Donnerstag, März 13, 2008

"Lassen Sie mich Ihr Deutschflüsterer sein"

Oder: Das "Amt der Bürde" des distinguierten H. Köhler:

Ab und zu liefert auch "Scheibenwischer" gute Beiträge.

Doch nur dann, wenn Matthias Richling im Spiel ist....

Mittwoch, März 12, 2008

Die Binsen der Wahrheit des Kandidaten

Die Suche nach einem YouTube-Mitschnitt der letzten Parodie Kurt Becks durch Matthias Richling bescherte mir dieses Video, das ein klein wenig älteren Datums ist, aber immer wieder - oder gerade jetzt - voll reinhaut, wie man so schön sagt...

Montag, März 10, 2008

REUTERS gründlich auf die Finger geschaut....


Einjahresanalyse: „Bilder des Monats“ von REUTERS

HonestReporting hat sich wieder die Mühe gemacht, die Unvoreingenommenheit eines Mediengiganten über das Jahr 2007 hinweg abzuchecken. Die Nachrichtenagentur REUTERS (Im folgenden Text nicht mehr in VERSALIEN) hatte HonestReporting und uns Lesern Besserung versprochen, nachdem sie sich im letzten Jahr einen dicken Schnitzer geleistet hatte.

Lesen Sie bitte, was dabei herauskam.

Es wurde noch viel schlimmer

62% der Bilder in unserer Studie zeigten Wohlwollen für die Palästinenser. Jeden Monat wählte
Reuters aus Tausenden ihrer eigenen Fotografien für den Kalender „Bilder des Monats“ etwa 250 Exemplare aus. Diese Kollektion portraitiert Menschen und Ereignisse rund um den Globus aus den Bereichen Kultur, Sport, Politik - dazu herausragende Nachrichtenereignisse. Reuters nutzt diesen Fotokalender, um die Aufmerksamkeit auf die besten Ergebnisse ihrer Arbeit in jedem Monat zu lenken.

Entscheidende Ergebnisse

Nachdem wir schon vorher Reuters’ Objektivität zu ihrer subjektiv ausgewählten Reihe von
Bildern (siehe Schreibtischkalender unten) hinterfragt hatten, interessierten wir uns dafür, ob jener Fall einen einmaligen Fehltritt darstellte oder ob Reuters wirklich ein ernstes Voreingenommenheitsproblem in ihrer Berichterstattung zum arabisch-israelischen Konflikt hat.

Wir sahen uns die Fotografien an, die Palästinenser oder Israelis zeigten - von Reuters für den Jahreskalender „Pictures“ für das Jahr 2007 ausgewählt. Insgesamt 2.666 Fotos. Unsere Ergebnisse basieren auf 124 Fotografien von Israelis und Palästinensern (von Reuters als „Beste des Monats“ beworben):

• 62% der Bilder erzeugen Mitleid (Sympathie) für die Palästinenser.

• Fünfzehn Fotoaufnahmen über palästinensischen Bestattungen wurden als „Bilder des Monats“ ausgewählt. Kein Bild von Bestattungen der israelischen Opfer im Konflikt wurde ähnlich behandelt (Auch keine Bilder von Beerdigungen der Tausenden bei Kampfhandlungen Getöteten in Darfur, Afghanistan, Sri Lanka oder anderswo auf der Welt).

• Die Bilder rückten immer wieder Israelis als Aggressoren und die Palästinenser als Leidtragende in den Blickpunkt. Nur 10% der Bilder konnten als mitfühlend für Israelis betrachtet werden.

Reuters nicht eingelöstes Versprechen gegenüber den Lesern von HonestReporting

Im Januar 2007 regte HonestReporting seine Leser an, Reuters wegen seines Bürokalenders 2007 anzuschreiben. Dieser Kalender enthielt elf farbenfrohe Bilder zu Kultur, Sport und Menschen aus aller Welt - ohne irgendwelche politischen Untertöne. Doch ein Monatsbild zeigte einen palästinensischen Terroristen, versehen mit einer mehr als unachtsam gestalteten Bildunterschrift, die Sympathie für seine Sache bekundet.

Als Antwort auf die Beschwerden der Leser von HonestReporting schrieb Reuters-Chefredakteur David Schlesinger folgenden Beitrag in seinem Blog:

"Kürzlich empfahl eine Website - HonestReporting - ihren Lesern, Zuschriften zu meinem Beitrag über Fotostandards einzuschicken, um das Thema „Reuters- Kalender 2007“ zur Sprache zu bringen. Der Kalender wurde zum Diskussionsthema, weil ein Monatsfoto einen palästinensischen Militanten zeigte. Besagtes Foto stach aus den meisten anderen ausgewählten Monatsbildern heraus, auf denen Tänzer, Schwimmer, Künstler oder Bauern abgebildet waren…

..Die zahlreichen Kommentare, die wir wegen der Auswahl erhalten haben, werden das nächste Mal sicher berücksichtigt werden, wenn ein Gremium des Unternehmens die Auswahl von Bildern für den Kalender oder zu anderen Zwecken zusammenstellt.
Wir nahmen an, dass das Versprechen Schlesingers, die Beschwerden der Leser „zu berücksichtigen“, bedeutete, dass zukünftige Fotoserien ausgewogener ausfallen würden."

Bilder des Monats

Die Kollektion „Bilder des Monats“ entspricht Schlesingers Definition des „[wenn ein] Gremium des Unternehmens die Auswahl von Bildern für den Kalender oder zu anderen Zecken zusammenstellt“. Wenn sein Versprechen gegenüber den Lesern von HonestReporting wahr war, würden wir davon ausgehen, eine ausgeglichene und unvoreingenommene Auswahl der Fotografien aller Monate zu sehen, die als geeignet erachtet worden waren, Teil der besten Bilder des Monats zu sein.

Wir haben alle Monatsauswahlen analysiert. 2.666 Fotografien aus dem Jahr 2007. Von diesen 2.666 Bildern 125 dargestellte Szenen und Menschen aus Israel und den Gebieten der PA. Wir fanden heraus, dass 62,4% der Aufnahmen entweder Mitleid (Sympathie) für die Palästinenser oder eine negative Reaktion gegenüber den Israelis hervorriefen. Nur 10,4% konnten so gesehen werden, dass sie irgendein Verständnis für die israelische Seite erwecken würden.

Wir stießen auf eine Unmenge Bilder von palästinensischen Bestattungen für diejenigen, die bei israelischen Militäraktionen getötet wurden, zahlreiche Bilder von israelischen Soldaten, die sich anscheinend palästinensischen Zivilisten gegenüber aggressiv verhielten, sowie eine große Auswahl an Bildern, die leidende Palästinenser darstellten. Im Gegensatz dazu zeigten sehr wenige Bilder, die wir betrachteten, Mitleid (Sympathie) für Israelis.

Wir fanden keine Bilder von Bestattungen israelischer Terroropfer und nur sehr wenige, die Palästinenser als Aggressoren und Israelis als Opfer kenntlich machten. Wenn man bedenkt, dass während dieser Periode Israel unter 2.000 Terrorangriffen zu leiden hatte, sollte man annehmen, dass das Gegenteil zutrifft. Mit der Zeit stellt eine Auswahl wie diese einen klaren Fall von Voreingenommenheit dar und ist nicht in Einklang mit dem Versprechen Schlesingers.

