Donnerstag, Januar 19, 2012

"Deutsche Opfer sind keine Täter"

Leseempfehlung

Lizas Welt
: Karneval der Empörten

In Magdeburg wurde anlässlich einer Nazi-Demo und der Proteste dagegen vollends ununterscheidbar, wer auf welcher Seite steht.*

 
VON TJARK KUNSTREICH UND JOEL NABER

Die Häftlingsuniformen reichten nicht, auch die Gesichter hatten sie sich grau angemalt, um die Wohlstandsrosigkeit zu kaschieren: Eine Gruppe von Demonstranten, die gegen den Nazi-Aufmarsch in Magdeburg am 14. Januar protestieren wollten, hatte sich da etwas ganz Besonderes ausgedacht. Allerdings waren sie nicht barfuß unterwegs oder in Holzschuhen; so sieht man auf dem Foto oben die Markenschuhe, die Authentizität hat schließlich ihre Wettergrenzen. Wer nun vermutet, dass es sich hier um besonders radikale Gegner handelte, die zu jeder Form der Verhinderung eines Aufmarsches der Nazis bereit gewesen wären, hat weit gefehlt. Nicht nur, dass man sich schlicht auf die Straße legte, um sich wegtragen zu lassen. Um den Anschein allzu großer Identifikation mit den Opfern des Nationalsozialismus gar nicht erst aufkommen zu lassen, legten diese Leute eine Erklärung in Form eines Transparents vor, auf dem stand: »FÜR DAS ERINNERN – Wir trauern um jeden Menschen, den wir an den Faschismus verlieren«.

Erinnern an was? Und wer ist das »Wir«, das Menschen an den Faschismus verliert? Die Selbstverständlichkeit, mit der man sich an die Stelle der Opfer setzt und die schon für sich genommen pervers ist, setzt sich reibungslos fort in der Nonchalance, mit der im selben Moment die Opfer des Nationalsozialismus durch die Nazis ersetzt werden, »die wir an den Faschismus verlieren«. Was suggeriert das anderes als: Wir könnten uns doch, im ERINNERN, so gut verstehen! Diese Ergänzung des Nazi-Gedenkens an die Bombardierung Magdeburgs steht in der schlechten Tradition des DDR-Antifaschismus, der schon immer die Opfer der Vernichtung vereinnahmte und damit zugleich zum Verschwinden brachte – doch es geht noch eine Stufe weiter: Das kämpferische Moment der Kommunisten ist der Identifikation mit der den Opfern zugedachten Passivität gewichen, die als Unschuld imaginiert wird.

Ehemalige KZ-Häftlinge haben zu verschiedenen Gelegenheiten ihre Uniformen wieder angezogen – manchmal auch solche Überlebende, die nicht im KZ waren –, um beispielsweise gegen Berufsverbote zu protestieren oder für die Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter zu demonstrieren. Schon das war fragwürdig, aber es war die Sache der Überlebenden. Allerdings war ihr Erscheinen vor dem Majdanek-Prozess oder anlässlich von IG-Farben-Aktionärsversammlungen Ausdruck ihres Interesses und ihrer Anliegen – gegen eine Gesellschaft, die die Tatsache, dass sie diese Uniformen einst trugen, verleugnete. Mit dem Tod der Überlebenden hat sich diese Form des moralischen Appells gegen das Vergessen erledigt. Nicht erledigt hat sich dagegen offenbar die Attraktivität des Opferstatus – die obszöne Verkleidung bringt schlafwandlerisch die neueuropäische Moral der Empörten zum Ausdruck, die sich von den Altnazis gestört fühlt, aber sie instinktiv auf ihrer Seite zu wissen wünscht. Denn an Gemeinsamem – dem ERINNERN an die Schrecken des alliierten Bombenkriegs und an die Gegenwart der fortdauernden Schrecken des globalisierten Kapitalismus – mangelte es doch nicht.
 
