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Dienstag, März 02, 2010

Der letzte Mohikaner und die polternden Daunenfedern

Wenn Daunenfedern krachend herunterprasseln könnten, falls es um journalistische Ethik geht, dann gewiss in diesem Fall.

Paul Martin, freiberuflicher Reporter [Freelancer] für die BBC und andere [britische] Nachrichtenmedien (im Bild rechts, Quelle: HonestReporting), ist so etwas wie eine ethische Nagelprobe für den internationalen Journalismus und besonders für das Verhalten der BBC, wenn es um Notlagen ihrer Beschäftigten geht:

Seit mehreren Jahren ist Martin für Beep ["Beep" verballhornt für BBC] in Nahost unterwegs; bis vor 6 Wochen als letzter Mohikaner im Gazastreifen, wo er nun von der Hamas eingebunkert wurde.

Interessant und höchst aufschlussreich ist das Verhalten seines Arbeitgebers BBC, der sich im Jahr 2007 fast stündlich und weltweit mit Stellungnahmen zum verhätschelten Kollegen Alan Johnston bemerkbar gemacht hatte. Bei Martin schweigt die BBC.

Warum?


Paul Martin war zumindest partiell um ausgeglichene Berichterstattung bemüht: er kritisierte die Hamas ebenso wie Israel, auch wenn man die bei ihm manchmal auftretende Äquidistanz zwischen Terroristen und dem demokratischen Staat Israel keinesfalls gutheißen darf. Johnston hingegen betrieb eine völlig einseitige Berichterstattung für die Sache der (radikalen) Palästinenser, die Israels Positionen und Sicherheitsinteressen völlig ausblendete und von Hass gegenüber dem jüdischen Staat gekennzeichnet war.


Hatte sich deshalb die BBC so für Johnston engagiert und lässt sie aus dem gleichen Grund Paul Martin im Regen stehen?


Im Folgenden eine Übersetzung zum Thema, die ich aus dem Media BackSpin von HonestReporting entnommen habe:



Ohrenbetäubendes Schweigen zu Paul Martin

Die Hamas verlängerte die Inhaftierung des britischen Journalisten Paul Martin um weitere 15 Tage.

Traurige Nachrichten, aber kaum überraschend. Die Hamas führt einen Krieg gegen die Pressefreiheit.


Überraschend ist das Schweigen der Medien in diesem Fall. Martin ist nicht so populär wie Alan Johnston. Man sollte aber annehmen, dass sich die britischen Nachrichtenmedien (besonders die BBC), die jahrelang von Martins Arbeit profitiert hatten, lautstärker auftreten würden.


Tom Gross hebt hervor:
Paul Martin, der früher in Kairo lebte, hat jahrelang für mehrere verschiedene Medien gearbeitet, darunter das BBC-Fernsehen und den Radiosender. In der Tat war er vor 6 Wochen der letzte Reporter, der für die BBC in Gaza im Einsatz war - gerade deshalb ist das beinahe völlige Schweigen der BBC, sein Schicksal betreffend, so ohrenbetäubend. Man vergleiche das nur einmal mit den nahezu stündlichen Statements, die [BBC] Tag für Tag, Woche für Woche wegen ihres ehemaligen Gaza-Korrespondenten Alan Johnston abgab, als er 2007 in Gaza gefangen gehalten wurde.

Man vermutet, dass die Sorge der BBC um Johnston deshalb so groß war, weil er „durch und durch einer der ihren war“ (was natürlich auch beinhaltete, dass er in seinen Reportagen eine große Sympathie für die Sache der Palästinenser an den Tag gelegt hatte), wohingegen Paul Martin, der nur auf Freelancer-Basis für die BBC tätig ist, wenigstens einige Versuche unternahm, die Hamas genauso zu kritisieren wie Israel. (Als Johnston freigelassen worden war, vermied er es demonstrativ, Israels Regierung Lob zu zollen, die in jeglicher Form auf seine Freilassung hingewirkt hatte. Stattdessen rief er Hamasführer Khaled Meshaal in Damaskus an, um sich bei ihm persönlich zu bedanken. Weitere Einzelheiten hier und zu Johnston hier).
Man sollte also davon ausgehen [können], dass die in Jerusalem ansässige Foreign Press Association (FPA) mit wachsamen Augen um Martins Sicherheit bedacht sei und den jämmerlichen Zustand der Pressefreiheit in Gaza berücksichtige. Aber die FPA hat gerade mal eine Stellungnahme abgegeben. Der Vorsitzende Conny Mus ist mit wichtigeren Problemen beschäftigt: Israels neuer Kampagne für Bürgerdiplomatie.

