Sonntag, Mai 11, 2008

"Es gilt das gesprochene Wort"

Es gibt sehr wenige Frauen in der westeuropäischen Welt, die unerschrocken und mutig ihre Stimme gegen das iranische Terrorregime erheben.

Zu ihnen zählt zweifellos Nasrin Amirsedghi, die ich zu meinen Freundinnen zählen darf.

Sie hat am 3. Mai in Berlin eine Rede gehalten, die es unbedingt verdient, veröffentlicht zu werden.

Ohne viele Worte: „Danke, Nasrin für dein Engagement, dein großes Herz und für deinen Mut!“


Berlin, 3. Mai 2008, Rede von Nasrin Amirsedghi

Internationale Iran-Konferenz - Business As Usual? Das iranische Regime, der Heilige Krieg gegen Israel und den Westen und die deutsche Reaktion

Gottesstaat und Menschenrecht - Der Charakter des iranischen Regimes - „Die Stellung der Frau im Gottesstaat Iran“

Sehr geehrte Damen und Herren,

Liebe Mitwirkende dieser Veranstaltung,

mit Dank für die Einladung begrüße ich Sie alle ganz herzlich!

Als erste Charta der Menschenrechte (1) wurde seitens der Vereinten Nationen 1971 die Erklärung des persischen Reichsgründers Kyros II. in Babylon aus dem Jahr 539 vor Christus gefeiert. Sie ist eine der frühesten Quellen des Völkerrechts und gilt als die älteste Menschenrechtserklärung der Geschichte.

So verkündet Kyros II.:

„Ich verkünde, dass jeder Mensch verantwortlich für seine eigenen Taten ist und niemals seine Verwandten für seine Vergehen büßen müssen und niemand aus einer Sippe für das Vergehen eines Verwandten bestraft werden darf. Bis zu dem Tage, an dem ich mit dem Segen von Mazda (Gott) herrsche, werde ich nicht zulassen, dass Männer und Frauen als Sklaven behandelt werden, und ich verpflichte meine Staatsführer, den Handel mit Männern und Frauen als Sklaven mit aller Macht zu verhindern. Sklaverei muss auf der ganzen Welt abgeschafft werden! Ich verlange von Mazda (Gott), dass er mir bei meinem Vorhaben und meinen Aufgaben gegenüber den Völkern des Iran, Babylons und den Ländern aus den vier Himmelsrichtungen zum Erfolg verhilft.“

Das Land Iran:

ein Land mit über 2500 Jahren Geschichte,

das Land Zarathustras,

ein Land der Sonne und des Feuers,

ein Land mit vielen Völkern und Glaubensbekenntnissen,

ein Land der Frauen mit strahlenden Augen, nachtdunklen Haaren und zarten Händen

ein Land mit fröhlichen Kindern und ihrem lauten Lachen,

ein Land mit intelligenten Jugendlichen, die viele Träume haben, Träume von Freiheit und von der Freude am Leben;

ein Land mit fruchtbarer Natur, tiefen Meeren, mächtigen Flüssen, singenden Bächen und stolzen Zypressen!

Ja! Meine Damen und Herren!

Dieses Land ist befallen von einer tödlichen Pandemie, einer Seuche namens „Islamische Republik“. Ihr Erreger heißt „Scharia“, auf deutsch: Das Islamische Recht, und eingeschleppt und übertragen wurde sie von Khomeini und seinen Anhängern! Diese Seuche ist repressiv und von einer unberechenbaren Aggressivität. Seit 1979 leidet der Iran unter dieser tödlichen Krankheit. Seitdem riecht das Land nach dem Schwarzen Tod: Abertausende Verhaftungen, Hinrichtungen, Steinigungen, Auspeitschungen, Amputationen, Prügeleien, Bevormundungen, Verhüllungen, Demütigungen und kulturelle Dekadenz.

„Panton Chrematon" (2)

Ein altvertrauter Spruch von Protagoras (490 bis 411 vor Christus)

Die individuellen Menschenrechte haben in der abendländlichen Kultur eine lange Tradition, die nur durch die besonderen historischen und religiösen Erfahrungen des Christentums, des Humanismus, der Renaissance und der Aufklärung, der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten 1776 sowie durch die französische Erklärung der Bürger- und Menschenrechte 1789 erreicht werden konnte. Der Islam kennt diese Erfahrungen nicht; er ist nicht im Stande, sie lebendig umzusetzen. Im Gegenteil, Allah und seine Gesetze verbieten es Muslimen, solche Erfahrungen zu sammeln!

Abgesehen von den vorhandenen urhumanistischen Wurzeln der abendländischen Kultur und der Erkenntnis, dass der Mensch das Maß aller Dinge ist (3), besteht eines der wesentlichsten Unterscheidungsmerkmale zwischen Christentum und Islam im Bild des Menschen und seiner unterschiedlichen Bestimmung im Koran und in der Bibel:

Dort [Im Koran, Castollux] wird der Mensch im Kollektiv als „Sklave Gottes“ (´Ab dul-Allah) bezeichnet, hier wird ein Mensch zum „Sohn Gottes“. Dort ist der Mensch Allah gegenüber ein Nichts, hier verbindet Jesus als Mensch das Himmlische mit dem Irdischen. Dort besteht die Aufgabe des Menschen darin, sich opfernd Allah zur Verfügung zu stellen, hier darin, eigenverantwortlich Gott zu suchen und für sich zu finden. Im Gegensatz zum Islam konnte sich in der abendländlichen Kultur im Laufe der Geschichte der Mensch als Individuum durchsetzen und die Alleinherrschaft der Religion brechen.

Eine Kultur der individuellen Menschenrechte setzt die Unabhängigkeit der säkularen Weltanschauung von jeder Religion voraus. Der Islam kennt diese Voraussetzung nicht, er lehnt sie sogar ab. Deshalb ist der Islam im Kern mit einer Kultur der individuellen Menschenrechte nicht vereinbar. In einem säkular-demokratischen Gesellschaftssystem ist heute die Bewahrung der persönlichen Rechte allerhöchstes Ziel des politischen Handelns. Das Wesen des kollektivistischen Ideals im Islam ist aber die Aufopferung des einzelnen Individuums zugunsten von Allah, was zur Lebensaufgabe und zum politischen Ziel erhoben wird.

Während in der abendländischen Kultur der Mensch zum Maß aller Dinge wird, ist im Islam Allah das Maß aller Dinge. Hier handelt und agiert der islamische Staat in Stellvertretung Allahs. Seine Gesetze sind als Wort Gottes „Eines", „Ewig“ und unveränderbar. Der Staat bezieht im Islam seine Legitimation allein von Allah. Deshalb würde ich solch ein System einen Allah-Staat nennen. In diesem System finden nur gläubige Muslime Schutz; alle Anderen sind entweder Schutzbefohlene minderen Rechts („Dhimmi“) oder haben als Ungläubige („Kuffar“) keine Existenzberechtigung, sind somit zur Vernichtung verurteilt.

