Samstag, März 07, 2009

Purim, Purim

Heplev hat wieder einmal eine Karikatur des unvergleichlichen Yaakov Kirschen zu Purim ins Netz gestellt und die Sprechblasen übersetzt.

Wie das funktioniert?

Mit Windows Paint kann man die Sprechblasen bearbeiten. Ich bin meistens zu faul dafür.

Danke Heplev!

Zur Geschichte von Purim hier mehr.

Hattip: Heplev

Yassers moderates Abziehbildchen

Warum geht in den Medien noch immer das Gerücht um, die palästinensische Führung unter Abbas (Abu Mazen, rechts im Bild mit seinem Ziehvater) sei gemäßigt, und warum hat der palästinensische Ministerpräsident Salam Fayyad, der nicht ganz zu Unrecht auch im Westen Ansehen genießt, nun die Brocken hingeworfen, obwohl wieder einmal kollektive Amnesie bei den Geberländern nach einer hysterisch verlaufenden Geldvernichtungskonferenz in Sharm el-Sheikh den dreistesten Bittstellern der letzten 60 Jahre den x-ten Marshallplan bescherte?

Gehen wir ein paar Monate zurück…


Noch kurz vor den offen ausgetragenen mörderischen Kämpfen zwischen Hamas und Fatah im Gazastreifen 2007 hielt Abbas eine Rede zum 42. Jahrestag der PLO-Gründung (1964), in der er eindringlich die Einheit zwischen den rivalisierenden palästinensischen Mörderbanden beschwor:
"Wir alle sind ein Volk, unabhängig von Meinungsverschiedenheiten. Meine oberste Priorität ist die Bewahrung der nationalen Einheit, weil Kämpfe und Blutvergießen zwischen Palästinensern eine rote Linie kennzeichnen, die nicht überschritten werden darf. Wir haben ein legitimes Recht, unsere Gewehre gegen die israelische Besatzung zu richten.“
Das ewig gleiche Ritual absurder „Identitätsstiftung“.

Worte eines „Friedensfürsten“, der in jeglicher Hinsicht von seinem Mentor Arafat gelernt hatte: Im Ausland und den Weltmedien gegenüber auf Englisch Friedenswillen heucheln und zuhause auf Arabisch die Massen aufhetzen - ganz anders als in unserer Parteienlandschaft, in der das geflügelte Wort „Feind-Todfeind-Parteifreund“ seine umgekehrte, wenn auch ironisch zugespitzte Entsprechung findet.


Kann sich irgendjemand daran erinnern, dass Abu Mazen seine Worte zurückgenommen hat?


Am 16. April 2008, 6 Jahre nach dem entsetzlichen Blutbad im Park Hotel von Netanya und 3 Jahre nach einem weiteren mörderischen Anschlag im dortigen Einkauszentrum, lieferte der Holocaustleugner Abbas darüber hinaus eines der vielen beredten Beispiele dafür, dass „moderat“ nach palästinensischer Lesart einen ganz speziellen Touch hat, insbesondere dann, wenn man Terroristen einen Kranz windet.


Die Jerusalem Post berichtete damals, dass zwei Terroristinnen
(bzw. in Vertretung ihrer Angehörigen) der Al Quds-Orden, die höchste Auszeichnung, die von der PLO vergeben wird, verliehen werden sollte, weil sie am Mord an israelischen Zivilisten beteiligt waren: Ahlam Tamimi, eine der Hamas zugerechnete Terroristin, die wegen Beteiligung an einem Bombenanschlag im Jerusalemer Sbarro-Restaurant, bei dem 6 Menschen ermordet wurden, hinter Gittern saß, sowie Amra Muna, die Ophir Rahum übers Internet verführt und nach Ramallah gelockt hatte, wo er heimtückisch ermordet wurde.

Letztlich scheiterte Abbas’ makabres Orden-Festival zu seinem Leidwesen am Veto Israels, das diplomatische Konsequenzen angekündigt hatte.

Ein Chamäleon würde vor Neid erblassen, wenn es mit Abu Mazen wetteifern müsste.
Festzuhalten gilt, dass allein der Führer der PA darüber entscheidet, ob der Al Quds-Orden verliehen wird - niemand sonst.

Noch Fragen?

Damals, im April 2008, war abzusehen, dass diese bizarre Geschichte in den Medien kaum Widerhall finden würde - wie viele andere „verbale Ausrutscher“ des Mannes in der Muqata(1); mehr noch – das Adjektiv „moderat“ wird ihm regelrecht hinterher geworfen, so, als gäbe es keine unwiderrufene Doktorarbeit, keine Yasser Arafat Brigaden und keine schmierige Anbiederei an die Hamas. Wenn Abbas ankündigte - wie vor einem Jahr und nicht zum ersten Mal - , dass er nicht ausschließen könne, wieder zum bewaffneten „Widerstand“ zurückzukehren, zeigt sich Meister Prahlhans’ Variante in ihrer Janusköpfigkeit:
„Unsere PLO war die erste Organisation, die Israel angegriffen und die Hisbollah ausgebildet hat.“
Seine ganz persönliche Geschichte der Holocaustleugnung hatte ich oben schon angesprochen. Ein sehr erhellender Beitrag dazu von Tom Gross.


Warum eigentlich können die Mainstream-Medien nicht ihre Unsitte ablegen, israelische Politiker und Zivilisten jenseits der Green Line als „unversöhnliche, unerbittliche Hardliner“ und „Kompromissverweigerer“ zu bezeichnen, während sie gleichzeitig Abbas und seine Clique als moderat-konziliant laudatieren?