Lesen Sie Gross’ Beitrag vollständig [in Englisch].


Dazu passend: 3 wichtige Unterschiede zwischen Paul Martin und Alan Johnston.

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Quelle: HonestReporting

Freitag, Januar 16, 2009

BEEPs Geisterreporter

BBC wirft journalistische Integrität über Bord

Wieder einmal bleibt der journalistische Professionalismus auf der Strecke beim hoffnungslosen Versuch der BBC, Israel zu attackieren und in den Dreck zu ziehen.

Die Story, in der behauptet wird, dass IDF-Soldaten auf Gaza-Zivilisten gefeuert hätten, als diese versuchten, ihre Häuser zu verlassen - einige mit weißen Fahnen - basiert auf völlig hergeholten und unbegründeten Behauptungen.
Der Artikel gibt an, dass...
„BBC-Journalisten in Gaza und Israel detaillierte Berichte zu den Vorwürfen erstellt [haben].“
Welche BBC-Journalisten in Gaza?

Basierend auf der Tatsache, dass die Auslandspresse keinen Zugang nach Gaza hat, kann man nur annehmen, dass diese so genannten neutralen Beobachter in Wirklichkeit Palästinenser sind, also Stringer. Eine Fußnote im Artikel scheint dies zu bestätigen: Recherche und Bericht von Hamada Abu Qammar im Gaza und Heather Sharp, Fouad Abu Ghosh and Raya el-Din in Jerusalem.


Die BBC vertraut also blindlings einem palästinensischen „Journalisten“ und „Augenzeugen“ im Gazastreifen – so wie andere Medien, die sich nirgendwo nahe der Kampfzone aufhalten. Diese Form der Abarbeitung des Tagespensums an Berichten zeigt, dass die BBC einen neuen moralischen Tiefstand erreicht hat.

[Höfliche] Briefe können Sie [In Englisch] an die Beschwerdestelle der BBC richten: http://www.bbc.co.uk/complaints/

Ausführliche Hilfe zur Navigation im BBC-Dschungel auf der Seite finden Sie hier. Bestehen Sie ruhig auf einer stichhaltigen Erklärung und richten Sie sich auf einen längeren Briefwechsel ein, falls die Antwort der BBC nicht zufriedenstellend ausfällt.

Quelle: HonestReporting

Sonntag, Juli 06, 2008

Beeb, Beeb, BBC: Schlagzeilen laufen Amok

Wenn Tim Franks, fest angestellter Griffelspitzer und Tastatur-Zampano bei der BBC, aus seinem Fenster im Büro der Jerusalem Capital Studios die Jaffa-Straße hinunterblickt, entgeht ihm im Regelfall selten etwas, was nicht irgendwie zu verwursten wäre - und im Verwursten von Nachrichten ist die BBC einsame Weltspitze. Im Gebäudekomplex haben viele internationale Medien wie der britische Mediengigant (verballhornt Beeb), CCN, Sky News und etliche andere Medien Outlets ihre Büros eingerichtet. Einige Anschläge in der Vergangenheit wurden nicht zufällig in der Nähe des Medienhauses verübt, weil man sich als Terrorist an keinem Platz in Jerusalem und vielleicht weltweit so sicher sein kann, fast zeitgleich mit dem Geschehen in die Schlagzeilen zu kommen wie hier.