Das Prinzip der individuellen Menschenrechte basiert ausschließlich auf der Anerkennung der Autonomie und Gleichheit aller Menschen, unabhängig von Ethnie, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung. Die universellen Menschenrechte können nur in einem demokratischen Kontext garantiert werden. Ein säkularer Staat, der auf den Prinzipien von Pluralismus, Toleranz und der Trennung von Politik und Religion basiert, garantiert die elementarsten Rechte seiner Bürger wie uneingeschränkte persönliche Freiheit, Meinungsfreiheit, Freiheit der Presse und der Künste. Diese Fundamentalrechte werden aber im Allah-Staat von Grund auf missachtet bzw. aberkannt. (4) Solch ein Staat stützt sich nur auf den Koran und die von Allah „befohlenen“ Gesetze. Allah ist das absolut freie Wesen. nicht aber die von ihm Erschaffenen.

Mohammed als Allahs Gesandter schreibt nicht nur die private Lebensführung vor, bis hin zu Kleidung und Liebesleben, sondern auch die Führung der Staatsgeschäfte, des Rechtswesens (Scharia) und der Wirtschaft. Das ist ein totalitärer Anspruch, der jedes demokratische Element im Kern zerstört. Der Islam mit seinem aggressiven Dogma und seiner Gewaltbesessenheit ist im Kern menschen- und frauenfeindlich, rassistisch und antisemitisch. In dieser Religion ist unabhängiges Denken verboten. Eine Religion, die jede kritische Betrachtung als Gotteslästerung sieht, ihre Kritiker zum Tode verurteilt und das Urteil auch vollstreckt, enthält im Kern keinen freien Geist und ist zu verabscheuen.

„Die islamische Theologie betrachtet die Scharia als die vollkommene Ordnung göttlicher Autorität, die jeder Gesellschaft Frieden bringen (soll). Sie sei von Gott selbst geschaffen und deshalb nicht veränderbar. (5) Sie gibt Regeln vor für das Verhalten in Familie und Gesellschaft. Die Quellen der Scharia sind der Koran, Überlieferungen und die Urtradition. Das Ehe- und Familienrecht gilt als Kern der Scharia. Unter diesem Glauben wurde das Land Iran vor 30 Jahren von einer Gruppe machtbesessener Mullah-Barbaren in Gefangenschaft genommen, die seine Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder unablässig tiefer und tiefer unterdrücken.

Der Iran ist das größte Gefängnis der Moderne! Selbst vor der Repression von Kindern schreckt das Regime nicht zurück. Im September 2007 berichteten iranische Medien stolz, dass im Iran über 600.000 Personen verhaftet wurden. Seit der Herrschaft der Mullahs wurden mehr als 157.000 Menschen im Alter von 13 bis 65 Jahren durch Galgen oder Steinigung hingerichtet und ermordet. Die rechte Hand oder das linke Bein werden wegen Diebstahl als Strafmethode amputiert. Die Mullahs begnügen sich nicht nur mit der Verfolgung von Menschen im Iran sondern erfüllen durch die Vollstreckung von Terrorurteilen an Oppositionsmitgliedern ihre heilige Mission auch im Ausland; dazu liefert die iranische Regierung die rechtliche Grundlage (6)

Das ist der Ist-Zustand des nicht vorhandenen menschlichen Zustands im Iran. Die Entmenschlichung wird noch brutaler, wenn es um die Stellung der Frauen geht:

Ein verblühtes Wesen namens Frau!

Wo angesichts von Allah der Mann ein Sklave ist, ist eine Frau die Sklavin von Allahs Sklaven. In einer Zeitschrift (7) verglich eine junge Frau die weibliche Jugend Irans mit einer kleinen Blume in einem armseligen Töpfchen in einem engen Lichthof – eingesperrt, eingeengt, keine frische Luft, keine Sonne, kein Wind, keine Freiheit (8).

Seit 30 Jahren werden den Frauen unter dem iranischen Regime die elementarsten Rechte nicht nur verweigert, sondern dieses Unrecht wird auch noch gesetzlich wie folgt festgeschrieben:

Ein Erlass erlaubt den Ehrenmord und die Polygamie (registriert und mit rechtlichen Verpflichtungen für bis zu vier Frauen) sowie die Zeitehe bzw. „Genuss“-Ehe (ohne zeitliche Begrenzung und ohne rechtliche Verpflichtungen!).

Die Tötung einer Frau ist mit dem halben Blutpreis für die Tötung eines Mannes (9) zu sühnen.

Der Ehebruch einer verheirateten Frau mit einem verheirateten Mann wird mit der Todesstrafe u.a. durch Steinigung bestraft.

Der Geschlechtsverkehr einer unverheirateten Frau mit einem unverheirateten Mann wird als Unzucht angesehen und ist mit 100 Peitschenhieben zu bestrafen. (Sure 24,2 – 3).

Der Geschlechtsverkehr einer unverheirateten Frau mit einem verheirateten Mann wird mit Hausarrest bis zu ihrem Tod bestraft. (Sure 4,15)

Homosexualität auch unter Frauen wird mit der Hinrichtung bestraft.

Wenn eine Frau ihr ungeborenes Kind durch fremde Gewalt verliert, steht ihr als Vergeltung für einen weiblichen Embryo die Hälfte dessen zu, was ihr bei einem männlichen Embryo zusteht. Bei einer Abtreibung muss sie selbst die Strafe bezahlen (10)

Der Mann ist der Frau übergeordnet, vor allem in der Sexualität (Sure 4,34). D. h. mit Abschluss des Ehevertrages übernimmt der Mann die Unterhaltspflicht gegenüber der Frau und bekommt dafür das uneingeschränkte Recht auf ihren Körper (vgl. Sure 2,233; 2,187).

Das Heiratsalter von Mädchen beginnt mit 13 Jahren. Mit der Erlaubnis des Vaters und eines muslimischen Richters können jedoch bereits neunjährige Mädchen verheiratet werden (11).

Das Scheidungsrecht liegt ausschließlich beim Mann. Die Frau kann sich jedoch scheiden lassen, wenn der Mann impotent, geisteskrank oder gewalttätig ist. Diese zu beweisen, ist aber für eine Frau nicht so leicht.

Das Erziehungsrecht an Frau und Kindern liegt ausschließlich beim Mann. Dies gilt auch beim Sorgerecht für Kinder nach einer Scheidung. (Sure 4, 34)

Weibliche Zeugenaussagen sind nur dann gerichtsverwertbar, wenn sie von zwei Frauen gleichzeitig stammen: Nach Sure 2, 282 haben Frauen ja eine größere emotionale Labilität, Irrationalität und eine beschränktere Einsicht in intellektuelle Angelegenheiten als ein Mann; nur der ist schließlich im vollen Besitz des Verstandes. (Sure 2, 282)

Frauen sind rechtlich unmündig und nicht für sich selbst handlungsberechtigt; sie werden vom Vater oder einem anderen männlichen Familienmitglied vertreten. Es kommt noch dazu, daß Frauen ohne Erlaubnis der männlichen Angehörigen weder das Haus, noch das Land verlassen oder einen Beruf ausüben und gar studieren dürfen.

