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Montag, November 30, 2009

Stephanie und die Warmduscher

Einfach nur auf die Abbildung unten oder alternativ hier klicken. Viel Worte braucht's da nicht....

Und hier gehts zum lesenswerten Blog von Stephanie Gutmann.

Dienstag, November 24, 2009

The Gray Lady und ihr Problem mit der Qualität

Warum die NY Times eine lausige Tageszeitung ist
Stephanie Gutmann


… sie ist es, weil sie einfach nur doof ist. So z.B., wenn sie immer nur das Offensichtliche anspricht, wenn sie niemals auf der Höhe ist oder wenn sie einen Ton anschlägt, der sich so anhört wie „Wir sind Vorschullehrer und ihr seid eine Klasse zappeliger Vierjähriger, die wir erziehen müssen.“

Nehmen Sie beispielsweise die Schlagzeile auf der Titelseite (Ausgabe 22. November): „Experten sagen, dass der Iran die Todesstrafe anwendet, um die Opposition einzuschüchtern“ (In der Online-Ausgabe ist der Titel kürzer gefasst). Also wirklich! Das hätte ich nie gedacht.


Gestern, als ich nicht viel zu tun hatte und noch eine Tasse Kaffee vor mir stehen, blätterte ich lustlos durch das New York Times Magazine und blieb bei einem Beitrag mit dem Titel „Obama-Markenzeichen wirksam einsetzen“ hängen. Cool. Ich steh’ schon immer auf so Zeugs über Markenartikel.


Aber bevor man etwas Interessantes zum Thema liest, muss man durch die Unterüberschrift, wo es heißt: „Der Präsident mag möglicherweise keine „Coattails“ haben (dt. etwa: Rockschöße, auch Frack; siehe Erläuterung hier und unten [Castollux]*) . Aber wenn es darum geht, den Kongress auf seine Seite zu ziehen, hat er mehr zu bieten.“

Ja toll! Ich bin fasziniert. Was könnte das sein? Aber bevor der Verfasser uns das erklären wollte, musste er eine große Times-typische Erörterung darüber anstoßen, ob es denn zuträfe, dass der Präsident keine Rockschöße trage (vielleicht ja doch; der Beweis kann so oder so angetreten werden). Nachdem er sich dort durchgewurstelt hatte und - so hoffte ich - fortfuhr, nahm er einen unerwarteten Umweg. Er definierte das Wort
„Coattail“:
Diese ganze Konversation über Rockschöße muss die meisten Wähler unter 40 verwirren, die keine visuelle Vorstellung davon haben, wie so etwas wirklich aussieht, falls sie nicht ein Riesenvermögen verdient haben oder für einen Abschlussball herausgeputzt sind. Der Begriff geht zurück auf Abraham Lincoln….
Danach verschwendete der Autor etwa 400 Wörter an seine Leser „unter 40“, um die äußeren Merkmale eines Rockschoßes zu beschreiben (So, als könne man es sich aus der Kombination von “coat” und „tail“ nicht zusammenreimen), gefolgt von einer Abhandlung darüber, was es bedeute, den Begriff „Coattails“ als politische Metapher zu verwenden (als ob seine Leser wirklich denken würden, er würde über Leute schreiben, die tatsächlich auf Obamas Anzugjacke sitzen).

Das Problem mit der Times und den meisten amerikanischen Tageszeitungen ist (Wall Street Journal und New York Post stellen eine große Ausnahme dar), dass sie herablassend und geschwätzig sind. Herausgeber müssen sich für eine Lesergruppe entscheiden und dann eine Verpflichtung eingehen, die dies in Stil und Inhalt reflektiert. Die Times besitzt dafür nicht die Kraft, also verzettelt sie sich andauernd und vergewissert sich immer wieder ihrer selbst - wie ein verunsicherter Pfadfinderführer, der Angst hat, dass er jemanden aus seiner Gruppe auf dem Anstieg zum Berg verloren hat.


So hatte ich also nie herausgefunden, wie Obamas Markenzeichen wirksam eingesetzt worden wäre, wenn er keine Rockschöße hätte. Die Tasse Kaffee war leer und ich hatte genug.


