gegenstand der Begierde, nachdem das Lumpenproletariat in der westlichen Welt nicht mehr existiert - nämlich der „entrechteten“ und „verfolgten“ arabischen Nation und ihrer fanatischen Apologeten. Wie kann man linken Antisemitismus besser kaschieren als mit dem hybriden Anspruch auf den Alleinvertretungsanspruch auf das Soziale und Gerechte, wenn man es am Beispiel der angeblich von Israel unterdrückten Palästinenser demonstriert?


An dieser Stelle zeigt sich übrigens, dass eine mir bekannte Rezensentin wohl einer Fehleinschätzung aufsitzt, wenn sie Tarachs sachlich völlig zutreffenden Hinweis darauf, dass die USA dem jungen jüdischen Staat keine Unterstützung zukommen ließ und z.B. bei der förmlichen Anerkennung Israels der Sowjetunion den Vortritt ließ, ja selbst 1948 Israel in seinem ersten großen Überlebenskampf anfangs in keiner Weise beistand, indirekt als sozialistische Romantisierung der Gründungsphase Israels interpretiert. Tilman Tarach hat dieser Unschärfe entgegengewirkt, indem er klar darauf hinwies, dass die Sowjetunion allein aus praktischem Selbstzweck handelte. Auch hat er die systemimmanenten Ursachen bei den Linken richtig benannt (siehe mein Hinweis im Absatz oben).


Oft verkannt oder unter den Teppich gekehrt wird oft auch die Tatsache, dass literarische Scheußlichkeiten wie Die Protokolle der Weisen von Zion quer durch alle politischen Reihen und Bevölkerungsschichten einen ungebremsten Zuspruch erfahren. Der Autor geht dieser Frage intensiv nach, und spätestens hier muss sich dem (lernbereiten) Leser erschließen, warum Ultralinke, Nazis und radikale Muslime trotz vordergründiger Unterschiede eine unverrückbare Konstante in der gemeinsamen Schnittmenge „Judenhass“ finden.


Von dieser Überlegung ausgehend führt Tarachs Analyse zur Berichterstattung der Medien im aktuellen „Palästina“-Konflikt und einer geradezu ins Groteske verdrehten Journalistenethik, die im Übereifer eines sozialistischen Helfersyndroms Ursache und Wirkung schamlos verdreht und Israel, den einzigen demokratischen Staat in Nahost, nahezu täglich zum Täter abstempelt.


Tilman Tarachs Buch deckt schonungslos Fakten auf (auch was "fromme" christliche Verfehlungen betrifft), und seine Sprache mag bei dem einen oder anderen um etwas mehr emotionale Zurückhaltung bemühten Zeitgenossen vielleicht ein wenig Stirnrunzeln auslösen. Aber das ist bei diesem Buch allenfalls sekundär und meines Erachtens sogar geboten. Der Autor ist ehrlich, überzeugend und geradlinig. Wer Probleme mit der semantischen Etikette hat, sollte sich mit der Süddeutsche Zeitung begnügen. Das Problem dabei ist nur, dass er dort oder bei anderen „Qualitätsblättern“ selten reinen Wein zum islamischen oder linken Antisemitismus eingeschenkt bekommt.

“Israelfreunden“, die Kritik an israelischen Regierungsentscheidungen mit versteckter Leugnung der Existenzberechtigung des jüdischen Staates verwechseln, ist bei der Lektüre zu wünschen, dass sie neue Einsichten gewinnen und vorherige Fehlschlüsse korrigieren. Für aufrichtige Sucher wird Tilman Tarachs Buch selbstredend ein Gewinn sein.


Bernd Dahlenburg

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*Tilman Tarach, Der ewige Sündenbock: Heiliger Krieg, die "Protokolle der Weisen von Zion" und die Verlogenheit der sogenannten Linken im Nahostkonflikt

Broschiert: 300 Seiten
Verlag: Edition Telok
Auflage: 2. Aufl. (März 2009)

ISBN-10: 300026583X

ISBN-13: 978-3000265839


(**) Ausführliche Exzerpte nachzulesen bei Lizas Welt hier und hier.

Mittwoch, November 04, 2009

Palästina in Utrecht: Monetäre History-Tricks eines Pappkameraden

Donnerstagnachmittag letzte Woche, als ich von meinem Hollandurlaub bei meinen geliebten Verwandten zurückkehrte, hatte ich noch ein wenig Zeit, wieder einmal die Umgebung Utrechts abzuradeln, und ich kam auf die Idee, das dort ansässige Geldmuseum zu besuchen, weil es in der Vergangenheit in Verruf geraten war. Die Vecht kannte ich schon – wunderschön.