Beeindruckt diese Kranzniederlegung eines senilen Antisemiten die Weltöffentlichkeit wirklich so sehr, dass man denkt, mit der scheinbaren Domestizierung Yasser Arafats nach seinem Tunesien-Exil und posthumer Heiligsprechung wäre der Frieden ausgebrochen? Der kondolierende Erdnussfarmer damals:
„Arafat kämpfte für die Verbesserung der Lebenslage aller Palästinenser und setzte sich auch sonst für die Gerechtigkeit weltweit ein“.
Eines muss man Abbas lassen: Als Fundraiser zeigt er ganz große Klasse und ist seinem Mentor mindestens ebenbürtig. Ob man ihm deshalb schon zu Lebzeiten ein Mausoleum einrichten wird? Geld wäre genug vorhanden.

Doch warten wir mal ab, wie man das im libanesischen „Flüchtlingslager“ Nahr al-Bared sieht. Die hätten auch ganz gerne eine Scheibe vom 4,5-Milliarden-Kuchen.

Falls für sie nichts abfällt: Abu Mazen wird ihnen mal wieder den Allerwertesten küssen - und Israel die Schuld dafür zuschieben.

Wetten?

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(1) Der Begriff Muqata ist m.E. mit größter Vorsicht zu behandeln, wenn er in Wikipedia auftaucht.

Ich habe ihn dennoch der Fairness halber so übernommen, weil ich meinen Lesern nicht den Eindruck vermitteln will, dass ich Informationen zurückhalten will.

In diesem Beispiel wird er (von wahrscheinlich palästinensischen Autoren) als Angriff Israels gegen eine demokratische Institution interpretiert und propagandistisch ausgeschlachtet.

Machen Sie sich selbst ein Bild von den Geschehnissen damals, dann werden Sie schnell erkennen, dass die
Muqata alles andere als ein Hort der Demokratie war.

Sie war ein Hort des Terrors - nicht anderes.

Dank an Lizas Welt, Heplev und Henryk M. Broder für die Unterstützung bei der Quellensuche.

Montag, März 02, 2009

Menschenrechtsbericht zum Iran 2008: Klassenziel weit verfehlt

US-Außenministerium: Menschenrechtsbericht zum Iran 2008

Was die Verletzung von Menschenrechten durch das iranische Regime betrifft, so hat sich die Situation gegenüber den Vorjahren noch verschlimmert und es kam zu zahlreichen weiteren Verbrechen. Die Administration sorgte durch zusätzliche Gesetzesverschärfungen dafür, dass das Recht der Bevölkerung, mittels freier und fairer Wahlen einen friedlichen Regierungswechsel herbeizuführen, noch stärker eingeschränkt wurde.

In willkürlichen Gerichtsverhandlungen wurden zahlreiche Personen, die als Jugendliche straffällig geworden waren, nachträglich hingerichtet. Sicherheitskräfte waren in ungeklärte Todesfälle in Haftanstalten verwickelt, übten politisch motivierte Gewalt aus und folterten.


Die Regierung ordnete scharfe offiziell sanktionierte Bestrafungen an, darunter Tod durch Steinigen, Amputation und Anwendung schwerer Prügelstrafen. Mitglieder von Bürgerwehren mit engen Verbindungen zur Regierung verübten Gewalttaten, die Zustände in den Gefängnissen blieben erbärmlich und die Sicherheitskräfte sperrten Menschen willkürlich ein - häufig in Isolationshaft. Die Behörden sperrten Regimekritiker ein und intensivierten ihr hartes Durchgreifen gegen Frauenrechtlerinnen, Aktivisten ethnischer Minderheiten, Studenten und religiöse Minderheiten. Es gab keine unabhängige Justiz oder faire öffentliche Verfahren.

Bürgerrechte wurden noch drastischer eingeschränkt, darunter die Redefreiheit und Verbreitung der Meinungsäußerung, das Versammlungsrecht, die Vereinigungsfreiheit, die Bewegungsfreiheit und das Privatleben. Das Recht auf Religionsfreiheit existiert nur noch auf dem Papier. Amtliche Korruption und Mangel an Transparenz bei Regierungsmaßnahmen bestehen weiterhin. Frauen sind weiterhin Gewaltübergriffen ausgesetzt; sie werden rechtlich und sozial ebenso diskriminiert wie ethnische und religiöse Minoritäten sowie Homosexuelle. Weiterhin wird antisemitisch gezündelt.

Arbeiterrechte wurden per Regierungsbeschluss noch weiter eingeschränkt, darunter das Recht, Vereinigungen zu gründen und frei Verhandlungen zu führen. Viele Gewerkschafter wurden eingesperrt. Kinderarbeit bleibt weiterhin ein ernsthaftes Problem. Am 18. Dezember – im 6. Jahr in Folge - nahm die UNO-Generalversammlung (UNGA) eine Entschließung zum Iran an, die ihre "große Sorge wegen der fortgesetzten Menschenrechtsverletzungen“ zum Ausdruck bringt.

Der Report ist sehr ausführlich. Deshalb habe ich ihn nicht übersetzt. Bitte hier klicken.


Vielen Dank an Nasrin Amirsedghi

Samstag, Februar 28, 2009

Nach US-Absage zu Durban II: Es gibt noch genug zu tun!

Wie Jewish Telegraph Agency (JTA) gestern berichtete, hat die Obama-Administration beschlossen, Durban II zu boykottieren. Grund: Man hat Sorge, dass das Treffen der Kuscheltiere in Genf zum Antisemitismus-Festival verkommt. Chapeau, Obama!

In Israel stieß Obamas Entscheidung auf eine positive Reaktion, und Außenministerin Tzipi Livnis erste Kommentierung fiel entsprechend treffend aus:
„[Diese Entscheidung] ist richtungweisend für alle anderen Länder mit den gleichen Wertvorstellungen".
So entfällt auch jede Beteiligung der USA zur Vorbereitung von Durban II im April in Genf. Der Iran, Libyen, Kuba, Russland, China und andere „demokratische“ Staaten dürfen nun alleine weiterwursteln. Rechnete man mit Obama?