Entgangen ist Tim Franks auch am Dienstag, den 2. Juli wohl kaum etwas, als ein palästinensischer Einwohner Ostjerusalems sich einen Radlader schnappte, um eine beispiellos wahnwitzige Amokfahrt zu inszenieren. Er raste auf zwei Busse, etliche Autos und unschuldige Passanten zu, tötete mindestens 3 Menschen und verwundete Dutzende Passanten, bevor er von einem Soldaten und einem Polizisten erschossen wurde, der in einer halsbrecherischen Aktion auf das Fahrerhaus gesprungen waren.

Es ist nicht das erste Mal und auch kein Zufall, dass (auch) ausgerechnet die BBC bei schrecklichen Vorfällen wie diesem zu einem Mittel greift, das ethisch höchst verwerflich ist und von der Absicht zeugt, unehrlich und verzerrend zu berichten, um aus einem gegen israelische Bürger gerichteten Anschlag in Sophisticated Speech etwas zu konstruieren, das sich gegen den israelischen Staat und seine Bürger richtet.

Wie Pesach Benson von HonestReporting schnell feststellte, hatte die BBC unmittelbar nach dem Anschlag folgende Schlagzeile produziert: „Israelischer Radladerfahrer erschossen“. Auf den ersten Blick konnte das den Eindruck erwecken, hier wäre ein Israeli Amok gelaufen und es handle sich um einen Vorfall, der nicht im Entferntesten etwas mit einem palästinensischen Täter zu tun hätte. (siehe Screenshot).

Warum ging Tim Franks nicht die paar Meter runter zur Straße und erkundigte sich bei den Sicherheitsbehörden? Man kennt ihn und hätte ihm Auskunft geben bzw. auf die Pressekonferenz verweisen können. War er kurz auf dem Klo, um seinen Angstschiss abzulassen? Die etwas später abgeänderte Schlagzeile entbehrt dann nicht einer gehörigen Portion bösartiger Komik: „Bulldozer-Amokfahrt erschüttert Israel“.

Abgesehen davon, dass eine Bulldozer-Amokfahrt wohl das Letzte ist, was den Staat Israel in seinen Grundfesten erschüttern könnte (wie hier heimtückisch impliziert), weil er tagtäglich mit der Terrorgefahr lebt, ist die Wortwahl in dieser Schlagzeile an dreister Euphemisierung kaum zu übertreffen.

In der Nahostberichterstattung, und da besonders im Kontext des israelisch-palästinensischen Konfliktes, hatte man bei der BBC noch nie Skrupel, jede erdenkliche Auseinandersetzung zwischen der IDF und Palästinensern sprachlich so ins „rechte“ (falsche) Licht zu rücken, dass palästinensische Terroristen zu anonymen, ziellos umher irrenden „home made“- Kassams mutierten und umgekehrt IDF-Operationen zu unverhältnismäßigen Racheaktionen des jüdischen Staates.

Beispiel gefällig? „Raketen verletzen Dutzende in Israel“ titelt der britische Medienriese, vergisst aber (absichtlich?), den Absender anzugeben, der so freundlich war (und weiterhin ist) seine Tod bringende Fracht nach Sderot oder Ashkelon zu tragen.

Zur dogmatisch unverrückbaren und beinahe schon verklärt interpretierten Konstante der BBC-Berichterstattungsphilosophie gehört selbstredend der Einsatz brachialer Headline-Monster wie in diesen Beispielen: "Israelis töten Militante in Gaza" (Die "Militanten" feuerten vorher Raketen auf Israel) oder "Kinder durch israelischen Militärschlag getötet" (Die Kinder spielten nahe einer Raketenabschussrampe).

HonestReporting hatte dazu ein Communiqué verfasst. Abgesehen davon, dass hier der "Täter" in Kollektivhaft genommen wird ("Die Israelis" und selbstredend die Juden in Gestalt des Staates Israel), wird eine Täter-Opfer-Konstellation fortgeschrieben, die in weiten Teilen der westlichen Presse - und hier besonders der europäischen - eine unheilvolle Tradition entwickelt hat.

Ich weiß nicht, ob Tim Franks und sein Arbeitgeber Cricket -, Rugby- oder Fußballfans sind.