Der Frau steht nur die Hälfte der Erbschaft zu, die einem männlichen Familienmitglied zusteht.

Frauen haben nicht das Recht, für das Präsidentenamt zu kandidieren oder als Richterin zu arbeiten.

Der Genuss von Alkohol ist mit 40 bis 80 Peitschenhieben zu bestrafen.

Öffentliche Räume und Verkehrsmittel sind für Frauen und Männer getrennt.

Frauen dürfen nicht an Olympischen Spielen teilnehmen. Sie dürfen auch nicht bei Männerspielen im Stadion anwesend sein (bei keiner Sportart).

Es gilt die Kleiderordnung nach islamischem Recht, die Verhüllung von Kopf bis Fuß. Das bedeutet die staatliche Zwangsverschleierung! Unverschleiert sein heißt nackt sein. Deshalb ist es erlaubt, sittenwidrig bekleidete Frauen auf der Straße zu verhaften oder ins Gefängnis zu werfen.

Die einzige Gleichberechtigung der Geschlechter besteht darin, daß Frauen wie Männern gleichermaßen das Paradies versprochen wird, wenn sie "Gott demütig ergeben" seien (Sure 33,35) und wenn sie "glauben und das Rechte tun" (Sure 16,97) [12]

Mit solchem barbarischen Unfug verwehren der Islam und seine Seuche namens „Scharia“ den Menschen, Würde, Freiheit und Gerechtigkeit. Die Frauen und die Minderheiten sind dabei die ersten Leidtragenden. Wenn im Iran tagtäglich diese mittelalterlichen Gesetze praktiziert werden, schauen die westlichen Länder schweigend zu und schließen für -zig Milliarden Euro Wirtschaftsverträge mit dem Allah-Staat ab. Und ihre gekauften Vasallen hier mitten in Deutschland, wie die Islam- und Iranexperten Katajun Amirpur, Navid Kermani, Bahman Nirumand sowie ihre grüne Sippe verklären die Sprechblasen des Präsidenten Ahmadinedjad, der Israel von der Landkarte tilgen will. Während sie es seelenruhig miteinander im politischen Bett treiben, werden im Iran abertausende weibliche Körper in den Gefängnissen vergewaltigt, gefoltert oder hingerichtet und gesteinigt. Das ist eine verkappte, zivilisatorische Zusammenarbeit, mit dem Willkürregime in Teheran, das seit 30 Jahren ein Land in den Ruin treibt und jeden Widerstand mit nackter Gewalt niederschlägt.

Kein Wunder, dass Mahmud Ahmadinedjad die Hinrichtung der Homosexuellen im Iran oder den Holocaust leugnet, hat er doch eine andere Wahrnehmung von Menschenrechten und historischen Gräueln. Das deutet darauf hin, daß sein Verstand wie sein Glaube im Allah-Gewand vermottet sind.

Wenn Angelika Beer, die Abgeordnete von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Europaparlament, nach ihrem verschleierten Besuch in Teheran in einem Interview mit Bahman Nirumand in der taz 2007 (13) in Bezug auf europäische Sanktionen behauptet, „dass sich mit den Sanktionen die Repression gegen die Zivilgesellschaft verstärkt hat“, dann ignoriert sie - gerade als Frau - die Folterungen, Hinrichtungen und Steinigungen im Iran oder verharmlost sie. Das bedeutet für mich, dass Frau Beer im Prinzip gar kein Problem mit frauen- und menschenfeindlichen Gesetzen im Iran hat, oder möchte sie etwas „sanfter“ ausgepeitscht werden und statt Steinigung, nur bitte Hinrichtung! Das ist ein Faustschlag ins Gesicht aller Frauen, Männer und Jugendlichen, die unter grausamsten Bedingungen versuchen, mit aller Kraft und unter Lebensgefahr sich und die Anderen zu befreien. Das kann man nicht anders nennen, als die Vergewaltigung der Freiheit legitimieren zu wollen.

Oder wenn Katajun Amirpur in der Süddeutschen Zeitung im Jahr 2004 die Ersetzung der Steinigung durch den Tod am Strang als einen Fortschritt im Iran bezeichnet und damit behauptet, dass die „Steinigung faktisch abgeschafft“ sei(14), ignoriert sie offensichtlich, dass gerade unter Mohammad Khatami (15) (16), unter ihrem mit [hoffnungsvollen Erwartungen bedachten Präsidenten], unzählige Frauen und Männer hingerichtet oder gesteinigt wurden. Zur ihrer Erinnerung: Allein im Jahr 2001 wurden 139 Menschen, unter ihnen auch Leyla M., ein 19-jähriges, geistig behindertes Mädchen, brutal gesteinigt und hingerichtet, sowie Hunderte von politischen Aktivisten verhaftet. (17)

Es ist eine Ungeheuerlichkeit, dass ausgerechnet diese iranische Expertin (!) eine kurzweiligere Hinrichtungsmethode empfiehlt, womit sie dem Staat das gewaltsame Vorgehen gegen das eigene Volk prinzipiell [als korrekt, Castollux] bescheinigt(18).

Wir und unzählige anderen Kulturrelativisten: Wir alle tragen Verantwortung. Je länger dieses Regime mit Ihrer Hilfe an der Macht bleibt, umso mehr werden ermordet. Sie alle sollen versichert sein: Es ist nicht nur der Iran, der zu Grunde geht, sondern auch die anderen nahen und fernen Länder. Diese Seuche breitet sich aus in aller Welt, auch in Europa und auch in Deutschland.

Wie sieht die Heilung aus?

Da [dieser, Castollux] Gott tot ist, aber sein Wesen in Gestalt der Gottespolitiker überall und insbesondere in Europa immer wieder aufersteht, ist dies kein einfaches Unternehmen. Das Einzige, das wir denjenigen, die die Menschheit lieben, empfehlen können, ist, mit lauter Stimme die Politiker aufzufordern:

Hören Sie auf, das Gesäß der Mullahs mit Euro-Honig zu schmieren! Diese Seuche, diese „Fitna“, diese Heimsuchung, und ihre Erreger Chomeini & Co. sind nur zu bekämpfen, indem Mann und Frau sie unter Quarantäne stellen, bis sie sich selbst auffrisst und erledigt. Nur so kann das Land Iran sich aus eigener Kraft heilen und befreien.

Menschenwürde und Freiheit sind unantastbar und unverhandelbar. Sie sind universelle Werte, die sich in der Geschichte bewährt haben. Diese Würde und Freiheit wünsche ich dem Land Iran!

Besten Dank für Ihre Aufmerksamkeit.



(1) Kyros II. - Zoroastrier - Verkünder d. ersten Menschenrechte, in: http://www.geistigenahrung.org/ftopic29110.html

(2)
Protagoras (490-411 v. Chr.), griech. Sophist, *um 485, um 415 v.Chr.; lehrte die menschl. Bedingtheit alles Wissens und aller Erkenntnis.

(3)
Vgl. Zitat von Protagoras, in: Wilhelm Capelle, „Die Vorsokratiker“, Alfred Kröner Verlag, Stuttgart (S. 327).]