Wie die Jerusalem Post weiter schreibt, hat sich die US-Administration allerdings ein Hintertürchen für die Konferenz-Teilnahme offengehalten, auch wenn dieser Fall höchst unwahrscheinlich eintreten wird:
„The Obama administration would reconsider its position if the document improves in a number of areas including dropping references to any specific country, references to defamation of religion which the US views as a free speech issue, and language on reparations for slavery. It also wants a shorter text and does not want the final document for Durban II to reaffirm the final document from the 2001 Durban conference, the US official said."

Kurz zum Hintergrund


Die Vorgängerkonferenz zum diesmal anberaumten Trauerspiel in Genf war 2001 im südafrikanischen Durban abgehalten worden. Angekündigt als
„Weltkonferenz gegen Rassismus“ entpuppte sie sich aber bald als wüstes antiisraelisches und antisemitisches Spektakel. Und jetzt soll unter maßgeblicher Ägide islamischer Staaten Durban II einen draufsetzen, wobei der Iran eine Clique von Staaten anführt, die alles blockieren wird, was Israels Schutz dienen könnte und die Holocaustleugnung legitimiert, während gleichzeitig jegliche Kritik an Menschenrechtsverletzungen in islamischen Ländern mit dem Verweis auf Schutz der Religionsfreiheit [des Islam] abgewürgt werden soll. Oder wie die Initiative Boykottiert Durban II ähnlich zutreffend bemerkt:
„Neben der üblichen Dämonisierung Israels („Apartheid”) werden nunmehr auch Angriffe auf die Presse-, Meinungs- und Redefreiheit an Bedeutung gewinnen. Unter dem Vorwand des Kampfes gegen religiöse Intoleranz (und zwar nur gegenüber dem Islam) werden die Menschenrechte Schritt für Schritt pervertiert und in ein Unterdrückungsinstrumentarium im Namen der Religion umfunktioniert.“

Wie es weitergeht


JTA geht davon aus, dass in den nächsten Tagen und Wochen einige europäische Staaten dem Beispiel der USA folgen werden. Ein Selbstläufer war das aber bisher nicht und wird es auch nicht, d.h., Untätigkeit und wohlwollend-interessiertes Zusehen ist für Freunde Israels nicht unbedingt angesagt.

Deshalb sei hier noch einmal auf die Kampagne „Boykottiert Durban II“ und deren Verbreitung verwiesen, die am 12. März in Berlin (nach Abgabe einer Unterschriftenliste) ihren Abschluss in einer Pressekonferenz finden wird.


Ort:
Presse- und Besucherzentrum des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung (Raum 4).


Alle weiteren Informationen zu Diskussionsteilnehmern, Kooperationspartner, Termin und mehr rund um die Aktion finden Sie hier: Boykottiert Durban 2!

Hattip: Nasrin Amirsedghi

Freitag, Februar 27, 2009

Amnesty International: Ex Cathedra-Embargo bis auf Widerruf?

Nichtregierungsorganisationen wie Amnesty International, Greenpeace, Human Rights Watch, WWF und viele andere NGO’s genießen einen Vertrauensvorschuss, den man sich oft nicht erklären kann.

Wie kommt es z.B, dass Äußerungen dieser überaus mächtigen Organisationen fast religiösen Weisungscharakter haben und beinahe liturgisch nachgebetet werden? Kein Zweifel – Ex-Cathedra-Verlautbarungen haben sich mittlerweile immer mehr vom wachsweich operierenden (und mehr reagierenden als agierenden) Rom Richtung NGO’s verlagert. Und in einer säkularisierten Welt wird das priesterliche Hochamt der weltweit praktizierten Meinungsbeeinflussung über Amnesty & Co gesteuert.

Vor wenigen Tagen rief Amnesty International (AI), Markenzeichen schlechthin für Menschenrechte weltweit, indirekt zur Zerstörung Israels auf. Übertrieben? Im Vorfeld von Durban II muss der Vorstoß von AI gerade aberwitzig klingen. Wenn AI seine Forderung durchsetzte, würde der UNO-Sicherheitsrat über den jüdischen Staat ein umfassendes Waffenembargo verhängen, aber alle 22 Staaten der Arabischen Liga oder selbst der Iran blieben unbehelligt. Früher oder später wäre Israel nicht mehr in der Lage, sich gegen konventionelle Bedrohungen oder Massenvernichtungswaffen aus feindlichen Staaten, palästinensische oder islamistische Terrororganisationen wirksam zu verteidigen. Bezeichnend übrigens, dass die deutsche
AI-Sektion das Waffenembargo auf ihrer Startseite so platziert hat, dass es immer oben steht, obwohl stets neue Beiträge und Nachrichten hinzukommen.

Vorwand: Der IDF-Einmarsch in Gaza, der allein dazu diente, die Hamas so massiv zu schwächen, dass sie (vorerst) ihren Beschuss Südisraels und die permanenten Anschlagsversuch an der Grenze nicht mehr fortsetzen kann. Im Laufe der Jahre hat die Hamas Hunderte Israelis bei Terroranschlägen ermordet.

Mutmaßliche Speerspitze der gegen Israel gerichteten Kampagne dürfte die in London wohnhafte Donatella Rovera sein. Die
AI-Sprecherin fungiert in der Organisation als Leiterin des Ermittlungsteams für Israel/Besetztes Palästina und berichtete, wie sie später sagte, von den „Eindrücken, die wir hatten und […] dass die […] Kooperation auf Seiten Israels zu unnötigen Todesfällen und überflüssigen Leiden [führt ]". Eine verzerrte und schlampige Darstellung, wie man sie von AI in aller Regel nicht so drastisch gewohnt ist. Dazu zählt die augenscheinliche Bereitschaft, sich wie viele NGOs fast ausschließlich auf „Augenzeugenberichte“ von Gazanern und UNRWA-Mitarbeitern zu verlassen. Wie glaubwürdig solche Second Hand-Informationen sind lässt sich in den letzten Wochen wieder verfolgen – nicht nur am Beispiel der letzten militärischen Auseinandersetzung in Gaza.

