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Dienstag, April 21, 2009

Absurdes Theater

Lizas Welt hat es vollkommen richtig beschrieben:
Der Kampf gegen den Rassismus ist ohne Zweifel ein ehrwürdiges Anliegen; ihn aber an der Seite von Diktaturen zu führen, die sich selbst durch rassistische – und antisemitische – Praktiken auszeichnen, ist ungefähr so sinnvoll, wie die NPD auf ihrem eigenen Parteitag davon überzeugen zu wollen, dass auch Schwarze und Juden Menschen sind. Die Vereinten Nationen sind ein Teil des Problems und eben kein Teil der Lösung, wie Lukas Lambert in der Wochenzeitung Jungle World treffend befand.
Die Tatsache, dass Ahmadinejad selbst in Genf ein Forum bekommen hat, ist beinahe gleichzusetzen mit dem historischen Beispiel, als Hitler, Chamberlain und andere traurige Gestalten auf dem Obersalzberg zusammenkamen, und die Weltöffentlichkeit hatte zugeschaut -; eine Aufwertung des grinsenden Diktators aus Teheran und der klerikal-faschistischen Clique, die ihn steuert.

Wer heute noch nicht begreift, dass die Nichtteilnahme am Genfer Zombiespektakel die einzig richtige Entscheidung war, ist entweder dumm, bösartig oder resistent gegen alle Erfahrungen, die uns die Geschichte gelehrt hat.

Das gilt auch für etliche Kommentatoren der WELT, des Tagesspiegel, des SPIEGEL und etlicher anderer Zeitschriften und Sender hierzulande, von den internationalen Nachrichtenagenturen ganz zu schweigen, die mithalfen, diesen Dreck erst anzurühren.

Jetzt scheiden sich endgültig die Geister.

Hoffentlich.

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Lukas Lehmann hat in seinem Beitrag auch Gedanken zum Geschehen in Genf formuliert.

Dienstag, März 24, 2009

Audio-Info zu Durban 2 mit Alex Feuerherdt

Alex Feuerherdt nimmt in diesem Interview mit Radio Corax zur Durban 2-Konferenz Stellung. Bitte rechts oben auf der Seite zwischen den Buttons Download und Abspielen auswählen.

Für alle, die die englischen Originaltexte und unsere manchmal längeren schriftlichen Ausführungen zum Thema bisher nicht durchlasen, in diesem Audio-Interview noch einmal eine mündliche Zusammenfassung durch Alex Feuerherdt.

Er nimmt eingangs noch einmal kurz Bezug auf die Entstehungsgeschichte, die in Durban 1 (Südafrika) 2001 ihren unrühmlichen Ausgang nahm, als man eine Antirassismuskonferenz zum widerlichen Antisemitismusspektakel umfunktionierte.

(Das Pamphlet rechts kursierte während der Durban 1-Konferenz unter den [vorwiegend] islamischen Israelhassern)

Desgleichen spricht Feuerherdt die Praxis der islamischen Mitgliedstaaten des Menschenrechtsrats und seiner Unterstützer aus der Dritten Welt an (Ein Beispiel, wie dieser "Menschenrechtsrat" in der Regel funktioniert hier), mithife des künstlichen Kampfbegriffes "Islamophobie" und dem Verweis darauf, dass Religionskritik generell unzulässig sei, jegliche Kritik an der Scharia und ihrer archaischen Kopf-ab-Mentalität zu unterdrücken.

Im letzten Teil des Interviews gibt Alex Feuerherdt einen kurzen Ausblick auf die Frage, wie eine Alternative zum Menschenrechtsrat aussehen könnte. Hier kann man natürlich keine konkreten (Wünsche) Formulierungen abgeben, so lange das Hauptproblem - die Existenz des Menschenrechtsrates (früher Menschenrechtskommission bis 2006) in seiner bisherigen Form und Zusammenstellung - nicht kritisch hinterfragt und konsequent durch dessen Auflösung beantwortet wird.

Mehr Informationen zu Durban 2 hier auf meiner Webseite (Einfach "Durban" eingeben; Querverweise auch enthalten) oder auf den befreundeten Seiten in meiner Linkliste u.a: Lizas Welt, Zeitung für Schland, Wind in The Wires, Kritiknetz (Heinz Gess), Spirit of Entebbe, Achgut, Beer7, Gudrun Eussner, Heplev, Der Lindwurm etc....