(4)
Vgl. Gerhard Czermak; Islam und Menschnrechte – Klarstellung zur interkulturellen Verständigung“ in: Aufklärung und Kritik, Sonderheft 13/2007 „(…) 1993 bildeten 57 Staaten der „Organization of the Islamic Conference“ (OIC), China und andere asiatische Staaten auf der Wiener Weltkonferenz für Menschenrechte eine unheilige Allianz gegen Menschenrechte und machten die Konferenz zu einer Kundgebung gegen dieselben. (…)“, S. 138/139.

(5)
Vgl.: Christine Schirrmacher; Frauen unter der Scharia – Strafrecht und Familienrecht im Islam. in: igfm dokumente, Internationale Gesellschaft für Menschenrechte IGFM, Nr. 1, Juli 2005

(6)
Vgl. Bericht von NEW YORK, 22. Februar 2008 (BWNS) in: http://www.iranpressnews.com/deutsch/source/036835.html

(7)
Zeitschrift „Name“

(8) Vgl. Zitat bei Pari Rafi; Frauen im Iran - Ein Vortrag aus Anlass des Internationalen Frauentages im Brecht Literaturhaus, in: http://www.liga-iran.de/Frauen-in-Iran.htm.

(9) Es beträgt 100 fehlerlose Kamele, 200 Kühe oder 1000 Hammel, 200 jemenitische Gewänder und 1000 Dinar oder 10.000 Silberdirham (Vgl. S. Tellenbach (Anm. 12), S. 96f.)

(10) Vgl. Iran News, Zitat nach Sina-Nachricht, Farzaneh Seyyd Saiidi, 12.02.2005

(12) Vgl. Christine Schirrmacher; Frauen unter der Scharia, in: http://www.bpb.de/publikationen/VWBAUH,2,0,Frauen_unter_der_Scharia.html#art2

(14) Vgl. Katajun Amirpur, Eine Hinrichtung, die weniger grausam sein soll, In: http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/970/37933/

Freitag, Mai 09, 2008

Geburtstagsgeschenk für Israel: BBC erteilt Geschichtsunterricht


Zum 60-jährigen Geburtstag Israels durfte natürlich eine Bestandsaufnahme des „besten Nahost-Experten“ im BBC-Stall nicht fehlen: Jeremy Bowen (links im Bild), des Öfteren schon durch hochqualifizierte Berichterstattung und „Unparteilichkeit“ aufgefallen, durfte diesmal die einstündige Dokumentation „The Birth Of Israel“ fabrizieren, die - wen wundert’s - wieder überdeutlich seine Handschrift trägt. Die Sendung ist online nur in Großbritannien zu sehen - in absehbarer Zeit wohl auch in ganz Europa.

Honest Reporting hat sich natürlich wieder mit dem journalistischen Treiben Jeremy Bowens befasst, denn Eines ist sicher: Bei ihm lohnt es sich immer, genau hinzusehen. Castollux hat übersetzt.


HonestReporting

Jeremy Bowens Dokumentation ist gespickt mit Fehlern und historischem Revisionismus

Die Ereignisse, die bis zur Schaffung des heutigen modernen Staates Israel vor genau 60 Jahren führten, sind wieder und wieder von qualifizierten Historikern untersucht worden. Warum nur wurde Jeremy Bowen die Verantwortung für die einstündige Dokumentation „Die Geburt Israels“ am 4. Mai übertragen? (Online nur in Großbritannien zu empfangen; der Film wird möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt international ausgestrahlt).

Nahost-Redakteur Bowen zeigt immer wieder eine einseitige Betrachtungsweise gegenüber Israel und bezüglich des regionalen Konflikts, und seine Dokumentationen folgen diesem Strickmuster.

Einen Vorgeschmack auf das, was zu erwarten ist, bieten erste Sekunden der Ausstrahlung, die Bilder der Kuppel des islamischen Felsendoms und ein Kruzifix vor der Silhouette Jerusalems zeigen. Trotz der tiefen religiösen Verbundenheit des Judentums zu Jerusalem und dem Land Israel wird dieser Fakt unbegreiflicherweise ausgelassen. Und hierin besteht der Hauptfehler des kompletten Beitrages - die legitimen Wurzeln des jüdischen Volkes im Land Israel, die über drei Jahrtausende zurückreichen, werden entweder heruntergespielt, delegitimiert oder gänzlich ignoriert.

• Das Recht der Juden auf ihren Staat infrage stellen:

Während Bowen von palästinensischen Bauern spricht, die das Land seit Jahrhunderten bestellten, wird der ununterbrochenen jüdischen Anwesenheit, die bis vor die Antike zurück reicht, kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Stattdessen unterstellt er, dass die Wellen jüdischer Einwanderer in der Zeit vor der Staatsgründung ein fremdes Implantat gewesen seien.

An keiner Stelle macht Bowen deutlich, dass ein souveräner Palästinenserstaat niemals existiert hat und vor der Teilung die palästinensischen Araber sich keine andere Identität gegeben hatten. Tatsächlich aber ignoriert Bowen die etwa 100.000 Araber, die alleine während der Zeit des britischen Mandats aus den Nachbarländern auswanderten und heute als Palästinenser betrachtet werden.

Bowen fasst die Balfour-Erklärung von 1917 simplifizierend in einem Satz zusammen: „Eine Nation, die das Land eines Anderen an einen Dritten verspricht“, und lässt zweckdienlicherweise aus, dass das „Land des Anderen“ nicht der Realität entsprach und dass die dritte Nation [das jüdische Volk] legitimen und wahren Anspruch auf dieses Land gehabt hat.

Und als ob er uns diesen Punkt immer wieder einbleuen wollte spricht Bowen davon, dass der Holocaust ein neues Argument für einen jüdischen Staat geschaffen habe. Will Bowen damit andeuten, dass es vor dem Genozid der Nazis kein moralisches Thema war? Auch wenn der Holocaust zweifellos die dringende Notwendigkeit eines jüdischen Staat bewiesen hat, so sollte er in keiner Weise legitime jüdische Ansprüche auf einen eigenen Staat vor (!) der Vernichtung des europäischen Judentums schmälern.

Trotz dieser Tatsache erklärt eine [in der Sendung] befragte Person: „Warum das palästinensische Volk vertreiben, um es einen Preis für ein Verbrechen zahlen zu lassen, das es nicht begangen hat?“ Auch wenn Bowen kurz den vorübergehenden Besuch des Muftis von Jerusalem in Nazi-Deutschland bei Hitler erwähnt, unterschlägt er sowohl die Unterstützung des palästinensischen Führers für Hitler als auch seine Beteiligung an der Ermordung europäischer Juden während des Krieges.

• Moralische Gleichsetzung:

Bowen verwendet die BBC-typische Haltung der moralischen Gleichsetzung, wenn er den gegenwärtigen Konflikt beschreibt: „Israel geht mit Luftschlägen und Bodenangriffen vor. Palästinenser beschießen israelische Grenzstädte mit Raketen. Beide Seiten geben dem Gegner die Schuld.“ Folglich wird palästinensischer Terror mit israelischen Bemühungen, seine Bürger zu beschützen, gleichgesetzt.