Auch wenn Israels Armee Waffen aus mehreren Quellen bezieht, so wird doch schnell deutlich, worauf die
AI-Kampagne zielt – auf die Obama-Administration. Und ob sich diese als die Schwachstelle erweisen wird bleibt abzuwarten. Folgerichtig empörte sich Malcolm Smart, Chef der AI-Sektion für Nahost: "Israels Militäroffensive in Gaza wurde [hauptsächlich] mit Waffen, Munition und Ausrüstung durchgeführt, die es von den USA geliefert bekommen hatte und die vom US-Steuerzahler finanziert worden waren.“

Wird das Recht Israels auf Selbstverteidigung dadurch geschmälert, dass die Vereinigten Staaten sein Hauptlieferant für Waffen und Ausrüstung sind? Merkwürdige Schlussfolgerung. Entweder um Objektivität zu suggerieren oder weil sie tatsächlich durch moralischen Relativismus geblendet ist:
AI forderte - eher halbherzig - zugleich ein Waffenembargo gegen die Hamas. Die Menschenrechtsorganisation trifft folglich keinen Unterschied zwischen Israel und der Hamas – zwischen Opfer und Aggressor, zwischen einer westlich geprägten, natürlich wie immer auch unvollkommenen Demokratie, die Werte wie Toleranz., repräsentative Demokratie, Herrschaft des Rechts und Respekt für Minderheitenrechte aufbringt, und auf der anderen Seite einer am Mittelalter orientierten islamistischen Bewegung, die die palästinensische Öffentlichkeit zum Hass aufstachelt, ihren Kindern Selbstmordattentäter als leuchtende Vorbilder präsentiert und eine politische Todeskultur verinnerlicht hat, die sich im Bewusstsein einer sich selbst zugeschriebenen permanenten Opferrolle suhlt.

Amnesty
leistet gute Arbeit. Ohne Zweifel. Der weitaus überwiegende Teil seiner passiven und aktiven Mitglieder ist mit einem hohen ethischen Anspruch ausgestattet und überaus motiviert, die Welt menschlicher zu gestalten. Doch steht dieser selbstlosen Masse ein professionell agierender Kader vor, der aus einem von der Agenda abgesicherten Finanzpool schöpfen kann und
AIs guten Namen für seine Zwecke missbraucht. Dieser Kader baut auf einer stetigen PR-Kampagne mit Weltniveau und Werbeunternehmen auf, die AI’s Markenzeichen Menschenrechte für - Öffentlichkeitsarbeiten und Werbeunternehmen instrumentalisieren.

AI ist lange unter internem Druck gestanden, ein Waffenembargo gegen Israel zu fordern. Einige haben angedeutet, dass Juden innerhalb der Organisation diesem Vorhaben im Weg gestanden hätten; so zum Beispiel Francis Boyle, Jura-Professor und Pro-PLO-Aktivist: "Es gibt…diese eminent mächtige Rolle, die die israelische Lobby bei Amnesty International USA spielt….AI vollzieht vor ihr meistens einen Kotau."

In Wahrheit jedoch sind Boyles "sehr mächtige“ Juden kaltgestellt.
AI ist nicht irgendein amorphes, seligmachendes Gebilde – es besteht aus Persönlichkeiten mit allen auch sonst vorkommenden menschlichen Stärken und Schwächen. Jeder, der sich AI anschließt, sollte deutlich zu erkennen geben, ob er auch klar hinter Israels Recht auf Selbstverteidigung steht. In der Führung von AI sitzen Leute wie Irene Zubaida Khan, Zbigniew Brzezinski, Jaap Jacobson u.a. Kann man wirklich behaupten, dass gerade die eben Angesprochenen eine pro-israelische Haltung einnehmen? Wohl kaum.

Wenn
AI allein auf Spenden angewiesen wäre, sähe es mit Macht und Einfluss wohl nicht so toll aus. Die Organisation erhält u.a. finanzielle Zuwendungen vom Sigrid-Rausing Trust, der auch B'Tselem unterstützt; dazu von der MacArthur Foundation – um nur zwei besonders potente Geldgeber herauszustellen. Wollen die AI-Unterstützer, dass Israel gegen den Iran, die Hisbollah und Hamas zukünftig schlecht bewaffnet oder wehrlos dasteht?

Oder wie sieht es mit Nicolas Cage aus ("Israels Existenz geht auf Kosten der Palästinenser"), einem weiteren äußerst aktiven AI-Wohltäter –; hat er etwas mit der Embargoforderung zu tun?

Ein großer Teil der
AI-Politik wird über die Zentrale abgewickelt. Wer aus der Führungsriege um Steve Abrams und Aniket Shah wird zuerst öffentlich Protest gegen die unmoralische Embargoforderung einlegen? Wenn AI die USA und die UNO drängt, Israel seiner Verteidigungsfähigkeit zu berauben, spricht es im Namen seiner Vorsitzenden und Unterstützer. Schweigen bedeutet Zustimmung. Können sich Amnestys Führer von ihrem größten Einschätzungsfehler endlich klar distanzieren?

Im Moment sieht es nicht danach aus.

Quellen: Jerusalem Post, Google Groups,

Sonntag, Februar 22, 2009

SPON-Leserbrief für Ignoranten und Vollidioten

"Und Vollidioten" wählte ich deshalb - jetzt ist fast schon die Spannung weg - weil ich mich dummerweise wieder einmal im SPIEGEL-Forum verzettelte, und rechthaberisch wie ich nun mal so bin - als Tastatursau betätigt hatte, ohne zu wissen, ob mein Schmarrn erscheinen wird. Das Bild rechts ist natürlich nur zufällig gewählt; oder glaubt mir das keiner? Klick drauf!

Diesmal ging es um diesen Hannover-Schröder in Teheran. Da viele meiner Kollegen in diesem Fall gut getimed oder auch etwas weniger gut getimed, mehr oder weniger Wesentliches zu sagen hatten, dachte ich mir: "Hey, versuch's doch einmal anders, gehe über die persönliche Schiene bei den SPON-Fachleuten und zeig' deinen Blog-Freunden danach mal', wie ich mich dort ausgetobt habe."

