Samstag, Juli 10, 2010

Fußball-WM und Stunde der Komödianten: Wer sind eigentlich Mählich und Prohaska?

Roman Mählich (im Bild rechts strahlend; Quelle: Austria Schiesswald) hat eine "Weltkarriere" bei Sturm Graz hingelegt, ist also prädestiniert für eine Rolle als Fußball-Analytiker beim ORF.

Wow!


Ähnlich
prädestiniert wie Chefkommentator Herbert Prohaska?

Herbert Prohaska führte Austria Wien in der österreichischen Operettenliga zu vielen blass-lila Meistertiteln und sorgte 1978 mit Hans Krankl in einer Sternstunde dafür, dass Deutschland sein Cordoba
erlebte. Davon träumt und zehrt er wohl heute noch, denn anders kann ich mir sein widerlich-überhebliches Kommentargehabe nicht erklären, wenn es um deutsche Vereins- oder Nationalmannschaften geht.

Ab und zu sehe ich mir Spiele deutscher Mannschaften in der Champions-League auch auf dem österreichischen Sender ORF1 an - bisweilen auch EM- und WM-Spiele, weil ich mitbekommen will, wie man dort tickt. Da sich aber die Österreicher (ich meine nur die Fußballer und die "Experten") aufgrund großmäuliger Selbstüberschätzung und fehlender fußballerischer Klasse seit etlichen Jahren in allen europäischen und internationalen Turnieren meistens mit der Zuschauerrolle begnügen müssen, rollen sie regelmäßig den "roten Teppich" für ihren Erzfeind aus. Logisch – den Piefke.


Prohaska nach dem Spiel Deutschland gegen Spanien sinngemäß:
"Die deutsche Mannschaft ist halt' doch nur eine Kampfmaschine. Sie kann ihre Pfade nicht verlassen, weil sie auf Kampf und Krampf geeicht ist".
Roman Mählich - wie oben angedeutet, Weltklassespieler aus der Wiener Neustadt - heute vor dem Spiel gegen Uruguay; auch sinngemäß zitiert:
„Uruguay sehe ich klar in der Favoritenrolle. Sie sind im Spiel Eins gegen Eins besser und werden die deutsche Mannschaft nach einer Führung beherrschen“.
In der Halbzeitpause tippte er darauf, dass die deutsche Mannschaft nach dem Ausgleich Uruguays „einknicken wird“.

Lieber Roman Mählich:


Bleib’ bei deinen Leisten und trainiere weiterhin österreichische Weltklassevereine.

Mittwoch, Juli 07, 2010

Weiterstricken an Mossad-Mythen: Diesmal ist die "Landshut" dran

Die Webseite Texxas bietet eine Online-TV-Vorschau an. Fährt man nach der Installation des Programms mit dem Mauszeiger über den Titel einer Sendung, wird ihr Inhalt angegeben. So auch in diesem Fall, einer heute Abend in der ARD zu sehenden "Dokumentation": Tödliche Schokolade: Der Giftmord des Mossad und die Entführung der "Landshut" (23.55 Uhr)

Beim Durchlesen des dummdreisten Elaborats werden recht schnell ein paar Dinge klar:

a) Antisemitische "Informations"-Propaganda setzt sich bei den Öffentlichen-Rechtlichen immer mehr durch.


b) Die von allen Parteien durchgewunkene
Bundestagsentschließung zur Aufhebung der Gaza-Blockade gibt den Judenhassern hierzulande weiter extremen Auftrieb. Man geht immer ungenierter zu Werke.

c) Juden sind - diesmal qua Programmvorschau - per se rachsüchtig, und das unterscheidet sie von allen anderen Menschen.


d) Es wird suggeriert, Israel hätte billigend in Kauf genommen, dass Passagiere der entführten Landshut in Lebensgefahr geraten oder ermordet werden.


e) Nur jüdische Geheimdienste arbeiten "dreckig", alle anderen - besonders die deutschen - natürlich nicht.


f) Das Böse als Bestandteil einer anthropologischen Konstante wird "dem Juden" als Alleinstellungsmerkmal zugerechnet, hier projiziert über den Begriff "Zionismus" auf den "Juden der Völker", also Israel.


g) Die Protokolle der Weisen von Zion haben noch lange nicht ausgedient.