• Palästinensische und arabische Opferrolle:

Bowen jedoch nimmt Abstand von dieser Gleichsetzung und ergreift stattdessen jede sich bietende Möglichkeit, einen arabischen David als Opfer des israelischen Goliaths darzustellen. Noch immer werden die Araber - trotz einer Geschichte der Aggression gegen die Juden, darunter die Gewaltexzesse der 1920er-Jahre und 1936 sowie das niederträchtige Hebron-Massaker 1929 - als Opfer jüdischer Macht und Boshaftigkeit gezeichnet.

Bowen verschweigt die Tatsache, dass Israel unmittelbar nach seiner Unabhängigkeitserklärung von fünf arabischen Armeen gleichzeitig angegriffen wurde. Stattdessen gibt er sich größte Mühe, die in Zahlen ausgedrückte und logistische Übermacht der israelischen Armee zu betonen, um sein Konzept der arabischen Opferrolle durchzuziehen. Auch wenn Historiker davon ausgegangen sind, die Araber seien schlecht vorbereitet gewesen, um einen Krieg zu gewinnen, sollte diese Tatsache nicht darüber hinwegtäuschen, dass es dieselben arabischen Armeen waren, die einen Angriffskrieg begonnen hatten, auch wenn sie ihn letztendlich verloren. Bowen hätte auch nicht die wirklichen Opfer und Bedrängnisse herunterspielen dürfen, die der noch junge israelische Staat ertragen musste, der während des Unabhängigkeitskrieges etwa 1% seiner Bevölkerung verlor.

Parteiisch in der Teilungsfrage:

Wenn er sich auf die Teilung des Mandatsgebietes Palästina bezieht, behauptet Bowen: „Die Juden haben das beste Stück davon bekommen - mehr als die Hälfte des Landes, obwohl sie etwa 10% Land besessen hatten und es doppelt so viele Araber gab“.

Bowen zitiert historische Fakten so, bis sie ihm passend erscheinen, um wiederum die Araber als Opfer darzustellen

Tatsächlich jedoch beruhte die Grenzziehung allein auf demografischen Faktoren und etwa 60% des jüdischen Staates sollten sich in der Wüste Negev befinden, während die Araber einen Großteil des landwirtschaftlich bebaubaren Landes nutzten.

Außerdem belegen britische Statistiken, dass 70% des Landes, das später Israel werden sollte, sich nicht in Besitz arabischer Bauern befand. Die Ländereien wurden nach Abzug der Briten wieder unter israelische Kontrolle gestellt. Etwa 9% des Landes befand sich in jüdischem Besitz und 3% in den Händen von Arabern, die später israelische Staatsbürger wurden. Das bedeutet, dass nur ungefähr 18% des gesamten Gebietes Arabern gehört hatte, die das Land vor und nach dem arabischen Einfall in Israel verlassen hatten.

• Die Wahrheit massakrieren:

Jüdische Angriffe auf Araber werden von Bowen mit viel Detailversessenheit hochgespielt, mit Behauptungen von „Massakern“ gegen Palästinenser, die im Filmbeitrag besonders hervorgehoben werden: Arabische Angriffe auf Juden werden in weit abstrakteren Begriffen geschildert.

Bowen widmet der Geschichte von Deir Yassin viel Sendezeit, versäumt aber, den Kontext hinter dem Vorfall anzusprechen oder die Politisierung und die sich widersprechenden Berichte darüber, was wirklich vorgefallen ist.

Dabei beabsichtigten die israelischen Streitkräfte sicher nicht, ein „Massaker“ an Nichtkämpfern zu verüben; in Wirklichkeit war es eine grimmige Schlacht, als Einwohner von Deir Yassin und ausländische Kräfte das Feuer auf die Israelis eröffneten.

Bowen fährt fort und zitiert einen Haganah-Geheimdienstoffizier aus jener Zeit, der Angaben über schreckliche Grausamkeiten machte, die von den Irgun- und Lehi-Truppen in Deir Yassin begangen worden sein sollten. Dieselbe Quelle wurde vom israelischen Historiker Dr. Uri Milstein infrage gestellt, der zu dem Schluss kommt, dass dies aus politischen Gründen produziert wurde, um Irgun und Lehi zu diskreditieren und ihre Einbindung in die regulären israelischen Streitkräfte zu verhindern.

Interessanterweise verlässt sich Bowen auf den „Augenzeugen“-Bericht von Hazzem Nusseibeh, einem palästinensischen Journalisten aus dieser Zeit, der in einer früheren BBC-Dokumentation tatsächlich zugab, er sei angewiesen worden, Behauptungen über jüdische Gräueltaten in Deir Yassin zu übertreiben, um die arabischen Armeen dazu zu bewegen, den palästinensischen Arabern zu Hilfe zu eilen (was den gegenteiligen Effekt hatte, nämlich die Araber zur Flucht aus ihren Häusern bewog): Nusseibeh sagte in der BBC-Serie “Israel and the Arabs: the 50 Year Conflict” zu Deir Yassin Folgendes (Bitte nach unten srollen. Weitere Quelle: IsraelVisit):

„Das war unser größter Fehler. Wir wussten nicht, wie unsere Leute darauf reagieren würden. Als sie erfahren hatten, dass in Deir Yassin Frauen vergewaltigt worden seien (was eine Fälschung war [Nusseibeh]) flohen sie in panischer Angst."

Nusseibeh wiederholt diese Behauptung in Bowens Dokumentation, die sich stattdessen auf eine Sekundärquelle beruft, jedoch nicht mehr.

• „Ethnische Säuberung“ :

Bowen betreibt auch Schindluder mit der historischen Interpretation von Plan D., wenn er den Vorwurf zitiert, dass diese militärische Operation der Israelis mit der Absicht geschah, eine „Ethnische Säuberung“ an der arabischen Bevölkerung zu praktizieren. Obwohl er zugibt, dass es zum angesprochenen Fall unterschiedliche Meinungen zwischen den Historikern gibt, kommt er mit dem Vorurteil, dass „die Juden den Angriff begonnen" hätten.

Und dies trotz des vorherrschenden historischen Standpunktes, gestützt durch angesehene Historiker dieser Epoche wie Benny Morris, der daran festhält, dass es keinen zionistischen „Plan“ oder Blankoscheck für die Vertreibung der arabischen Bevölkerung oder gar einer „ethnischen Säuberung“ gab. Plan Dalet vom 10. März 1948 war das Gesamtkonzept der Haganah - des jüdischen Militärs, das später zur Israel Defense Force wurde - um den erwarteten pan-arabischen Anschlag auf den jüdischen Staat abzuwehren.

Bowen erlaubt sich auch die Freiheit zu behaupten, dass „jüdische Führer darüber diskutiert hätten, die Araber auf Jahre hinaus zu vertreiben“, ohne historische Quellen oder Hintergrundkontext anzubieten. Niemals hat eine israelische Regierung diese Politik übernommen oder angewandt.

