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Mittwoch, Oktober 13, 2010

Befreiung hier und "Befreiung" dort

Dass man Begriffe wie Freiheit oder befreit werden unterschiedlich interpretieren kann, wird dieser Tage eigentlich besonders deutlich, wenn man versucht, in historischen Kategorien zu denken. Man sollte sich die Formulierungen der Kommentatoren heute neben den Badezimmerspiegel heften und sie mit dem abgleichen, was sie sonst so hergeben....

Zwei signifikante Beispiele:

Erkämpfte Freiheit und freies Atmen unfreiwillig Eingeschlossener zum wiedererlangten Leben in der Gemeinschaft eines demokratischen Staates wie in Chile hier:



Und dann hier aus dem Archiv:

Freie Wahl zur Legitimierung* der indigenen islamistischen Diktatur wie im Gazastreifen, was besonders gerne von deutschen "Friedens"-Aktivisten aller politischen Denominationen als Beleg für einen freiheitlichen Entwicklungsprozess dort gesehen wird:



Ich weiß:

Mein Vergleich mag manchem Leser auf den ersten Blick etwas gewagt oder ärgerlich erscheinen. Aber Vergleiche sind dazu da, angestellt zu werden - besonders dann, wenn sie eine empathische Berechtigung haben und spontan aus der Tiefe des Gewissens kommen.


Was denken Sie?
Hängt nicht auch sehr viel davon ab, wie man mit der Formulierung „frei machen“ bzw. „Weg zur Freiheit“ umgeht, oder etwa nicht?

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*Die freie Wahl zur Legitimierung der eigenen Unterdrücker wie 2007 bei der blutigen Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen ist übrigens kein Einzelfall, siehe hier.

Mittwoch, September 01, 2010

Das Terror-Gen der ARD

Die ARD hat, wie nahezu alle westeuropäischen Medien und einhellig alle Bundestagsparteien vor einigen Wochen, Israel eines Terrorangriffes auf ein Schiff bezichtigt, das türkische "Friedensfreunde" an Bord hatte, die mehr als fragwürdiges Heil über Gaza bringen wollten.

Erinnern Sie sich daran?

Heute wurden vier Israelis ermordet, weil sie einfach nur mit dem Auto bei
Kirjat Arba nahe Hebron fuhren:

http://www.jpost.com/Israel/Article.aspx?id=186640

Abgesehen davon, dass abgesprochene Killeraktionen wie diese zum Sabotage-Ritual arabischer Terroristen (Palästineser gibt es nicht!) vor Friedensgesprächen mit Israel gehören und das uns überhaupt nicht wundert, wenn es um's Konkrete geht:

Sehen sie mal, was die ARD auf Seite 121 ihres Bildschirmtextes jetzt schreibt, bevor sie es löscht:


Fällt Ihnen etwas auf?

Terrorangriff wurde in An- und Abführungszeichen gesetzt.

Da hilft es auch nichts, wenn die ARD auf ihrer Webseite das Wort Terrorangriff vernebelt, wenn sie von erschossenen statt von ermordeten Israelis spricht.

Alles klar?

Bis bald in diesem Medientheater.

Dienstag, März 02, 2010

Der letzte Mohikaner und die polternden Daunenfedern

Wenn Daunenfedern krachend herunterprasseln könnten, falls es um journalistische Ethik geht, dann gewiss in diesem Fall.

Paul Martin, freiberuflicher Reporter [Freelancer] für die BBC und andere [britische] Nachrichtenmedien (im Bild rechts, Quelle: HonestReporting), ist so etwas wie eine ethische Nagelprobe für den internationalen Journalismus und besonders für das Verhalten der BBC, wenn es um Notlagen ihrer Beschäftigten geht:

Seit mehreren Jahren ist Martin für Beep ["Beep" verballhornt für BBC] in Nahost unterwegs; bis vor 6 Wochen als letzter Mohikaner im Gazastreifen, wo er nun von der Hamas eingebunkert wurde.

Interessant und höchst aufschlussreich ist das Verhalten seines Arbeitgebers BBC, der sich im Jahr 2007 fast stündlich und weltweit mit Stellungnahmen zum verhätschelten Kollegen Alan Johnston bemerkbar gemacht hatte. Bei Martin schweigt die BBC.

Warum?


Paul Martin war zumindest partiell um ausgeglichene Berichterstattung bemüht: er kritisierte die Hamas ebenso wie Israel, auch wenn man die bei ihm manchmal auftretende Äquidistanz zwischen Terroristen und dem demokratischen Staat Israel keinesfalls gutheißen darf. Johnston hingegen betrieb eine völlig einseitige Berichterstattung für die Sache der (radikalen) Palästinenser, die Israels Positionen und Sicherheitsinteressen völlig ausblendete und von Hass gegenüber dem jüdischen Staat gekennzeichnet war.


Hatte sich deshalb die BBC so für Johnston engagiert und lässt sie aus dem gleichen Grund Paul Martin im Regen stehen?


Im Folgenden eine Übersetzung zum Thema, die ich aus dem Media BackSpin von HonestReporting entnommen habe:



Ohrenbetäubendes Schweigen zu Paul Martin

Die Hamas verlängerte die Inhaftierung des britischen Journalisten Paul Martin um weitere 15 Tage.

Traurige Nachrichten, aber kaum überraschend. Die Hamas führt einen Krieg gegen die Pressefreiheit.


Überraschend ist das Schweigen der Medien in diesem Fall. Martin ist nicht so populär wie Alan Johnston. Man sollte aber annehmen, dass sich die britischen Nachrichtenmedien (besonders die BBC), die jahrelang von Martins Arbeit profitiert hatten, lautstärker auftreten würden.


Tom Gross hebt hervor:
Paul Martin, der früher in Kairo lebte, hat jahrelang für mehrere verschiedene Medien gearbeitet, darunter das BBC-Fernsehen und den Radiosender. In der Tat war er vor 6 Wochen der letzte Reporter, der für die BBC in Gaza im Einsatz war - gerade deshalb ist das beinahe völlige Schweigen der BBC, sein Schicksal betreffend, so ohrenbetäubend. Man vergleiche das nur einmal mit den nahezu stündlichen Statements, die [BBC] Tag für Tag, Woche für Woche wegen ihres ehemaligen Gaza-Korrespondenten Alan Johnston abgab, als er 2007 in Gaza gefangen gehalten wurde.

