Donnerstag, Oktober 07, 2010

Was hat Uli Sahm mit dem Times Square gemeinsam?

Ganz einfach:

Er wurde dort weltweit über Leuchtreklame bekannt.

Ich will jetzt nicht großartig erklären, wie es dazu kam (das steht mir auch nicht zu), aber am Times Square mit Bild und Text zu erscheinen ist schon ein Hammer und ein Beleg größter journalistischer Klasse Ulrich Sahms, die weltweit Aufsehen erregt.

Ulrich Sahm ist 1950 in Bonn als Sohn eines deutschen Diplomaten geboren. Aufgewachsen in London, Paris, Bonn, Heppenheim (1968 Abitur an der Odenwaldschule), Moskau und Ankara. Studium der evangelischen Theologie, Judaistik und Linguistik in Bonn, Köln und an der kirchlichen Hochschule in Wuppertal. Ab 1970 Studium der Hebräischen Literatur an der Hebräischen Universität in Jerusalem.


Ulrich Sahm hat kürzlich einen Artikel verfasst, der sich mit Marc Daniels beschäftigt, einem amerikanischen Juden, der eine Kampagne gegen Hass startet und dafür kabbalistische Ideen zur Diskussion stellt.

Castollux
hat Ulrich Sahms Beitrag 1:1 eingestellt und lediglich ein paar Tippfehler ausgebessert.

Vom Korrespondenten zur Leuchtreklame


Eine etwas absurde Karriere
Ulrich Sahm


Ein amerikanischer Jude startet eine Kampagne gegen den Hass, benutzt dafür kabbalistische Ideen, ein Foto von „Schindlers Liste“ und stößt in Deutschland auf Bedenken. „I have a dream“ (Ich habe einen Traum) hatte der amerikanische Schwarzenführer Martin Luther King in Washington gerufen und Afroamerikaner motiviert, gegen die in Amerika übliche Rassentrennung von Schwarzen und Weißen anzukämpfen.

Den mitreißenden Slogan Kings hat jetzt Marc Daniels für eine eigene Kampagne aufgegriffen, um „Hass zu jäten“. Daniels, ein amerikanischer Jude, spricht fließend Deutsch. Er reist oft nach Deutschland und Israel. Sein Großvater hatte einen Gartenbaubetrieb und ein Gerät erfunden, das Wasser mit Dünger den Wurzeln eines Baumes zuführt. Der Gartenbauexperte Daniels kennt die deutschen Hersteller von Schaufeln und Hacken sowie israelische Experten für Tröpfchenbewässerung. Die führt Pflanzen in exakten Dosen Wasser zu und bewirkt Wunder.


In Israel hatte Daniels noch andere „Geschäfte“. Er suchte die spirituellen Wurzeln seines Judentums und fand die Kabbalah, wie sie Michael Laitman verbreitete. "Ich entdeckte die Brücke zwischen meiner Familie und meinen kulturellen wie spirituellen Stammbaum.” Er wollte die Geheimlehren der Kabbalah metaphorisch Gärtnern zugänglich machen. “Macht Euch die Finger dreckig, um Unkraut auszureißen, und so symbolisch den Hass in der Welt auszurotten”, formuliert Daniels.


Rabbi Michael Laitman, ein russischer Ingenieur, hat sich mit kabbalistischen Lehren ein weltweites Millionenheer von Anhängern geschaffen. Von einem Industriegebäude nahe Tel Aviv aus lenkt Laitman mit Fernsehstudios und Internetauftritten ein Imperium.


Daniels hatte meine Artikel gelesen und verstanden, dass ich in jüdischen Angelegenheiten bewandert sei. Wir verabredeten ein Treffen. Zwei Stunden lang versuchte er erfolglos, mich von Laitmans Lehren zu überzeugen. Daniels schlug vor, den Rabbi „exklusiv“ zu interviewen. Nur bat er mich, den Rabbi nicht zum Thema Holocaust zu befragen.