Eines aber sicher nicht: Leidenschaftliche Befürworter eines wenigstens in Ansätzen erkennbar investigativen und redlichen Journalismus. Mister Franks hat's leicht: Die Beschwerdestelle der BBC federt alle kritischen Leseranfragen stellvertretend für ihn ab, denn - wer möchte schon gerne mit Alan Johnston tauschen, der trotz devoter Haltung gegenüber Hamas und Fatah mehrere Monate als Geisel eines Gaza-Klans gehalten wurde?


Beeb, Beeb, BBC….

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Nachtrag, 7. Juli:


BBC entschuldigte sich für die Ausstrahlung drastischer Bilder vom Anschlag letzte Woche.
Die Hölle gefriert, wenn sich Beeb für irgendetwas entschuldigt.

Update, 6. Juli: Redakteur Craig Oliver verteidigt die Entscheidung.

Sonntag, Juni 08, 2008

Das Johnston-Syndrom der BBC

HonestReporting

BBC-Reporter: Glaubhafter Augenzeuge oder Propagandist für die Palästinenser?

Für welche Form der Darstellung von Ereignissen steht ein BBC-Journalist?

Die BBC-Sendung „Von Korrespondenten aus unserem Haus“, ausgestrahlt auf Radio 4 und veröffentlicht auf BBC Online, gibt BBC-Journalisten die Gelegenheit, über ihre eigenen Wahrnehmungen eines bestimmten Ereignisses an einem bestimmten Ort zu berichten. Nicht selten enthüllt dies die Scharade von Objektivität, die die BBC für sich aufrechterhält - am augenfälligsten bei Barbara Pletts Tränenausbruch kurz vor Arafats Tod.

Dann berichtet BBC-Reporter Aleem Maqbool aus Ramallah, wo er diese dramatische Geschichte mit einfließen lässt:

An einem ganz gewöhnlichen Wochentag im letzten Jahr, etwa 3 Uhr nachmittags, drangen gepanzerte israelische Fahrzeuge ins Stadtzentrum von Ramallah vor und bezogen vor dem beliebten Hummus-Cafe Stellung.

Für alle Passanten sichtbar, darunter Kinder, die sich auf dem Heimweg von der Schule befanden, schleiften die Soldaten einen knapp Dreißigjährigen aus dem Cafe. Er war ein gesuchter Militanter. Sie schossen auf ihn - zuerst in die Beine, dann in den Bauch und schließlich in den Kopf.

Innerhalb von Minuten setzte der „palästinensische Reflex“ ein. Schuljungen füllten den Platz und bewarfen die Soldaten mit Steinen, bis diese das Weite suchten. Als wir eintrafen feuerten die Soldaten mit scharfer Munition und verletzten vier Menschen, bevor sie in ihren Jeeps aus der Stadt rasten.

Im nächsten Absatz gibt Maqbool zu verstehen, dass er Augenzeuge des Geschehens gewesen sei, das als „Hinrichtung“ durch die IDF beschrieben wird:

Sobald die Soldaten verschwunden waren - das muss ich wirklich sagen - war ich ein klein wenig überrascht, erwachsene Palästinenser weinend und sich umarmend am Straßenrand zu sehen, und Jugendliche zusammenbrechen, die vorher noch Steine geworfen hatten.

Maqbool scheint den Tod des palästinensischen Terroristen Omar Abdel-Halim zu beschreiben. CAMERA hat jedoch die Medienberichterstattung zu diesem Vorfall unter die Lupe genommen und zahllose Widersprüche zwischen den Berichten so genannter palästinensischer „Augenzeugen“, palästinensischer NGOs und Medienunternehmen festgestellt, die sich nicht einmal auf den richtigen Namen des Terroristen verständigen konnten.

Während Maqbool behauptet, dass der Mann aus dem Cafe geschleift worden wäre, berichteten Haaretz, New York Times und AFP übereinstimmend, dass zwischen den israelischen Streitkräften und den palästinensischen Bewaffneten ein Schusswechsel stattgefunden hatte. Die Financial Times berichtete gleichzeitig, dass „Augenzeugen gesagt hätten, Halim habe Zivilkleidung getragen, dazu eine Dienstwaffe im Holster und ein AK-47, als er das Nazareth-Restaurant in Ramallah verlassen habe“. Wurde Halim aus dem Restaurant gezerrt, wie Maqbool behauptet?