Man vermutet, dass die Sorge der BBC um Johnston deshalb so groß war, weil er „durch und durch einer der ihren war“ (was natürlich auch beinhaltete, dass er in seinen Reportagen eine große Sympathie für die Sache der Palästinenser an den Tag gelegt hatte), wohingegen Paul Martin, der nur auf Freelancer-Basis für die BBC tätig ist, wenigstens einige Versuche unternahm, die Hamas genauso zu kritisieren wie Israel. (Als Johnston freigelassen worden war, vermied er es demonstrativ, Israels Regierung Lob zu zollen, die in jeglicher Form auf seine Freilassung hingewirkt hatte. Stattdessen rief er Hamasführer Khaled Meshaal in Damaskus an, um sich bei ihm persönlich zu bedanken. Weitere Einzelheiten hier und zu Johnston hier).
Man sollte also davon ausgehen [können], dass die in Jerusalem ansässige Foreign Press Association (FPA) mit wachsamen Augen um Martins Sicherheit bedacht sei und den jämmerlichen Zustand der Pressefreiheit in Gaza berücksichtige. Aber die FPA hat gerade mal eine Stellungnahme abgegeben. Der Vorsitzende Conny Mus ist mit wichtigeren Problemen beschäftigt: Israels neuer Kampagne für Bürgerdiplomatie.

Lesen Sie Gross’ Beitrag vollständig [in Englisch].


Dazu passend: 3 wichtige Unterschiede zwischen Paul Martin und Alan Johnston.

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Quelle: HonestReporting

Donnerstag, September 17, 2009

Goldstones bestellter Pfusch

Wenn Dan Kosky im Guardian zur Feder greift, könnte man für einen Augenblick vergessen, dass das englische Traditionsblatt mit seiner Sparte "Comment Is Free" widerlichstem Antisemitismus Raum gibt.

Dan Kosky

Goldstones Unterlassungssünden

Die britische Tageszeitung The Guardian hat einen kritischen Kommentar zu dem Bericht der UN-Untersuchungsmission zur israelischen Militäroperation im Gaza-Streifen veröffentlicht. Er bemängelt nicht zuletzt, dass die Kriegsführung der Terrororganisation Hamas und ihre Strategie der menschlichen Schutzschilde nicht in das Gesamturteil mit einbezogen worden ist.

„Richard Goldstones lang erwarteter Bericht hat den Verdacht bestätigt, dass seine Untersuchung von einer Agenda der Isolierung Israels geleitet wurde. Der possenhafte Untersuchungsprozess hat einen Bericht hervorgebracht, der Israel diffamiert, aber kaum zu einem besseren Verständnis des Gaza-Konflikts beiträgt.

Zu Recht ist viel von dem einseitigen Mandat der Untersuchung die Rede gewesen, das die Schuldhaftigkeit der Hamas ausgelöscht hat. Das Gremiumsmitglied Christine Chinkin hat Israels Operation in Gaza noch vor Beginn der Untersuchung als „Kriegsverbrechen“ gebrandmarkt. Infolgedessen hat die israelische Regierung die Menetekel richtig erkannt und ist dem Goldstone-Prozess ferngeblieben.“

„Aber möglicherweise ist das, was fehlt, am aufschlussreichsten. Beim Lesen des Berichts würde man in Unkenntnis über die Hamas-Strategie der menschlichen Schutzschilde verharren, die erheblich zu den zivilen Toden in Gaza beigetragen hat. Goldstone zieht es vor, das Offensichtliche zu ignorieren. Obgleich er feststellt: „Bewaffnete palästinensische Gruppen waren während der Militäroperationen in städtischen Gebieten präsent und haben aus städtischen Gebieten Raketen abgefeuert“, weicht er der logischen Schlussfolgerung in Bezug auf den massiven Einsatz menschlicher Schutzschilde aus. Einzuräumen, dass die Hamas Bürger Gazas gefährdet hat, würde freilich eine Alternative zur israelischen Schuld bieten. Doch statt die unangenehme Wahrheit festzustellen, bekräftigt der Bericht die im Voraus gefällte Annahme israelischer Schuldhaftigkeit.“

„Abermals sind es die Unterlassungssünden, die die Empfehlungen Goldstones wahrhaft unterminieren. Während er Israels Militäreinsatz verurteilt, tut Goldstone wenig dafür, Lösungen zu bieten. Er legt Lippenbekenntnisse zu den Komplexitäten asymmetrischer Kriegsführung ab, wobei er den leichten Weg der Kritik bevorzugt. Statt zu empfehlen, wie man Gruppen wie die Hamas und den Islamischen Jihad, die mutwillig Zivilisten ins Visier nehmen, stoppen könnte, optiert Goldstone für eine freimütige Anprangerung Israel.

Selbstverständlich sind dies dieselben Dilemmata wie die, denen das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten auf fremden Kampfschauplätzen gegenüberstehen. Bis die Fragen ernsthaft angesprochen oder aber die Truppen in Afghanistan und im Irak derselben Kontrolle unterworfen werden, wird man Goldstone und die Nichtregierungsorganisationen und UN-Rahmenwerke, die ihr Gewicht für diese Mission in die Waagschale werfen, mit Misstrauen betrachten.“

Den vollständigen Artikel gibt es unter dem folgenden Link: http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2009/sep/16/richard-goldstone-report-israel-gaza

(The Guardian, 16.09.09)

Update, 19.09.09: Nach Ansicht des Karikaturisten
Jihad 'Awartani von Al-Watan (Saudi Arabien) ist Goldstones Report nicht scharf genug.

Mittwoch, August 12, 2009

Martin Gehlens verbaler Bombenteppich

Wenn’s bei Martin Gehlen (Abbild. links, Quelle) dröhnt, sind nicht nur bei mir massive Kopfschmerzen angesagt - verursacht durch die Lektüre seiner Texte. Vor Jahren hätte man sich noch fragen können: „Wie kommt es, dass ein ausgewiesener Judenfeind wie Martin Gehlen sich in regelmäßigen Abständen im Tagesspiegel austoben darf?“

Heute, wenn die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Israelhasser eine Petitesse darstellt, konstatiert man jedoch:

„Warum eigentlich nicht?“

Wenn Martin Gehlen schreibt, bricht der Zweite Weltkrieg von neuem aus - in Gaza selbstverständlich. Hier wird er neu interpretiert und ein ebenso simpler wie erprobter Rollentausch vorgenommen:
„Über 5000 wurden verletzt. Auf deutschem Boden hätte eine Bombardierung mit solchen Opfern im gleichen Zeitraum 75.000 Menschen das Leben gekostet - eine Ausmaß an Todesopfern, was in etwa den deutschen Verlusten in einem Monat während des Zweiten Weltkriegs entspricht. Für die Menschen in Gaza war das Bombardement sozusagen ein kurzer Weltkrieg auf kleinster Fläche.“
Gehlen, der hier, wie manche Historiker, über den rhetorischen Umweg "Gaza" Dresden neu definiert und Menschen als Bomben einsetzt wie fett kursiv unterlegt oben (Dank an Björn für den erheiternden Hinweis), muss naturgemäß viele Fürsprecher haben, denn die Täter von einst werden schon längst wieder zu Opfern umgeschrieben. Wird ja auch langsam Zeit, oder?