Hattip: HonestReporting

Montag, Mai 05, 2008

Am 8. Mai ist Israel-Tag

Sonntag, Mai 04, 2008

Wie die NY Times Jesus palästinensisch "eingemeindet"


Es ist wirklich zum Verzweifeln, wenn man sich von manchen Leuten anhören muss, Jesus sei Palästinenser gewesen, habe palästinensisch gesprochen etc. Seit Arafat mit dieser dreisten Lüge auch noch hausieren ging, hält sich dieser Unsinn in der (ver-)öffentlich(t)en Nahost-Debatte unter vermeintlichen Kennern der historischen Bezüge wie ein einbetonierter Kaugummi unter der Tischkante.

Dass nun ausgerechnet die „Gray Lady“ New York Times auf einer kirchenhistorisch und exegetisch extrem glitschigen Schmalspur daher kommt, wie man es selbst nicht von manchen Hobbytheologen gewohnt ist, mag auf den ersten Blick sehr verwundern. So ganz überraschend kommt es letztendlich dann aber auch wieder nicht, vergegenwärtigt man sich der Tatsache, dass theologisches Halbwissen auch vor den Feuilletons nicht Halt macht, nicht zuletzt aufgrund einer zunehmenden Esoterisierung sonst so abgeklärt daher kommender Säkularisten. Ein bisschen Religion darf’s schon sein…

Wenn man von einer Sache nichts versteht sollte man einen Fachmann zu Rate ziehen - oder noch besser - die Finger davon lassen. Aber Kolumnen wollen gefüllt sein und der „aufgeklärte“ Leser braucht Trivial-Theologie oder Fast Food-Exegese, damit er von sich behaupten kann, ein Theologiestudium sei überflüssig. Ähnlich dachte zeitlebens auch Rudolf Augstein vom SPIEGEL, dessen „theologiekritische“ Aufsätze seit Beginn der 60er-Jahre nur so von Unwissenheit und Ignoranz strotzen, dass man sich im Nachhinein fragen muss, wie derart leichtfertig so viel Druckerschwärze vergeudet werden konnte. Beim patriarchisch geprägten Führungsstil Augsteins andererseits auch nicht wirklich überraschend.

CAMERA SNAPSHOT hat die Ungereimtheiten des Times-Artikels aufgedeckt, HEPLEV den Beitrag übersetzt und mit kommentierenden Einschüben versehen. Vielen Dank an ihn.


„Palästina zur Zeit Jesu“

CAMERAs snapshot hat eine Fehldarstellung der New York Times aufgegriffen, in der behauptet wurde, dass Jesus vor zwei Jahrtausenden in Palästina Aramäisch sprach“. CAMERA erklärt zu Recht:

Zu Lebzeiten Jesu gab es so etwas wie „Palästina“ nicht, da die Römer Judäa erst hundert Jahre nach dem Tod Jesu in „Palästina“ umbenannten. Während der Zeit Jesu lagen Bethlehem und Jerusalem in dem, was gemeinhin Judäa genannt wurde; Nazareth lag in dem, was man allgemein von Galiläa bezeichnete. Die New York Times sollte ihren faktischen Fehler korrigieren, Judäa und Galiläa mit Namen zu benennen, die erst ein Jahrhundert später existierten.

Geschichtliche Fakten sind: Im Jahr 132 n. Chr. gab es – erneut – einen Aufstand der Juden gegen die Römer unter Bar Kochba. Erst im Jahr 135 n. Chr. konnten sie ihn niederschlagen. Der Kaiser war derart erbost über den Aufstand, seine Folgen und seine Dauer, dass er alles Jüdische austilgen wollte. Daher benannte er den Landstrich um und gab ihm einen Namen, der an die Erzfeinde Israels, die Philister erinnerte: Palästina. (Wer es nicht weiß: Die Philister waren ein aus der Ägäis(1) stammendes Seefahrervolk, das zur Zeit der Römer schon einige Jahrhunderte lang nicht mehr existierte.) Fakt ist auch, dass der Name völlig außer Gebrauch kam – bis er in der jüngeren Vergangenheit wieder in Mode kam, um das Heilige Land, vor allem aber das britische Mandatsgebiet zu beschreiben.

CAMERA schreibt weiter:

Man muss nur die christliche Bibel öffnen, um Bezüge auf Judäa und Galiläa zu finden. Beispiele: Lukas 1,5: Herodes (der Große) ist „König von Judäa“; Lukas 2,4: „Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem“; Lukas 3,1: „als Pontius Pilatus Statthalter in Judäa war“.

Das sind korrekte Hinweise. Nur sind gerade (deutschsprachige) Bibeln auch eine Quelle der Fehlinformation, wenn man sich dort die Landkarten ansieht. Die Lutherbibeln in der Übersetzung von 1956 und 1964, wie auch die in der Übersetzung von 1984 enthalten eine Landkarte „Palästina zur Zeit des Neuen Testaments“; „Die gute Nachricht“ in der Ausgabe von 1976 enthält den gleichen Titel der entsprechenden Landkarte, genauso die Neufassung von 1997; ebenso verhält es sich mit der Bruns-Bibel (1962). Die „Hoffnung für alle“ fehlt mir derzeit, aber ich meine mich zu erinnern, dass auch dort eine Karte mi demselben Titel zu finden war.

Ausnahmen, die mir vorliegen, sind einmal die Genfer Studienbibel, die zwei Karten enthält, in der die richtigen Namen der Landstriche aufgeführt sind („Leben und Wirken Jesu“; „Das Römische Reich zur Zeit des Neuen Testaments“); zweitens die Schlachter-Übersetzung Version 2000, die „Israel zur Zeit von Jesus Christus“ schreibt. Meine Elberfelder Bibel enthält keine Landkarten. Meine englischen Übersetzungen auch nicht.

Elektronisch sieht es wohl nicht unbedingt besser aus als in den gängigen Bibeln: Mein PC-Bibelatlas enthält eine Karte „Palästina zur Zeit Jesu“.

Was will man den Leuten vorwerfen, wenn sie solche Fehlinformationen in ihren Bibel vorgesetzt bekommen? Das macht die Sache nicht besser, aber verständlich, auch wenn es lächerlich ist. Einen Begriff durch einen anderen zu ersetzen, ist äußerst schwer. Die „Palästinenser“ haben eine erfolgreiche Kampagne gestartet, die diese Falschinformation ausnutzte und sich zu einem Volk erfunden, das um sein Selbstbestimmungsrecht in seinem „angestammten“ Land kämpft, dessen Name allen bekannt ist, ihnen weder gehört noch zusteht.

Umso mehr muss darauf hingearbeitet werden, dass diese Falschdarstellungen aus den Köpfen der Menschen verschwinden und durch die richtigen Begriffe ersetzt werden.

(1) Andere Ansätze gehen auch von einer Herkunft der Philister aus Kreta aus.

Hattip: HEPLEV

Samstag, April 26, 2008

Hurricane

Rubin "Hurricane" Carter (* 6. Mai 1937 in Clifton, New Jersey) war Mittelgewichtsboxer von 1961 bis 1966. Ab 1966 war er wegen Mordes inhaftiert und wurde 1985 freigelassen. Seine Schuld oder Unschuld ist allerdings bis heute umstritten.