Samstag, Juli 03, 2010

Kommentar: German Tanks mit Leichtlauföl?

Spätestens übermorgen wird man wieder in Englands Zeitungen und anderswo Phrasen wie diese zu lesen bekommen: „Gegen deutsche Panzer ist kein Kraut(s) gewachsen“, „Argentinien überrollt und eingenommen“, „Messi vernichtet“ oder ähnlichen Schrott, der nur Gehirnen von Journalisten entspringen kann, die entweder von Fußball nichts verstehen oder bewusst Lunte legen wollen. So schwer ist das ja auch nicht.

Dabei ist doch alles so einfach:

Eine sensationell aufspielende deutsche Mannschaft, die teilweise südamerikanischer spielte als die Argentinier, hatte die Gauchos entgegen aller Voraussagen (auch meiner sehr vorsichtigen Einschätzung; ich tippte auf Verlängerung) mit 4:0 regelrecht in alle Bestandteile zerlegt. Da trat eine bemerkenswert unpolitisch und naiv agierende Mannschaft auf, die weiß Gott nichts für manche ihrer Fans kann, die mir eben auf der Straße begegnet sind, und erst recht nichts dafür, dass der Bundestag kürzlich einen der miesesten und dunkelsten Momente erlebt hatte – als es nämlich darum ging, einem ungeheuerlichen Antrag zuzustimmen, in dem es darum ging, Israel zur Aufgabe der Seeblockade gegen das Terrorrregime im Gazastreifen aufzufordern.

Ich schwebe zwischen Wolke 7 und Hölle 2

„Deutschland, Deutschland“-Rufe aus den Autokorso, die vor meinem Balkon von den Fans intoniert werden. Gleichzeitig denke ich daran, wie wenig gesellschaftspolitisch aufgeklärt, wie selbstvergessen doch diese Menschen sind: Sie wissen nicht einmal, dass alle Parteien des Deutschen Bundestages mit meiner oben erwähnten Debatte das Existenzrecht des Staates Israel indirekt und endgültig(?) massiv in Frage stellten, weil sie sich auf eine gehässige Forderung der Partei „Die Linke“ eingelassen und darauf aufbauend eine neue Entschließung formuliert hatten, die es dem Iran erleichtert, Waffen an die Hamas zu schmuggeln. Und gleichzeitig will ich diese Menschen (momentan) auch nicht wegen ihres Desinteresses und ihrer kindlichen Freude verurteilen.

Dennoch:

Wie sehr deutsche Eitelkeit und selbstherrlicher Dünkel gegenüber Israel im politischen Alltagsgeschäft, das uns spätestens nach dem WM-Endspiel wieder brutalstmöglich einholen wird, Hand in Hand gehen, zeigen die Wortmeldungen aller Parteien: Das Überleben des palästinensischen Staates bzw. des Gazastreifens hinge von einer totalen[!] (man beachte die Wortwahl) Aufgabe der Seeblockade ab – so, als gäbe es keine Landwege, keine Häfen in Israel, über die Gaza bisher nicht ausreichend versorgt wurde und jetzt noch zusätzlich beliefert wird.

Was sich heutzutage in Deutschland abspielt ist eben nicht nur die Neuauflage eines Fußball-Sommermärchens, sondern so ganz nebenbei die Zementierung eines Leitmotivs der deutschen Politik generell seit 1945:
Entledigen wir uns des Problems „Israel“, dann können wir noch unbeschwerter unsere Fanmeilen in Szene setzen, uns noch unbeschwerter feiern, denn merke: Juden stören beim Feiern, besonders dann, wenn sie sich ihrer Haut wehren, während sich Parlaments-Teutonen im Siegesrausch befinden.
Kurze Schlussbemerkung: Ich habe jedes Tor der deutschen Mannschaft genossen und will auch, dass sie alles erreicht, was sie sich vornimmt. Das hält mich aber nicht davon ab, den Blick für den Alltag und die daraus erwachsenden Realitäten zu verlieren.