UN Watch (mit Hillel Neuer), NGO Monitor und Pascal Bruckner, Mitinitiator des Aufrufs gegen Durban 2, nehmen sich des Themas natürlich auch sehr ausführlich an.

Ich bitte um Nachsicht, wenn ich nicht alle befreundeten Webseiten aufgezählt habe. Sie sind selbstredend dabei....

Samstag, Februar 28, 2009

Nach US-Absage zu Durban II: Es gibt noch genug zu tun!

Wie Jewish Telegraph Agency (JTA) gestern berichtete, hat die Obama-Administration beschlossen, Durban II zu boykottieren. Grund: Man hat Sorge, dass das Treffen der Kuscheltiere in Genf zum Antisemitismus-Festival verkommt. Chapeau, Obama!

In Israel stieß Obamas Entscheidung auf eine positive Reaktion, und Außenministerin Tzipi Livnis erste Kommentierung fiel entsprechend treffend aus:
„[Diese Entscheidung] ist richtungweisend für alle anderen Länder mit den gleichen Wertvorstellungen".
So entfällt auch jede Beteiligung der USA zur Vorbereitung von Durban II im April in Genf. Der Iran, Libyen, Kuba, Russland, China und andere „demokratische“ Staaten dürfen nun alleine weiterwursteln. Rechnete man mit Obama?

Wie die Jerusalem Post weiter schreibt, hat sich die US-Administration allerdings ein Hintertürchen für die Konferenz-Teilnahme offengehalten, auch wenn dieser Fall höchst unwahrscheinlich eintreten wird:
„The Obama administration would reconsider its position if the document improves in a number of areas including dropping references to any specific country, references to defamation of religion which the US views as a free speech issue, and language on reparations for slavery. It also wants a shorter text and does not want the final document for Durban II to reaffirm the final document from the 2001 Durban conference, the US official said."

Kurz zum Hintergrund


Die Vorgängerkonferenz zum diesmal anberaumten Trauerspiel in Genf war 2001 im südafrikanischen Durban abgehalten worden. Angekündigt als
„Weltkonferenz gegen Rassismus“ entpuppte sie sich aber bald als wüstes antiisraelisches und antisemitisches Spektakel. Und jetzt soll unter maßgeblicher Ägide islamischer Staaten Durban II einen draufsetzen, wobei der Iran eine Clique von Staaten anführt, die alles blockieren wird, was Israels Schutz dienen könnte und die Holocaustleugnung legitimiert, während gleichzeitig jegliche Kritik an Menschenrechtsverletzungen in islamischen Ländern mit dem Verweis auf Schutz der Religionsfreiheit [des Islam] abgewürgt werden soll. Oder wie die Initiative Boykottiert Durban II ähnlich zutreffend bemerkt:
„Neben der üblichen Dämonisierung Israels („Apartheid”) werden nunmehr auch Angriffe auf die Presse-, Meinungs- und Redefreiheit an Bedeutung gewinnen. Unter dem Vorwand des Kampfes gegen religiöse Intoleranz (und zwar nur gegenüber dem Islam) werden die Menschenrechte Schritt für Schritt pervertiert und in ein Unterdrückungsinstrumentarium im Namen der Religion umfunktioniert.“

Wie es weitergeht


JTA geht davon aus, dass in den nächsten Tagen und Wochen einige europäische Staaten dem Beispiel der USA folgen werden. Ein Selbstläufer war das aber bisher nicht und wird es auch nicht, d.h., Untätigkeit und wohlwollend-interessiertes Zusehen ist für Freunde Israels nicht unbedingt angesagt.

Deshalb sei hier noch einmal auf die Kampagne „Boykottiert Durban II“ und deren Verbreitung verwiesen, die am 12. März in Berlin (nach Abgabe einer Unterschriftenliste) ihren Abschluss in einer Pressekonferenz finden wird.


Ort:
Presse- und Besucherzentrum des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung (Raum 4).


Alle weiteren Informationen zu Diskussionsteilnehmern, Kooperationspartner, Termin und mehr rund um die Aktion finden Sie hier: Boykottiert Durban 2!

Hattip: Nasrin Amirsedghi