Klicken sie einmal auf das Bild unten: dort wird Ulrich Sahm mit seiner Message abgebildet.

Der Text-Stream darüber....; und das am Times Square. Eine wesentlich bessere Bildauflösung hier:


Zum Abgleich:

In der Kabbalah-Zentrale saßen Dutzende „Freiwillige“ in Kabuffs von einer Größe 1 Quadratmeter bei künstlicher Beleuchtung und übersetzten die Predigten des Rabbi in alle möglichen Sprachen. Der Rabbi selber war gekleidet wie ein Rabbi, aber schnell stellte sich heraus, dass er kein gelernter Rabbiner war. Wie versprochen, befragte ich ihn nicht zum Holocaust, sondern nur, weshalb er über das Thema nicht reden wolle.

Der vermeintliche Rabbi meinte, dass Massenmorde und Krieg Teil eines Gottesplanes seien, Hitler also eine „Marionette Gottes“. Damit war für mich das Interview beendet.


Daniels hielt weiter Kontakt. Er hatte die Idee entworfen, Kindern beizubringen, den Hass auszurotten, so wie man Unkraut jätet. In den USA fand er er Anhänger für ein Projekt, Kleinkinder Unkraut jäten zu lassen, um so symbolisch den Hass zu tilgen und sie gleichzeitig der Natur näher zu bringen. Auch der Präsident im Weißen Haus wurde aufgefordert, in seinem Garten Unkraut zu jäten.


Inzwischen hatte Daniels mein Buch „Alltag im gelobten Land“ gelesen und darin das Kapitel entdeckt, wie ich den mit Dokumenten gefüllten Koffer des Oskar Schindler vom Tel Aviver Flughafen abhole, während die Polizei in den Räumen der Stuttgarter Zeitung nach dem Koffer fahndet. Ehe ich auftragsgemäß den Koffer an die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem übergab, lagen die Materialien in meinem Wohnzimmer, mitsamt Originalen von „Schindlers Liste“. Die sind durch den gleichnamigen Spielberg-Film weltberühmt geworden.

So entstand das Foto, wie ich „Schindlers Liste“ studiere. Das Bild schmückte ausgerechnet am 11.9. eine Leuchtreklame auf dem New Yorker Times Square. So warb Marc Daniels für seine Kampagne „Weed Out Hate“ (Jätet den Hass). Die geballte Symbolik war Absicht.


Ausgerechnet in Deutschland stieß Daniels auf Widerspruch. Grüne beklagten, dass Unkraut doch Teil der Natur sei und geschützt werden müsse. Andere bemängelten, dass Nazis die Juden zum Unkraut erklärt hätten, das ausgerottet werden müsse. Daniels, der amerikanische Jude und Kenner der deutschen Mentalität, hätte nicht damit gerechnet, dass seine gut gemeinte Kampagne gegen Hass ausgerechnet bei deutschen Naturfreunden und Geschichtskennern auf Bedenken stoßen würde.


(C) Ulrich W. Sahm, 30. September 2010

http://www.hagalil.com/01/de/Israel.php?itemid=3077

http://www.n-tv.de/politik/politik_kommentare/Weltmacht-Kabbalah-article40502.html
http://www.prnewswire.com/news-releases/journalist-and-schindlers-list-facilitator-ulrich-sahm-endorses-weed-out-hate-initiative-102679589.html

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Herzlichen Dank an Uli für die Bereitstellung des Artikels und das Angebot, es bei Castollux veröffentlichen zu lassen.

Dienstag, Oktober 05, 2010

Absteigen gilt nicht

Letzen Samstag habe ich einen (lange Zeit vergessenen) stetig ansteigenden Berg vor Zusamzell (36 Kilometer westlich von Augsburg) mit dem Bike begutachtet, um meine Fitness zu testen. Ich glaube kaum, dass ich da allzu große Konkurrenz fürchten muss, weil ich bei Tagestouren etwa 80-100 Kilometer im Schnitt zurücklege.