Dass sich das in Magdeburg abspielt, jener Hochburg der Vereinigung von west- und ostdeutschem Antiimperialismus, ist kein Zufall: Von allem war die Rede vor diesem Nazi-Aufmarsch, nur nicht vom Antisemitismus und vom Hass auf Israel. Wer davon spräche, würde im Handumdrehen Demonstranten wie Gegendemonstranten vereint gegen sich sehen. Die europäische Unschuld, die heute lieber morden lässt, statt selbst zu morden, fühlt sich von den bösen ewiggestrigen Nazis, denen man zumindest zugestehen muss, dass sie negativ die Wahrheit der europäischen Geschichte repräsentieren, eben so sehr gestört, wie sie sie zur Selbstvergewisserung braucht. In wenigen Wochen wird sich das Gleiche in Dresden abspielen, eine Selbstversicherung für deutsche Antifaschisten, die ohne Nazis in eine Identitätskrise gerieten – nicht von ungefähr sah man auf der Seite der Gegendemonstranten kein Transparent, das die Lüge von den »alliierten Mördern« angegriffen hätte. Denn darin ist man sich einig: Deutsche Opfer sind keine Täter.

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Quelle: Lizas Welt

*Man beachte besonders die theaterreife Pieta-Darstellung der Figur links im Bild. Im Wohlstand lässt's sich halt doch am besten leiden.

Fundstück: "Waschzwang statt Katharsis"



Nathan Waszawski mit einer fulminanten Bestandsaufnahme zur Verlogenheit deutscher Pazifisten*

Wenn ultra-orthodoxe Juden das Unrecht in die eigene Hand nehmen, um jüdische Kinder zu ängstigen und jüdische Frauen zu belästigen, dann demonstrieren säkulare und orthodoxe Juden gemeinsam gegen die erbärmliche Ideologie der Fundamentalisten.
Wenn deutsche Pazifisten gegen Antisemiten in den eigenen Reihen vorgehen, dann suchen sie einen Sündenbock und finden ihn in Juden und in Israel.

Der Aachener Friedenspreis lädt am Samstag, 21. Januar 2012, zu einem Seminar ein mit dem Thema „Herausforderung Antisemitismus“.


Die Referenten sind Dr. Dr. Peter Ullrich von der Universität Leipzig und Prof. Dr. Wolfgang Benz, ehemaliger Leiter des Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin.

Peter Ullrichs Buch „Die Linke, Israel und Palästina“ trägt ein buntes Cover mit einem Bild des ehemaligen Premierministers Israels Ariel Sharon unter dem Schriftzug „Ethnischer Säuberer“. Peter Ullrich hat bereits Erfahrungen im Schönreden des Antisemitismus der Linken, die er zum Wohl des Aachener Friedenspreises einsetzen wird. Wolfgang Benz findet, dass nicht die Hartz-IV-Empfänger, sondern die Muslime die Juden von heute sind, sieht heutige Muslime in Deutschland genauso gefährdet wie Juden in der Zeit vor dem Dritten Reich. Bei 1.500.000.000 Muslimen weltweit, mehr als 50 islamischen Staaten, mehr als 4.000.000 Muslime in Deutschland, die 5% der Bevölkerung ausmachen, ist eine übergroße intellektuelle Toleranz von Vorteil, um seiner These zu folgen.

Organisiert wird das Seminar zum Abschrubben des pazifistischen Antisemitismus vom Arbeitskreis NahOst im Aachener Friedenspreis. Die Diskussionsergebnisse des Arbeitskreises hören sich wie Orwellsche pazifistische Kriegstreiberei an, die Goebbels gefallen würde:

Wir warnen vor Kriegsdrohungen Israels gegen Iran.
Die Behauptung, der Iran beabsichtige die Vernichtung Israels, entbehrt jeglicher rationalen Grundlage.
Am nuklearen Wettrüsten sind Israel, Indien, Pakistan und die USA schuld.
Israels Geschichte ist voll von Angriffskriegen.


Samstag, Januar 14, 2012

Ägyptens arabischer Frühling: „Nun, Volk, steh' auf, und Sturm, brich' los!“

"So ist halt der Fußball", würden Jakob Augstein und seine Kollegen im Geiste wohl argumentieren, wenn man sie darauf anspräche.

Auf dem riesigen Schriftband ist zu lesen: "One Nation for New Holocaust".

Bitte hier klicken.


MEMRI* sei Dank, dass es solch' unfassbare Vorfälle wie diesen in einem ägyptischen Fußballstadion dokumentiert. Kann jemand die Sprechchöre übersetzen?