Alle in unserem Bericht veröffentlichten Bilder wurden nicht nur in der Auswahl zu „Bilder des Monats“ auf der Webseite von Reuters eingefügt sondern auch von Reuters-Kunden weiterverbreitet. Wir nutzen sie hier zur Analyse und Diskussion; ihre Verwendung ist rechtlich abgesichert. (Klicken Sie bitte hier, um die Miniaturabbildungen aller Aufnahmen auf der Reuters-Website anzusehen, die für diese Analyse herangezogen wurden).

Palästinensische Bestattungsszenen

Im Jahr 2007 forderten Konflikte in Darfur, Afghanistan, Sri Lanka und einer Menge anderer Krisenherde Tausende mehr Todesfälle als auf palästinensischer und israelischer Seite. Dennoch „schaffte“ es keine einzige Bestattung aus diesen Konfliktgebieten in irgendeine Auswahl der „Bilder des Monats“ von Reuters.

Bestattungsszenen für in militärischen Konflikten Getötete sind erklärtermaßen gefühlsbeladen. Das Foto oben wurde in Jenin aufgenommen, nachdem drei Mitglieder der Terrorgruppe Islamischer Jihad von der IDF getötet worden waren. Das Bild zeigt deutlich den Schmerz der Verwandten des Verstorbenen. Die Geschichte hinter dem Bild ist eine, die von Verlust und Verzweiflung erzählt.

Dennoch stimmt es nachdenklich, wenn
Reuters es für notwendig erachtet, so viele einander ähnelnde Bilder von palästinensischen Beerdigungen als „Bilder des Monats“ heranzuziehen. Fotos von schwarz verhüllten Frauen und/oder Kindern, die bei Beerdigungen wehklagen, wurden Werbesendungen beigefügt.

Reuters kann nicht geltend machen, dass die Ursache für so viele plakativ in Szene gesetzte Bilder palästinensischer Bestattungsrituale der schieren Zahl der Todesopfer entspricht. Wenn dies der Maßstab wäre, warum gab es dann keine ähnlichen Bilder von Beerdigungen bei den oben aufgeführten Konflikten?

13 Israelis haben im letzten Jahr wegen palästinensischer Anschläge ihr Leben verloren. Fortwährender palästinensischer Terrorismus stellt ein Hauptproblem im Friedensprozess dar. Aber warum ist das Leid von Israelis (oder anderer Menschen) nicht genauso ein Bild wert wie das weinender Palästinenser?

Noch verstörender wirkt der Widerwille Reuters, Beerdigungen von Terroristen als das zu beschreiben, was sie sind - Beerdigungen von Terroristen. Wieder und wieder verweisen Reuters-Bildunterschriften auf „Militante“ oder schlicht „Palästinenser“, die durch israelische Schläge getötet worden sind, selbst wenn die Verstorbenen Mitglieder von Terrororganisationen waren. Könnten gewisse Fotos und Bildunterschriften dazu benutzt werden, um das Erscheinungsbild eines Terroristen weichzuzeichnen?

Die zwei Bilder rechts wurden bei ein und demselben Begräbnis und an ein und demselben Ort aufgenommen. Im ersten oben (Associated Press), wird der Terrorist mit seiner Waffe begraben. Das Reuters-Foto darunter zeigt das gleiche Ereignis, aber wir sehen nur den Kopf des Leichnams. Die Kalaschnikow oder die Menschenmenge verschleierter Trauernder nehmen wir nicht wahr. Vermittelt das Reuters-Foto nicht einen abweichenden Eindruck im Vergleich zu dem von Associated Press?

Israelische Soldaten als feindselig dargestellt

27 Fotos in der Bilderreihe zu „Bilder des Monats“ zeigen israelische Soldaten. Fast alle davon uniformierte Israelis im Kampf mit zivil gekleideten Palästinensern. Dies hinterlässt den Eindruck von schwer bewaffneten Soldaten, die wehrlose Zivilisten angreifen.

Die Fotos zeigten etliche Soldaten, die „Proteste“ gegen Israels Sicherheitszaun auflösen. Der fehlende Kontext in diesen Bildern ist, dass die Demonstrationen oft in Gewalt ausarteten. Viele dieser Momentaufnahmen zeigen regelmäßig geplante Demonstrationen in der Ortschaft Bil'in, bekannt geworden als Kulisse für "gestellte" Demonstrationen.

Die gleiche Mixtur aus Palästinensern und internationalen „Aktivisten“ warf Steine auf die Soldaten, um eine Reaktion zu erzeugen - eine Reaktion, die dann von Fotografen wie denen von Reuters aufgegriffen wurde. Warum wollte Reuters so viele dieser „inszenierten“ Bilder in ihre monatliche Kollektion aufnehmen?

In Gegensatz dazu zeigten nur drei Aufnahmen bewaffnete Palästinenser. Eine zeigte Hamas-Kämpfer in Mahmoud Abbas’ Büro in Gaza, eine andere eine palästinensische Polizeieinheit bei einer Razzia in einer Wohnung der Hamas und eine weitere ein Mitglied des Islamischen Jihad, der sich auf einen Anschlag gegen Israel vorbereitete. Warum auch immer - Bilder von bewaffneten Palästinensern wurden nicht so wichtig erachtet wie die von bewaffneten Israelis.

Palästinensische Opferrolle

Eine dritte Kategorie, die bei der Überprüfung der Reuters-Fotos offen zutage tritt, ist die „Schikane“ der Palästinenser. Diese ist unter den anrührendsten Bildern der Kollektion zu finden und erzeugt große Sympathie für die palästinensische Perspektive. Wir zählten 19 Fotos in der Reihe „Bilder des Monats“, auf die diese Beschreibung zutrifft.

Bilder von verwundeten Palästinensern auf Tragbahren, palästinensische Flüchtlinge und palästinensische Untersuchungshäftlinge prägten beinahe jede monatliche Auswahl. Die Bildunterschriften zeugten nicht immer von der Bemühung, die Szenen in Kontext zu stellen. Niemand zweifelt daran, dass die Palästinenser im andauernden Konflikt leiden. Aber zu implizieren, dass die einzige Ursache für dieses Leid unprovozierte israelische Handlungen sind (worauf jeder Zuschauer ohne ausführlichere Bildunterschrift schließen würde), ist falsch.

Eine einfache Ausdrucksweise, die Gefangene als „inhaftiert in Zusammenhang mit terroristischen Aktivitäten“ beschreibt, würde dem Zuschauer wesentliche Informationen zum Foto liefern. Solche Beschreibungen wurden jedoch in der Regel zugunsten interpretierender Darstellungen ausgelassen, die das Fragezeichen übrig ließen, warum die auf den Fotos abgebildeten Palästinenser überhaupt inhaftiert wurden.

Genau so gut könnte man bei der Betrachtung lediglich eines Bildes terrorisierter israelischer Zivilisten und eines anderen, das weinende Israelis am Mahnmal zum Libanonkrieg zeigt, fälschlicherweise schlussfolgern, dass in diesem Konflikt nur eine Seite leidet.