Während meiner letzten großartigen Radtour mit meinem "großen Bruder" Hans die Elbe rauf bis Prag im August gab es wesentlich schwierigere Passagen, die manch andere Biker zum Absteigen gezwungen hatten.


Wenn ihr euch das Foto (unten) anseht und dann den kleinen Ausschnitt ganz hinten im Bildhintergrund-Mitte, wo ein entfernt liegender Wald unterhalb der Steigung erkennbar ist: Wie stark, schätzt ihr, war die Steigung und wie lange führte sie?



Heftig, heftig.


Mein Foto hatte ich am Scheitelpunkt aufgenommen. Dort schnaufte ich schon ein wenig durch, auch wenn ich relativ “locker“ noch mehr gepackt hätte.

Wichtig ist: immer im richtigen Moment runterschalten, sowohl was die vorderen als auch die hinteren Zahnkränze betrifft. Am besten beim Anstieg gleich auf den mittleren Kranz vorne und dann langsam weiter...den kleinen Kranz vorne erst nehmen, wenn es eng wird und kurz bevor der Puls noch heftiger ansteigt.

Wenn man das „intus“ hat, spart man viel Kraft und Sauerstoff für die nächsten Steigungen und kann die Muskulatur lockern. Ansonsten sind bei jeder Trecking-Tour Magnesium, Traubenzucker sowie Eiweißriegel angesagt, um dem so genannten „Hungerast" vorzubeugen.
Und: rechtzeitig essen!

Man sieht bei dieser Aufnahme, wie der Asphalt plötzlich nach unten „abbricht“. So viel kann ich sagen: 18% Steigung waren es nicht, aber auch nicht viel weniger, dafür aber auf einer elend langen Strecke.


Ich freue mich schon auf eine Tour in den Alpen – vielleicht in den Appenzellern?
Wer die schafft ist reif für die Tour de France ;-))

Apropos „freuen“: Man kann man sich generell auf Anstrengungen und Entbehrungen freuen; und erst recht dann, wenn man sie gemeinsam mit echten Freunden gemeinsam meistert! Aber ein wenig „Reinhold-Messner-Mentalität“ sollte schon vorhanden sein. Und vor allen Dingen: unbedingte Zuverlässigkeit in Gefahrensituationen wie bei Bergtouren ist allererste Voraussetzung.
Sonst "bisch verratzt", wie man bei uns im Voralpenland sagt.

Freudige Überraschungen gibt es natürlich immer wieder: Als ich von meiner Elbe-Radtour nach Augsburg zurückfuhr, musste ich über das oberfränkische Sonnefeld nach Bamberg und dann weiter nach Süden. Eigentlich lächerliche 65 Kilometer: aber Wolkenbrüche wie am Äquator, rapider Temperaturabfall und böig-kalter Gegenwind; ich fuhr grimmig vor mich hin wie eine Maschine - hadernd mit dem Wetter und stetigen Gedanken ans Aufhören bzw. Unterkommen an der nächsten Raststätte. Und am Horizont nur grauer Frust…


Auf einmal sah ich auf halber Strecke nahe der Basilika Vierzehnheiligen einen Punkt in der Landschaft, der sich genauso abplagte wie ich und immer langsamer wurde. Das wurde mein Reisebegleiter bis Bamberg – ein Student aus Jena, der auf dem Weg zu seiner Liebsten nach Nürnberg war. Ich sagte ihm einfach: „Komm, jetzt pack’ mer’s zusammen“, und glücklich war er ob so viel Spontaneität, und ich auch.


Bis Bamberg haben wir viel miteinander gesprochen, unsere Brotzeiten gemeinsam verzehrt und alles um uns vergessen. So kann gelebte Gemeinschaft aussehen.


Witzig: Mein Begleiter (Sven) hatte einen prall gefüllten, riesigen Bundeswehrseesack auf dem Buckel, weil er mit einem Mountainbike ohne Gepäckständer(!) gestartet war und sowohl die Entfernung als auch die auf ihn zukommenden Bedingungen falsch eingeschätzt hatte. Er war ist erst 20….