Arye S. Shalicar hat den Text des notorischen Wiederholungstäters Gehlen auch gelesen und ihm in diesem Kommentar geantwortet:


Gastkommentar

Arye S. Shalicar

Martin Gehlen: Gaza – in den Köpfen dröhnen die Explosionen weiter
Tagesspiegel Online (Politik-International)


Herr Gehlen,

Ich muss mich sehr beherrschen, mich so diplomatisch wie möglich auszudrücken, denn was Sie in Ihrem neusten Bericht im Tagesspiegel von sich geben, ist schlicht und einfach ein Protokoll des Hasses. Damit meine ich keineswegs den Hass der palästinensischen "Verwundeten/Ärzte/Politiker/Experten" auf Israel und wie Sie schon in der Einleitung ihres Berichtes ziemlich einseitig ausdruecken, die "Bombardierung", sondern Ihren ganz persönlichen Hass auf die Juden und ihren Staat.

Verzeihung, ich möchte den letzten Gedankengang kurz abändern und aus "die Juden und ihren Staat", "uns Juden und unseren Staat" machen, denn ich bin einer dieser Juden und ich bin einer dieser von ihnen verschmähten "grausamen Israelis".

Mit ihrem Bericht spucken Sie mir, meiner Familie und meinen Freunden, Bekannten, eigentlich fast jedem israelischen Staatsbürger und fast jedem Juden weltweit ins Gesicht.

Ich will ehrlich sein. Mir fiel sehr schwer, Ihren Bericht zu lesen, in erster Linie, aufgrund der Tatsache, dass Worte wie "Sderot", "Gilad Schalit", "Terror der Hamas" und "israelische Tote" nicht ein einziges Mal in Ihrem Text auftauchen, sondern weil man von jemandem, der an zwei hochrangigen Universitäten studiert hat, unter anderem an der Hebräischen Universität in Jerusalem, mehr erwarten könnte und sollte.

Sie geben mir mit ihren Hassparolen das Gefühl, dass Sie entweder den Nahen Osten, die arabische Welt und den islamischen Terror nicht annähernd verstanden haben, oder, und das nehme ich eher an, dass Sie wissen, wie Europa und der Nahe Osten funktioniert, und Ihre Leser, die ihre Meinung unter anderem auch auf Ihren Bericht aufbauen, bewusst irreführen wollen, mit antisemitischer/antiisraelischer Propaganda.

Die wenigsten Deutschen sind Nahost-Experten und verstehen die Komplexität der Region. Ich selber verstand den Nahen Osten auch nicht wirklich, bevor ich vor achteinhalb Jahren aus Deutschland nach Israel gezogen bin, in der israelischen Armee gedient habe und an der Hebräischen Universität studierte. Im Laufe meines Armeedienstes und Studiums habe ich die Realität Israels und besonders Jerusalems hautnah miterleben dürfen. Ich habe hier gelebt, als Busse in der Hauptstadt Jerusalem in die Luft gesprengt wurden; ich war im Land, als die Hezbollah den Norden Israels unter Beschuss nahm; ich habe das "Volk Israel" gefühlt, als Gilad Schalit von Terroristen entführt wurde und ich war und bin immer noch hier, um "live" mitzukriegen, wie meine Familie in Ashkelon, Sderot und Ashdod leben musste, während die Hamas sie im Januar aus dem Gazastreifen unter Beschuss nahm. Wieso taucht in ihrem Bericht nicht ein Wort darüber auf?

Wie kann es sein, dass Sie über das traurige Schicksal von palästinensischen Kindern erzählen, aber nicht ein Wort darüber verlieren, wie viele israelische Kinder, seitdem die Hamas vor mehr als 8 Jahren angefangen hat, Israel zu beschießen, verwundet, verletzt, traumatisiert und getötet wurden? Ganz abgesehen von psychischen und materiellen Schäden.

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich weiß, dass die Bevölkerung des Gazastreifens in einer unerträglichen Welt lebt, woran nicht Israel oder der "böse Westen", Kapitalismus oder Kommunismus schuld sind, sondern klipp und klar die Palästinenser selbst, bzw. ihre Repräsentanten, die Hamas und die Fatah.

Um nochmal kurz auf Ihren Bericht einzugehen, und ich habe nicht vor, jede antisemitische/antiisraelische Textstelle aufzulisten, aber auf einen Punkt würde ich schon sehr gerne zu sprechen kommen. Sie schreiben in Ihrem Bericht: "Keinen einzigen Sack Zement hat Israels Regierung seit Ende des Krieges hereingelassen, auch keine Glasscheiben, Ersatzteile, Computer und vieles andere mehr". Nicht nur, dass das eine Lüge ist, wie man in der israelischen Tageszeitung Yedioth Achronot vom 29.7.2009 nachlesen kann (auch hier) sondern, dass Sie sich nicht einmal die Mühe gemacht haben, zu erwähnen, aus welchem Grund es eine Blockade gab bzw. gibt. Die Hamas weiß, dass es an ihr liegt, Israel zu überzeugen, die Blockade aufzuheben. Sie braucht Israel nur Gilad Schalit auszuhändigen. Ich denke, Sie wissen, dass Gilad Schalit seit über 3 Jahren in Gefangenschaft sitzt und man nicht einmal weiß, ob er noch am Leben ist.

Herr Gehlen, haben Sie eigentlich Kinder? Wie würden Sie, Ihre Familie und Ihr Volk sich fühlen, wenn Ihr Sohn, bzw. ein "Volksgenosse" vom Erzfeind entführt, und womöglich misshandelt und gefoltert werden würde?

Bitte seien Sie doch Experte genug, um Ihre ganz persönliche Weltanschauung nicht im Namen des Tagesspiegels zu veröffentlichen.

Freitag, Januar 16, 2009

BEEPs Geisterreporter

BBC wirft journalistische Integrität über Bord

Wieder einmal bleibt der journalistische Professionalismus auf der Strecke beim hoffnungslosen Versuch der BBC, Israel zu attackieren und in den Dreck zu ziehen.

Die Story, in der behauptet wird, dass IDF-Soldaten auf Gaza-Zivilisten gefeuert hätten, als diese versuchten, ihre Häuser zu verlassen - einige mit weißen Fahnen - basiert auf völlig hergeholten und unbegründeten Behauptungen.
Der Artikel gibt an, dass...
„BBC-Journalisten in Gaza und Israel detaillierte Berichte zu den Vorwürfen erstellt [haben].“
Welche BBC-Journalisten in Gaza?

Basierend auf der Tatsache, dass die Auslandspresse keinen Zugang nach Gaza hat, kann man nur annehmen, dass diese so genannten neutralen Beobachter in Wirklichkeit Palästinenser sind, also Stringer. Eine Fußnote im Artikel scheint dies zu bestätigen: Recherche und Bericht von Hamada Abu Qammar im Gaza und Heather Sharp, Fouad Abu Ghosh and Raya el-Din in Jerusalem.