Schluss

Bitte schreiben Sie Reuters an [In Englisch]und fragen Sie, warum die Auswahl für „Bilder des Monats“ im Jahr 2007 so unausgewogen war. Fragen Sie ausdrücklich die Redakteure von Reuters, warum die Auswahlkriterien Folgendes beinhalten:

• Nahezu identische Bilder von Bestattungen der Palästinenser und keine von israelischen Opfern;

• Bewaffnete aggressive israelische Soldaten, die palästinensische Zivilisten angreifen und kein einziges Bild, das zeigt, wie Palästinenser israelische Zivilisten angreifen, und…

• Ein Übermaß an Bildern von palästinensischen Leidtragenden im Konflikt und fast keines, das vom Leid der israelischen Zivilbevölkerung zeugt.

Langzeit-Medienanalysen

HonestReporting hat sich zum Ziel gesetzt, gewisse Medienorganisationen über einen längeren Zeitraum hinweg zu überwachen, um festzustellen, wie objektiv deren Berichterstattung ist. Um unsere bisherigen Berichte zu lesen klicken sie bitte auf BBC-Analyse I, BBC-Analyse II oder die Analyse zur New York Times.

Hat tip: HonestReporting

Freitag, März 07, 2008

"Kann dies Kampf genannt werden?"


Gaza: Wie Guardian & Co das Feuer auf Israel eröffneten

“Feuer frei“ hieß es für britische Medien, als die täglichen Meldungen über Verluste auf palästinensischer Seite während der israelischen Operation im Gazastreifen die News beherrschten. Da der seit mittlerweile 7 Jahren andauernde und sich verstärkende Raketenbeschuss Israels aus dem Gazastreifen bei den Medien einen Gewöhnungseffekt erzielt hat, der approximativ gegen Null geht, und diese Schlamperei auch dann nicht eine Korrektur erfährt, wenn es in Sderot am Tag mehr als 100 Raketen herunterregnet, bedurfte es schon eines neuen Kitzels, um das Interesse einiger Redakteure in den Londoner Docklands (bis 1980 hatten die meisten Blätter ihren Stammsitz in der Fleetstreet) aufs Neue zu wecken.

Und was ist in einem Konflikt im Nahen Osten schon interessanter als die militärische Initiative Israels mit „hoffentlich“ vielen palästinensischen Opfern? Dass es sich dabei meist nicht um Unschuldige, sondern um gewöhnliche Kriminelle handelt, die durch ihr erbärmlich feiges Verhalten auch die eigene Zivilbevölkerung mit ins Verderben reißen, indem sie Letztere als menschlichen Schutzschild missbrauchen, stört „ausgewogen“ berichtende Redakteure schon lange nicht mehr. Hauptsache, es gibt eine neue Story - und am besten verkauft sich eine, die Israel an den Pranger stellt.

Der Mist, der in solchen Fällen von Vertretern des Mainstreams verzapft wird, muss von Watchdogs wie HonestReporting in akribischer Kleinarbeit aufgegriffen, verarbeitet und richtig gestellt werden.

Hier das vorerst letzte Beispiel. Zwangsläufig werden weitere folgen, weil die Dummheit nie ausstirbt. Castollux hat den Text übersetzt.

Während Israel sich gegen Raketen verteidigte, gingen die britischen Medien zum Angriff über

Nach wenigen Tagen israelischer Antiterror-Einsätze im Gazastreifen war ein Medienaufschrei zu erwarten und die britische Presse enttäuschte diesbezüglich nicht. HonestReporting hat bereits einen Sonderbericht [In Englisch] veröffentlicht, der den Kontext der israelischen Aktionen erklärt und Argumente für Repliken auf die Voreingenommenheit der Medien bietet. Wir empfehlen Ihnen die Lektüre des Berichts, der hilft, auf anti-israelische Reaktionen in diesen Tagen zu antworten.

HonestReporting Großbritannien deckt die schlimmsten Beispiele auf:

Der Guardian widmet der Gaza-Geschichte einen großen Teil seiner Kolumnen. Indem er lauwarme Zugeständnisse macht, was er als Raketen Marke Eigenbau bezeichnet, unterschlägt der Guardian komplett die schiere Zahl der Raketen, die von Gaza auf das südliche Israel abgefeuert wurden, und das Leid der israelischen Zivilbevölkerung, die während der vergangenen Jahre pausenlos unter Beschuss war.

Und um dies zu vermischen, merkt der Guardian Folgendes an, vergraben in einem seiner Artikel: „Sie [Die Hamas] hat damit begonnen, eine größere Anzahl von Raketentypen mit größerer Reichweite abzufeuern, genug, um die 11 Meilen entfernte israelische Stadt Ashkelon zu treffen.“ Warum unterließ es der Guardian, seiner Leserschaft näher zu erläutern, was die schwerwiegende Eskalation durch Katjuschas des Typs GRAD für eine Stadt mit über 100.000 Einwohnern bedeutet?

122 MM-GRAD-Raketen sind standardisierte Artilleriewaffen, die in der ehemaligen Sowjetunion und anderen Staaten hergestellt wurden und in nicht-westlichen Staaten zum Einsatz kamen. Sie werden nach militärischen Vorgaben von Betrieben gefertigt, die konventionelle Waffen herstellen und sind mit waffenfähigen, hochexplosiven Splittersprengköpfen ausgestattet.

Darüber hinaus gibt der Guardian Azzam Tamimi Raum für einen Gastkommentar. Tamimi, offener Unterstützer der Hamas und des „Märtyrertums“, bagatellisiert ganz bewusst die Bedrohung durch Hamas-Raketen:

„Er [Olmert] dürfte durch die Tatsache gestärkt worden sein, dass, im Unterschied zur Hisbollah im Libanon, die Hamas in der Region keine Helfer vor Ort hat und weniger in der Lage ist, seinen [Israels] Truppen feindlich gegenüberzutreten. Die aus Gaza abgefeuerten Raketen sind nichts im Vergleich zu denen, die von der Hisbollah im Juli 2006 benutzt wurden.“

In Wirklichkeit sind GRADs auch unter der Bezeichnung Katjusha bekannt - der gleiche Raketentyp, der von der Hisbollah während des Libanonkrieges 2006 auf Nordisrael abgefeuert worden war und dieselben tödlichen Eigenschaften besitzt. Auch wenn es von Tamimi bestritten wird - die Hamas hat regionale Unterstützer in Gestalt der Staaten Iran und Syrien, die der Terrororganisation halfen, während des letzten Durchbruchs an der Grenze zu Ägypten diese verbesserten Waffensysteme in den Gazastreifen zu schmuggeln.

Der Independent vergleicht in erbärmlicher und unrichtiger Weise israelische Operationen mit serbischen Aktionen im Kosovo vor einem Jahrzehnt, als man wahllos auf Zivilisten schoss, was viele Beobachter als „Ethnische Säuberung“ bezeichneten.