Kurze Frage (nicht ironisch gemeint) in diesem Zusammenhang an die von mir verehrten Bio-Spezialisten Maxeiner & Miersch: Warum lassen die Holländer die gutmütigen Rind-, Schaf- und Ziegenviecher meistens draußen stehen und wir in Bayern (oft) nicht?

Etwas verwirrend auch der Weg zum Ort der Erkenntnis und das Studium der Straßennamen durch das marokkanisch-türkische Viertel südwestlich des Jaarbeursplein:
Hier scheint die Zeit für manche Zeitgenossen stehen geblieben zu sein: Jaffastraat und Palestine Laan (Palästinaweg).

Bewusstseinsstörung?


Aber nein - mein argloser Freund Kees hat mir versichert, dass die Leute dort keine revanchistischen Ambitionen wegen 1948 hätten. Dann muss es wohl stimmen - weil sie gute Pizzen backen?


Entlang einer mehr oder weniger schlecht romantisierend anmutenden Straße mit pittoresken Hausbooten, die wohl seit Jahrzehnten dort verankert liegen und das Privatleben der Leute sehr sympathisch und derb offenlegen, komme ich zum Ziel - der niederländischen Münzpresse (Inschrift auf der Abbildung: Das Geld, hier aus Metall,bekamen sie niemals zum Fluch, doch immer zum Segen). Dass dort das Geldmuseum untergebracht sein würde, hätte ich nicht gedacht, obwohl das Gebäude ziemlich protzig aussieht.



Doch, psst - nicht weitersagen: Kameras abschalten.

Was für eine Enttäuschung: Ich wollte unbedingt Sami Issa abfotografieren, den Mann, der behauptet hatte, dass es Israel nie gegeben hat, weil es angeblich vorher eine palästinensische Währung gegeben hätte.


Raum 8 im Erdgeschoss des zugegebenermaßen pädagogisch und didaktisch schön gestalteten Museums führte mich dann zur Quelle:


Ich bog links ab und stieß auf einen Irrgarten arabischer Münz- und Prägebeweisstücke und etliche Protagonisten in Lebensgröße - logisch, was sonst.


Sami Issa überfällt sofort mit seiner Präsenz, obwohl er in
nur etwa 1,6 Meter Körpergröße als Pappkamerad aufgebaut ist (war er größer?), weil er gleich links vom Eingang platziert ist.

Er präsentiert eine 5-Pound-Note der Anglo-Palestine Bank Limited (Schade noch einmal, dass ich die nicht fotografieren durfte). Diese Pound-Note ist in Hebräisch, Arabisch und Englisch beschriftet (habe ich nachgeprüft).


Besonders interessant aber, was auf einem drei mal vier Zentimeter großem Hinweisschild angebracht ist und ihn zitiert:

Er sagt dort, dass bis 1917 höchstens 5% aller Einwohner Palästinas Juden gewesen seien und der Staat Israel ein anti-palästinensisch-arabisches Konstrukt sei. Fragt sich nur, welche geografischen Abmessungen Palästinas (und welche) er meint.


Essenz seines kurzen Elaborats: In Palästina können nie Juden gelebt haben, die einen eigenen Staat gewollt haben, weil es sie nicht oder nur in verschwindender Zahl gegeben habe.


Während ich angestrengt über die korrekte niederländische Übersetzung sinnierte, kam eine unschuldige Loreley aus Utrecht in Gestalt einer Museumsangestellten daher, die sich im Verlauf des Gespräches als Catering-Angestellte entpuppte, die in Kleve jobbt und leidlich Deutsch sowie Englisch spricht (Die meisten Niederländer sprechen sehr gut und akzentfrei Englisch - zu vieler Deutschen Schande).


Dumm nur, dass ich ihr erklären musste, dass die jüdische Gemeinde in Holland seit einiger Zeit heftigen Protest gegen die palästinensische Propagandamasche eingelegt hatte. Sie wirkte sehr überrascht. Auch irgendwie logisch, nach zwei Jahren vergeblichem Protest.
Die Angestellte war sehr hübsch und sexy - mein Erfolg hielt sich (deshalb) in Grenzen.

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@Kleine Randnotiz für Tilman: Ich habe die Rezension fertig. Sie kommt als nächster Beitrag.

Donnerstag, Oktober 01, 2009

Tutu und Gandhi: Keine Übermenschen - eher schlichte Antisemiten

Im SPIEGEL-Forum zu Nahost-Themata taucht des Öfteren ein Teilnehmer auf, der sich Gandhi nennt, aber permanent gegen Israel, die USA und Juden hetzt. Verirrte Charaktere wie er berufen sich nicht ganz zu Unrecht auf den indischen Guru. Warum das der Fall ist können Sie hier nachlesen.