Die BBC vertraut also blindlings einem palästinensischen „Journalisten“ und „Augenzeugen“ im Gazastreifen – so wie andere Medien, die sich nirgendwo nahe der Kampfzone aufhalten. Diese Form der Abarbeitung des Tagespensums an Berichten zeigt, dass die BBC einen neuen moralischen Tiefstand erreicht hat.

[Höfliche] Briefe können Sie [In Englisch] an die Beschwerdestelle der BBC richten: http://www.bbc.co.uk/complaints/

Ausführliche Hilfe zur Navigation im BBC-Dschungel auf der Seite finden Sie hier. Bestehen Sie ruhig auf einer stichhaltigen Erklärung und richten Sie sich auf einen längeren Briefwechsel ein, falls die Antwort der BBC nicht zufriedenstellend ausfällt.

Quelle: HonestReporting

Dienstag, Januar 06, 2009

The Big Lies: Coming Soon

Die nächste Verleumdungswelle von Hamas und Massenmedien rollt an


Wichtige Vorbemerkung zur Tagesaktualität:

Der
SPIEGEL berichtet heute, dass die IDF-Kräfte eine UNRWA-Schule beschossen haben. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Er lässt aus - beabsichtigt oder unbeabsichtigt -, dass von einem Standpunkt unmittelbar neben der Schule schweres Feuer auf die israelischen Soldaten eröffnet wurde und die IDF dieses Feuer erwiderte. Und er lässt aus, dass die UNRWA seit Jahren eine sehr zwielichtige Rolle spielt, weil sie a) den Friedensprozess behindert und b) zu Terrorgruppen die notwendige Distanz vermissen lässt. Deshalb war auch schon ihre Auflösung erörtert worden.
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Die Medien sind in der Hand von Terroristen einen mächtige Waffe und Israel hat dabei meistens das Nachsehen. Wie HonestReporting mit seiner interaktiven Reihe Big Lies dokumentierte (alternativ auf die Abbildung klicken), haben die Palästinenser schon mehrmals mit ihren PR-Aktionen gepunktet - im Fall „Mohammed al-Dura“, beim „Massaker von Jenin“, beim Vorfall am Strand von Gaza, den manipulierten Fotos aus dem Libanonkrieg 2006 und anderen Pallywood-Produktionen. Während israelische Truppen in Gaza Bodenoperationen durchführen und die Hamas mehr und mehr in die Ecke gedrängt wird warnt Professor Richard Landes vor dem, was hinter der Ecke lauern könnte:
Ob durch unabsichtlichen israelischen Treffer oder Hamas-Inszenierung, Sie können von einem spektakulären Blutbad unter der Zivilbevölkerung in den kommenden Tagen ausgehen; gefolgt von einer Orgie Pallywood-Fotogafien, die in ihrer Wirkung durch die willfährigen westlichen Medien zusätzlich verstärkt werden und noch größere Raserei in den Straßen der moslemischen und westlichen Welt bewirken. Das ist Bestandteil des Hamas-Drehbuches…und dies wird erst aufhören, wenn die Medien zur Vernunft kommen. Dies steckt dahinter, dazu die Obszönität, mit der vermutlich vorgegangen werden wird.
Das Muster war schon längst bekannt und entfaltete seine explosive Wirkung zuletzt im Libanonkrieg 2006, den Israel gewann und dessen siegreichen Abschluss die Hisbollah für sich reklamierte, indem sie behauptete, dass unter den libanesischen Zivilisten ein Blutbad angerichtet worden wäre. Dass sie für diese Opfer verantwortlich war ging im allgemeinen Mediengetöse unter.
Also beachten Sie Folgendes, wenn Sie bei bewaffneten Konflikten die Medien für sich gewinnen wollen:
Stellen Sie sicher, dass Sie schockierend hohe Verluste in der Zivilbevölkerung haben, was alle politischen Entscheidungsträger auf Ihre Seite zieht - vorweg die [anderen] arabischen Länder und Gruppierungen, die konsequent und im Geheimen an Israels Niederlage oder Auslöschung arbeiten. Und wer, der die Bilder von toten Kindern auf dem Bildschirm sieht und den Aufruhr in den arabischen Straßen, würde sich letztendlich nicht auf Ihre Seite schlagen - das „Opfer“?

Sie haben die europäischen Staatschefs und Diplomaten auf Ihrer Seite, die vorher in naivem Wunschdenken meinten, sich Unparteilichkeit leisten zu können - in der Hoffnung, Israel möge die Schlange [den Terror] bald enthaupten. Sie haben schließlich die Journalisten und Nachrichtenmoderatoren auf Ihrer Seite, die es nicht erwarten können, sich auf Israel wegen dessen „Unverhältnismäßiger Reaktion“ zu stürzen.


Aber was, wenn nicht die Israelis den Fehler begehen und eine größere Anzahl Menschen mit einem Schlag töten, wie am Strand von Gaza oder in Kfar Qana?…. Würde die Hamas wirklich ein Blutbad unter ihren eigenen Leuten aushecken?
Zum vollständigen Artikel von Richard Landes bitte hier klicken.

Die Hamas feuert weiterhin ihre Raketen auf israelische Dörfer und Städte ab, versteckt sich hinter Zivilisten und benutzt sie als menschliche Schutzschilde. Sie nimmt also keinerlei Rücksicht auf die eigenen Leute in Gaza. Verluste in der palästinensischen Zivilbevölkerung sind deshalb unvermeidlich, auch wenn die
IDF mit allen Mitteln versucht, dieses Szenario zu vermeiden. In der Vergangenheit sind die Medien immer wieder auf Pallywood-Produktionen hereingefallen. Diesmal erwarten wir eine weitere Verleumdungskampagne.

Watchdogs wie
HonestReporting setzen darauf, über die Medien aufzuklären. Die palästinensische Berichterstattung bringt stets neue große Märchen und hält es später – wie die meisten Massenmedien - nicht für nötig, sich zu entschuldigen, wenn ihre Lügen aufgedeckt werden. Dabei sind die Medien doch vorgewarnt, weil sie sich in der Vergangenheit oft genug und zu gerne reinlegen ließen oder selbst unwürdige Verleumdungsspielchen initiierten.

Zur Doppelmoral


In all den oben genannten Fällen scheiterten die Mainstream-Medien daran, die palästinensischen Behauptungen zu verifizieren. Stattdessen legten sie größten Wert auf palästinensische „Augenzeugen“ oder so genannte Menschenrechtsorganisationen und „unabhängige Institute“, die in Wirklichkeit einseitig den palästinensischen Standpunkt vertreten. Mehr dazu hier und hier. Zu oft sind die Medien froh, die palästinensische Version der Geschichte zu bekommen - in den allermeisten Fällen natürlich, ohne nachzufragen. Und noch heute sehen wir nicht, dass viele palästinensische Geschichten als das bezeichnet werden, was sie Wirklichkeit sind, nämlich billige Propaganda.