Ich lasse meinen Beitrag einfach mal so stehen...; auch weiß ich nicht, ob er vom Moderator genehmigt wurde. Wahrscheinlich fängt SYSOP-SPON wieder am Montag an und sortiert die unangenehmen Leserbriefe aus - also auch meinen.

Schon die Diskussionsvorgabe war an unterirdischer Qualität kaum zu übertreffen. Und die Grammatik erst recht nicht.

Also, los geht's (man kann im SPON-Forum Zwischenüberschriften schreiben, wie meine unten):

Ekelhafte Diskussion in den Medien - und an Israels Sicherheit denkt niemand

Zitat Systemoperator [SPIEGEL):
Ex-Kanzler Gerhard Schröder bereist Iran - privat. Nebenbei trifft er den Präsidenten und Holocaust-Leugner Mahmud Ahmadinedschad. Schadet dieser Besuch das Ansehen von Deutschland? Diskutieren Sie mit.
Wieso geht es eigentlich immer darum, ob man dem Ansehen Deutschlands schade? Was für eine dämliche Frage des Sysop! Es geht doch darum, ob Herrn Schröders Verhalten unverantwortlich ist oder nicht, und um nichts anderes! Ist Schröder jetzt für das Ansehen von Herrn Paula verantwortlich, nur weil der Deutscher ist und bei der SPD?

Dem Ansehen Deutschlands im Ausland kann man unerklärlicherweise übrigens kaum noch schaden, wenn man der Einschätzung der BBC folgt. Also noch einmal:
Ex-Kanzler Gerhard Schröder bereist Iran - privat. Nebenbei trifft er den Präsidenten und Holocaust-Leugner Mahmud Ahmadinedschad. Schadet dieser Besuch dem Ansehen Deutschlands? Diskutieren Sie mit.
Jetzt geht's los mit meiner dummen Antwort (Vielleicht auch mit haarsträubenden Fehlern):

Zum Ersten: Wenn Schröder suggeriert, wie SPON uns weiterleitet, dass alles privat ablaufe: Wieso besucht er dann nicht den mit ihm befreundeten Arzt und belässt es dabei?

Zum Zweiten: Natürlich ging es dem Ha-Ha-Ha-Ha-Schröder nicht nur um Privatinteressen, die er mit seinem Spezl' aus Hannoveraner Zeiten besprechen wollte, sondern auch um Anschubfinanzierungen, und wie man deren Demos dagegen (STOP THE BOMB) elegant umkurven kann.
Denn mittlerweile hat sich nicht nur in Österreich (OMV) herumgesprochen, dass Geschäfte mit einem Holocaustleugner, der zudem fanatisch auf die Vernichtung Israels fixiert ist, nicht bewerkstelligen sind, ohne dass sich Widerstand regt. Da kann man natürlich nur noch als "Privatmann" ran, und wenn, dann als abgewrackter Bundeskanzler a.D.; abgewrackt übrigens ohne VW-Prämie....

Drittens: Dem Vorwurf des Einknickens vor einem schiitisch-faschistischen System wie der iranischen Nomenklatur kann man auch mit SPON-Artikeln wie gestern wunderbar begegnen, wenn die Leser null Hintergrund haben: Schröder führt kühles Gespräch mit Ahmadinedschad:

Selten so gelacht, wenn es nicht so ernst wäre.

In der Zwischenzeit schrauben die Ajatollahs (in den nächsten Wochen und Monaten) in Isfahan oder sonst wo Nuklearsprengkörper auf ihre neuen Raketen und stellen den naiven Obama, der immer noch an harte diplomatische Verhandlungen glaubt, vor vollendete Tatsachen.

Ich sehe jetzt schon die belämmerten Gesichter der Herren Pöttering (Spezialist für Knesset-Reden) und Kollegen vor meinen Augen. Das dürften selbst sie wissen: Eine Tonne schwach angereicherten Materials reicht innerhalb von zwei bis 5 Monaten locker aus, mindestens einen stark angereicherten Atomsprengkopf zu produzieren, zu montieren und zu verschießen.

Schon im vergangenen Jahr und im Jahr davor hatten Larijani und Ahmadinejad mit der Aneinanderreihung ihrer Gaszentrifugen geprotzt (und nebenbei wieder Auschwitz geleugnet, wie Larijani in München 2007).

Vielleicht wachen die Appeaser in Europa erst dann auf, wenn es nicht nur Israel, sondern ihnen selbst ans Leder geht. Ganz nebenbei: Die Zahl der Zentrifugen ist auf über 600 angewachsen, wie der Iran selbst einräumt -; und selbst die dem Iran bisher (dank El-Baradei) wohl gesonnene IAEA kann das nicht mehr abstreiten.

Energiegewinnung? Schröder: "Ha-Ha-Ha-Ha!".

Ich bin froh darüber, dass der so genannt "rechtsgerichtete" Netanyahu (auch ein idiotisch-falsches Verwirrspiel der Medien hier, was ihn betrifft) in Israel die Verantwortung übernimmt, auch wenn es Tzipi Livni vielleicht ebenso gut machen würde.

Seltsamerweise war er der Erste, der schon vor zwei Jahren prophezeit hatte, dass Israel für den Fall, der Iran
hätte 2009 (!) eine Atombombe, sich nicht auf die USA verlassen könne.

Einziger Schönheitsfehler bei Netanyahus Prognose:

Er rechnete damit, dass auch unter einem republikanischen Präsidenten Israel allein dastehen würde.

Jetzt ist es noch schlimmer gekommen - zumindest vorerst.

Hattip: Lizas Welt, Zeitung für Schland

Mittwoch, Februar 18, 2009

Christlich-arabische Repräsentanten: Islamkompatibel und judenfeindlich!?