In einem Anfall moralischen Relativismus’ und Versimplifizierung bricht das Blatt die Situation in Gaza auf reine Statistik herunter:

„54 bis 61 Menschen auf palästinensischer Seite an einem einzigen Tag getötet. Auf der anderen Seite zwei Tote - beide Soldaten. Kann dies Kampf genannt werden?“
Der Leitartikel fährt mit dem äußerst ernsten Vorwurf fort:

„Die Ereignisse am Samstag in Gaza könnte man durchaus als Massaker bezeichnen.“
Zivile Opfer in einem Konflikt sind auf beiden Seiten beklagenswert. Viele Schlagzeilen haben sich auf die hohe Zahl der Todesopfer bei den Palästinensern während der Kämpfe konzentriert, die tragischerweise Zivilisten mit einschlossen. Opferstatistiken erzählen jedoch nur einen Teil der Geschichte:

Israel zielt nie absichtlich auf Zivilisten, während palästinensische Terroristen mit dem Vorsatz aufbrechen, Unschuldige zu töten und Anschläge gegen Schulen und Kindergärten auszuführen. Die überwiegende Anzahl Palästinenser, die während der israelischen Militäroperationen getötet worden sind, waren bewaffnete Terroristen oder es handelte sich um diejenigen, die direkt daran beteiligt waren, Raketen auf israelische Städte und Ortschaften abzufeuern. Die Hamas hat die palästinensische Zivilbevölkerung einem hohen Risiko ausgesetzt, indem sie aus ihrer Mitte heraus und aus bewohnten Gebieten Raketen abfeuerte und erfolgreich Zivilisten als menschliche Schutzschilde benutzte.

SkyNews demonstriert auf ihrer Webseite sprachliche Fahrlässigkeit, wenn sie behauptet, dass „palästinensische Aktivisten bei Razzien getötet wurden.“ Die offenkundige Beschränktheit dieses Denkansatzes wird am Beispiel der EU-Gegner vorgeführt, die ebenfalls als „Aktivisten“ bezeichnet werden, wenn sie einen Kran am Parlamentsplatz erklettern. Sind diese Demonstranten wirklich vergleichbar mit Bewaffneten oder Trupps, die Raketen abfeuern?

Es bleibt Con Coughlin vom Daily Telegraph vorbehalten, gesunden Menschenverstand und Kontext zur Situation einzubringen:

"Anders als die Hamas-Kämpfer, die sich über den Tod aller Israelis freuen - Zivilsten oder Soldaten, bekümmert es die Israelis sehr, wenn unschuldige Palästinenser sterben, wie das während israelischer Raketenangriffe auf vermutete Hamas-Stellungen geschah….

Als Israel im Sommer 2005 seinen einseitigen Rückzug aus dem Gazastreifen vollzog, war die überwältigende Mehrheit der Israelis froh, dem Landstrich den Rücken gekehrt zu haben, dankbar dafür, dass ihre Söhne und Töchter nicht mehr die brutale Erfahrung erdulden mussten, eine Besatzungsarmee zu sein, und sie verspürten nicht mehr den Wunsch, zurückzukehren. Aber zunehmende Effektivität und verbesserte Leistungsfähigkeit der Hamas-Raketen haben den Israelis keine andere Wahl gelassen, als militärisch zu intervenieren, wenn auch aus der Sicherheit ihrer Kampfhubschrauber heraus."

Hat tip: HonestReporting

Samstag, März 01, 2008

"Demokratie gegenwärtig die beste Staatsform"


Was versteht Herr Aiman Mazyek unter „gegenwärtig“ oder soll man das nicht so eng sehen?


Annette Rollmann (Freie Journalistin) hat für die Zeitung Das Parlament den Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) befragt und dabei die eine oder andere vernünftige Antwort bekommen -; dennoch lohnt es sich, schon wegen der Formulierung „gegenwärtig“ etwas genauer hinzusehen.

Die Eingangsfrage Rollmanns, was ihn an der deutschen muslimischen Community ärgere, beantwortet Aiman Mazyek damit, dass sich die Muslime den Herausforderungen (vielleicht hätte er besser „Chancen“ gesagt), die diese Gesellschaft bietet, nicht stellen und stattdessen in eine Opferrolle flüchten würden. Auch wenn er zu Recht darauf verweist, dass Resignation nicht die Lösung sein kann, schlägt er doch gleich eine Volte, indem er über die zunehmende Diskriminierung der Muslime generell lamentiert. Man kann ihm auch nicht widersprechen, wenn er bemerkt, dass in der öffentlichen Wahrnehmung oft nicht mehr zwischen dem Islam als Religion (Ideologie) und dem Muslim (dem einzelnen Menschen) unterschieden wird, aber umgekehrt wird auch ein Schuh draus - nämlich in der Beurteilung der säkularen Welt durch konservative Muslime.

Dass er seine Mitgliedschaft in der FDP und die lobende Hervorhebung Ignaz Bubis' nicht selten wie eine Monstranz vor sich her trägt - geschenkt. Aber die Parteizugehörigkeit liefert keinen Blankoscheck für richtige Gesinnung, besonders dann, wenn man den Mund gehalten hat, als ein gewisser Möllemann im Tandem mit dem Grünen-Abgeordneten Jamal Karsli Antisemitismus geschürt hatte und Westerwelle mit dem berüchtigten „18-Prozentpunkte-Slogan“ (sogar auf der Schuhsohle bei Christiansen) hausieren ging, was damals selbst den hartgesottensten Rechtsaußen nur ein müdes Lächeln entlockte. Wo war Herr Mazyek, als Möllemann mit Michel Friedman und Ariel Scharon auf übelste Weise umsprang und antisemitische Klischees bediente?

Persilscheine gibt’s leider auch nicht für einen Verweis in seiner Vita, wonach er zusammen mit Rupert Neudeck die Organisation Grünhelme gründete, die nicht zuletzt während des Libanonkrieges einen mehr als zweifelhaften Ruf erwarb. Nun ist wahrlich nicht jeder zu beneiden, der Rupert Neudeck zu seinen Freunden zählt, aber zusammen mit ihm die Kiste auch noch ins Leben gerufen zu haben, ist schon mehr als eine kritische Fußnote wert.

Herr Mazyek hat zudem, wie die Webseite des ZMD ausweist,
zwischen 1993 und 1998 „eine Reihe von Islamstudien bei anerkannten Wissenschaftler und Theologen, u.a. bei dem ehemaligen ZMD-Vorsitzenden Nadeem Elyas“ absolviert. Für alle, die es nicht wissen: Nadeem Elyas ist Anhänger der fundamentalistischsten Variante des Islam, des saudischen Wahabismus. Wenn Sie mir nicht glauben, dann sicher (nota bene) Faruk Sen, der in diesem Interview vom amtierenden ZMD-Vorsitzenden Ayyub Axel Köhler mit dem Satz zitiert wird, dass Nadeem Elyas für einen konservativen Islam steht, der sich nur aus taktischen Gründen an seine deutsche Umwelt anpasse.

Verstehen Sie jetzt, warum mich die Formulierung „gegenwärtig die beste Staatsform“ so „angelacht“ hat?

Schwer ist auch nachvollziehen, dass Frau Rollmanns Bemerkung, früher hätten Muslime in christlichen Kirchen ihre Freitagsgebete abhalten können, der Gesprächsführung dienlich war, denn Aiman Mazyek gab ihr jovial zu verstehen, dass „es das heute sogar immer noch gibt“ (für ihn also eine Selbstverständlichkeit - für mich überhaupt nicht) und er „straft“ Niedersachsens Bischöfin Margot Käßmann dafür ab, dass sie sich in einer Predigt am Reformationstag über das Zusammenleben mit Muslimen äußerte. Wenn nicht an diesem Tag, wann dann? Als Protestant darf ich diese Frage sehr wohl stellen. So viel ich weiß, hat Frau Käßmann niemals eine Anti-Islam-Predigt gehalten, wie Aiman Mazyek hier en passent der Bischöfin unterjubeln will. Wenn Frau Käßmann die Betonung auf das christliche Bekenntnis legte und Herr Mazyek damit ein Problem hat, bitte sehr. Aber er sollte es gefälligst nicht zum Problem der Protestanten und Christen insgesamt umdeklinieren.