Zwei große Schüler Mohandas* Gandhis - Erzbischof Desmond Tutu und Reverend Martin Luther King Jr. - adoptierten die moralische und strategische Macht seines Credos für Gewaltlosigkeit. Sie bewirkten mit der Umsetzung seiner Ideen historische Veränderungen in Südafrika und in den Vereinigten Staaten. In einer Welt wie der heutigen mit ihren zahllosen Konflikten, regionalen Kriegen und zunehmendem Terror sehen aber immer noch viele Zeitgenossen in Gandhis Vision den Prototyp für die Lösungen aller Probleme.

Doch Gandhi war kein Übermensch.

Tutu, seit langem erbitterter Kritiker Israels, schüttete kürzlich wieder einmal seinen Hass über Israel aus. Gegenstand seiner Obsession ist seit langem der israelische Sicherheitszaun bei Bilin im Westjordanland, also dort, wo Aktivisten sich jede Woche versammeln, um gegen eine Sperranlage zu demonstrieren, die ihrer Meinung nach große Ungemach und Störungen im palästinensischen Alltagsleben bereite. Tutu meint, die Aktivisten erinnerten ihn an Gandhi, der die britische Herrschaft über Indien gewaltlos beendet hatte, und an King, der sich des Kampfes einer schwarzen Frau annahm, die zu schwach war, in einem Bus, dessen Sitzplätze nach Hautfarben getrennt waren, den ihr zugedachten Platz zu verweigern.

Kein Wort über Hunderte palästinensischer Selbstmordattentate, die zur Errichtung des Sicherheitszaunes geführt hatten oder darüber, dass die defensive und passive Anlage mehrmals Anschläge verhindert und somit jüdisches und arabisches Leben verschont hatte.

Stattdessen kommt Tutu mit einer Ermahnung, die er besser unter seiner Bischofsmütze behalten hätte:
Die Lektion, die Israel vom Holocaust lernen muss, ist, dass es niemals Sicherheit durch Zäune, Mauern und Gewehre bekommen kann.

Da Tutu sich auf den Holocaust beruft, wäre es interessant zu wissen, wie sein Vorbild Gandhi über Juden, Nazis und Palästina dachte.


1938, unmittelbar nach der Reichspogromnacht, in der die Nazis systematisch die Synagogen in Deutschland und Österreich zerstört hatten, verfasste Gandhi diese Zeilen:
Die Verfolgung der Juden durch die Deutschen scheint ohne Beispiel in der Geschichte zu sein. […] [Hitler] führt eine neue Religion des ausschließlich militanten Nationalismus ein, in dessen Namen jede denkbare Unmenschlichkeit heute und in der Zukunft belohnt wird. Wenn es einen gerechten Krieg im Namen und für die Menschlichkeit überhaupt geben könnte, also ein Krieg gegen Deutschland, um die bewusste Verfolgung einer ganzen Rasse zu verhindern, wäre er vollkommen gerechtfertigt.

Aber ich halte jeden Krieg für sinnlos.

Eine Diskussion über Für und Wider eines solchen Krieges übersteigt mein Vorstellungsvermögen und es geht mich auch nichts an.


Können die Juden gegen diese organisierte und schamlose Verfolgung Widerstand leisten? Gibt es einen Weg, ihre Selbstachtung zu behalten, sich nicht hilflos zu fühlen, beiseite geschoben und verlassen? Ich denke schon. […] Wenn ich Jude wäre und in Deutschland geboren […], würde ich Deutschland selbst dann noch als meine Heimat betrachten, so wie der größte nichtjüdische Deutsche, und ich würde es herausfordern, mich erschießen
oder in den Kerker werfen zu lassen […]. Und das freiwillig auf sich genommene Leid brächte ihnen und mir innere Stärke und Freude…
Die kalkulierte Gewalt Hitlers konnte selbst in einem allgemeinen Massaker an den Juden enden, geht man von seiner ersten Erklärung zu solchen Feindseligkeiten aus.
Wenn aber die jüdische Psyche (Geist, Seele [Castollux]) auf das freiwillige Leiden vorbereitet sein könnte, würde selbst das Blutbad, das ich prognostiziert habe, sich zu einen Tag der Danksagung und der Freude umkehren, dass Jehovah** die Befreiung der Rasse*** selbst aus den Händen des Tyrannen bewirkt hatte.
Nachdem also Gandhi Europas Juden dazu gedrängt hatte, den Nazi-Holocaust freudig zu akzeptieren, schickte er noch einen guten Ratschlag an die 600.000 Juden hinterher, die im Heiligen Land lebten:
Der Ruf nach einer nationalen Heimstätte für die Juden berührt mich nicht besonders. Ihr Bewegrund entspringt der Bibel und der Hartnäckigkeit, mit der die Juden die Rückkehr nach Palästina ersehnt haben. Warum sollten sie nicht, wie andere Völker der Erde auch, da ihr Land zu Eigen zu machen, wo sie geboren sind und ihren Lebensunterhalt verdienen? Palästina gehört den Arabern….Es wäre jedenfalls ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die stolzen Araber in der Weise zu erniedrigen, dass Palästina den Juden als nationale Heimstätte ganz oder teilweise überlassen wird. Das Palästina biblischer Vorstellung entspricht nicht den geografischen Vorgaben.