Maqbool betont zudem, dass „gepanzerte israelische Fahrzeuge“ zugegen gewesen seien. Der Bericht der Financial Times bezieht sich jedoch auf „einen weißen Lieferwagen mit palästinensischen Nummernschildern“, aus dem israelische Soldaten entstiegen.

Die Darstellung der IDF:

Die Einsatzgruppe nahm wahr, dass Abdel-Halim mit seinem AK-47 auf sie zielte und eröffnete das Feuer auf ihn. Abdel-Halim versuchte, vom Kampfplatz zu fliehen. Die Einsatzkräfte feuerten ein weiteres Mal auf ihn und vergewisserten sich, dass sie ihn getroffen hatten. Die Soldaten haben das Feuer in dem Augenblick eingestellt, als klar war, dass Abdel-Halim für sie keine Bedrohung mehr darstellte...

Während der Operation wurden auf die Soldaten Schüsse abgefeuert und Steine geworfen; sie gaben daraufhin Warnschüsse ab und nahmen eine eindeutig lokalisierte Schussquelle unter Feuer. Die IDF hat keinerlei Informationen erhalten, was zivile Schäden betrifft und beim DCO (District Coordination Office) wurden keinerlei Schadensersatzansprüche registriert.

Möglicherweise wird nicht deutlich, was genau während dieses Vorfalls stattgefunden hat. Eindeutig ist aber nach der Untersuchung durch CAMERA die offenkundige Unglaubwürdigkeit palästinensischer Augenzeugen und Quellen neben der augenfälligen Bereitschaft, Vermutungen als Tatsachen zu berichten.

Ist BBC-Reporter Maqbool also ein glaubwürdiger Augenzeuge dieser Geschehnisse in Ramallah vor einem Jahr? Und wenn doch, zu welcher Version dieser widersprüchlichen Geschichte steht er? Oder wiederkäut er einfach die palästinensische Version, die dazu gedacht ist, Israels Ansehen mit einem Minimum an Sätzen maximal zu schaden?

Typisch für die Berichterstattung der BBC ist deren Unterschlagung passenden Kontextes oder die fehlende Überprüfung unzuverlässiger Quellen. Wenn BBC bereit ist, die so ernste Anschuldigung einer „Exekution“ durch die IDF zu bringen, dann sind wohl harte Fakten und Hintergrundinformationen, die in diesem Fall fehlten, das Mindeste, was ihre Reporter leisten sollten.

Die Praxis der chronologischen Umkehrung durch BBC

Der 51-jährige Amnon Rosenberg wurde am 5. Juni getötet; der dritte Todesfall innerhalb eines Monats, der auf Granatenbeschuss durch Palästinenser aus Gaza zurückzuführen ist, als Terroristen den Kibbuz Nir Oz im westlichen Negev beschossen. In Erwiderung darauf nahm die israelische Luftwaffe palästinensische Terroristen in Gaza ins Visier, was tragischerweise das Leben eines 4-jährigen palästinensischen Mädchen forderte, als ein Luftschlag sein Ziel verfehlte.

Aber in einer eindeutigen Manier von chronologischer Zeitumkehrung titelt die BBC mit „Zwei Tote in Gaza nach israelischen Angriffen“, um lediglich weit unten im vierten Absatz anzumerken, dass „der Angriff, bei dem auch zwei Frauen verletzt wurden, nach dem Beschuss eines israelischen Kibbutz durch palästinische Bewaffnete erfolgte, bei dem ein Zivilist getötet und vier weitere verletzt wurden“.

Warum lässt es die BBC an der klaren zeitlichen Einordnung der Ereignisse fehlen? Zudem unterschlägt die BBC die Unterscheidung zwischen Terroristen, die vorsätzlich einen Angriff mit der Absicht durchgeführt haben, Zivilisten zu töten, und jenen, die aus der Selbstverteidigung heraus handelten, um ihre Zivilbevölkerung zu schützen.