Sonntag, Juni 27, 2010

A Champion Is Born: The Tall And Great Thomas Müller

Thomas Müller
(Im Trikot von Bayern München)

Eben war die deutsche Nationalmannschaft dabei, England nach dem besten Spiel dieser WM überhaupt spieltechnisch zu zerlegen (Spanien-Chile gestern war ähnlich gut). Zwar hatte sie beim nicht gegebenen regulären Tor der Engländer großes Glück gehabt und musste nach der Halbzeit einige Schrecksekunden überstehen. Aber der Sieg war insgesamt verdient. Und letztendlich wurden "The Three Lions" von Löws Truppe im WM-Zirkus teilweise vorgeführt (Endergebnis 4:1). Mir tut es fast schon Leid um die Briten...ganz ehrlich....

Ich hätte nie im Traum dieses Ergebnis erwartet. Und wenn dieses Spiel einen Fingerzeig gegeben hat, was die taktische Aufstellung betrifft: anscheinend ist die Mischung aus vielen jungen, erfolgshungrigen Spielern und drei, vier erfahrenen Säulen in der Mannschaft doch die richtige Lösung.

Aber Vorsicht, Euphoriebremse: Gegen Argentinien oder Mexiko wird sich zeigen, was wirklich drin ist in diesem jungen deutschen Team. Ist es schon am Ende seines überaus sympatisch erspielten Siegeszugs angelangt?

Gegen Argentinien oder die Mittelamerikaner wird es ganz, ganz hart. Aber für "uns" leistet sich Demichelis bestimmt noch (hoffentlich [Entschuldigung]) den einen oder anderen Aussetzer.


Vor eineinhalb Jahren noch in der Dritten Liga Deutschlands gespielt, heute auf dem Sprung zur absoluten Weltklasse:


Thomas, "The Tall And Great Müller"


Ich will jetzt nicht auf den Putz hauen, aber Thomas Müller hat heute seine Gesellenprobe bestanden, was (zukünftige) Weltklasse betrifft. Er bewegt sich wie van Basten, finde ich - fast noch etwas frecher, schneller und unbekümmerter. Logisch, kommt ja auch aus Bayern ;-))

Ich mag' diesen Typ!

Jetzt geht mein Bayern-Gen mit mir durch. Verzeiht es einem Augsburger.

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Drei kurze Schlussbemerkungen:

Thomas Müller in einem Interview zu den kommenden Gegnern:
"Wir müssen jetzt alle putzen".
Auch wieder typyisch Bayern. So muss man denken!

Und im Interview:

Auf die Frage eines ARD-Reporters (SPIEGEL), was er davon hielte, zum besten Nachwuchsspieler des Turniers gewählt zu werden, antwortete Müller:
"Warum nicht? Ich habe noch einen Platz in der Vitrine übrig."
Und der ehemalige Austria-Profi Mählich kommentierend im ORF:
"Die Bayern waren einfach cooler".
Felix Bavaria!

So kann man es auch sehen. Oder besser gesagt, so muss man es sehen.

Meine Balkontür musste ich mittlerweile schließen, weil auch die Deutschen vom Vuvuzela-Virus befallen sind.

Sch...Vuvuzela... (Teil 1 und Teil 2)*

Da es um die Artikel zur Vuvuzela
von Der Lindwurm eine unglaubliche Hektik und viele Leserbriefe gab (es folgten noch mehrere Teile auf der Webseite von "der Lindwurm"), bitte ich, den Fortgang auf seiner Webseite zu verfolgen.