Man stelle sich das einmal vor: etwa 40 Kilo auf dem Rücken - und die drücken permanent auf den Sattel bzw. auf das geschundene Körperteil, das darauf Platz nimmt. Ich wüsste nicht, ob ich das lange durchgehalten hätte. Kompliment, Sven, falls du dies einmal lesen solltest.


Nach Bamberg trennten sich dann leider unsre Wege. Kurios - wie meistens - auch die Unterbringungsmöglichkeit, die wir vorfanden: Auf der Durchfahrt sah ich einen Fahrradladen und dachte mir sofort: „Hey, die wissen bestimmt eine Übernachtungsmöglichkeit“. Und so war es dann auch. Ein Musikgeschäft wenige Häuser weiter verkaufte nicht nur Gitarren und alles sonst, was mit Musik zu tun hat, sondern vermietete auch perfekt eingerichtete Einzelzimmer für 35 Euro die Nacht. Ist doch okay, oder, wenn TV, Bad, Fahrradabstellraum und Frühstück inklusive sind?


An interessierte Fahrradfreaks oder sonstige Bayern-Touristen: Wenn ihr jemals im südlichen Bayern unterwegs seid und die Welt dort mit dem Fahrrad kennen lernen wollt, macht euch keine Sorgen: in meiner Heimat und im Voralpenland kann man zu jeder Tageszeit preiswerte Übernachtungen buchen - auch ad hoc bei einer Durchfahrt mit dem Fahrrad.

Und den Föhn inklusive glasklarem Blick auf die Alpen gibt's auch umsonst.

Einfch bei mir nachfragen :-)

Montag, Oktober 04, 2010

Quo Vadis Anno MMX, FC Bayern?

Schrecklich und zum Haareausraufen, was man als eingefleischter Bayern-Fan in den letzten Wochen mitmachen muss: Die Mannschaft des niederländischen Trainers van Gaal scheint entweder politisch korrekten grünen Biosprit getankt zu haben (was oft zu Stottern im Motor führt) oder ihr „Mir-san-mir“-Gefühl ist ihr vorübergehend abhanden gegangen.

Wann gab es das schon einmal, dass mein
ruhmreicher FCB ausgerechnet während der Wies’n-Hochsaison, wenn die Gegner seit Jahrzehnten regelmäßig ins Weißbier-Delirium gespielt werden, dermaßen ins Straucheln gerät wie in der Saison 1977/78, als man den läppischen 12. Platz „errang“?

Da bin ich momentan ebenso ratlos wie viele meiner Leidensgenossen.

Die Bayern-Hasser haben also wieder einmal für ein paar Wochen Hochkonjunktur. Von mir aus - kein Problem:

Sehen wir uns die Statistiken der Bundesliga an: Danach folgt auf eine schlechte Bayern-Saison oft eine Demütigung für die Liga-Konkurrenz, von gelegentlichen Ausnahmen abgesehen (Gladbach in den 1970er-Jahren, HSV Anfang der 1980er-Jahre und Bremen in den 1990er-Jahren).


Eigentlich war aber das heute verlorene Spiel in Dortmund (0:2) nur noch das I-Tüpfelchen auf eine fast niederschmetternde Diagnose, die man schon in den letzten Wochen hätte stellen können, wäre die WM in Südafrika nicht gewesen und die danach fehlende Regenerationszeit für die Mehrzahl der Stammspieler des Teams, die – man sollte das nicht vergessen – dort Semifinale und Finale gespielt hatten.


Van Gaal und die Spieler selbst betonten in der äußerst knapp bemessenen Vorbereitungszeit, dass es Startschwierigkeiten geben könnte. Man war also „vorgewarnt“. Die Frage ist nur, ob man das Anfang Oktober immer noch gelten lassen kann. Leise Zweifel - auch an manchen Mannschaftsumstellungen heute - (Pranjic als "6" und Schweinsteiger hinter der Spitze) sind erlaubt.