Hattip: CAMERA

Freitag, Mai 09, 2008

Geburtstagsgeschenk für Israel: BBC erteilt Geschichtsunterricht


Zum 60-jährigen Geburtstag Israels durfte natürlich eine Bestandsaufnahme des „besten Nahost-Experten“ im BBC-Stall nicht fehlen: Jeremy Bowen (links im Bild), des Öfteren schon durch hochqualifizierte Berichterstattung und „Unparteilichkeit“ aufgefallen, durfte diesmal die einstündige Dokumentation „The Birth Of Israel“ fabrizieren, die - wen wundert’s - wieder überdeutlich seine Handschrift trägt. Die Sendung ist online nur in Großbritannien zu sehen - in absehbarer Zeit wohl auch in ganz Europa.

Honest Reporting hat sich natürlich wieder mit dem journalistischen Treiben Jeremy Bowens befasst, denn Eines ist sicher: Bei ihm lohnt es sich immer, genau hinzusehen. Castollux hat übersetzt.


HonestReporting

Jeremy Bowens Dokumentation ist gespickt mit Fehlern und historischem Revisionismus

Die Ereignisse, die bis zur Schaffung des heutigen modernen Staates Israel vor genau 60 Jahren führten, sind wieder und wieder von qualifizierten Historikern untersucht worden. Warum nur wurde Jeremy Bowen die Verantwortung für die einstündige Dokumentation „Die Geburt Israels“ am 4. Mai übertragen? (Online nur in Großbritannien zu empfangen; der Film wird möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt international ausgestrahlt).

Nahost-Redakteur Bowen zeigt immer wieder eine einseitige Betrachtungsweise gegenüber Israel und bezüglich des regionalen Konflikts, und seine Dokumentationen folgen diesem Strickmuster.

Einen Vorgeschmack auf das, was zu erwarten ist, bieten erste Sekunden der Ausstrahlung, die Bilder der Kuppel des islamischen Felsendoms und ein Kruzifix vor der Silhouette Jerusalems zeigen. Trotz der tiefen religiösen Verbundenheit des Judentums zu Jerusalem und dem Land Israel wird dieser Fakt unbegreiflicherweise ausgelassen. Und hierin besteht der Hauptfehler des kompletten Beitrages - die legitimen Wurzeln des jüdischen Volkes im Land Israel, die über drei Jahrtausende zurückreichen, werden entweder heruntergespielt, delegitimiert oder gänzlich ignoriert.

• Das Recht der Juden auf ihren Staat infrage stellen:

Während Bowen von palästinensischen Bauern spricht, die das Land seit Jahrhunderten bestellten, wird der ununterbrochenen jüdischen Anwesenheit, die bis vor die Antike zurück reicht, kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Stattdessen unterstellt er, dass die Wellen jüdischer Einwanderer in der Zeit vor der Staatsgründung ein fremdes Implantat gewesen seien.

An keiner Stelle macht Bowen deutlich, dass ein souveräner Palästinenserstaat niemals existiert hat und vor der Teilung die palästinensischen Araber sich keine andere Identität gegeben hatten. Tatsächlich aber ignoriert Bowen die etwa 100.000 Araber, die alleine während der Zeit des britischen Mandats aus den Nachbarländern auswanderten und heute als Palästinenser betrachtet werden.

Bowen fasst die Balfour-Erklärung von 1917 simplifizierend in einem Satz zusammen: „Eine Nation, die das Land eines Anderen an einen Dritten verspricht“, und lässt zweckdienlicherweise aus, dass das „Land des Anderen“ nicht der Realität entsprach und dass die dritte Nation [das jüdische Volk] legitimen und wahren Anspruch auf dieses Land gehabt hat.

Und als ob er uns diesen Punkt immer wieder einbleuen wollte spricht Bowen davon, dass der Holocaust ein neues Argument für einen jüdischen Staat geschaffen habe. Will Bowen damit andeuten, dass es vor dem Genozid der Nazis kein moralisches Thema war? Auch wenn der Holocaust zweifellos die dringende Notwendigkeit eines jüdischen Staat bewiesen hat, so sollte er in keiner Weise legitime jüdische Ansprüche auf einen eigenen Staat vor (!) der Vernichtung des europäischen Judentums schmälern.