Der gegenwärtige Konflikt findet auch über den Äther seine Entsprechung, ebenso wie in den Printmedien und im Internet. Israelische Sprecher haben völlig legitim die Initiative ergriffen, während der Bodenoperation aus Gaza zu berichten. Die Effektivität hat im Vergleich zu vorangegangenen Operationen zugenommen, und sie hat ihrerseits zu eigenen Berichten bei anderen Medienunternehmen geführt.
Aber warum bezeichnet Paul Reynolds (BBC) israelische Verlautbarungen als "Propaganda"? Und warum ist er bei IDF-Videos kritisch, wenn sie in starkem Kontrast zu palästinensischen Quellen stehen? Reynolds selbst äußert sich aber so:
Die israelische Propaganda verfolgt zwei Hauptziele.

Das erste soll die Luftangriffe rechtfertigen. Das zweite soll zeigen, dass es im Gazastreifen keine humanitäre Krise gibt.


Beide Ziele sollen Israel international in eine starke Position bringen und seiner Diplomatie ermöglichen, als Schutzschirm zu fungieren, während es gleichzeitig Forderungen nach einem Waffenstillstand ablehnt.


Israel verfolgte das erste Ziel in der Weise, dass es sehr aktiv die Story verbreitete, die Hamas trage die Schuld an den Kampfhandlungen. Der Anblick von Hamas-Raketen, die in Israel einschlugen, war in diesem Zusammenhang sehr hilfreich.


Es hat auch Lastwagen mit Nahrungsmitteln passieren lassen und betont, dass es die Menschen nicht verhungern lässt, auch wenn sie stark eingeschränkt sind.


Israel scheint zu glauben, dass sich sein Vorhaben lohnt.


Majorin Avital Leibovich, der regelmäßig in den internationalen Medien erschienen ist, sagte: "Einige Medien sind vorteilhaft für Israel.“

Warum ist das „Propaganda“, und warum sollte Israel sich dafür rechtfertigen müssen, dass es seine Bürger gegen Hamas-Raketen schützt? Abschließend wichtige Quellen, die Ihnen bei der Auseinandersetzung mit der antiisraelischen Berichterstattung helfen.

Zum ersten Beitrag von Alan Dershowitz gibt es eine Übersetzung.


Israels Vorgehen ist vollkommen verhältnismäßig. Alan Dershowitz, Wall Street Journal
Israel's Gaza Defense, Wall Street Journal
Hamas's Military Force in the Gaza Strip, The Intelligence and Terrorism Information Center
The Six Months of the Lull Arrangement, The Intelligence and Terrorism Information Center
The Gaza rules, Victor Davis Hanson, San Francisco Chronicle
Video: Scenes during and after a Hamas missile strike on an Israeli town
Video: Finding hope beyond the Gaza conflict, Inmitten der Gewalttätigkeit und der Konfrontation in Südisrael und Gaza arbeiten israelische und palästinensische Ärzte zusammen, um das Leben eines palästinensischen Babys zu retten.
Flickr photos. Israelische Städte und Ortschaften unter Beschuss.

Quelle: HonestReporting
Hattip: Heplev

Mittwoch, Dezember 31, 2008

10 Gebote der SPIEGEL-Fauxtography* zu Gaza

* Erklärung zum Begriff „Fauxtography“ vorweg:

Der weithin noch unbekannte Begriff Fauxtography bezeichnet die Manipulation von Bildern zu Propagandazwecken, aber auch die der dazugehörigen Bildunterschriften (engl.: Captures), also die Herstellung einer meist bewusst falschen Deutung, was den Zusammenhang zwischen Bild und Bildunterschrift betrifft. Traurige Berühmtheit erlangte dieser Begriff z.B. während des Libanonkrieges 2006, als ein eifriger Photoshop-Trickser namens Adnan Hajj, der als Freelancer für REUTERS arbeitete, mittels (plumper) technischer Betrugsversuche halb Beirut in Trümmer legte. Der SPIEGEL fälscht in diesem Fall zwar keine Bilder, aber er stellt die dazugehörigen Unterschriften in einen ideologischen Kontext, um Stimmung gegen Israel zu erzeugen. Das ist unfair und stellt inhaltlich gesehen auch eine Fälschung dar.

Vor zwei Tagen hatte ich die „Qualitäten“ der SPON-Redakteurin Ulrike Putz ein wenig unter die Lupe genommen und bei der Durchsicht der (mittlerweile aufgestockten) Fotostrecken, die der SPIEGEL in hektischer Betriebsamkeit ins Netz stellt, wieder einmal das kalte Grausen bekommen ob des offensichtlichen Propagandafeldzuges, der dort um die Kampfhandlungen in Gaza veranstaltet wird.

Ich will hier anhand einiger Fotos und der dazugehörigen Captures aufzeigen, was bezweckt bzw. verheimlicht werden soll.

Achten Sie bitte immer auf die Bildunterschrift des SPIEGEL und vergleichen Sie das mit dem, was ich in hier diesem Beitrag über die Hyperlinks zum Bild als Interpretation lege:

1) Hier soll suggeriert werden, dass eine Einrichtung getroffen wurde, die der Durchführung von Gesetz und Ordnung einer funktionierenden Justiz diene. Schwer vorstellbar in einem von der Terrororganisation geführten Gebiet, wo Lynchjustiz an der Tagesordnung ist.

2) Hier wird das Bild vermittelt, dass israelischen Bürgern sowieso nichts passieren könne, da sie gut geschützt seien - und zum Glück meistens auch sind, weil der Staat Israel Wert darauf legt, dass seine Bürger am Leben bleiben; auch die 20% Araber übrigens, was ihn von Hamas und Konsorten fundamental unterscheidet, denen menschliches Leben nichts bedeutet.

3) Hier wird der Eindruck erweckt, dass islamische Universitäten und Moscheen per se Horte des Friedens und Gebets seien und somit friedliche Gläubige attackiert werden. Dazu wird ein Kind in Szene gesetzt, das die Assoziation von „Unschuld“ verstärken soll. Weiteres Bild dazu hier. Lesen Sie bitte diesen Beitrag und machen Sie sich selbst ein Bild davon, wozu diese Moschee wohl benutzt worden ist.

4) Hier werden israelische Panzer überdimensional ins Bild gesetzt, um eine Drohkulisse zu erzeugen, die einen übermächtigen Usurpator in Szene setzt, der nur darauf wartet, über Gaza herzufallen.