Weil die einzelnen Spieler sehr wohl wissen, um was es geht und sie ihrem Verein gegenüber die größte Loyalität schulden (der bezahlt sie schließlich), glaube ich aber, dass das Team ein mentales Problem hat:

Permanent gewinnen macht zwar unheimlich viel Spaß, aber als ehemaliger Aktiver weiß ich auch, dass sich nach (großen) Erfolgen ein gewisser Schlendrian einschleicht, auch wenn er nicht gewollt ist. Die Motivation fehlt einfach, und das ist menschlich sehr gut nachvollziehbar.

Jetzt haben die Bayern einige Kopfnüsse eingesteckt. Das verursacht Schmerzen, richtig. Aber danach wird durchgestartet. Die Mannschaft hat ein unglaublich großes Potential. Sie muss es jetzt nur noch abrufen.

Und: Mal sehen, wo Mainz und Dortmund nach dem 34. Spieltag stehen.
Mainz wird nach der ersten Niederlage ins Grübeln kommen, nach der zweiten erst recht (wie Hoffenheim damals). Und Dortmund ist (dieses Jahr) noch nicht meisterschaftsreif.

Abgesehen davon werden für meinen Geschmack manche Mainzer "Jungstars" zu früh in den Himmel gelobt, auch wenn ich ihnen alles Gute wünsche.


Also: abwarten.

Ich bin zwar sauer, aber meinen FCB jetzt schon abschreiben? Nein!

Der Stern des Südens leuchtet immer und ich gehe nicht davon aus, dass sich die Astrophysiker hinsichtlich dieser Selbstverständlichkeit irren.

Samstag, Oktober 02, 2010

Slideshow: Legendäre Schwarzweiß-Fotografie

Besten Dank an meinen wie immer nachdenklichen Freund Paul Uri Russak für die Zusendung dieser sensationellen Fotoserie!

Zum Vergrößern
(Fullscreen) bitte auf den Button links unten in der Menü-Leiste klicken.

Wenn (Google-Blogger) -User wissen wollen, wie man Powerpoint-Präsentationen in seine Beiträge einbauen kann, dann können sie das hier nachlesen. Ganz einfach....; ich wusste bisher nichts von dieser Möglichkeit. Klasse!

Wie es bei WordPress funktioniert kann ich nicht sagen. Bis dato habe ich noch nicht danach gesucht.


5 Euro mehr im Monat: Dekadenz oder Verarschung?

Im Bayerischen Rundfunk wurde das vor wenigen Tagen heiß diskutiert. Ich beziehe dazu meinen ganz speziellen Standpunkt, der hier nicht zur Diskussion steht, bitte aber meine Leser, sich bei der Lektüre des unten angeführten Podcasts ein eigenes Bild zu machen.

Bitte hier oder auf die Abbildung klicken.


Wichtiger Hinweis: Bei der Auflistung bitte bis zum Beitrag
„Hartz IV - 27.09.2010 5 Euro mehr für Hartz-IV-Empfänger: Ist das gerecht? Zu Gast bei Stephanie Heinzeller: Prof. Walter Hanesch, Armutsforscher an der Hochschule Darmstadt“
runterscrollen.

Montag, September 27, 2010

Von Graffiti-Kultur zum Graduate und IDF-Sprecher: Arye Sharuz Shalicar

Die deutschen Leser können sich auf ein spannendes Buch freuen: Arye Sharuz Shalicar, dessen jüdische Familie aus dem Iran stammte, und der, vor zwei Jahrzehnten im Berliner Wedding aufgewachsen, jahrelang Mitglied mehrerer Jugendgangs, u.a. auch einer türkischen Bande war, die - wohl zu seinem Glück - lange nichts von seiner jüdischen Identität wusste, dient heute nach einem Studium an der renommierten Hebräischen Universität Jerusalem zu Internationalen Beziehungen, Nahostgeschichte und Politik und European Studies (M.A.) als Armeesprecher im Range eines Hauptmannes bei der IDF und hat seine (vorläufigen) Memoiren in einem Buch zusammengefasst.