Trotz dieser Tatsache erklärt eine [in der Sendung] befragte Person: „Warum das palästinensische Volk vertreiben, um es einen Preis für ein Verbrechen zahlen zu lassen, das es nicht begangen hat?“ Auch wenn Bowen kurz den vorübergehenden Besuch des Muftis von Jerusalem in Nazi-Deutschland bei Hitler erwähnt, unterschlägt er sowohl die Unterstützung des palästinensischen Führers für Hitler als auch seine Beteiligung an der Ermordung europäischer Juden während des Krieges.

• Moralische Gleichsetzung:

Bowen verwendet die BBC-typische Haltung der moralischen Gleichsetzung, wenn er den gegenwärtigen Konflikt beschreibt: „Israel geht mit Luftschlägen und Bodenangriffen vor. Palästinenser beschießen israelische Grenzstädte mit Raketen. Beide Seiten geben dem Gegner die Schuld.“ Folglich wird palästinensischer Terror mit israelischen Bemühungen, seine Bürger zu beschützen, gleichgesetzt.

• Palästinensische und arabische Opferrolle:

Bowen jedoch nimmt Abstand von dieser Gleichsetzung und ergreift stattdessen jede sich bietende Möglichkeit, einen arabischen David als Opfer des israelischen Goliaths darzustellen. Noch immer werden die Araber - trotz einer Geschichte der Aggression gegen die Juden, darunter die Gewaltexzesse der 1920er-Jahre und 1936 sowie das niederträchtige Hebron-Massaker 1929 - als Opfer jüdischer Macht und Boshaftigkeit gezeichnet.

Bowen verschweigt die Tatsache, dass Israel unmittelbar nach seiner Unabhängigkeitserklärung von fünf arabischen Armeen gleichzeitig angegriffen wurde. Stattdessen gibt er sich größte Mühe, die in Zahlen ausgedrückte und logistische Übermacht der israelischen Armee zu betonen, um sein Konzept der arabischen Opferrolle durchzuziehen. Auch wenn Historiker davon ausgegangen sind, die Araber seien schlecht vorbereitet gewesen, um einen Krieg zu gewinnen, sollte diese Tatsache nicht darüber hinwegtäuschen, dass es dieselben arabischen Armeen waren, die einen Angriffskrieg begonnen hatten, auch wenn sie ihn letztendlich verloren. Bowen hätte auch nicht die wirklichen Opfer und Bedrängnisse herunterspielen dürfen, die der noch junge israelische Staat ertragen musste, der während des Unabhängigkeitskrieges etwa 1% seiner Bevölkerung verlor.

Parteiisch in der Teilungsfrage:

Wenn er sich auf die Teilung des Mandatsgebietes Palästina bezieht, behauptet Bowen: „Die Juden haben das beste Stück davon bekommen - mehr als die Hälfte des Landes, obwohl sie etwa 10% Land besessen hatten und es doppelt so viele Araber gab“.

Bowen zitiert historische Fakten so, bis sie ihm passend erscheinen, um wiederum die Araber als Opfer darzustellen

Tatsächlich jedoch beruhte die Grenzziehung allein auf demografischen Faktoren und etwa 60% des jüdischen Staates sollten sich in der Wüste Negev befinden, während die Araber einen Großteil des landwirtschaftlich bebaubaren Landes nutzten.

Außerdem belegen britische Statistiken, dass 70% des Landes, das später Israel werden sollte, sich nicht in Besitz arabischer Bauern befand. Die Ländereien wurden nach Abzug der Briten wieder unter israelische Kontrolle gestellt. Etwa 9% des Landes befand sich in jüdischem Besitz und 3% in den Händen von Arabern, die später israelische Staatsbürger wurden. Das bedeutet, dass nur ungefähr 18% des gesamten Gebietes Arabern gehört hatte, die das Land vor und nach dem arabischen Einfall in Israel verlassen hatten.