Dienstag, Juni 22, 2010

Kommentar: Werden Niebel und die FDP rückfällig?

Ich will nicht so weit gehen und Dirk Niebel (FDP), dem Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung oder seiner Partei generell antiisraelische oder gar antisemitische Neigungen unterstellen. Wer kann schon in seinen Kopf schauen, noch dazu, wo in der Vergangenheit stets die Solidarität mit Israel relativ deutlich artikuliert wurde, wenn auch mit wenig überzeugenden Verweisen wie jetzt von ihm auf seine frühere Tätigkeit in einem Kibbuz, seine Hebräischkenntnisse (ja und?; ich kenne etliche Antisemiten, die perfekt Hebräisch bzw. Ivrit sprechen) und seine Mitgliedschaft bei der oft unglaubwürdigen DIG* bzw. mancher ihrer Dependancen (noch einmal ja und?).

Genauso gut könnte ich sagen, dass ich als Evang. Theologe qua Ausbildung immun gegen Antisemitismus sei. Bei etlichen Kollegen in der EKD stelle ich aber sehr oft das Gegenteil fest. Ein unheilvoller Trend - leider!

Festzuhalten gilt jedenfalls: Niebels pro-israelische Aktivitäten beziehen sich zum größten Teil auf die Zeit vor seiner Ernennung zum Minister (auch seine Blogeinträge)!


Dass er in Jerusalem (Zitat: „5 vor 12 für Israel“) weit überzogen und sich jetzt dafür entschuldigt hatte, spräche eigentlich(?) dafür, dass er in den letzten zwei Tagen ein wenig über seine katastrophale Verirrung nachgedacht hätte.
Gleichzeitig sagte er aber, dass er inhaltlich nichts zurücknehme.

Was heißt das?
Und redet so ein Mann, der Einsicht gewonnen hat?

Nein, so redet ein Politiker, der permanent auf die innenpolitische Situation und auf negative Umfrageergebnisse in Deutschland schielt während er durch die Lande tingelt.

So schlicht äußerte sich Niebel: Die FORMULIERUNG sei zurückgenommen bzw. abgeschwächt, aber der [anklagende] Inhalt werde beibehalten.

Nichts, aber auch gar nichts wurde zurückgenommen, weil Niebels Eitelkeit keine Einsicht zulässt.
Der Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung besteht also weiterhin darauf, dass die Seeblockade Gazas (letztendlich) aufgehoben werden müsste. Er akzeptiert lediglich die Negativliste des israelischen Außenministers Avigdor Lieberman, die Waffen oder waffentaugliche Waren (Dual-Use-Produkte) auf dem Landwege nicht durchlässt. Damit begibt Niebel sich übrigens auf einen sehr gefährlichen Pfad, denn in seinem Schlepptau argumentierten viele bundesdeutsche Politiker, auch die Europäische Union und – was noch schlimmer ist – die Partei Die Linke und islamistische Organisationen.

Abgesehen davon, dass Niebel jetzt mit dazu beitrug, eine gewaltige und hässliche antiisraelische Welle in den Medien weltweit anzustauen, die kein Wort über den von der Hamas seit vier Jahren in Geiselhaft gehaltenen israelischen Feldwebel Gilad Shalit verliert, ist noch ein weiteres Element sehr fatal: Er stellt indirekt die Solidarität der Bundesrepublik mit Israel zur Disposition, wenn er Ultimaten stellt und Korrelationen zwischen Israels und Deutschlands Verhalten
konstruiert.

Was soll das?

Und damit bin ich wieder bei meiner Headline, wenn auch mit leicht veränderten Vorzeichen:

Wie stehen die FDP bzw. hochrangige Vertreter dieser Partei zu Israel?