Muss aber nicht unbedingt sein, weil jeder, der sich ein wenig mit dem eliminatorischen Antisemitismus in der arabischen Welt ein wenig auskennt, weiß, dass hier nicht von einer Ausnahme gesprochen werden kann.

Besteht Hamed Abdel-Samad immer noch darauf, dass in Ägyten die Demokratie ausgebrochen sei?

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*MEMRI leistet seit Jahren die beste Dokumentationsarbeit zum arabischen/islamischen Antisemitismus. Für die einzelnen Themenfelder bitte auf der Startseite durchklicken: http://www.memri.org/

Montag, Januar 09, 2012

Causa Wulff und Forderung nach Pressefreiheit: Ein Abgrund an Heuchelei

Als ich vor einigen Tagen Henryk M. Broders Beitrag zum Thema las, war ich doch erstaunt. Er hatte den Bundespräsidenten mehr oder weniger direkt zum Rücktritt aufgefordert, obwohl er ihm politisch eher nahesteht.

Woher kommt diese Einstellung bzw. wie lässt sie sich im politischen Kontext einordnen?

Das kann ich natürlich nicht dezidiert bestimmen, aber man muss da sehr fein zwischen Journalisten wie Broder und denen der Mainstream-Presse unterscheiden, die aus politischen Erwägungen heraus ihre Angriffe starteten: Er sagt, was er denkt, unabhängig von seinen Auftraggebern oder er sucht sich - wie früher beim SPIEGEL - eine Nische, in der er journalistisch tätig sein kann.

Und damit komme ich zum eigentlichen Thema: Wann setzen sich deutsche Journalisten für Pressefreiheit ein und wann nicht, und welche Risiken sind sie bereit, dafür auf sich zu nehmen? Vielleicht, dass sie ihr zweites Paar Schuhe für einen Leitartikel opfern?

Wobei wir auch schon bei Gepflogenheiten in der arabischen Welt wären und deren Entsprechung in einer Unterwürfigkeitsgeste der westlichen Medien, sprich, der selbst auferlegten Schere im Kopf nach der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen im September 2005. Es geht nicht zuletzt um die Unglaubwürdigkeit derer, die heute lauthals Pressefreiheit einfordern, aber damals vor dem islamischen Mob kuschten, der sich weltweit in Gewaltorgien eben gegen diese Freiheit austobte.

Und nicht nur das: sie hatten offensiv gegen die Meinungsfreiheit des dänischen Jyllands Posten polemisiert, ohne dass sie selbst von islamischen Funktionären bei der Ausübung seines Rechts gehindert worden wären - vorauseilender Gehorsam sozusagen. Wer hatte eigentlich Georg Mascolo oder seinen Kollegen ein Messer an den Hals gesetzt, um sie zu einer freundlichen Berichterstattung über islamische Eiferer zu nötigen?


Worin besteht der Unterschied zwischen damals und heute?


Damals wurde das Recht auf Meinungsfreiheit dem Fetisch der angeblich zu schützenden Religionsfreiheit geopfert, weil man vor Feigheit schlicht in die Hosen geschissen hatte. Schon interessant, wie man den hehren Begriff 'Respekt' damals interpretiert hatte (Überbetonung eines bestimmten religiösen Anspruches) und heute postuliert (freie Berufsausübung der Medien).

Heute stellt sich die Situation so dar: ein waidwunder Bundespräsident zeigt Symptome politischer Inkontinenz und wird deshalb von den Mainstream-Medien erst recht aufs Korn genommen. Dabei strotzt die überwiegende Mehrheit der deutschen Journalisten nur so vor Mut, dass sie beinahe platzt.

Was soll man von einer Journaille halten, die ihre „Zivilcourage“ für investigativen Journalismus erst und nur dann entdeckt, wenn es für sie ungefährlich ist? Und wie kann man als Journalist der Tagespresse von moralischen Kategorien sprechen, wenn man nicht einmal in der Lage ist, sich für die redaktionelle Freiheit eines dänischen Karikaturisten einzusetzen?

Pfui Teufel!

Montag, Januar 02, 2012

Druckerprobleme? Glückskatze anrufen!

Die wird's schon richten.