Bis es dazu kam, war ein sehr bewegtes und gefährliches Leben zu meistern, denn Arye, der bis zu seinem 15. Lebensjahr seine jüdische Identität selbst nicht so richtig eingeordnet hatte, stieß überall auf äußerst aggressive Ablehnung, als er eines Tages seine Identität preisgegeben hatte: bedroht, gedemütigt, erniedrigt und physisch angegangen von in erster Linie
arabischen Jugendlichen im Wedding; aber auch schon zuvor war er für seine deutschen Altersgenossen ob seines südländischen Teints oft nur der Kanake.

Arye, dessen Leben unter meist muslimischen Altersgenossen fortan einem Spießrutenlaufen glich, begann nun zusehends, seine jüdischen Wurzeln zu entdecken.


In diesem lesenswerten Beitrag der WELT wird sein Werdegang in Auszügen dargestellt. Der Autor kommt selbst zu Wort.


Da ab und zu auch die taz einen halbwegs fairen Artikel zu Israel oder über (lebende) Juden schreibt (toter Israelis gedenkt sie geradezu inflationär, wie viele andere Medien) und die eine oder andere vernünftige Rezension bzw. Buchempfehlung wie diese von mir aufgegriffene veröffentlicht, soll auch darauf hingewiesen werden, dass sie Aryes Buch Ein nasser Hund ist besser als ein trockener Jude: Die Geschichte eines Deutsch-Iraners, der Israeli wurde sehr positiv bewertet hat.


Chapeau!


Dass man eine Buchbesprechung auch sehr sophisticated und hinterhältig schreiben kann, zeigt das marxistische Kampfblatt Der Freitag. Es schreibt unter der Headline Der rationale Kern der Islamophobie, die Arye komplett vereinnahmen will:
Das „Ticket nach Israel“, das er 2001 in Deutschland ohne Rückfahrkarte gelöst hat, erschien ihm als Ticket in die Freiheit. Was seine Lebensgeschichte über Antisemitismus, Islam und Migrationspolitik in Deutschland aussagt, was seine Karriere vom durchschnittlichen Weddinger Schüler zum erfolgreichen Akademiker für das Verhältnis von „Abstammung“, Erziehung und Gesellschaft bedeutet und welche Konsequenzen Bildungspolitiker aus seinen Alltagsansichten von Berliner Schulen ziehen müssten – darüber zu streiten wäre lohnender als über genetische Alltagsreligion.
Hier wird mehr oder weniger schlecht Arye Sharuz Shalicars emotional berührende Lebensgeschichte gegen Thilo Sarrazins nüchternes Zahlenmaterial ausgespielt und eine "Migrationsdebatte" nachgeschoben, ganz abgesehen davon, dass Aryes Entscheidung für einen Umzug nach Israel mit der zweideutigen Formulierung erschien zu einer individuellen Verlegensheitslösung uminterpretiert wird.

Ich kann mir schlecht vorstellen, dass dies Aryes Zustimmung findet. Da aber Jakob Augstein, der Sohn des SPIEGEL-Urgesteins und Zionistenhassers Rudolf Augstein, beim Freitag das Zepter schwingt (mit Pastor Schorlemmer u.a.), ist nicht unbedingt davon auszugehen, dass man bei den antijüdischen Kommunisten dieses Blattes beste Absichten hegt, wenn man Arye Sharuz Shalicar scheinbar wohlwollend ins Gespräch bringt.


Abschließend:


Aryes Buch beansprucht insofern eine Sonderstellung, da es den bisherigen Lebensweg eines noch jungen Mannes erzählt, der nicht von klein auf eine jüdische Sozialisation durchlaufen hat, sondern erst über Umwege dahin geführt wurde - eine "Post-Sozialisation", die von aggresiver Ablehnung seitens der deutschen Bevölkerung und der islamisch-arabischen Parallelgesellschaft in Berlin begleitet worden war.