Erinnern wir uns:


Möllemann hatte im Jahr 2002 eine Flyer-Kampagne gegen Michel Friedman und Ariel Sharon gestartet (Burkhard Hirsch hatte löblicherweise scharf interveniert), die eindeutig antisemitische Züge hatte, und – ich sehe mich im Nachhinein noch bestätigt – nur dazu diente, den ultrarechten Rand der Wählerschaft in Deutschland zu bedienen. Ziemlich schäbig, oder?

Gleichzeitig wurde die so genannte 18-Punkte-Aktion der FDP in Gang gesetzt, also ein mehr als unappetitlicher Wahlkampftrick, der dazu diente, mit nazistischen Symbolen zu spielen, was natürlich seitens der Freidemokraten heftig dementiert wurde (Die Zahl 18 weist auch heute noch mehr oder weniger (un)verschämt auf die Initialen Adolf Hitlers hin: „1“ für Adolf und „8“ für Hitler). Die rechtsextreme Szene hatte sich damals kaputtgelacht ob dieses wahlkampftaktischen Rohrkrepierers, der auf Westerwelles Schuhsohlen zu bewundern war.


Was sehr bedenklich stimmt: Bis heute haben sich Westerwelle und die gesamte FDP niemals von dieser Aktion distanziert.


So lange diesbezüglich keine Einsicht herrscht, glaube ich diesen Leuten kein Wort mehr, denn Westerwelle hatte auch bei seinem Antrittsbesuch in Israel als Außenminister alles andere als eine gute Figur gemacht.


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*Mit dem Kürzel DIG wird häufig auch Deutsche Israelkritische Gesellschaft assoziiert bzw. die DIG verballhornt. Ich denke, dass dies nicht selten zu Recht geschieht. In manchen Ortsvereinen mag das nicht zutreffen (z.B. Frankfurt und Freiburg, um zwei positive Beispiele neben anderen wenigen herauszugreifen), aber ist in DIG wirklich das drin, was außen draufsteht?


Damit erledigt sich abschließend auch die Frage, ob Dirk Niebel unangreifbar wäre, nur weil er Vizepräsident der DIG ist.

L
achhaft.

Freitag, Juni 18, 2010

Löws taktischer Özil-Fehler und ein Schiedsrichter der "Extraklasse"

Ich weiß, in Deutschland gibt es geschätzte 80 Millionen Fußballtrainer, zu denen ich mich natürlich auch zähle (habe aber immerhin etliche Jahre aktiv gespielt). Und die wissen natürlich alles besser. Ist auch gut so, weil dies zeigt, wie groß der Rückhalt für die Nationalelf ist. In welchem Land außer Brasilien gibt es das? In Italien und Frankreich werden die Spieler nach Misserfolgen nicht selten mit Tomaten beworfen, wenn sie nach Hause kommen. Mit Analysen hält man sich dort nicht lange auf.

Im Bild die vielleicht größte deutsche Hoffnung für die nächsten Jahre, was das Mittelfeld betrifft - eine echte Nummer 10, wie wir sie schon lange nicht mehr hatten: (Mesut Özil / Werder Bremen)

Zur spanischen Schiedsrichterleistung: Da kann man sich doch einig sein: Seine mehr als penible Kartenvergabe in manchen Situationen heute war ein Witz, auch die Gelb-Rote gegen Klose - zumindest in der Entstehungsgeschichte.


Zum Spiel selbst ganz kurz: Serbien hat das Mittelfeld sehr eng gemacht, stimmt. Doch selbst in Unterzahl hat die deutsche Mannschaft in der zweiten Halbzeit die Serben an die Wand gespielt, auch wenn diese zwei sehr gute Konterchancen ausließen. Dass Podolski sein Visier nicht richtig eingestellt hatte, dazu auch noch einen Elfmeter verschoss, ist m.E. nicht der Knackpunkt. Er wird gegen Ghana vielleicht treffen. Man sollte Podolski also jetzt medial nicht "niedermachen".