Weltweit bekannt wurde sein Fall, als sich Stars wie Bob Dylan seiner annahmen, für ein gerechtes Verfahren und seine Freilassung kämpften.


Carters Boxkarriere endete 1966, als er und sein Freund John Artis des Mordes an drei Weißen von den Geschworenen in New Jersey - kein Farbiger war unter ihnen - und aufgrund fragwürdiger Zeugenaussagen zweier Krimineller, für schuldig befunden und für dreimal lebenslänglich ins Gefängnis geschickt wurden. Nach zahlreichen Gerichtsverfahren und einem erneuten Schuldspruch in einem zweiten Prozess 1976 folgte jedoch 1985 der Freispruch, nachdem das Bundesgericht festgestellt hatte, dass „grobe Verfahrensverstöße“ vorlagen und die Staatsanwaltschaft daraufhin die Anklage fallen ließ (John Artis wurde schon einige Jahre früher auf Bewährung entlassen). Der Fall ging damit als Justizskandal in die US-amerikanische Rechtsgeschichte ein. Zuvor hatten sich berühmte Größen wie zum Beispiel Bob Dylan, der 1975 für ihn den Song „Hurricane“ schrieb, oder auch Muhammad Ali für Rubin Carter eingesetzt. Der Song „Hurricane“ erschien erstmals auf Dylans Album Desire und eröffnete das Album.

Rubin Carter lebt heute in Toronto und leitete dort langjährig die „Association in Defense of the Wrongfully Convicted“, die sich für zu Unrecht Verurteilte einsetzt. 1993 wurde ihm als erstem Boxer außerhalb des Rings vom World Boxing Council der Weltmeisterschaftsgürtel verliehen.

Große Aufmerksamkeit erregte auch die 1999 gedrehte Verfilmung der Geschichte Carters (Hurricane) mit Denzel Washington in der Hauptrolle, der für seine hochgelobte Darstellung den Golden Globe sowie den Silbernen Bären der Internationalen Filmfestspiele in Berlin zugesprochen bekam. Bei einigen Kritikern ist die Wahrheitstreue der Verfilmung allerdings umstritten. Insbesondere die Familie des ermittelnden Polizeibeamten legt Wert auf die Feststellung, dass dieser in keiner Weise dem Filmpolizisten entsprach. Ein im Film dargestellter Boxer (Joey Giardello) verklagte die Filmgesellschaft erfolgreich auf Schadenersatz.

Donnerstag, April 24, 2008

Darfur: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus


Vor ein paar Wochen saß der so genannte UN-Menschenrechtsrat wieder einmal in trauter Runde beisammen, um mit üppigen Spesengeldern über den Völkermord in Darfur zu palavern und die dort dringend benötigte Zeit für geschundene Menschen zu verschwenden.
Das macht er meistens dann, wenn es (vorübergehend) nicht allzu viel über Israel zu lästern gibt und auch sonst die Schlagzeilen aus Zimbabwe, Sri Lanka, China oder Kenia seiner Meinung nach nicht genügend Stoff hergeben. Mittlerweile hat sich da ja Einiges geändert und noch verschlimmert; siehe hier, hier, hier und dort. Zur Kenntnis genommen hat man es bisher jedenfalls nicht besonders. Machen Sie sich bei den Kommentaren der jeweiligen Landesvertreter (weiter unten, unter dem Video) selbst ein Bild über die Qualität des so genannten Menschenrechtsrates, dem die USA und Israel aus gutem Grund nicht beigetreten sind. Deutschland leider schon...


Gestern berichteten etliche Medien, dass in Darfur weit mehr Menschen ermordet wurden als bisher angenommen - nämlich etwa 300.000 statt der bisher angenommenen 200.000.

Das ist schon entsetzlich genug -; und wenn man den empörten Einwand der sudanesischen Regierung, es wären „nur“ 10.000 Menschen umgekommen, als diminuierende Geste „akzeptieren“ oder diskutieren will, muss man schon ziemlich hart gesotten sein oder einen Stein statt eines Herzens in der Brust haben.

Ich will dieses verlogene Opfergeschacher der sudanesischen Regierung und des willfährigen UN-Gremiums in einen knappen, aber bedeutsamen Kontext stellen, der die Verlogenheit des Menschenrechtsrates aufzeigt:

Im israelisch-palästinensischen Konflikt sind innerhalb der letzten 60 Jahre knapp 9.000 Menschen umgekommen. Die Zahl ist tragisch genug, aber sie zeigt auch, wie heuchlerisch die Zahlenakrobatik vieler NGO’s, Friedensaktivisten und Heuchler in den westeuropäischen Parlamenten und Medien daher kommt.

Hillel Neuer von UN Watch kämpft im UN-Menschenrechtsrat, in dem sich die Vertreter von Diktaturen aller Welt und Verharmlosern aus der EU die Klinke in die Hand geben, einen verzweifelnden Kampf gegen Windmühlenflügel. Deshalb braucht er jede nur denkbare Unterstützung, die ihm und UN Watch zuteil werden kann. Wenn Menschen echte Empathie haben, dann werden sie diese in irgendeiner Form auch zeigen und in die Tat umsetzen, und wenn sie nur darin besteht, dass sie das grauenhafte Leiden in Darfur wahrnehmen und darüber nachdenken.

Im Beitrag unten wird - leider wieder einmal - eine Anhörung zu „Darfur“ thematisiert werden müssen. UN Watch war so freundlich, mir zu erlauben, die Transkription von Ausschnitten einer mehr als beschämenden Sitzung des UN-Menschenrechtsrates auf Castollux zu übersetzen, einzustellen und zu veröffentlichen.

Herzlichen Dank hierfür an Hillel Neuer.

Hier der Link zum Original

Dem Beitrag ist ein Video beigestellt. Ich möchte Sie aber bitten, nicht nur das Video, sondern auch die Übersetzungen und Antworten/Stellungnahmen der Vertreter der beteiligten Nationen darunter anzusehen bzw. zu lesen und zu vervielfältigen, weil auch ein Bewohner des Sudan zu Wort kommt.

Es lohnt sich - allerdings nur in trauriger Hinsicht.

Darfur-Überlebender spricht im Namen von UN Watch vor dem Menschenrechtsrat

Vielen Dank, Herr Präsident

Ich spreche im Namen von UN Watch. Wir danken der Sonderberichterstatterin für ihre ausgezeichnete Arbeit zugunsten der Opfer von Darfur.

Herr Präsident, ich komme aus Darfur, und ich weiß, was dort wirklich geschieht.

Die Wahrheit kann im heutigen Bericht nachgelesen werden. Der Bericht zeigt, wie die sudanesische Regierung die Menschenrechte und das internationale humanitäres Gesetz verletzt - mit Anschlägen auf Leib und Leben, Entführungen und Vergewaltigungen.