Zu Aryes Biografie kann man auf dieser Seite noch ein paar Daten erfahren (in der rechten Spalte).
Vielleicht kann ich diese Information noch mit Aryes Hilfe präzisieren.

Wer Arye direkt per E-Mail kontaktieren will, kann das über mich tun: sola_gratia@web.de.

Bitte nur ernst gemeinte Zuschriften.

Sonntag, September 26, 2010

Kirche laufend dabei: Protestantische Prostitution

1020 Dollar im Monat/63 Quadratmeter dafür, dass man in Atlanta "einen auf Student" macht.

Geschenkt?

Jeder Hartz IV-Empfänger wird sich einen ablachen ob dieser urchristlichen Bescheidenheit.

Honorare für Friedensdebatten sowieso extra, klar...., und das Podest zum Ausgleich der Körpergröße auch über 1,60 Meter angehoben, weil Frau Käßmann so ungemein Wichtiges zur Weltpolitik "und so" zu sagen hat.


"Prostitution" in meiner Headline klingt hart, gebe ich zu. Aber wie soll man das Verhalten von Frau Käßmann anders bewerten, wenn sie nach ihrer Trunkenheitsfahrt zwar Einsicht gezeigt hatte (das war damals eigentlich bewundernswert), aber dennoch weiterhin in eitler Manier die Öffentlichkeit sucht?

Soll man ihre neue dämliche Selbstinszenierung vielleicht als entschuldbare Maßnahme zur Alterssicherung werten?

Hier mehr zum Thema

Als evangelischer Theologe werde ich in den nächsten Tagen möglicherweise einiges einstecken müssen - so nach dem Motto: „Wie können Sie, Herr
Castollux, Ihrer Kirche und Ihrem Arbeitgeber nur so gegen den Karren fahren?“

Das bin ich mittlerweile gewohnt.
Und ich hätte auch kein Problem damit, außerhalb der (Volks-) Kirche zu arbeiten.

Jeder halbwegs vernünftige Protestant sollte Frau Käßmanns mediale Eskapaden mehr als kritisch hinterfragen. Und nicht nur das: er sollte sie entschieden ablehnen und verurteilen, denn Frau Käßmann schadet dem Ansehen unserer (
meiner) evangelischen Kirche.

Samstag, September 18, 2010

Da'wa am Nordpol

Darauf hat man am Nordpol unbedingt gewartet: Islamische Missionierung (Wikipedia hält sich natürlich bedeckt) im ewigen Eis. Vielleicht berücksichtigt man ja beim Bau der Moschee das architektonische Vorbild eines Iglus - zwecks (formaler) Integration etc.....

City Near North Pole To Have Mosque
The city of Inuvik, situated near the North Pole in Canada, is to be the site of a $750,000 mosque for its 80-odd Muslim residents.

Donations for the mosque's construction were collected by Saudi physician and journalist Dr. Hussein Saud Qasti, who lives in Canada.

The building was constructed some 3,000 km away from Inuvik, and is being transported section by section on giant trucks.
Quelle: MEMRI (Alarabiya.net), 15. September 2010.

Siehe auch die Kolumne "Schaschlik" bei HEPLEV

Mittwoch, September 15, 2010

Thomas Müller: (Nach-) Name verpflichtet

Im Juni dieses Jahres hatte ich Thomas Müller, den überaus sympathischen Shootingstar des FC Bayern, in höchsten Tönen gelobt und ihm eine Weltkarriere vorausgesagt, als kaum ein Mensch daran dachte. Dass ich damit richtig lag konnte ich selbst nur hoffen - aber auch ahnen.

Bild: Archivaufnahme

Manche Leser - vielleicht auch Bayern-Fans darunter - mögen mich damals ob meiner vorwitzigen Alalyse ein wenig belächelt haben, aber Wochen später bei der Weltmeisterschaft in Südafrika wurde Thomas Müller Torschützenkönig und bester Nachwuchsspieler: beinahe unfassbar selbst für hartgesottene Bayern-Fans wie mich (ich bin FCB-Fan seit 1967; damals war ich 14 Jahre alt).