Glückskatzen (so nennt man sie wegen der weiß-rötlich-schwarz gescheckten Farbe ihres Fells) können alle Geräusche des Computers bzw. des daran angeschlossenen Druckers exakt analysieren und in praktische Handlungen umsetzen. Das beweist uns dieses Exemplar höchstpersönlich und sehr überzeugend.

Bitte hier oder auf die Abbildung unten klicken und Lautsprecher einschalten.


Übrigens: Gutes Neues Jahr nachträglich allen Freunden und Lesern!

Kleine Randbemerkung: Meine erste Katze hatte ich 1976: Sie hieß Rapunzel, weil langhaarig. Logisch. Danach bekam Cassius seinen Namen ab, weil er mich heimtückisch an den Zehen zwickte, während ich an der Abiturarbeit fummeln musste und gerade in der römischen Geschichte verweilte; danach Castor und Castollux.

Im kommenden Frühjahr geht's weiter. Dann nehme ich aus dem Tierheim die nächsten Kandidaten auf und suche mir die Namen für sie aus. Dafür brauche ich selbstverständlich etwas Zeit, und ich benenne sie erst, wenn ich ihnen auf die Schliche gekommen bin, weil sie sich durch ihre Verhaltensweise zu erkennen geben. Katzen bekommen bei mir immer erst einen Namen, wenn ich sie eingehend beobachtet habe.

Abgesehen davon hat Anita da auch ein Wörtchen mitzureden. Sie hat jedenfalls diese javanesisch-grünen Augen, die irgendwie etwas mit Katzen zu tun haben. Zumindest verdächtige ich sie der Konspiration mit Samtpfoten! :-)

Mit Sicherheit wird aus Sicherheitsgründen dieser Katzenfachmann vom Planeten Melmac dann nicht zugegen sein - auch wenn er noch so liebenswert ist und beteuert, dass er unschuldig ist. Er ist ein potentieller Katzenfresser. Punkt!

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Hattip: (via meinen Bruder Markus)

Sonntag, Januar 01, 2012

Deutsche (Sylvester-) Raketenlyrik

“Wird’s besser, wird’s schlimmer? Fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich! (Erich Kästner)*

Allein während der ersten Viertelstunde nach 00:01 h 2011/2012, als es so richtig in der Augsburger Innenstadt krachte, fuhren drei Rettungswagen und zwei Einsatzfahrzeuge der Polizei mit Blaulicht unter meinem Balkon vorbei.

Wenn Deutsche schießen, dann darf es richtig kreuz und quer gehen - vertikal und horizontal. Deshalb hatte ich vorsorglich auch meinen Fahrradhelm und eine feste Brille aufgesetzt, um meinem Voyeurismus relativ gefahrlos frönen zu können. Wahrscheinlich wird nach dieser Nacht eine größere Schadensbilanz für "umweltbewusste" Deutsche festzustellen sein, was unmittelbar verursachte Personenschäden betrifft, als im Atomkraftwerk Fukushima im März letzten Jahres, als es sich im akuten Ausnahmezustand befand.

Deutsche "Betroffenheitssoße?" Schwamm drüber!

Oder wie Dieter Nuhr passend in seiner Jahresrückschau auf Phoenix gestern Abend anmerkte: "Als in Japan die Naturkatastrophe Tsunami (!) 20.000 Tote verursachte, kaufte man hier wie irre Geigerzähler".

Die im Frühjahr 2011 dort verursachten Opfer schienen den Deutschen am Allerwertesten vorbei zu gehen: In Fukushima selbst kamen aber während der gesamten Atomhavarie bis heute 2 Menschen ums Leben, und das auch nur mittelbar durch den Ausfall der Notstromaggregate und der daran angeschlossenen Pumpen aufgrund von Überflutung. Was sagt uns das über die deutsche Berichterstattung über Fukushima im Frühjahr 2011?

***
Letzter Lagebericht von der Front hier (00:25 h):

Viele Friedenspädagogen in meinem intellektuell dominierten Stadtteil Bismarckviertel beginnen erst jetzt, ihr Geballer einzustellen.

Ich gönne es ihnen: dann wissen sie wenigstens wieder einmal, wie gefährlich es ist, mit Sprengkörpern umzugehen. Ein wenig salopp formuliert: Ich habe "gedient". Als ehemaliger Nachschubsachbearbeiter bei der BW kenne ich mich mit der Thematik ein wenig aus und weiß auch, wie extrem scharfe Dinger aussehen.