Quelle: Stephanie Gutmann

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*Kleine Anmerkung zu
Coattails:

Damit ist (in diesem Fall in den USA) gemeint, dass der Präsident der siegreichen Partei „quasi auf seinen Rockschößen“ weitere Stimmen für seine Partei erringen kann und so weiteren Leuten aus den eigenen Reihen den Einzug in den Kongress ermöglicht.


Coattail kann aber auch mit Korsett, Frack oder Mieder übersetzt werden. Deshalb auch der krampfhafte Versuch des NY Times-Autors, eine unmissverständliche Beschreibung hinzubekommen.

Mittwoch, August 19, 2009

Israel für linke Loser zu erfolgreich

Stephanie Gutmann im Telegraph mit Ausführungen zum neuen Buch The Israel Test von George Gilder. Ins Deutsche übertragen von Castollux.


Israel für linke Loser zu erfolgreich
Stephanie Gutmann

Der unberechenbare, manchmal etwas clowneske, aber oft brillant schreibende Autor George Gilder hat ein neues Buch mit dem Titel The Israel Test herausgebracht. Gilder ist weithin bekannt wegen seines sehr große Resonanz erzeugenden Buches Wealth and Poverty (1981) - ein Leitfaden für beispielhafte Schaffung von Wohlstand und Unternehmertum, von dem manche sagen, dass es als Blaupause für Ronald Reagans Rettung der Wirtschaft nach der durch Jimmy Carter verursachten Malaise gedient haben könnte.

Gilder scheint mit einem untrüglichen Instinkt für umstrittene Themen ausgestattet zu sein, und wieder einmal hat er eines gefunden, das die Kritiker ärgern wird. The Israel Test handelt hauptsächlich davon, dass die wirklichen Fragen hinter der Unterstützung (braucht keine bedingungslose zu sein), oder Ablehnung Israels (er spricht über erhebliche Missbilligung), mit den innersten Gefühlen der Menschen zu tun haben. Anerkennen Sie Leistung und Erfolg und glauben Sie, dass man dazu ermutigt werden soll? Oder misstrauen Sie reflexhaft, weil Sie denken, Erfolge kämen auf Kosten anderer Menschen zustande und Sie wollen ihnen deshalb Grenzen setzen?

Die Frage stellt sich deshalb, weil Israel entgegen schlechter Startchancen eine Kraftquelle der Hochtechnologie und speziell der Bioforschung geworden ist (Gilder bewundert die Industrietechnologien besonders), dazu auch noch führend auf den Feldern Musik, Architektur und Literatur.

„Das kleine Israel mit seiner Bevölkerung von 7,23 Millionen….kommt gleich hinter den USA bei technologischen Entwicklungen. Pro Kopf gesehen stellt Israel alle Nationen in den Schatten“, kräht Gilder. Aber hierin liegen auch die Probleme:
Weil sie davon ausgehen, dass Wohlstand von oben nach unten durch die Regierung verteilt und nicht durch Erfindungsreichtum und praktisches Wissen generiert wird, sehen Israels Kritiker [in akademischen Kreisen, und Organisationen wie EU und UNO] die Welt als Summe begrenzter Ressourcen. In der Annahme, dass sich Israel, wie die Vereinigten Staaten, zu vieler Weltressourcen bemächtigt hat, plädieren sie für riesige internationale Ausgleichs- und Umverteilungsprogramme. Ihrer Ansicht nach begründet sich Israels Wohlstand nicht auf….Kreativität und Genialität, sondern auf Schnorrer-Hilfe durch die USA, Landraub und Einverleibung anderer Ressourcen der Araber…; Dieses Denken in Nullsummenkategorien hat sich rund um den Globus festgesetzt. Vielleicht sogar bei dem einen oder anderen Leser dieser Zeilen….