Löws Auswechslungen geben jedoch Rätsel auf (für mich waren sie ziemlich überraschend):

Warum wurde der mit Abstand kreativste deutsche Spieler und die fantastische Nr. 10, nämlich Mesut Özil, ausgewechselt? Castollux' letzte Haare gingen ob dieser Entscheidung drauf. Meiner Meinung nach hat Löw bei dieser WM das erste Mal einen taktischen Fehler gemacht, weil fast alle guten Pässe in die Spitze von Özil kamen. Ich hoffe, dass Löw seinen Fehler gegen Ghana korrigiert.


Kurz nach dem Spiel wurde von Oli Kahn gemutmaßt, Özil sei ab der 70. Minute
vielleicht schlapp gewesen. Sehe ich überhaupt nicht so; und manch’ andere Zuseher wohl auch nicht.

Zu den eingewechselten Marin und Gomez: Es klingt vielleicht hart, aber beide waren Totalausfälle, was aber nicht heißt, dass beide im Verlauf des Turniers nicht noch wertvolle Beiträge leisten könnten. Zugegebenerweise war es für beide sehr schwer, angesichts eines Rückstands noch etwas zu reißen. Andererseits: Zu welchem Zweck werden Spieler eingewechselt?


Mutmacher: Die junge deutsche Mannschaft beweist Moral und Spirit. Das ist wichtig! Für Mittwoch sehe ich nicht schwarz. Da ist sehr viel Potential vorhanden. Und die Stimmung in der Mannschaft passt.

Montag, Juni 14, 2010

Grauenhaft: Dieses unfassbare Elend im Gazastreifen!

Bitte weint mit!

MEMO für die Marshallplan-Strategen aus den Welterlösungsfraktionen von Die Linke und etliche Vertreter des Deutschen Bundestages, die sich vor wenigen Tagen mit unsäglich peinlichen Formulierungen blamierten:

Die Quelle dieser Bilder ist absolut unverdächtig, kommt sie ja doch von den "Opfern". Aber man wird sicher wieder einen Schnürsenkel in der Gulaschkanone finden.

Pulsierendes Ghetto-Treiben in Gaza Stadt. Hier werden ausgemergelte Palästinenser nachts von israelischen Schergen zum Abtransport zusammengetrieben. Die Stromversorgung wurde von Ashkelon komplett gekappt, wie Sie sehen.


Bei der Betrachtung dieses Schreckenszenarios kann einen nur grenzenloses Mitleid überkommen angesichts unstillbaren Hungers. Unser Stadtmarkt hat übrigens wegen dieser schockierenden Bilder UNRWA-Hilfe angefordert, weil er sich vollkommen übergangen fühlt. Er kann nicht einmal die von Chaoten herausgerissenen Pflastersteine auswechseln, weil er zig Millionen Schulden hat. Das Dumme: Die UNRWA kennt nur Palästinenser, sonst nichts.

Alle Bilder also hier: http://www.paltoday.ps/arabic/News-64161.html

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Hattip von der wie immer sehr emsigen Tiqvah bat-Shalom

Wie man die Vuvuzela-Geräusche im TV rausfiltert

Den Text habe ich direkt und 1:1 aus Magazin Web.de entnommen. Interessant übrigens auch die Schlussfolgerung im letzten Absatz.

Vuvuzela-Geräusch aus TV-Aufnahmen ausfiltern - so geht´s

Von Panagiotis Kolokythas


Vielen Fußball-Fans gehen die Vuvuzela-Geräusche während der TV-Übertragungen gehörig auf die Nerven.


Auf Surpoeten.de (hab' noch nicht nachgesehen [castollux]) ist ein Artikel erschienen, in dem erläutert wird, wie die Vuvuzela-Geräusche während der WM-Übertragungen ausgefiltert werden können. Der Trick: Der Autor des Artikels ermittelte, dass es sich bei dem Vuvuzela-Dauerton um ein Ais handelt, der Grundton eine Frequenz von 233 Hertz hat.