4) Hier wird schlicht und einfach impliziert, dass es die IDF nur auf zivile Ziele abgesehen habe.

5) Haben Sie jemals ein Bild des SPIEGEL gesehen, das in dieser Eindringlichkeit das Leiden der Menschen in Sderot darstellt? Oder so wie hier? Ich nicht. Dazu passend auch der „dezente“ Hinweis, dass sich die Welt wieder einmal gegen die Palästinenser verschworen habe.

6) Dieses Bild sagt aus: Juden sind entweder orthodox oder sie sind Soldaten

7) Zorn der Palästinenser ist laut SPIEGEL-Bildunterschrift angebracht, weil sich Israelis wehren. Die Bewohner Sderots und Ashkelons dagegen sollen sich seit 2001 in Geduld üben, Friedensangebote unterbreiten und darüber nachdenken, was sie den PalArabern „angetan“ haben, dass diese so böse sind. Und nochmals: Schon so ein Bild aus Sderot gesehen, wenn die Mainstream-Medien und ihre palästinensischen Freelancer am Fotografieren sind?

8) Eine Bombe, die ein Geschäft für Medizinbedarf traf, wie uns der SPIEGEL gauben machen will? Wohl kaum!

9) Mit Krieg droht hier nach SPIEGEL-Lesart nur einer, nämlich Israel (Barak). Dass die Hamas seit 2001 aus dem Gazastreifen gegen die angrenzenden israelischen Orte Krieg führt, interessiert in diesem Zusammenhang bei den Mainstream-Medien niemanden.

10) Hier wird von zerstörten „Häusern“ berichtet und man zeigt unbewaffnete Palästinenser. Logisch, dass hier nur eine Assoziation bedient werden soll: Häuser dienen im Gazastreifen immer zivilen Zwecken und Palästinenser sind immer unbewaffnet. Dass in den Häusern Waffen deponiert sind, Hamas-Leute dort einen Befehlstand oder Geschütze und Raketen deponiert und justiert haben, wird nicht in Erwägung gezogen.

Man könnte die Reihe noch endlos fortsetzen: In diesem Artikel die gesamte Fotostrecke. Eine zweite hier, die zu kommentieren fast schon absurd erscheint. Machen Sie sich selbst Ihre Gedanken zu Bildern und Bildunterschriften und prüfen Sie, wie weit das mit der Realität und Einschätzung der (Gesamt-) Situation übereinstimmt bzw. welche unterschwellig-hinterhältigen Wertungen duch die SPIEGEL-Redaktion vorgenommen werden.

Zum Schluss noch ein interessanter Hinweis auf eine Bemerkung, die die umtriebige Ulrike Putz jetzt rausgelassen hat. Sie mokiert sich darüber, dass Israel die Grenzen zum Gazastreifen für ausländische Reporter dichtgemacht hat:
Natürlich versucht auch die Hamas, die Berichterstattung zu manipulieren. Wie, das wird allerdings erst berichtet werden können, wenn die internationale Presse wieder Zugang zum Gaza-Streifen hat.
Warum haben Putz und Mainstream-Kollegen seit 2001 nicht die Gelegenheit genutzt, fair aus dem Gazastreifen zu berichten? Und warum diese idiotische Formulierung “natürlich versucht auch die Hamas…“, was implizieren soll, dass Israel die Berichterstattung sowieso manipuliere? So viel ich weiß liest Putz (nach eigenen Angaben) jeden Tag israelische Zeitungen, darunter vorwiegend Haaretz, die alles andere als regierungskonform ist.

Vielleicht liest Frau Putz quer, und das auch noch sehr schlampig?

Montag, Dezember 29, 2008

Ulrikes Putztage

Wenn SPON-Redakteurin Ulrike Putz aus dem Nahen Osten berichtet, dann kann man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass von Wortungetümen, adjektivischen Rundumschlägen und mehr oder weniger versteckt geäußertem Verständnis für Terrorbuben wie die Hamas oder Hisbollah inflationär Gebrauch gemacht wird.

Die Dame hat’s drauf, wie man so schön sagt: jetzt mit ihrem beinahe elegisch anmutendem Gewinsel, wenn es um die Kampfhandlungen im Gazastreifen geht.

Sie, die hektische Euphorie entwickelt und dabei eine widerlich-romantisierend abgestaubte Karl-May-Rhetorik bemüht, wenn sie Kassam-Bastlern im Gazastreifen über die Schulter blickt und dabei bei Typen wie Norman Paech und Radikalpazifisten-Blindschleichen von Pax Christi und anderen Israelhassern einen wohligen Schauer nach dem anderen über den Rücken jagt, darf natürlich nicht fehlen, wenn es darum geht, den Kampfhandlungen im Gazastreifen den ultimativen „journalistischen Touch“ zu geben. Ein Armutszeugnis für den SPIEGEL.

Ja, darf sie doch. Von mir aus. Freie Meinungsäußerung usw.; wissen wir alles. Und wenn sie am liebsten aus sicheren Verstecken wie Beirut oder dem weltläufig-pulsierenden Tel Aviv berichtet (Und diesmal ausnahmsweise ganz tapfer aus Jaffa*, wow!), um - wie ihr Kollege Carsten Kühntopp von der ARD - den Allerwertesten schön aus dem Schussfeld zu halten, nehmen wir ihr das nicht übel, denn: Wer praktiziert (riskiert) schon gerne Journalismus vor Ort wie Michael Totten, der seit Jahren regelmäßig sein Leben riskiert, um möglichst authentisch zu berichten?

Aber sie muss sich dann auch darauf einstellen, dass ihr Mist kommentiert wird.

So schreibt sie z.B. im Teaser (Dt.: Vorspann):

Der Zorn der in Israel lebenden Araber über das Blutbad von Gaza droht in Gewalt umzuschlagen.
Schon in diesem Satz wird ihr abgrundtiefer Hass auf den Staat Israel deutlich, wenn sie eine Kausalität zwischen in Israel lebenden Arabern (die Israel gegenüber oft nicht loyal eingestellt sind) und den schwülstig überhöhten Begriffen „Zorn“ und „Blutbad“ herstellt. Eigentlich hätte sie hier schon abbrechen können: Putz-Teaser-Abbrechen. Punkt!

Abgesehen davon, dass in Israel lebende Araber die Letzten wären, die auf das Privileg verzichten würden, im einzigen demokratischen Staat in Nahost zu leben, obwohl manche dort eine demographische islamische Zeitbombe darstellen, ist diese Wortwahl - besonders in diesem Kontext - nicht versehentlich oder zufällig gewählt. So geistig limitiert scheint Ulrike Putz nun (vielleicht) doch nicht zu sein, dass sie nicht wüsste, was sie absondert. Das hat Methode.