Sie [die Juden, Castollux] phantasieren das nur. […] Sie können sich in Palästina nur niederlassen, wenn die Araber das zulassen. […] Und sie sollten sich darauf konzentrieren, das Herz der Araber umzustimmen. Der gleiche Gott, der die Herzen der Araber anrührt, spricht auch die Herzen der Juden an. Sie können wählen - entweder erschossen oder ins Tote Meer geworfen zu werden, ohne dass ein Finger gegen sie erhoben wird. Sie werden die Weltmeinung für ihre religiöse Überzeugung bekommen. […]

Ich verteidige nicht die arabischen Übergriffe …Ich wünschte, sie [die Araber; Castollux] hätten den Weg der Gewaltlosigkeit gewählt, als sie widerstanden, was sie mit Recht als einen unrechtmäßigen Eingriff auf ihr Land ansahen. Aber im Einklang mit allgemein akzeptierten Vorstellungen von Recht und Gerechtigkeit kann nichts gegen den arabischen Widerstand vorgebracht werden.
Offenbar dienten Gandhis Worte als Steilvorlage für seinen südafrikanischen Bibelschüler zum heutigen Israel-Palästina-Disput: Schwer nachvollziehbar, wie Bischof Desmond Tutu Martin Luther Kings Meinung als seinen Standpunkt zu Israel uminterpretieren konnte. Der Republikaner John Lewis schrieb 2002 in einer Kolumne:
Wenn King wiederholt seinen Standpunkt zum israelisch-arabischen Konflikt unterstrich, dass Israels Recht auf einem Staat in Existenzsicherheit nicht zur Diskussion steht, und weniger als zwei Wochen vor seinem tragischen Tod sprach er mit Klarheit und aller Deutlichkeit aus: Frieden für Israel heißt Sicherheit, und wir müssen mit unserer ganzen Macht dafür einstehen, sein Existenzrecht zu bewahren, und seine territoriale Integrität. … Frieden für Israel bedeutet Sicherheit, und diese Sicherheit muss garantiert sein.
King auch 1968 beim Anti-Zionismus-Event an der Harvard-University:
Wenn Menschen Zionisten kritisieren, meinen sie Juden; sie sind aber Antisemiten.
Weltweit wird Gandhi immer noch sehr verehrt. Dennoch ist bemerkenswert, dass im heutigen Indien seine Weltanschauung weitgehend ignoriert wird. Und das von einer Atommacht, die Israels Vorgehensweise gegen Selbstmordbomber und andere Terroristen adoptiert hat.

Bei allem Respekt vor Tutu sind sich Israel und alle Juden der Lektion des Holocaust bewusst: Niemals wieder soll das Schicksal unserer Menschen in die Hände anderer gelegt werden. 2.000 Jahre lang waren Juden auf das Mitleid anderer angewiesen; sie hatten kein Land und keine Armee, und was sie als Ausgleich erhielten, waren Inquisition, Pogrome und der Nazi-Genozid. Der Holocaust lehrte uns auch, dass Freiheit und Gerechtigkeit zu denen kommen, die vorbereitet sind, dafür zu kämpfen.

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Quelle:
Copyright © 2009, The Los Angeles Times

Rabbiner Marvin Hier ist Dekan und Gründer des Simon Wiesenthal Centers. Rabbiner Abraham Cooper ist dort assoziierter Dekan.

*Gandhis Name lautet voll ausgeschrieben Mohandas Karamchand Gandhi, kurz Mahatma Gandhi.

**Falsche Übersetzung Gandhis. Siehe Abschnitt „Schreibweise“ bei Wikipedia. Abgesehen davon bringt er hier die Begriffe Rasse und Religion durcheinander. Er formuliert hier wie der Antisemit und Bruder im Geiste Rudolf Steiner.

***Schon der Begriff „Rasse“ ist unsinnig. Es gibt keine menschlichen Rassen - lediglich verschiedene Ethnien. Alle Menschen haben dasselbe Erbgut, das sie zu Menschen macht. Wer das aber leugnet ist wahrhaftig ein Rassist.