An einem Computer mit Soundkarte, der über eine Soundkarte mit geringen Latenzzeiten und der entsprechenden Sound-Software verfügt, lassen sich demnach die störenden Klänge ausfiltern. Wie das genau funktioniert, wird am Beispiel eines Mac Mini in Verbindung mit der Software Logic Express 8 ausführlich erläutert.


Im Ergebnis wird das Audio-Signal nun vom Fernseher zunächst in den Computer geschickt und danach gefiltert aus den Lautsprechern vom Computer ausgegeben. Man kann also über diesen Umweg ein Fußball-Match ohne die störenden Vuvuzela-Geräusche anhören.


Es dürfte nicht lange dauern, bis es auch eine Vuvuzela-Killer-Software gibt, mit der zumindest die Fußball-WM-Zuschauer, die die Spiele am PC verfolgen, von den Vuvuzela-Klängen verschont werden. Dass die Filterung so einfach ist wirft aber immerhin die Frage auf, wieso die Fernsehsender nicht ein ähnliches Verfahren einsetzen.

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P.S.: Meine Frage wäre jetzt nur: Kann man dann wenigstens die erwünschten Geräusche hören und ist das technisch machbar? Müsst eigentlich gehen, oder?

Sonntag, Juni 13, 2010

Kommentar zum Iran: Der Freiheitskampf geht weiter!

Gestern jährte sich zum ersten Mal, dass die Herrschaft eines brutalen Regimes im Iran (Persien), das seit 1979 alle Perser knechtet und mit Tod bedroht, mit allen Mitteln der Täuschung, Manipulation und Gewaltanwendung (vorläufig) vor der Weltöffentlichkeit zemetiert wurde.

Hunderttausende Freiheitsliebende demonstrierten daraufhin mehrere Monate im ganzen Land. Viele wurden niedergeknüppelt, eingesperrt, gefoltert und ermordet. Noch jetzt sitzen viele Demonstranten im Gefängnis.

Die Empörung der Freien Welt beschränkte sich bis zum heutigen Tag auf verharmlosende "intellektuelle" Grenzziehungen und betuliche Beschwichtigungsformeln: Man müsse weiterhin im Gespräch bleiben, so die Vorgabe des US-Präsidenten Obama, der sich mehr an seine Kairoer Ergebenheitsadresse an die islamische Welt hielt, statt Realpolitik zu betreiben - und so auch im Schlepptau die westlichen Alliierten, die bis heute noch keinen glaubwürdigen Schulterschluss in Sachen "Verschärfte Sanktionen" gegen den Iran gefunden haben.

Zufall?

Nein!


Meine Freunde aus dem Exil, verbündete Blogs und wir (Free Iran Now!) haben die Entwicklung bis heute sehr aufmerksam verfolgt und sehr akkurat dokumentiert (was wir auch weiterhin tun werden).

Wir wurden immer wieder mit niederschmetternden Ergebnissen konfrontiert:


1) Einer Hasspropaganda gegen unsere Freunde aus dem Exil, unsere verbündeten Blogs und gegen uns selbst.

2) Einer wütend und hysterisch ausfallenden Reaktion vieler Linker auf unsere Forderung nach einem freien und säkular ausgerichteten Staat Iran (Persien). Haben Linke etwas gegen Freiheit und Trennung von Staat und Religion?

3) Einer erschreckenden Gleichgültigkeit in den "etablierten" Medien. Bis heute wird dort meistens noch der Eindruck erweckt, als handele es sich bei den Verbrechen im Iran um ein vorübergehendes singuläres Ereignis, das man vielleicht heute schon relativieren und in einen Zustand der Bedeutungslosigkeit herunterschreiben könne.

4) Der bis heute anhaltenden Verschleppungstaktik der IAEA, den USA und der Freien Welt, Chinas und Russlands, wirklich harte und einschneidende Sanktionen gegen das Atomwaffenprogramm des iranischen Mörderregimes zu verhängen.