Doch mit dem ersten Werktag 2012 werden uns pazifistisch gesinnte Knallfrösche wieder eindringlich vermitteln, dass es gefährlich sei, militärisch gegen moderate Taliban vorzugehen, da man sie auch vertikal und horizontal bekämpfen könnte.

Fasching/Karneval zieht ja auch schon herauf. Schade nur, dass man dann - wie in den vergangenen Jahren auch - in dämlichen Büttenreden und auf Schauwägen lediglich über sich selbst und Verfehlungen der Kirche schmunzeln darf und nicht darüber, dass im abgelaufenen Jahr 2011 Osama bin Laden und etliche seiner Mordskumpel das Zeitliche segneten.

Wetten dass?

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Dank an Walter Schmid für das Zitat!

Donnerstag, Dezember 29, 2011

"Der Pokal mit dem Portal enthält den Wein gut und rein...und der Becher mit dem Fächer…?"

Wunderbarer Klassiker für die Lachmuskeln mit dem unübertrefflichen Danny Kaye

Wer jemals diese Sequenz aus dem Film Der Hofnarr gesehen und ein klein wenig Gespür für Slapstick hat, muss einfach lachen und glücklich sein - und wenn auch nur für einen kleinen Moment.

Aber um mehr geht es ja auch nicht in diesem Genre.

Bizzar-schön auch die Szene mit dem vermaledeiten Magnetismus nach dem Blitzeinschlag.

Und vielleicht geht es dem geschätzten Leser so wie mir, dass er diesen Videoausschnitt immer wieder ansieht...und immer wieder...und immer wieder…

Köstlich.

Zum Video bitte hier oder auf die Abbildung klicken. Viel Freude beim Ansehen!


An Danny Kaye bewundere ich seine fröhliche, fast unschuldig wirkende Kindlichkeit (nicht verwechseln mit kindisch!) und entwaffnend sympathische Wortakrobatik. Was für ein Geschenk, wenn man sich das für sein ganzes Leben bewahren kann wie er!

An ihn kommt meines Erachtens nur Jerry Lewis heran, der ähnlich lächelnd mit seiner pupertär agierenden Fröhlichkeit kokettierte. Hier ein Beispiel, in dem er zeigt, wie man virtuell in die Schreibmaschine tippt und dabei auch noch die dämlichsten Grimassen schneiden kann. Für die cineastische Ewigkeit....

Freitag, Dezember 23, 2011

Wie man Islamisten-Kindern Frieden (auch) lehren könnte

Ganz einfach - mit Musik beispielsweise.

Wie es dieser kleine Junge in großartiger Manier und beispielhafter Disziplin zeigt.

Das Original stammt von den Mamas & Papas.

Bitte hier oder auf die Abbildung klicken.


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Wer den Größten aller Zeiten (Tarrega) hören will, was spanisch- (klassische) Musik betrifft, und wie dazu die Finger tanzen, klickt hier. Von Segovia und Tarrega selbst sieht man leider keine Originalaufnahmen.

Ich hatte mich in den 1980er-Jahren an dem Monsterstück auch versucht, aber letzlich eingesehen, dass mir das nötige "Taktgefühl" fehlte...und auch die erforderliche Geduld. 

Vielleicht probiere ich es noch einmal...

Sonntag, Dezember 11, 2011

Meine Augsburger Puppenkiste probt den Aufstand

Ich bin zwar - wiewohl Augsburger - in erster Linie Bayern-Fan seit 1967, aber es freut mich zunehmend, wenn man den FC Augsburg unterschätzt. Außerdem kann ich mir den Luxus leisten, zwei Vereinen in der Fußball-Bundesliga die Daumen drücken zu dürfen. Natürlich kommt für mich der FCA gleich nach dem FCB, auch wegen der räumlichen Nähe zu München (60 Kilometer Luftlinie), und nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass der FCA in den letzten Jahrzehnten einige Spieler an den FC Bayern abgegeben hatte und seitdem eine enge Kooperation mit dem großen Bruder an der Säbener Straße unterhält.