Nun kann man auch unterschiedlicher Meinung darüber sein, ob die Amtskirchen von Kirchensteuer profitieren sollen oder nicht (ich bin dafür), aber gleichzeitig frage ich mich, welche inhaltliche Aussage zum Islam Mazyek damit verbunden wissen will. Wieso soll man aus der Tatsache, dass der Islam eine Realität ist, ableiten, dass dieser Realität zwangsläufig eine Steuer folgen soll, noch dazu, wo die islamische Community keine feste Struktur hat und sich bei weitem nicht alle türkischen Muslime durch den ZMD vertreten fühlen oder in ihm organisiert sind? Im Zusammenhang damit echauffiert sich Mazyek darüber, dass zu wenig private Mittel bereitstünden. Obwohl sich mittlerweile bis in den hintersten Winkel der Republik herumgesprochen hat, dass die türkische Religionsbehörde Ditib (Diyanet) in die türkisch-sunnitischen Gemeinden hineinregiert und als Geldgeber für Prestigeobjekte auftritt, will uns Herr Mazyek weismachen, dass die große Hungersnot ausgebrochen ist.

Was sagt Mazyek zur Rolle der islamischen Gemeinden, wenn es gegen Extremisten in ihren Reihen geht?

Die Gemeinden müssen sich mit dem Extremismus, mit dem Missbrauch des Islam als Ideologie, wesentlich mehr auseinandersetzen, als bisher. Geleistete Distanzierungen, öffentliche Erklärungen bis hin zu Demonstrationen aller muslimischen Organisationen sind gut. Aber besonders unsere Gelehrten und Wissenschaftler müssen sich noch mehr mit einem gefährlichen Einzug von Nihilismus in die islamische Geisteswelt auseinandersetzen, der seinen Nährboden in einem tief sitzenden Minderwertigkeitskomplex findet und dessen Überkompensierung zum Irrweg des Terrors führt.

Solange Aiman Mazyek pausenlos vom Missbrauch des Koran spricht kommen wir keinen Millimeter weiter, denn würde man sich nur noch auf die Frieden verkündenden Stellen konzentrieren, blieben die für die Rechtfertigung von physischer Gewalt brauchbaren Filetstücke in der Exegese außen vor. Auch will sich mir nicht erschließen, was Herr Mazyek mit „Nihilismus“ meint, wo doch speziell in der islamischen Gemeinschaft eine zunehmende Befrachtung des Alltags mit „Religiösem“ festzustellen ist.

Und weiter doziert er:

Wir schulen unsere Mitglieder mit Lehrgängen und Internetmaterialien. Ähnlich wie beim Kampf gegen Rechtsextremismus, zeigen wir, wie man diese Leute erkennt und gegebenenfalls entlarvt. […] Wo wird der Koran missbräuchlich zitiert und wie ist der entsprechende Vers richtig zu interpretieren? […] Muslime und Nichtmuslime müssen gegen Extremisten kämpfen. Wenn im Koran eindeutig Mord und Selbstmord für verboten erklärt wird, und einige immer noch Selbstmordattentate für legitim halten, dann haben sie ein gewaltiges Problem mit dem Islam, weil sie sich gegen ihn stellen.

Kampf gegen Rechtsextremismus ist lobenswert und sehr notwendig. Bin ich sowieso dabei. Wie wäre es aber zusätzlich mit Kampf gegen die spezifisch polit-islamistische Hasskultur, die sich im Internet ausbreitet und über Satellitenschüsseln in die Haushalte transportiert wird? Was hielte Herr Mazyek von einer (bisher weitgehend ausbleibenden) kritischen Auseinandersetzung mit dem grassierenden Antisemitismus unter den (meist türkischen) islamischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den Medien? Mazyeks finaler Ausklang „weil sie sich gegen ihn [den Islam} stellen“ hat deshalb die Glaubwürdigkeits-Halbwertzeit abziehenden Nebels.

In Demokratien wird niemandem abverlangt, dass er seinem Glauben abschwört. Aber eine gründliche exegetische Überarbeitung etlicher mehr als problematischer Inhalte des Koran ist dringend notwendig. Diese Reform kann nur aus der islamischen Welt kommen; da hat Mazyek Recht. Warum also macht Herr Mazyek nicht Nägel mit Köpfen und ergo seinen Einfluss geltend, wenn ihm an Reformen wirklich so viel liegt, wie er versichert und er seit mehreren Jahren Delegierter der alljährlich in Kairo von der ägyptischen Regierung ausgerichteten internationalen Islamkonferenz ist?

Also noch einmal: Was versteht Herr Mazyek unter „gegenwärtig beste Staatsform“? Die Exegese dieser Frage erspare ich mir vorerst. Trotz FDP-Mitgliedschaft des Kandidaten.

Samstag, Februar 23, 2008

Obama - Olmert: Gefährliche Übereinstimmung


In Zeiten des Parachute-Journalismus (oft auch Laptop-Journalismus genannt) kann man nicht mehr vielen Reportern zutrauen, die Lage im Nahen und Mittleren Osten über Monate oder Jahre hinweg exakt zu analysieren. Michel J. Totten, der zuletzt aus dem Libanon berichtete und nun im Irak unterwegs ist, gehört zu den bemerkenswerten Ausnahmen. Kaum jemand hat das Ohr so nahe an der einheimischen Bevölkerung und wenige riskieren demzufolge so oft ihr Leben wie Totten, der sich immer zwischen den Konfliktparteien bewegt.

Da die großen Blätter und Rundfunkstationen ihre Reporter, die jahrelang aus dem Nahen Osten berichteten, entweder völlig abgezogen haben oder sich hauptsächlich der Freelancer-Dienste „ausgewogen“ berichtender Einheimischer bedienen, entsteht oft ein verzerrtes Bild der tatsächlichen Situation vor Ort.

Michael J. Totten hat im unten stehenden Beitrag, den Castollux übersetzte, Olmerts Fehler im Libanonkrieg mit der neuen Strategie der Amerikaner unter General David Petraeus im Irak verglichen und die zukünftige Außenpolitik eines möglichen Präsidenten Barack Obama in seine Schlussfolgerung einbezogen. Obama, der es tunlichst vermeidet, auf seiner Webseite die Stars and Stripes zu zeigen und sie nur vage andeutet, hat den Linksliberalen in seiner Partei versprochen, im Falle seiner Wahl zum US-Präsidenten innerhalb von 16 Monaten alle amerikanischen Truppen abzuziehen. Damit befindet er sich, so Michael J. Totten, in gefährlicher Übereinstimmung mit Ehud Olmert.

Obama imitiert Olmert
Michael J. Totten

Dank der desaströs ausgefallenen Beurteilung des Krieges gegen die Hisbollah im Juli 2006 im Libanon hat Israels Ministerpräsident Ehud Olmert eine der niedrigsten Zustimmungsraten in der Geschichte seines Landes.