• Die Wahrheit massakrieren:

Jüdische Angriffe auf Araber werden von Bowen mit viel Detailversessenheit hochgespielt, mit Behauptungen von „Massakern“ gegen Palästinenser, die im Filmbeitrag besonders hervorgehoben werden: Arabische Angriffe auf Juden werden in weit abstrakteren Begriffen geschildert.

Bowen widmet der Geschichte von Deir Yassin viel Sendezeit, versäumt aber, den Kontext hinter dem Vorfall anzusprechen oder die Politisierung und die sich widersprechenden Berichte darüber, was wirklich vorgefallen ist.

Dabei beabsichtigten die israelischen Streitkräfte sicher nicht, ein „Massaker“ an Nichtkämpfern zu verüben; in Wirklichkeit war es eine grimmige Schlacht, als Einwohner von Deir Yassin und ausländische Kräfte das Feuer auf die Israelis eröffneten.

Bowen fährt fort und zitiert einen Haganah-Geheimdienstoffizier aus jener Zeit, der Angaben über schreckliche Grausamkeiten machte, die von den Irgun- und Lehi-Truppen in Deir Yassin begangen worden sein sollten. Dieselbe Quelle wurde vom israelischen Historiker Dr. Uri Milstein infrage gestellt, der zu dem Schluss kommt, dass dies aus politischen Gründen produziert wurde, um Irgun und Lehi zu diskreditieren und ihre Einbindung in die regulären israelischen Streitkräfte zu verhindern.

Interessanterweise verlässt sich Bowen auf den „Augenzeugen“-Bericht von Hazzem Nusseibeh, einem palästinensischen Journalisten aus dieser Zeit, der in einer früheren BBC-Dokumentation tatsächlich zugab, er sei angewiesen worden, Behauptungen über jüdische Gräueltaten in Deir Yassin zu übertreiben, um die arabischen Armeen dazu zu bewegen, den palästinensischen Arabern zu Hilfe zu eilen (was den gegenteiligen Effekt hatte, nämlich die Araber zur Flucht aus ihren Häusern bewog): Nusseibeh sagte in der BBC-Serie “Israel and the Arabs: the 50 Year Conflict” zu Deir Yassin Folgendes (Bitte nach unten srollen. Weitere Quelle: IsraelVisit):

„Das war unser größter Fehler. Wir wussten nicht, wie unsere Leute darauf reagieren würden. Als sie erfahren hatten, dass in Deir Yassin Frauen vergewaltigt worden seien (was eine Fälschung war [Nusseibeh]) flohen sie in panischer Angst."

Nusseibeh wiederholt diese Behauptung in Bowens Dokumentation, die sich stattdessen auf eine Sekundärquelle beruft, jedoch nicht mehr.

• „Ethnische Säuberung“ :

Bowen betreibt auch Schindluder mit der historischen Interpretation von Plan D., wenn er den Vorwurf zitiert, dass diese militärische Operation der Israelis mit der Absicht geschah, eine „Ethnische Säuberung“ an der arabischen Bevölkerung zu praktizieren. Obwohl er zugibt, dass es zum angesprochenen Fall unterschiedliche Meinungen zwischen den Historikern gibt, kommt er mit dem Vorurteil, dass „die Juden den Angriff begonnen" hätten.

Und dies trotz des vorherrschenden historischen Standpunktes, gestützt durch angesehene Historiker dieser Epoche wie Benny Morris, der daran festhält, dass es keinen zionistischen „Plan“ oder Blankoscheck für die Vertreibung der arabischen Bevölkerung oder gar einer „ethnischen Säuberung“ gab. Plan Dalet vom 10. März 1948 war das Gesamtkonzept der Haganah - des jüdischen Militärs, das später zur Israel Defense Force wurde - um den erwarteten pan-arabischen Anschlag auf den jüdischen Staat abzuwehren.

Bowen erlaubt sich auch die Freiheit zu behaupten, dass „jüdische Führer darüber diskutiert hätten, die Araber auf Jahre hinaus zu vertreiben“, ohne historische Quellen oder Hintergrundkontext anzubieten. Niemals hat eine israelische Regierung diese Politik übernommen oder angewandt.

Hattip: HonestReporting