Um den Einstieg kurz zu fassen: Den Anstoß zu diesem Beitrag hat mir eine enge Verwandte geliefert, die allen Ernstes behauptete, dass Pfarrer Jadallah Shihadeh, der gerne von der stramm links-antiisraelischen Südwestpresse zitiert wird und vor kurzem in meiner bayerischen Heimatstadt Neu Ulm einen Vortrag zum Besten hielt, ein unparteiischer Verkünder des Friedens sei.

Im Bild rechts der lateinische Patriarch Michel Sabbah mit Yasser Arafat. Koadjutor Fouad Twal wurde im Jahr 2008 sein Nachfolger.


Aber glauben Sie mir: Nichts ist mit größerer Vorsicht zu genießen als „Tatsachenberichte“ von arabisch-christlichen Repräsentanten aus dem Westjordanland (im Gazastreifen finden Sie sowieso kaum noch welche).

Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass diese Handlungsreisenden in Sachen Desinformation seit Jahren auf ihren Vortragsreisen in Deutschland und Europa immer wieder einseitig Israel angreifen, über die Unterdrückung ihrer Schäfchen durch die Muslime aber kaum ein Wort verlieren?
Fragen Sie doch die DIG's und GCJZ's in Deutschland, denen langsam die Argumente ausgehen.

Fragen Sie Herrn Shihadeh, dessen „segensreiches“ Wirken viel über die Rolle christlicher Würdenträger im islamischen Machtbereich aussagt - besonders in der PA (Westbank und Gazastreifen). Um wen kümmert sich Herr Shihadeh eigentlich wirklich?

Die Geschichte der arabisch-christlichen Kirchenführer und Repräsentanten in der Palästinensischen Autonomiebehörde und ihrer „Brüder“ in der westlichen Welt ist gespickt mit Judenhass, Konspiration mit der PLO und deren Nachfolgeorganisationen sowie Totschweigen der Schikanierung und Verfolgung ihrer Gemeinden durch die muslimischen Nachbarn spätestens seit 1948, was zu einem regelrechten Exodus der Christen im Westjordanland und ihrer nahezu völligen Vertreibung im Gazastreifen bis heute geführt hat.

Eine Geschichte des Schweigens, von der sich auch Pfarrer Jadallah Shihadeh nicht so recht freimachen kann, wenn er für Frieden und Versöhnung eintritt, gleichzeitig aber über einen Kampf des „Goliaths“ Israel gegen den „David“ Palästinenser doziert, der anscheinend gigantische Mauern aufbaue. Dass Israel seit Jahrzehnten christliche Stätten schützt - uninteressant. Dass arabische Terroristen sich in christlichen Kirchen verschanzen - nicht der Rede wert.

Jedem den „Mauer-Horizont“, der ihm gebührt, kann ich da nur konstatieren.

Die Geschichte ist, wie oben erwähnt, die einer gegenseitiger Sympathiebezeugung zwischen arabischen Christenführern und islamischen Terrororganisationen - eine meist unausgesprochen oder verklausuliert fanatische Gesinnungsgemeinschaft zwischen ihnen und ihren Sympathisanten hierzulande, den Todfeinden Israels - und gegen die Juden schlechthin.

Der oben erwähnte arabische lutherische Pfarrer Jadallah Shihadeh könnte von einem Propaganda-Endlosband der Hamas sprechen - so stereotyp hört sich seine Botschaft an:
„Die Juden haben eine 800 Kilometer lange Mauer gebaut; wir haben weder Zugang zu links noch rechts und alle sozialen Möglichkeiten sind uns beschnitten“.
Dass und warum aber in Bethlehem und Beit Jala (wenige Kilometer davon entfernt) statt 80% Christen nur noch geschätzte 15% leben, scheint den Gottesmann nicht sonderlich zu interessieren. Und dass es sich nicht um eine 800 Kilometer lange Mauer handelt, sondern zu über 90% aus einem Sicherheitszaun* mit vielen Durchlässen, weiß mittlerweile jeder halbwegs an Nahost ehrlich Interessierte. Jadallah Shihadeh juckt das dennoch nicht, weil er von der gütigen Unwissenheit in der Neu Ulmer Gemeinde ausgeht, dass Bethlehem total abgeschnitten wäre. Dem ist aber nicht so.

Dazu der Nahostkorrespondent Ulrich Sahm** auf meine Anfrage (Und klicken Sie bitte auf das Bild links, dann haben Sie einen besseren Überblick):
Der Haupteingang ist natürlich am Rachelsgrab, an der alten Straße Jerusalem-Bethlehem-Hebron. Dann gibt es einen neuen Übergang hinter "Har Choma". Man kann auch durch die Tunnel unter Beth Jala hinweg fahren und dann von der Großen Straße nach Hebron von hinten nach Bethlehem rein, (ohne jeden Checkpoint). Ebenso kann man über eine Straße von Malcha und in der Ferne an Batir vorbei über den stets offenen und nicht kontrollierten Checkpoint am (District Coordination Office) DCO rein nach Beth Jala und dann rein nach Bethlehem. Nur im ersten Fall sieht man überhaupt die Mauer, die nur etwa in gerader Linie einen Kilometer lang ist. Die Mauer endet knapp einen Kilometer jenseits des Checkpoints und ansonsten gibt es keine Mauer, bestenfalls Zaun.
Shihadeh und ähnlich wie er „argumentierende“ Glaubensbrüder erwähnen höchst selten, dass seit Errichtung der so genannten "Mauer" keine Menschen mehr von palästinensischen Heckenschützen ermordet wurden, was vorher an dieser topografisch gefährlichen Stelle regelmäßig der Fall war; andernfalls würden sie das positiv erwähnen. Stattdessen reden sie über Schikanen am Checkpoint, als wären sie noch nie an einem internationalen Flughafen-Terminal Schlange gestanden.