Zufall kann dabei wohl kaum eine Rolle gespielt haben, denn heute schlug besagter "Zufall" im Spiel gegen den AS Rom in unnachahmlicher Weise zu und erzielte vom rechten Strafraumeck aus ein sensationelles Tor mit dem Außenrist – direkt in die gegenüberliegende linke Torwartecke. Jeder, der wie ich jahrelang aktiv gespielt hat, weiß, wie schwer so ein Schuss anzubringen ist.


Ich hatte mich Monate vorher schon gefragt: Ist mit Thomas Müller ein neuer deutscher Marco van Basten gekommen, einem der besten Stürmer aller Zeiten aus Holland?


Müller und van Basten sind letztlich doch nicht zu vergleichen, auch wenn beide Spieler Ähnlichkeiten in ihrer Spielweise aufweisen.
Thomas Müller (gerade mal 20 Jahre alt!) gleicht van Basten zwar in seinem Bewegungsablauf, auch in seiner Schusstechnik und Geschmeidigkeit, aber er scheint etwas zu haben, was sehr, sehr selten anzutreffen ist: Er vereint unbändigen Kampfgeist mit einer fast unverschämt anmutenden lockeren Unbekümmertheit, wie man sie bei einem deutschen Stürmer (eigentlich ist er offensiver Mittelfeldspieler) selten in den letzten 30 Jahren gesehen hat.

Bevor ich mich jetzt mit meinen Lobeshymnen überschlage komme ich gleich auch wieder zum Schluss, weil ich früh aufstehen muss; aber eine Anmerkung muss ich doch noch loswerden:


Wenn Thomas Müller nach einem Spiel wie heute vor den Mikrofonen steht, glaubt man, einen abgezockten Medienprofi vor sich zu sehen, der genau weiß was er sagt. Fast schon unheimlich professionell, dieser Thomas….


Man muss bei ihm aber keine Sorge haben, dass er abhebt: er kommt aus dem schwäbisch-bayerischen Memmingen, wenige Kilometer von meiner Heimatstadt Augsburg entfernt. Dort ticken die Uhren so: Mir san mir, Ruhm ist schön, aber bayerische Heimat, Alpen, Schuhplattler und Geborgenheit sind durch nichts zu ersetzen.


Bayern München wird noch viele Jahre Freude an Eigengewächsen wie Thomas Müller, Badstuber, Lahm, Contendo, Schweinsteiger u.a. haben.


Zu beneiden ist Sportdirektor Christian Nerlinger allerdings auch wieder nicht, denn bei ihm werden in den nächsten Jahren die Angebote von konkurrierenden europäischen Weltklasseklubs einhageln wie wütende Meteoriten.

Aber warum sollten die heimischen Bayern-Stars gehen, wenn sie bei einem der weltbesten Klubs aller Zeiten spielen, bei meinem FCB (
Herzlichen Dank an Liza für die Bereitstellung des schönen Videos!)

Freitag, September 10, 2010

Bringschulden, ausbleibender Härtetest und Aygül Özkans Blendwerk

Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) will Zuwanderer jetzt stärker in die Pflicht nehmen.

Lesen Sie bitte
diesen Artikel durch. Und dann verraten Sie mir, welch' eminent wichtigen Aspekt (wichtigste Bringschuld für Zuwanderer) die Dame vergessen hat.

Absicht?

Dürfte eigentlich nicht schwer sein, oder?


Dass sie diesen Aspekt vergessen hat sagt eine Menge über ihre Verfassungstreue aus.

Aygül Özkans niedlich verpackter Sermon ist täuschendes Wortgeklingel, mehr nicht.

Symbolisiert sie Christian Wulffs Halbwertzeit?

Na ja - war nur so eine Frage.