Man glaubt, dass freier internationaler Handel ein zweischneidiges Schwert wäre, das viele Opfer hervorbringe. Man möchte viel von Israels Wohlstand an seine Nachbarn abgeben. Man glaubt, dass Israels Nachbarn - und die Welt - mehr von einer Umverteilung profitieren würden als von Israels fortschreitender wirtschaftlicher Stabilität und seiner Freiheit. Man glaubt, dass Israel eher zu groß als zu klein sei. Man glaubt (kaum zu fassen!), dass Armut nicht durch Neid und Raubwirtschaft, sondern durch Unternehmergeist und Eigentum verursacht wird - und dass diese Armut der größte Nebeneffekt von Wohlstand sei.
Wenn Gilder sich mit neuen Ideen befasst, wirkt er manchmal schroff und neigt zur Übertreibung, aber ich denke, dass er einen sehr wichtigen Aspekt angesprochen hat. Für mich ist es die grundlegende Feststellung, dass diese Haltung Israel gegenüber häufig nicht wirklich mit dem Land selbst zu tun hat, diesem kleinen Streitobjekt felsigen Landes, zusammengedrückt zwischen Jordan und Mittelmeer.

Nach mehreren Jahren Recherche zu einem Buch über die Nahost-Berichterstattung in den Medien begann ich zu ahnen, dass das Thema Israel/Palästina wie ein Rorschach-Test funktioniert, eine Projektionsfläche für die ganz persönliche Klage der Menschen. Da gab es die Hausfrau in Tennessee, die augenscheinlich all ihre Zeit zwischen Waschmaschine und Anrichten von Hamburger Helpers für ihre Kinder einer Website widmete, die haarklein Israels angebliches Unrecht gegenüber den Palästinensern auflistete. Da gab es den Pensionär im Staat New York, der in einem Leserbrief halluzinogene Nazibilder verwendete (“die Sturmabteilung steigt die Treppe herauf; heftiges Klopfen an der Tür…"), um zu beschreiben, was er über Israels täglichen Umgang mit den Palästinensern in der umstrittenen West Bank „wusste“.

Kritik an Israel ist legitim - wie Kritik an den USA, Großbritannien und Republik Neu-Guinea - aber es drängt sich schon der Verdacht auf, „dass da noch etwas anderes mitschwingt“, wie es der Psychologe sagen würde, wenn man das Maß an Passion und kochender Wut sieht, das meistens von Leuten aufgebracht wird, die kaum einmal in Nahost waren. Es gibt Dutzende Menschenrechtsfragen und umstrittene Gebiete weltweit, über die sie sich so richtig aufregen könnten - Darfur, Tibet, Kaschmir - aber der Israel/Palästina-Konflikt scheint die Leute anzuziehen wie ein Magnet. Unausgewogene Nachrichtenberichterstattung über die Berichterstattung der Ereignisse in Israel/in Palästina ist nicht selten zu beklagen.

Gilder identifiziert die übergroßen und deplatzierten Leidenschaften als Ergebnis eines anerzogenen Misstrauens gegenüber dem Leistungsdenken. Aber weltweite Haltungen basieren auch auf einer Kanonisierung (Heiligsprechung) der Opferrolle. In dieser Zeit kanonisierter Opferrollen ist Überleben immer eine suspekte Angelegenheit, besonders dann, wenn zum Zwecke der Selbstverteidigung Gewalt angewendet wird. Zu Beginn der zweiten Intifada erklärte ein palästinensischer Führer dem New York Times-Kolumnisten Tom Friedman, dass „wir diesen Konflikt gewinnen, weil wir besser [öffentlichkeitswirksamer, Castollux] sterben.“ Er hatte Recht.

Nach jedem Krieg verbreiten die islamistischen Hamas oder Hisbollah riesige (oft weit übertriebene) Zahlen von zivilen Opfern als Beweis dafür, dass Israel auf irgendeine Weise in einem sehr wechselseitigen Krieg getäuscht habe. Wenn die Menschen in Südisrael ihre Wohnzimmer verbunkern und Kindergärten mit Sandsäcken absichern und ein Leben führen müssen, in dem ein Ohr immer mit der Alarmsirene rechnet, die den Anflug einer der gut 8.000 Raketen meldet, die zwischen 2005 und 2008 aus dem Gazastreifen abgefeuert worden waren, wird es nicht als bewundernswertes Zeichen fürsorgender Zivilverteidigung und Stoizismus gesehen, sondern wieder als Beweis dafür, dass Israel etwas beabsichtigt, das hinterhältig und unfair ist, oder „unverhältnismäßig“.

In den Augen der linken Intelligenzbestien dieser Welt sterben die Israelis einfach nicht schön genug.

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Mehr zu George Gilders Buch hier.
Crossposting mit Arye Sharuz Shalicar