Trotz der wahnhaften und arroganten Prahlerei des Hisbollah-Führers Hassan Nasrallah hat die Hisbollah nicht gewonnen. Ich war nach dem Krieg im Südlibanon und den südlichen Vorstädten Beiruts unterwegs - den zwei Hochburgen der Hisbollah. Das Ausmaß der Zerstörung war atemberaubend. Es sah aus, als wäre der Zweite Weltkrieg durchgerauscht. (Klicken Sie hier und hier, um sich Fotos anzusehen). Nasrallah überlebte und hat sein Waffenarsenal aufgefüllt, aber, wie der israelische Militärhistoriker Michael Oren formuliert: „Wenn er mehr Siege wie diesen erringt lebt er nicht mehr.“

Israel hat aber auch nicht gesiegt. Keines der Ziele Israels im Libanon wurde erreicht.

Das Beste, was man von diesem Krieg sagen kann, ist, dass es ein strategischer Zug mit Verlusten auf beiden Seiten war. Die Hisbollah hat die Wucht der Schäden absorbiert.

Es sollte klar auf der Hand liegen, warum Israel sich gegen die Beobachter moderner asymmetrischer Kriegführung und die Bekämpfung von Aufrührern nicht durchgesetzt hat. Der Plan Olmerts war vom ersten Tag an zum Scheitern verurteilt. Es dürfte damals nicht klar gewesen sein, aber heute mit Sicherheit.

Der amerikanische General David Petraeus bewies, dass die Bekämpfung von Aufständischen in arabischen Ländern funktionieren kann. Die Effizienz der Truppen im Irak ist mehr eine Frage der Taktik als der Truppenstärke, und bis jetzt hat seine Taktik alle Erwartungen übertroffen. Das Modell des „Light Footprint“, das während der Amtszeit des ehemaligen Verteidigungsministers Donald Rumsfeld angewandt worden ist, dürfte damals eine gute Idee gewesen sein, aber amerikanische Soldaten und Marines hatten keine Chance, Aufständische aus mit Stacheldraht geschützten Garnisonen heraus zu besiegen.

Erst jetzt, nachdem die Truppen sich aus der relativen Sicherheit ihrer Basen bewegt und sich mit der irakischen Bevölkerung vertraut gemacht haben, sind sie in der Lage, die Mörder zu isolieren und aufzuspüren. Sie arbeiten mit den Einheimischen zusammen. Sie erhielten diese Unterstützung, weil sie nach und nach Vertrauensbeziehungen und Allianzen aufgebaut haben, und weil sie die Zivilisten vor Gewalt schützen.

Die IDF hat nichts dergleichen im Libanon unternommen. Israel gegenüber sind die meisten libanesischen Schiiten dermaßen feindlich eingestellt, dass eine Strategie selbst dann nicht funktionieren würde, wenn David Petraeus selbst sich darum kümmern würde. Sogar dann würden Jahre ins Land gehen, bis man die gewünschten Erfolge erzielte, so wie es im Irak mehrere Jahre dauerte. Israel hat kein Interesse daran, jahrelang im Libanon gegen die Hisbollah zu kämpfen. Internationaler Druck würde es dazu zwingen, wieder rauszugehen.

Eine Strategie nach Petraeus-Muster war für Olmert keine Option. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir die Effektivität der Strategien von Olmert und Petraeus nicht miteinander vergleichen könnten.

Die IDF kämpfte monatelang - hauptsächlich mit Luftschlägen - einen asymmetrischen Krieg im Libanon. Israel zielte nicht auf Zivilisten, aber es versteht sich von selbst, dass Israel nicht gleichermaßen Zivilisten vor Gewalteinwirkung schützen konnte wie die Amerikaner das im Fall der Irakis tun. Aus der Luft lässt sich das nicht bewerkstelligen. Israel hat überhaupt nichts unternommen, die Leute im Libanon anzuregen, sich auf ihre Seite zu schlagen. Aus der Sicht der Südlibanesen sind die Israelis gesichtslose Feinde, die ihre Städte vom Himmel aus zerstörten.

Bei den gezielten Schlägen wurden viele Hisbollah-Kämpfer getötet, Bunkeranlagen und Waffenlager wurden zerstört. Sichere Gebäude erwiesen sich alles andere als unverletzlich. Zivilisten und Kombattanten wurden hart bestraft.

Aber am Ende des Tages spielte das alles keine Rolle. Die Hisbollah ist immer noch da. Ihre Waffenvorräte wurden vom Iran via Syrien aufgestockt. Zivile Anhänger von Nasrallahs Miliz sind noch wilder anti-israelisch als jemals zuvor. Truppen der UNO, die ins Gebiet entsandt wurden, werden ungewollt für die Hisbollah als „Menschliche Schutzschilde“ dienen, falls wieder ein Krieg ausbrechen sollte.

Währenddessen ist im Irak die Al-Quaida fast überall überwältigt worden. Moqtada al Sadrs radikale schiitische Mahdi-Miliz erklärte eine einseitige Waffenruhe. Viele vorher anti-amerikanischen Feinde haben sich auf unsere Seite geschlagen. Die Gesamtzahl der Gewalttaten wurde um beinahe 90% reduziert. 75% Bagdads sind nun sicher.

Politisch Verantwortliche und militärische Befehlshaber wären gut beraten, beide Vorgehensweisen anhand der asymmetrischen Kriegführung und Bekämpfung von Aufrührern zu analysieren, und sich so nah wie möglich am Petraeus-Modell zu orientieren. Olmerts Modell ist gescheitert.

Senator Barack Obama bevorzugt dennoch die Olmert-Variante, ob er nun explizit daran denkt oder nicht. (In Wirklichkeit bin ich mir sicher, dass er es nicht als Modell "Olmert" versteht, obwohl es im Grunde genau das ist).

„Obama wird sofort damit beginnen, unsere Truppen aus dem Irak abzuziehen“, so ein Statement auf der Website des Senators. „Er wird jeden Monat ein bis zwei Kampfbrigaden abziehen, und innerhalb 16 Monaten wird er all unsere Kampfbrigaden aus dem Irak herausgebracht haben. Obama wird sicherstellen, dass wir im Irak keine permanenten Stützpunkte aufbauen werden. Er wird einige Truppen im Irak halten, um unsere Botschaft und die Diplomaten zu schützen; wenn Al-Quaida versuchen sollte, eine Basis innerhalb des Irak aufzubauen, wird er Truppen im Irak oder anderswo im Gebiet behalten, um gezielt Schläge gegen Al-Quaida durchzuführen.“ (Hervorhebung durch den Autor)

Gezielte Schläge töten einige Terroristen (und tragischerweise oft auch Zivilisten). Aber sie zeigen insgesamt wenig oder keine Wirkung im Krieg gegen Aufrührer in städtischen Gebieten. Vielleicht sollten der Senator oder seine Berater das neue Handbuch zur Kriegführung gegen Aufrührer lesen - das einzige, das sich als effektiv erwiesen hat - und seine Strategie mit gezielten Schlägen vergleichen, die ihre Untauglichkeit bewiesen haben.

Hier nur ein bedenkenswerter Auszug:

Manchmal könnten Sie weniger in Sicherheit leben, je mehr Sie Ihre Streitkräfte schützen.