„Zorn“ oder „Wut“, wie sie weiter unten schreibt, impliziert im allgemeinen Sprachgebrauch die berechtigte Reaktion auf Ungerechtes und das darauf folgende Eintreten für eine gerechte Sache, wohingegen „Blutbad“ auf den „Goliath“ und ehemaligen „David“ Israel (Bis zur Shoa und 1967 durfte er letztere Rolle einnehmen) abzielt, der seit 1948 die Frechheit besitzt, sich erfolgreich gegen die eliminatorischen Obsessionen arabischer Killer-Cliquen zu wehren. Zudem ist der Begriff „Blutbad“ so gewählt, als würde eine übermächtige und hinterhältige Terrororganisation es auf „unschuldige Opfer“ absehen.

Und das bingt Pützchen alles in einem Satz unter!

Da auch spätestens seit dem Sechstagekrieg 1967, als der noch junge Staat Israel einem erneuten Versuch arabischer Staaten, ihn zu vernichten ([Gamal Abdel Nasser]; bitte zu „(5) Der Sechs-Tage-Krieg 1967 – Behauptungen und Tatsachen (II)“ runterscrollen), zuvorgekommen war und sich auch viele Linke im Westen von ihm abgewendet hatten, weil sie nicht akzeptieren wollten, dass sich Juden bzw. der jüdische Staat Israel auch weiterhin aktiv gegen ihre Ausrottung wehrten, begann nun auch ein Großteil der linken Medien, Opfer- und Täterrolle neu zu definieren. Und da steht Frau Putz in einer unheilvollen und opportunistischen Tradition. Gelernt ist gelernt, kann ich da nur sagen.

Opfer ist im Nahostkonflikt seitdem immer der quantitativ Unterlegene - Täter immer der quantitativ Überlegene. Das Fatale daran: Staatlicher Gewalteinsatz zum Schutze der eigenen Bevölkerung, wie in diesem Fall von der IDF, auch wenn er ethisch mehr als legitimiert ist, wird immer an diesem Axiom festgemacht.

So weit, so schlecht....

Frau Putz salbadert nun im Text weiter und versucht den Eindruck zu erwecken, als seien arabische Israelhasser im Staat Israel eine Lausbubentruppe, die sich äußerst diszipliniert verhält. Und sie bringt dabei Einiges durcheinander:

In Beirut, in Damaskus, in Kairo, im Westjordanland und in Israel, wo Palästinenser mit israelischem Pass 20 Prozent der Bevölkerung stellen: Überall tragen die Menschen Zorn und Trauer auf die Straßen.
Wir wissen jetzt also dank Putz, dass Palästinenser mit israelischem Pass 20% der Bevölkerung stellen. Und vor allen Dingen wissen wir noch ein Zweites: Zorn und Trauer sind nur dann berichtenswert, wenn nach Tausenden Kassam-Raketen seit 2001, die aus dem Gazastreifen abgefeuert wurden, der Angegriffene, also Israel, sich wehrt und die Quelle der Terrorangriffe (Hamas und Konsorten) aus dem Verkehr ziehen will.

Vielleicht sollte ich meine Einschätzung von oben nun doch revidieren und Frau Putz bescheinigen, dass sie keine Ahnung hat: „20% Araber“ sollte es heißen, und nicht „20% Palästinenser“. Aber das würde ja heißen, dass man ihr einen Deppenpass ausstellt. Und welcher vernünftige Mensch will das schon?

Macht nichts, denkt Frau Putz: Der geneigte SPON-Leser wird’s dankbar annehmen, die Strick-, Klöppel- und Esoterik-Bibelgruppen etlicher evangelischer und katholischer Volkskirchler ebenso und die „Volkspresse“ auch, denn schließlich handelt es sich ja hier um einen „berechtigten Volkszorn“, und der ist vertretbar, wie wir spätestens seit dem 9. November 1938 wissen.

Danke Ulrike!

Putzlappen bitte eintauchen und abwischen.

Es stinkt widerlich.


*Update, 10. Januar, 2009:

Der Fairness halber sollte darauf hingewiesen werden, das Frau Putz mittlerweile aus Ashkelon berichtet.

Zur fairen Berichterstattung gehört aber auch, dass sie sich unter israelischem Schutz befindet, der ihr eine freie Berichterstattung gewährleistet. Kann sie das im Westjordanland oder im Gazastreifen - oder im Kongo, im Sudan oder in Sri Lanka?

Das nur ganz nebenbei....; dem israelischen Schutz übrigens, der ihr nicht "ganz geheuer " zu sein scheint, wenn sie die Sicht der Hamas einnimmt.

Freitag, März 07, 2008

"Kann dies Kampf genannt werden?"


Gaza: Wie Guardian & Co das Feuer auf Israel eröffneten

“Feuer frei“ hieß es für britische Medien, als die täglichen Meldungen über Verluste auf palästinensischer Seite während der israelischen Operation im Gazastreifen die News beherrschten. Da der seit mittlerweile 7 Jahren andauernde und sich verstärkende Raketenbeschuss Israels aus dem Gazastreifen bei den Medien einen Gewöhnungseffekt erzielt hat, der approximativ gegen Null geht, und diese Schlamperei auch dann nicht eine Korrektur erfährt, wenn es in Sderot am Tag mehr als 100 Raketen herunterregnet, bedurfte es schon eines neuen Kitzels, um das Interesse einiger Redakteure in den Londoner Docklands (bis 1980 hatten die meisten Blätter ihren Stammsitz in der Fleetstreet) aufs Neue zu wecken.

Und was ist in einem Konflikt im Nahen Osten schon interessanter als die militärische Initiative Israels mit „hoffentlich“ vielen palästinensischen Opfern? Dass es sich dabei meist nicht um Unschuldige, sondern um gewöhnliche Kriminelle handelt, die durch ihr erbärmlich feiges Verhalten auch die eigene Zivilbevölkerung mit ins Verderben reißen, indem sie Letztere als menschlichen Schutzschild missbrauchen, stört „ausgewogen“ berichtende Redakteure schon lange nicht mehr. Hauptsache, es gibt eine neue Story - und am besten verkauft sich eine, die Israel an den Pranger stellt.

Der Mist, der in solchen Fällen von Vertretern des Mainstreams verzapft wird, muss von Watchdogs wie HonestReporting in akribischer Kleinarbeit aufgegriffen, verarbeitet und richtig gestellt werden.

Hier das vorerst letzte Beispiel. Zwangsläufig werden weitere folgen, weil die Dummheit nie ausstirbt. Castollux hat den Text übersetzt.