Thumbs up: Man muss wirklich ein Kompliment an die FCA'ler weitergeben: Es gibt zurzeit wohl kaum eine Mannschaft in der ersten Bundesliga, die eine derart unbändige Kampfbereitschaft in die Waagschale legt wie die Fuggerstädter gegen Gladbach heute. Hier der entscheidende Treffer:

http://livetv.ru/de/showvideo/83184/

Bislang war ich ziemlich skeptisch, was den Klassenverbleib der oft belächelten “Augsburger Puppenkiste“ in der ersten Bundesliga betrifft (Das Jingle des Vereins hat sich mittlerweile zum Standard-Song nach jedem Torerfolg in der heimischen Impuls-Arena entwickelt). Und die Konkurrenten um einen Nichtabstiegsplatz am Ende der Saison dürften zumindest nach dem heutigen Spieltag ein wenig blass oder nervös werden.

Spätestens heute sage ich: Dieser FCA wird bis zum letzten Spieltag eine reelle Chance auf den Klassenerhalt haben, vorausgesetzt, er behält diesen unbändigen Kampfspirit, den Manager Rettig und Trainer Jos Luhukay verkörpern und überzeugend weitergeben. Und was auch wichtig ist: Im Verein herrscht Ruhe, und es gibt keine internen Streitigkeiten, so weit man das von außen beurteilen kann. 

Außerdem kann es nicht schaden, wenn sich die Klassenbesten des deutschen Fußballs in Zukunft an die Hymne des FCA gewöhnen.

Donnerstag, Dezember 01, 2011

Jochen Klepper: "Die Nacht ist vorgedrungen"


Das bewegende (Advent-) Lied  "Die Nacht ist vorgedrungen" wurde vom evangelischen Theologen Jochen Klepper (1903–1942) zuerst als Gedicht verfasst und danach von Johannes Petzold als Adventslied vertont. Es fand Eingang in Gesangbücher vieler christlicher Konfessionen.

Jochen Klepper wurde am 22. März 1903 in Beuthen an der Oder geboren und starb am 11. Dezember 1942 in Berlin. Er dürfte als einer der bedeutendsten geistlichen Liederdichter des 20. Jahrhunderts gelten und machte sich auch als Journalist und Schriftsteller einen Namen.

Seine Biografie ist gekennzeichnet von körperlichem und seelischem Leid (Letzteres durch die Nationalsozialisten, nicht zuletzt durch seine Treue zu seiner jüdischen Frau). Ähnlich wie bei Paul Gerhardt 400 Jahre zuvor zeigt sich in seinen Texten über das ganze Leben hinweg trotz des schweren Schicksals eine große Gotteszuversicht.

Für's Video bitte hier oder auf die Abbildung klicken


Hier der Text:


1. Die Nacht ist vorgedrungen,
der Tag ist nicht mehr fern.
So sei nun Lob gesungen
dem hellen Morgenstern.
Auch wer zur Nacht geweinet,
der stimme froh mit ein.
Der Morgenstern bescheinet
auch deine Angst und Pein.

2. Dem alle Engel dienen,
wird nun ein Kind und Knecht.
Gott selber ist erschienen
zur Sühne für sein Recht.
Wer schuldig ist auf Erden,
verhüll nicht mehr sein Haupt.
Er soll errettet werden,
wenn er dem Kinde glaubt.

3. Die Nacht ist schon im Schwinden,
macht euch zum Stalle auf!
Ihr sollt das Heil dort finden,
das aller Zeiten Lauf
von Anfang an verkündet,
seit eure Schuld geschah.
Nun hat sich euch verbündet,
den Gott selbst ausersah.

4. Noch manche Nacht wird fallen
auf Menschenleid und -schuld.
Doch wandert nun mit allen
der Stern der Gotteshuld.
Beglänzt von seinem Lichte,
hält euch kein Dunkel mehr.
Von Gottes Angesichte
kam euch die Rettung her.

5. Gott will im Dunkel wohnen
und hat es doch erhellt.
Als wollte er belohnen,
so richtet er die Welt.
Der sich den Erdkreis baute,
der lässt den Sünder nicht.
Wer hier dem Sohn vertraute,
kommt dort aus dem Gericht.

Das Lied findet sich im Evangelischen Gesangbuch (EG 16), im Gotteslob (GL 111), im Mennonitischen Gesangbuch (MG 249) und im Gesangbuch Feiern & Loben (FL 190).