1-149. Größtmöglicher Erfolg bei COIN [Counterinsurgency] wird erzielt, wenn man die Bevölkerung schützt, nicht [vorrangig; Castollux] die COIN-Kräfte. Wenn die Militärs in ihren Stützpunkten verharren, verlieren sie den Kontakt zu den Menschen, wirken verängstigt und überlassen den Aufständischen die Initiative. Offensive flächendeckende Patrouillen, Aufspüren der Feinde und Abhörmaßnahmen müssen erfolgen, das Risiko mit der Bevölkerung geteilt und der Kontakt aufrechterhalten…. Diese Methoden sichern Zugang zu den Informationen, die für die Ausführung von Aktionen benötigt werden. Ihre Befolgung stärkt die Bindungen mit der Bevölkerung und verhilft dazu, echte Legitimität zu begründen.

Aus “Counterinsurgency/FM 3-24/MCWP 3-33.5”

Diese Strategie stand Olmert und der IDF nicht zur Verfügung. Obama und dem Militär der Vereinigten Staaten wird sie zur Verfügung stehen, sollte er sich dafür entscheiden, sie anzuwenden.

Obama befindet sich im Vorwahlkampf der Demokraten. Vielleicht wird er, wenn er gewählter Oberbefehlshaber ist und nicht mehr den linken Flügel seiner Partei beschwichtigen muss, eine Umkehr vollziehen und Petraeus dort lassen, wo er sich befindet. Aber normalerweise holt der Realitätssinn die Präsidenten von alleine ein.

Er wäre klug, wenn er vorsichtig abwägt, was möglich ist und was nicht; nicht nur im Sinne der USA oder des Irak, sondern aus kühl überlegten und eigennützigen Interessen. Obama ist ein sympathischer Typ. Theoretisch könnte er ein beliebter Präsident werden. Olmert war auch einmal populär, aber er wird es wohl nie wieder werden.

Donnerstag, Februar 21, 2008

"Gestapo in Liechtenstein"

Ausnahmsweise übernehme ich einmal einen Beitrag des SPIEGEL, so wie er veröffentlicht wurde, auch wenn mich der SPIEGEL oft nicht mehr überzeugt. Diesmal allerdings schon:


LIECHTENSTEIN-AFFÄRE

Der SPIEGEL schreibt:

Oberster Schweizer Bankier vergleicht deutsche Steuerfahnder mit Gestapo

Liechtenstein als "Schurkenstaat", die Schweiz als "größter Bremser" im Kampf gegen Hinterzieher: In dem gigantischen Steuerskandal eskalieren die gegenseitigen Angriffe. Ein Schweizer Spitzen-Bankier warf Deutschland sogar "Gestapo-würdige Methoden" vor - bereut dies allerdings inzwischen.

Berlin/Genf - Der Besuch von Otmar Hasler hat nicht viel gebracht. Gestern war Liechtensteins Regierungschef zu Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin. Sein Ziel: die Wogen im Steuerstreit glätten, gut Wetter machen, den Ruf des Fürstentums retten.

Haslers Mission ist gescheitert. Das wird spätestens heute klar, da sich alle Seiten mit neuen Angriffen übertreffen.

SPD-Finanzexperte Joachim Poß wirft Liechtenstein im SWR systematische Beihilfe zur Steuerhinterziehung vor.

"Das Verhalten erinnert schon eher an einen Schurkenstaat."

Das Anlocken deutscher Steuerflüchtiger müsse unterbleiben, die Zusagen Liechtensteins zur Bekämpfung der Steuerflucht reichten bei weitem nicht aus, das Stiftungswesen müsse dringend reformiert werden. Der Koalitionspolitiker macht damit deutlich:

Die Affäre Liechtenstein ist aus Sicht der Berliner Politik noch lange nicht vorbei. Die Steuerhinterziehung im großen Stil müsse gestoppt werden. Poß sagte, "dass hier im deutschsprachigen Raum der Steuerspartrieb stärker ausgeprägt ist als der Sexualtrieb".

Auch die andere Seite spart nicht mit drastischen Ausdrücken. Der Vorsitzende der Schweizerischen Bankiervereinigung, Pierre Mirabaud, schlug sich heute öffentlich auf die Seite Liechtensteins - und damit auf die der deutschen Steuersünder. Im französischsprachigen Sender des Schweizer Fernsehens brachte er das Vorgehen der deutschen Steuerfahnder mit dem Nationalsozialismus in Zusammenhang."

Das sind Methoden, die leider ein bisschen an Gestapo-würdige Methoden erinnern", sagte Mirabaud in einem Interview am Mittwochabend. Der Genfer Privatbankier vertritt mit rund 350 Schweizer Banken alle führenden Institute.

Mittlerweile hat Mirabaud seine Äußerungen bedauert. Im Gespräch mit manager-magazin.de sagte er, der Vergleich sei "unglücklich" (mehr...).

Die Schweiz selbst sieht Mirabaud nicht im Fadenkreuz der deutschern Ermittler. Allerdings zeigte Mirabaud auch kaum Kooperationsbereitschaft mit den deutschen Behörden. Auf die Frage, ob Schweizer Bankangestellte gegen Bezahlung bereit wären, in der aktuellen Affäre als Informanten zu fungieren, entgegnete er, dass das deutsche Steuersystem attraktiver gemacht werden müsse.

Laut einer Umfrage unterstützt die Mehrheit der Deutschen die Aufklärung der aktuellen Fälle von Steuerhinterziehung. 51 Prozent der Bundesbürger sind davon überzeugt, dass Steuersünder das gesamte Wirtschafts- und Gesellschaftssystem in Deutschland gefährden. Das ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Senders n-tv. 46 Prozent teilen diese Auffassung nicht. Besonders erschreckend: Eine Mehrheit von 63 Prozent der Deutschen glaubt nicht, dass härtere Strafen für Steuerhinterzieher eine abschreckende Wirkung auf Steuersünder haben.

Auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mischt sich in die Affäre ein. Demnach habe Deutschland schon heute Möglichkeiten, alle Finanzströme nach Liechtenstein zu überwachen. Grundlage sei die Schwarze Liste der OECD, auf der das Fürstentum wie andere Steueroasen stehe, sagte OECD-Steuerexperte Lorenz Jarass den "Passauer Neuen Nachrichten".

Deutsche Steuerkultur: "Normalbürger hinterziehen mehr als Reiche"

Steuerfahnder: Sie machen Milliarden - für 80.000 Euro im Jahr

Liechtenstein: Alpen- Asyl für flüchtige Millionen

Steuertricks: Wie sich Zumwinkel und Co. arm rechnen

Psychologie: Warum alle Steuertrickser Narzissten sind

Konkret bedeute eine solche Überwachung, dass "jeder, der Geld nach Liechtenstein transferiert", dies gegenüber den Behörden begründen müsste. "Bei Beanstandungen könnten diese Zahlungen für illegal erklärt und gegebenenfalls auch eingezogen werden."

Der ehemalige Bundesfinanzminister Hans Eichel hat sich für ein weltweites Vorgehen gegen Steuerhinterziehung ausgesprochen. Es sei unglaublich schwierig, Steueroasen auszutrocknen, sagte der SPD-Abgeordnete im rbb-radioeins. Die Schweiz nannte er "den größten Bremser im Kampf gegen die Steuerhinterziehung".