Hat er Angst auszusprechen, dass Christen von Islamisten vertrieben wurden und weiterhin vertrieben werden? Dass sie im Westjordanland tagtäglich Repressalien erleiden, ihnen Besitztümer und Grundstücke abgepresst werden und sie nicht selten um ihr Leben fürchten müssen?
Shihadehs Angst kann ich sogar verstehen. Aber warum muss man auf Vortragsreisen in Deutschland und Westeuropa das Leid der palästinensischen Christen verschweigen oder bagatellisieren? Man kann auch lügen, wenn man die Wahrheit auslässt und evangelischen (und katholischen) Gemeinden hierzulande ein X für ein U vormacht.

[...]

Auf dem von mir unterlegten Link unter Shihadehs Namen (oben) liest sich manches wunderbar - aber eben auch obskur für einen lutherischen Kollegen, und theologisch fast halsbrecherisch - beinahe aberwitzig.

Auch auf die Gefahr hin, dass mir einer meiner Web-Freunde jetzt gegen den Karren fährt (Ich kann’s verkraften):

Warum muss Pfarrer Shihadeh auf seiner Webseite überflüssigerweise die Hegelsche Geschichtsphilosophie bemühen?

Mit Hegel glaubt er, dass sich die Geschichte von ihrer Natur her zum Guten hinwendet.

Also konstatiere ich, dass er mit Hegel, dem geistigen Wegbereiter des Marxismus, einem Gottesbegriff huldigt, der alles andere als biblisch ist; einem indifferenten „Es“, das einem völlig überholten Gottesbegriff der griechischen Antike entlehnt ist, schon zu Beginn des Mittelalters seine Untauglichkeit bewiesen hatte und heutzutage nur noch in der islamischen (unpersönlichen) Theodizee seinen Platz behält. Wohin der [orthodoxe] Islam die Gläubigen in seiner Hemisphäre seit gut 1.400 Jahren gebracht hat dürfte mittlerweile bekannt sein.


Shihadeh kommt auf seiner Seite mit schönen Floskeln und bemüht dabei die Bibelstelle von Abrahams Segen in Gen. 25,9 ff -; nicht ohne vorher ganz nebenbei all diejenigen, die einen anderen Standpunkt als er vertreten (z.B. zu seinem unsinnigen Mauervergleich „Berlin-Nahost“) als Fanatiker abzutun.


Er verwendet zudem einen billigen semantisch-syntaktischen Trick, den wohl kaum ein bibelunkundiger Christ oder Jude auf den ersten Blick durchschauen kann, weil zusätzlich die journalistische Sorgfaltspflicht [bewusst?] umgangen wird:

Erst zitiert er die Bibelstelle richtig, danach baut er ein eigenmächtiges "Zitat" auf, das dem biblischen in der Diktion einigermaßen entspricht:

Genesis 25,9 (nach
Shihadeh):
"Wir dürfen nicht vergessen, dass die beiden Kinder Abrahams miteinander gespielt haben. Aber die Vertreibung der Hagar aus dem Haus Abrahams trennte die beiden Söhne, bis sie am Grab des Vaters in der Höhle Machpela in Hebron wieder zu einander fanden (Genesis 25,9)."
Und nun kommt ein weiterer höchst unfairer Kunstgriff, denn er schreibt so weiter, als handle es sich immer noch um die besagte Bibelstelle.
„Wenn wir klug sind, dann einigen wir uns, bevor es zum Tode des Vaters kommt."
Shihadeh gebärdet sich hier so, als sei sein kursiv (fort-) geschriebener Text Gottes eigenes Wort, als seien der israelisch-„palästinensische“ Konflikt in Genesis 25,9 ff und die Verse vorher und danach unwiderruflich von der Schrift her angelegt und erfahren von dort her ihre theologische und politische Deutung und Lösung. Er beamt das israelisch-arabische Problem in eine Zeit zurück, in der dieser Konflikt erstens nicht bestand und demzufolge auch keine Lösungen für heute anbot und anbieten kann, weil theologisch irrelevant.

Aber dank der allegorischen Spielchen Shihadehs kann man die Bibelstellen so hindrehen, dass sie für heute passend erscheinen, ganz abgesehen davon, dass hier ein zutiefst antisemitischer Kern in seiner Interpretation sichtbar wird: Der Sohn Isaaks wird zum vorläufigen Triumphator über den Ur-Islam und zu dessen Unterdrücker stilisiert, darüber hinaus Ismael als Opfer gekaint, also mit einem ("ungerechtfertigten") Schandmal belegt. Und wieder setzt Shihadeh seinen Text kursiv dahinter, als handele es sich um ein Bibelzitat.
Mit anderen Worten und im Kontext gesprochen:
"Wir sollen uns einigen, bevor es zur Katastrophe kommt, und die Katastrophe ist nicht mehr weit von uns.“
Gott spricht uns mittels Shihadeh aus der Vergangenheit an - und das auch noch im israelisch-palästinensischen Konflikt? Dass ich nicht lache!

Mit dieser kurzen Schlussbemerkung zu Shihadehs exegetischer Unehrlichkeit will ich es dann auch vorerst belassen. Vielleicht liest er irgendwann diese Zeilen und wird sich wundern, dass ihm auch jemand widerspricht. Die Shihadehs gibt es leider - leider viele im Westjordanland und in Westeuropas kirchlichen Gemmeindezentren.

Es geht auch anders, wie Pater Raymond De Souza zeigt. Deshalb brauchen Menschen wie er zuerst unsere Unterstützung und nicht Beschwichtigungsprediger wie
Shihadeh.

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*Zum Thema „Zaun oder Mauer“ hat sich Chava Gurion von SPME Austria schon vor Jahren ein paar sehr interessante Gedanken gemacht. Bitte im Beitrag ein wenig nach unten scrollen.

**Ulrich Sahm arbeitet als Nahostkorrespondent für verschiedene Zeitungen und den Nachrichtensender n-tv.

Vielen Dank auch an Heplev für einige sachdienliche Hinweise und Links.