Während Israel sich gegen Raketen verteidigte, gingen die britischen Medien zum Angriff über

Nach wenigen Tagen israelischer Antiterror-Einsätze im Gazastreifen war ein Medienaufschrei zu erwarten und die britische Presse enttäuschte diesbezüglich nicht. HonestReporting hat bereits einen Sonderbericht [In Englisch] veröffentlicht, der den Kontext der israelischen Aktionen erklärt und Argumente für Repliken auf die Voreingenommenheit der Medien bietet. Wir empfehlen Ihnen die Lektüre des Berichts, der hilft, auf anti-israelische Reaktionen in diesen Tagen zu antworten.

HonestReporting Großbritannien deckt die schlimmsten Beispiele auf:

Der Guardian widmet der Gaza-Geschichte einen großen Teil seiner Kolumnen. Indem er lauwarme Zugeständnisse macht, was er als Raketen Marke Eigenbau bezeichnet, unterschlägt der Guardian komplett die schiere Zahl der Raketen, die von Gaza auf das südliche Israel abgefeuert wurden, und das Leid der israelischen Zivilbevölkerung, die während der vergangenen Jahre pausenlos unter Beschuss war.

Und um dies zu vermischen, merkt der Guardian Folgendes an, vergraben in einem seiner Artikel: „Sie [Die Hamas] hat damit begonnen, eine größere Anzahl von Raketentypen mit größerer Reichweite abzufeuern, genug, um die 11 Meilen entfernte israelische Stadt Ashkelon zu treffen.“ Warum unterließ es der Guardian, seiner Leserschaft näher zu erläutern, was die schwerwiegende Eskalation durch Katjuschas des Typs GRAD für eine Stadt mit über 100.000 Einwohnern bedeutet?

122 MM-GRAD-Raketen sind standardisierte Artilleriewaffen, die in der ehemaligen Sowjetunion und anderen Staaten hergestellt wurden und in nicht-westlichen Staaten zum Einsatz kamen. Sie werden nach militärischen Vorgaben von Betrieben gefertigt, die konventionelle Waffen herstellen und sind mit waffenfähigen, hochexplosiven Splittersprengköpfen ausgestattet.

Darüber hinaus gibt der Guardian Azzam Tamimi Raum für einen Gastkommentar. Tamimi, offener Unterstützer der Hamas und des „Märtyrertums“, bagatellisiert ganz bewusst die Bedrohung durch Hamas-Raketen:

„Er [Olmert] dürfte durch die Tatsache gestärkt worden sein, dass, im Unterschied zur Hisbollah im Libanon, die Hamas in der Region keine Helfer vor Ort hat und weniger in der Lage ist, seinen [Israels] Truppen feindlich gegenüberzutreten. Die aus Gaza abgefeuerten Raketen sind nichts im Vergleich zu denen, die von der Hisbollah im Juli 2006 benutzt wurden.“

In Wirklichkeit sind GRADs auch unter der Bezeichnung Katjusha bekannt - der gleiche Raketentyp, der von der Hisbollah während des Libanonkrieges 2006 auf Nordisrael abgefeuert worden war und dieselben tödlichen Eigenschaften besitzt. Auch wenn es von Tamimi bestritten wird - die Hamas hat regionale Unterstützer in Gestalt der Staaten Iran und Syrien, die der Terrororganisation halfen, während des letzten Durchbruchs an der Grenze zu Ägypten diese verbesserten Waffensysteme in den Gazastreifen zu schmuggeln.

Der Independent vergleicht in erbärmlicher und unrichtiger Weise israelische Operationen mit serbischen Aktionen im Kosovo vor einem Jahrzehnt, als man wahllos auf Zivilisten schoss, was viele Beobachter als „Ethnische Säuberung“ bezeichneten.

In einem Anfall moralischen Relativismus’ und Versimplifizierung bricht das Blatt die Situation in Gaza auf reine Statistik herunter:

„54 bis 61 Menschen auf palästinensischer Seite an einem einzigen Tag getötet. Auf der anderen Seite zwei Tote - beide Soldaten. Kann dies Kampf genannt werden?“
Der Leitartikel fährt mit dem äußerst ernsten Vorwurf fort:

„Die Ereignisse am Samstag in Gaza könnte man durchaus als Massaker bezeichnen.“
Zivile Opfer in einem Konflikt sind auf beiden Seiten beklagenswert. Viele Schlagzeilen haben sich auf die hohe Zahl der Todesopfer bei den Palästinensern während der Kämpfe konzentriert, die tragischerweise Zivilisten mit einschlossen. Opferstatistiken erzählen jedoch nur einen Teil der Geschichte:

Israel zielt nie absichtlich auf Zivilisten, während palästinensische Terroristen mit dem Vorsatz aufbrechen, Unschuldige zu töten und Anschläge gegen Schulen und Kindergärten auszuführen. Die überwiegende Anzahl Palästinenser, die während der israelischen Militäroperationen getötet worden sind, waren bewaffnete Terroristen oder es handelte sich um diejenigen, die direkt daran beteiligt waren, Raketen auf israelische Städte und Ortschaften abzufeuern. Die Hamas hat die palästinensische Zivilbevölkerung einem hohen Risiko ausgesetzt, indem sie aus ihrer Mitte heraus und aus bewohnten Gebieten Raketen abfeuerte und erfolgreich Zivilisten als menschliche Schutzschilde benutzte.

SkyNews demonstriert auf ihrer Webseite sprachliche Fahrlässigkeit, wenn sie behauptet, dass „palästinensische Aktivisten bei Razzien getötet wurden.“ Die offenkundige Beschränktheit dieses Denkansatzes wird am Beispiel der EU-Gegner vorgeführt, die ebenfalls als „Aktivisten“ bezeichnet werden, wenn sie einen Kran am Parlamentsplatz erklettern. Sind diese Demonstranten wirklich vergleichbar mit Bewaffneten oder Trupps, die Raketen abfeuern?

Es bleibt Con Coughlin vom Daily Telegraph vorbehalten, gesunden Menschenverstand und Kontext zur Situation einzubringen:

"Anders als die Hamas-Kämpfer, die sich über den Tod aller Israelis freuen - Zivilsten oder Soldaten, bekümmert es die Israelis sehr, wenn unschuldige Palästinenser sterben, wie das während israelischer Raketenangriffe auf vermutete Hamas-Stellungen geschah….

Als Israel im Sommer 2005 seinen einseitigen Rückzug aus dem Gazastreifen vollzog, war die überwältigende Mehrheit der Israelis froh, dem Landstrich den Rücken gekehrt zu haben, dankbar dafür, dass ihre Söhne und Töchter nicht mehr die brutale Erfahrung erdulden mussten, eine Besatzungsarmee zu sein, und sie verspürten nicht mehr den Wunsch, zurückzukehren. Aber zunehmende Effektivität und verbesserte Leistungsfähigkeit der Hamas-Raketen haben den Israelis keine andere Wahl gelassen, als militärisch zu intervenieren, wenn auch aus der Sicherheit ihrer Kampfhubschrauber heraus."

Hat tip: HonestReporting