Das Land sei zwar kein Mitglied der Europäischen Union. "Aber hinter ihm verstecken sich alle anderen und sagen, solange die Schweiz nicht Auskünfte an die Steuerbehörden der anderen Länder gibt, machen wir das auch nicht, weil das Geld dann bei uns abfließt", sagte Eichel. Das gelte vor allem für Luxemburg, Österreich und Belgien.

"Dem deutschen Recht fehlt die Autorität"

Renommierte Finanzexperten machen dagegen das deutsche Steuersystem mitverantwortlich für die Hinterziehung von Steuern. Der Heidelberger Experte Paul Kirchhof sagte der "Rhein-Neckar-Zeitung", er habe "Verständnis für denjenigen, der gegenüber dem deutschen Steuerrecht nur ein schwaches Rechtsbewusstsein ausbildet." Das Steuerrecht sei nicht verständlich, weil es zu viele Möglichkeiten biete, auszuweichen.

"Wieso sind Menschen, die beruflich sehr erfolgreich sind, die sehr viel Geld verdienen, bereit, ein so großes Risiko einzugehen", fragte Kirchhof mit Blick auf die aktuellen Fälle von Steuerhinterziehung. Bei Abwägung von Risiko und Chance dürfte dazu niemand bereit sein, "es sei denn, diesem Recht, das er beachten soll, fehlt die Autorität".

Ähnlich äußerte sich der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter. "Wir haben nichts, was man Steuersystem nennen könnte. Das ist eine Katastrophe", sagte Walter im Deutschlandfunk. Die steuerlichen Regelungen seien nicht gerecht, sondern sorgten dafür, dass viele Menschen ihre Zeit mit der Frage verbrächten, wie sie die Zahlung von Steuern vermeiden können.

Quellen: wal/Reuters/AP/AFP/dpa/ddp

Mittwoch, Februar 20, 2008

London: Morddrohung gegen israelischen Fußballtrainer


Das war (leider) fast schon zu erwarten

Lizas Welt hatte Avraham Grant, dem Nachfolger José Mourinhos beim englischen Topclub FC Chelsea, im September 2007 einen ausführlicheren Beitrag gewidmet. Grant hatte von Anfang an Schwierigkeiten, bei Fans und Medien "anzukommen"; aber dass ihm jemand eine Morddrohung zukommen lässt, muss größte Besorgnis hervorrufen.

Antisemitische Anfeindungen gegen Grant hatte es schon unmittelbar nach seiner Einstellung bei Chelsea gegeben.

So schrieb im Evening Standard der ehemalige konservative Kulturminister David Mellor, dass Grant, der noch nie einen großen Club trainierte, nur "aus einem Grund" kam: "Er ist ein Israeli-Russe in einem Klub, der einem von Israel besessenen Russen gehört." Weiter hieß es in dem Artikel des 1992 wegen einer Sexaffäre zurückgetretenen Politikers: "Caligula machte sein Pferd zum Konsul, und Abramowitsch machte seinen Fußballdirektor, Gott hilf uns, zum Trainer."

Dass Formulierungen wie diese bei Antisemiten auf fruchtbaren Boden fallen würden, war unschwer zu erraten.

Wenn selbst Martin Samuel von der renommierten Times über das "jüdische Erbe" Grants schwadronierte, darf es auch nicht verwundern, wenn die eher zur rechten Klientel zählenden Fangemeinde des FC Chelsea in den Internetforen sich seither so richtig austobt. "Vielleicht wird er auf brutalen Angriff setzen", so ein Fan, "Das ist doch eine Taktik, die die Israelis gerne anwenden, besonders gegen Palästinenser." Oder ein weiterer Forenteilnehmer: "Grant ist nur einer von vielen Hebräern, die in den letzten Jahren gekommen sind, um unseren Club zu retten."

Die Saat muss nicht erst aufgehen. Sie keimte schon.

E. Hausen
von "Israelnetz" heute mit dieser Nachricht:


LONDON (inn) - Die britische Polizei ermittelt wegen Morddrohungen gegen den israelischen Trainer des Londoner Fußballvereins Chelsea, Avraham Grant (Abbildung) . Im Trainingsgelände im nahe gelegenen Cobham ging ein Briefumschlag ein, der ein weißes Pulver enthielt.

Wie die Zeitung "Daily Mail" am Mittwoch berichtet, öffnete ein Mitarbeiter die Postsendung. Darin fand sich ein Brief, in dem Grant als "hinterhältiger jüdischer Bastard" beschimpft wurde. "Wenn Du diesen Brief öffnest, wirst Du einen sehr langsamen und schmerzhaften Tod sterben", schrieb der anonyme Absender weiter. Eine zweite Botschaft enthielt sexuelle Drohungen gegen Grants Ehefrau Zofit und fügte hinzu: "Dann wird sie sterben."

Eine Untersuchung im Labor ergab, dass das Pulver unschädlich war. Grant und seine Mannschaft hielten sich nicht in England auf, als der Drohbrief eintraf. Sie waren für ein Champions-League-Spiel gegen Olympiakos in die griechische Hauptstadt Athen geflogen. Dieses fand am Dienstagabend statt und endete mit einem torlosen Unentschieden.

Der Israeli hatte den Posten des Cheftrainers bei dem renommierten Club im September von José Mourinho übernommen. Von manchen Fans, die diesen Schritt der Vereinsleitung missbilligten, wurde er mit rassistischen Parolen begrüßt. Mittlerweile hat er sich jedoch durch eine erfolgreiche Arbeit den Respekt vieler Anhänger erworben. Bei Chelsea steht unter anderen der deutsche Nationalspieler Michael Ballack unter Vertrag.

Hat tip: Lizas Welt

Sonntag, Februar 17, 2008

I Saw Her Standing There


Alter schützt nicht vor Qualität

Paul McCartney in den 1980-er Jahren auf Tour

Seiner zweiten Frau Linda (links mit ihm) gebührt ein gerüttelt Maß Anteil daran, dass die Wings nach der Auflösung der größten Rockgruppe aller Zeiten - den Beatles, wer sonst - so gigantische Erfolge hatten.

Der schier unerschöpflichen Kompositionskunst Paul McCartneys ist es zu verdanken, dass die Popmusik bis heute um einen Hit nach dem anderen im unvergesslichen Sound der Beatles bereichert wurde.

Nach der Trennung der "Fab Four" und der Ermordung John Lennons war für viele Beatles-Fans - auch für mich - eine Welt zusammengebrochen.

Es schien beinahe unmöglich, dass der Sound der Beatles noch einmal wenigstens ansatzweise zu hören wäre.

Aber immer dann, wenn ich Paul, George Harrisson oder Ringo Starr hörte, lebte in mir das Gefühl weiter, dass sie doch noch zusammen sind.

Paul McCartney hat bei seinen Auftritten stets die alten Hits der Beatles gespielt.

Hier einer der größten Songs, den die Beatles jemals live gesungen haben:

I Saw Her Standing There
Los Angeles, 1986

Was mir am Publikum auffällt: Keine künstlich erzeugte Stimmung durch vorher verteilte Lichtkerzen, wie man das sonst so oft beobachten muss. Stattdessen impulsive und spontane Freude.

P.S.: Verzeiht mir meine "Beatlemania" oder weist mich in eine Beatles-Krankenhaus ein....