Dienstag, Februar 17, 2009

"Hand der Hoffnung“

Fotoaufnahme eines ganz besonderen Augenblicks

Das winzigste Kinderhändchen.

Man muss sich das einmal ansehen.


Aber lesen Sie bitte erst den kurzen Bericht*….so bewegend schön!


Lesen Sie ihn bitte, bevor Sie sich die Fotografie genauer ansehen; es ist zweifellos den Aufwand wert. So etwas haben Sie noch nie gesehen!

Im November 2008 machte ein Bild die Runde, das das Foto des Jahres oder sogar des Jahrhunderts sein könnte. Und wenn es nicht von einer Zeitung veröffentlicht worden wäre hätten Sie es nie gesehen.

Die Fotografie zeigt ein ungeborenes Baby in der 21. Woche. Sein Name ist Samuel Alexander Armas und es wurde vom Chirurgen Joseph Bruner operiert. Beim Baby war ein offener Rücken diagnostiziert worden und man ging davon aus, dass es eine Operation außerhalb der Gebärmutter nicht überleben würde.

Seine Mutter Julie Armas ist Hebamme. Sie hatte von den Aufsehen erregenden Leistungen Dr. Bruners gehört. Im University Medical Center (UMC) von Nashville (TS) führt
Joseph Bruner Operationen an Babys in der Gebärmutter durch. Dabei nimmt er die Gebärmutter mit einem Kaiserschnitt aus dem Bauch und führt einen weiteren kleinen Schnitt durch, um das Baby operieren zu können.

Gerade als Dr. Bruner die Operation beendet hatte kam die winzig kleine, aber voll entwickelte Hand des Kleinen aus dem Einschnitt und hielt den Finger des Chirurgen kräftig fest. Dies war der emotionalste Moment im Leben des Chirurgen. Er war für kurze Zeit zu keiner Bewegung fähig.


Der Fotograf konnte diesen einmaligen Moment im Bild festhalten; die Zeitung nannte es „Hand der Hoffnung“, gleichsam ein Dankeschön für die Rettung eines jungen Lebens.


Die Mutter kann das Foto nicht ohne Tränen ansehen und sie sagt: „Schwangerschaft ist keine Frage von behindert oder krank, sondern es geht um ein Menschenleben.“ Samuel kam vollkommen gesund zur Welt und die Operation verlief zu 100% erfolgreich.


Sehen Sie sich nun das Bild an. Ist es nicht unglaublich? Und verbreiten Sie es, weil es jeder wissen sollte.


Gottes Wege sind unergründlich….


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*Ausführlicher Bericht in Englisch
hier.

Hattip:
Von meinem Bruder Hans.

Donnerstag, Februar 12, 2009

Giftstift des Tages

Der Giftstift des Tages geht heute an Alan Moir von der Sydney Morning Herald:


Abbildung:

Ehud Barak: "Wie hoch beliefen sich die gesamten Wahlkampfkosten?" Auf der Zeitung: "Abstimmungsergebnisse der Wahlen in Israel"

Tzipi Livni: "Etwa 1.300". Auf dem Zettel: "700 Militante, 600 Unschuldige"


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Vielleicht hätte man die Wahl im Herbst ansetzen sollen. Was Alan Moir wohl dann eingefallen wäre?

Dienstag, Februar 10, 2009

Li(s)as Welt: Wir sind alle Papst und deshalb auch unfehlbar

Über allerlei Unfehlbarkeiten

Rechts: Karikatur aus dem Magazin Kladderadatsch von 1875: Bismarck und Papst Pius IX. beim Schach. Zum Vergrößern und Betrachten der Figurenbeschriftung bitte auf das Bild klicken. Für historische Erläuterungen, die den Kontext Kulturkampf/Unfehlbarkeitsdogma erklären, bitte hier und hier klicken.

Über den Papst, die Unfehlbarkeit und was dies mit der deutschen Politik zu tun hat, dazu jetzt ganz eigene Gedanken in Lisas Welt beim SWR. Das Trickfilmchen zum unten zitierten Text
gibt's hier.

Report Mainz

Wir sind Papst – und deshalb sind wir auch alle unfehlbar. Die Merkel ist unfehlbar, der Müntefering ist unfehlbar, der Seehofer ist unfehlbar und der Unfehlbare sowieso.


Und weil die alle unfehlbar sind, hat auch niemand einen Fehler gemacht. Der unfehlbare Mehdorn wollte ja nur wissen, ob bei der Bahn alle so unfehlbar sind wie er. Und dann hat er ja sogar gebeichtet. Deshalb hat ihn die unfehlbare Merkel auch nicht gleich exkommuniziert.


Und weil die Merkel so unfehlbar ist, weiß die auch am besten, was der Unfehlbare falsch gemacht hat. Der hat aber gar keinen Fehler gemacht, weil er ja gar nichts gewusst hat von den Verfehlungen seines Fehlers, sagen der Marx und der Mixa. Und die waren ja auch schon immer ein bisschen unfehlbar.


Wie die Oberunfähigen, ähhh, Oberunfehlbaren in der CDU. Die haben zwar sonst nichts zu sagen, sagen jetzt aber, die Merkel hat ein Fehler gemacht, weil was weiß die schon von der Unfehlbarkeit.


Finden auch der unfehlbare Müntefering und der unfehlbare Steinmeier. Sonst hätte die doch längst den Seehofer exkommuniziert. Aber das traut sich die Merkel nicht, weil der Seehofer ja noch unfehlbarer ist als der Unfehlbare – von Amts wegen.


Genauso wie die Märklin-Bosse, die Bankmanager und die Geld-, ähhh, Reifen-Schaeffler. Und weil alle so unfehlbar sind, müssen wir uns auch um nichts Sorgen machen, außer um den Messias vielleicht. Weil, der hat jetzt gebeichtet, dass er gar nicht unfehlbar ist. Aber Papst, kann halt auch nicht jeder sein.