5) Dem Versuch einer heimtückischen Gleichstellung von außen, zwischen uns, die die Freiheitsbewegung bedingungslos unterstützen, und denen, die eine "Islamische Republik Light" haben wollen, einen Zusammenhang herzustellen. Keiner von uns und niemand unserer Unterstützer will, dass mit Mördern wie Karroubi und Moussawi, die sich als Reformer gerieren, ein Neuanfang gestartet wird. Dann wären alle Bemühungen umsonst gewesen.

6) Einer zunehmenden Interesselosigkeit, je mehr sich der 12. Juni 2009 vom heutigen Tag entfernt. Als Nicht-Iraner, der sich hauptsächlich mit der Entwicklung des Nahost-Konflikts befasst, kann ich das sogar irgendwie nachvollziehen. Aber warum dieses Splitting beim Hinsehen? Warum schaut man bei Nahost hin und beim Iran weniger?

Meine Besorgnis:

Ich vermute, dass manche Unterstützer Israels den Zusammenhang zwischen der inneriranischen Entwicklung und dem Fortgang im Nahost-Konflikt nicht richtig gewichten bzw. falsch einschätzen: Sie glauben, dass diese beiden Paradigmenfelder relativ wenig miteinander zu tun hätten. Zwar wissen sie, dass der Iran die Terrororganisationen Hisbollah und Hamas unterstützt, verkennen oder unterschätzen gleichzeitig aber, wie sehr sich die innenpolitische Entwicklung im Iran auf ein zukünftiges Szenario in Nahost auswirken könnte. Es gilt also für alle Freunde Israels, drei Brennpunkte gleichzeitig im Auge zu behalten - Teheran, Gaza City und Ramallah.

Schlussbemerkung:


Wir realisieren, dass die Freiheitsbewegung ins Stocken geraten ist, sind also keine Träumer. Und wir wissen deshalb, dass noch eine Menge Wegstrecke vor uns liegt. Umso wichtiger, dass wir durchhalten, nicht verzagen oder müde werden. Das sind wir den Menschen im Iran schuldig.

Es gibt Bilder wie die aus den ersten Tagen der Freiheitsdemonstrationen nach dem 12. Juni 2009, die sich für immer in unseren Köpfen und in unserem Gewissen eingegraben haben. Wer ein lebendiges und warmes Herz in seiner Brust schlagen spürt, darf nicht aufhören, die iranische Freiheitsbewegung zu lieben und zu unterstützen.


Im März dieses Jahres haben Free Iran-Autoren in Zusammenarbeit mit Freunden ein Buch herausgegeben, das die Freiheitsbewegung im Iran dokumentiert. Diese Freiheitsbewegung hat sozusagen eine ISBN-Nummer, so tragisch das auch klingen mag. Weitere Bücher könnten folgen, müssen aber nicht, wenn unser Weg zu einem erfolgreichen Ziel führt. Wir würden gerne über positivere Dinge schreiben.

Freiheit für den Iran!
Weg mit dem Mullah-Regime!
Weg mit Ahmadinejad!

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Crosslinking mit Free Iran Now!

Samstag, Juni 12, 2010

Die (fast) Rustenburg Tea Party*

Ganz hat es zwar nicht geklappt, aber ein Unentschieden der USA gegen England ist mehr als beachtlich. Spiel-Ticker hier.


Englands Torhüter Robert Green krabbelt vergeblich einem harmlosen Schuss des US-Mittelfeldspielers Clint Dempsey nach...; ein kapitabler Torwartfehler.

Die Briten werden es wohl schwer haben gegen Algerien, denn diese Mannschaft ist für mich jetzt Favorit für Platz 1 in der Gruppe. Auf den Gruppenersten könnte die deutsche Mannschaft im Achtelfinale stoßen, wenn sie denn so weit käme.

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*Rustenberg war Austragungsort des heutigen Spiels England gegen USA (1:1). Die Anspielung "Tea Party" bezieht sich mit einem kleinen Augenzwinkern auf dieses Ereignis.