Im Oktober griffen Regierungstruppen den Ort Muhajiriya an. Die zum Gebet in der Moschee versammelten Menschen wurden zusammengetrieben; 48 davon getötet. Im November bombardierten Flugzuge der Regierung die Gegend um Habilah. Die Angreifer drangen in die Dörfer ein, schossen um sich, raubten das Vieh und steckten die Häuser in Brand. Am 2. Dezember überfielen Bewaffnete eine Gruppe von 10 Frauen und Mädchen. Ein 16 Jahre altes Mädchen wurde von mehreren Männern vergewaltigt und mindestens drei weitere Frauen wurden ausgepeitscht und mit Äxten schwer verletzt. Polizei und Soldaten sahen nur zu.

Der heutige Bericht besagt, dass die Gewalt gegen Frauen in Darfur anhält. Die Lage hat sich nicht gebessert. Es gibt kein Justizwesen und die Peiniger genießen Immunität.

Herr Präsident,

im Namen der elementaren Menschenrechte fordert UN Watch den Sudan auf, die Angriffe gegen unschuldige Zivilisten einzustellen. UN Watch bittet dieses Gremium, damit aufzuhören, den Sudan für seinen „Kooperation“ zu loben. Herr Präsident, Angriffe auf kleine Mädchen sind keine „Kooperation“.

Wir möchten die Sonderberichterstatterin fragen: Welche weiteren Schritte gedenkt sie zu unternehmen, um die Opfer in Darfur zu schützen?

Danke, Herr Präsident

---------------------

Jetzt das Lob für die „Kooperation“ des Sudan:

• „Es ist uns eine Ehre, im Namen der arabischen Gruppe zu sprechen, und unser Land betrachtet das Zustandekommen einer friedlichen Lösung im Süden des Sudan so, dass es zur Stabilisierung der Situation geführt hat: Der Sudan setzte sich für die Umsetzung ein und hat Schritte unternommen, um zu einer friedlichen Lösung zu gelangen“. Palästinensischer Vertreter im Auftrag der Arabischen Gruppe, 17. März 2008

• „Unsere Abordnung schätzt auch die Zusammenarbeit des Sudan mit der ehemaligen Menschenrechtskommission und mit dem Menschenrechtsrat. Der Sudan hat daher alle Resolutionen der Kommission und des Rates erfüllt. Katar, 17. März 2008

• „Die afrikanische Gruppe gibt ihrer Hoffnung Ausdruck, dass diese Sitzung des Rates den Geist der fortwährenden Zusammenarbeit wiedergibt, der dort bezüglich des Sudan geherrscht hat…” Ägypten im Namen der Afrikanischen Gemeinschaft, 17. März 2008

• „Wir glauben, dass dies die Bereitschaft der Regierung des Sudan widerspiegelt, und seine Verpflichtung, mit dem Rat für die Förderung und den Schutz der Menschenrechte zusammenzuarbeiten. Ägypten im Namen der Afrikanischen Gemeinschaft, 17. März 2008

• „Die afrikanische Gruppe spricht der Regierung des Sudan ihre Anerkennung aus für die Anstrengungen, die sie bisher unternommen hat, um Friedensverhandlungen durchzusetzen. Ägypten im Namen der Afrikanischen Gemeinschaft, 17. März 2008

• „Tatsächlich hat die Regierung des Sudan immer die Traditionen der Kooperation und Offenheit gepflegt, sowohl im Umgang mit der UN als auch mit Afrika.“ Vertreter der Afrikanischen Union, 17. März 2008

• „Wir übermitteln der Regierung des Sudan unseren Dank für die Zusammenarbeit, die sie intensiviert hat….“ Kenia, 17. März 2008

• „die Anstrengungen des Sudan sind bemerkenswert und müssen unterstützt werden“. Pakistan, 17. März 2008

• „Der Sudan hat in vollem Maße mit der ehemaligen Menschenrechtskommission und dem gegenwärtigen Menschenrechtsrat zusammengearbeitet, aufgrund der Tatsache, dass der Rat und die Kommission dies bekräftigt haben“. Palästinensische Vertreter im Auftrag der Arabischen Gruppe, 17. März 2008

• „Wir anerkennen die fortdauernden Bemühungen der sudanesischen Regierung, die Hindernisse zur Implementierung aller nationalen, regionalen und internationalen Vereinbarungen zu beseitigen“. Pakistan, 17. März 2008

• „Die Regierung des Sudan wird auch internationale Unterstützung und Begünstigung benötigen, die ohne politische Vorausleistung gewährt werden muss.“ Pakistan, 17. März 2008

• „Das Sudan hat immer mit dem Menschenrechtsrat zusammengearbeitet, um die Resolutionen umzusetzen. Herr Präsident, wir begrüßen die Zusammenarbeit des Sudan mit dem Rat…“. Syrien, 17. März 2008

• „Die sudanesische Regierung arbeitet mit allen internationalen und regionalen Initiativen ohne Einschränkung zusammen, um die Krise zu beenden…“ Vertreter der Liga Arabischer Staaten, 17. März 2008

• „Malaysia begrüßt den Fortschritt, der durch die Regierung des Sudan in den Bereichen Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsstaatlichkeit erreicht wurde…“ Malaysia, 17. März 2008

• „Wir loben die positiven Schritte, die jetzt und in der Vergangenheit unternommen worden sind und weiterhin von der Regierung unternommen werden, sich um die Lage in Darfur zu kümmern…“ Saudi-Arabien am 17. März, 2008

• „Die Schilderung der Sonderberichterstatterin reflektiert die Zusammenarbeit der sudanesischen Regierung und den Fortschritt, der zur Verbesserung der Lage in der Region geführt hat - durch die Anstrengung der Regierung des Sudan, alle Hürden zu entfernen, die der Ausführung der Regelungen der regionalen und internationalen Abkommen im Wege stehen.“ Saudi-Arabien, 17. März 2008

• „Wir anerkennen auch die Entscheidung der sudanesischen Regierung, die komplexe Situation in Darfur anzugehen und zu lösen. Kuba heißt die unübersehbare Kooperation der sudanesischen Behörden mit dem Rat und dessen Entscheidungen willkommen“. Kuba, 17. März 2008

• „Dank der beträchtlichen Anstrengungen seitens der UN, der Afrikanischen Union, der sudanesischen Regierung und anderer beteiligter Parteien haben wir positive Entwicklungen festgestellt, was die Suche nach einer Lösung der Darfur-Frage betrifft. China, 17. März 2008

• „Wir sind zuversichtlich, dass die Regierung des Sudan ihre Zusammenarbeit mit dem Rat und dem Büro des Hochkommissars für Menschenrechte fortsetzen wird.“ Indonesien, 17. März 2008

• „Der Sudan hat ohne Einschränkung mit den UN-Friedenstruppen kooperiert. Dies hat den guten Willen gezeigt, der hinter der Entscheidung der sudanesischen Regierung steht, Frieden und Sicherheit wiederherzustellen“. Vereinigte Arabische Emirate, 17. März 2008

• „Die sudanesische Regierung hat ihre Entschlossenheit gezeigt, positiv auf befriedigende Lösungen hinzuarbeiten…“ Jordanien, 17. März 2008

• „Es erfüllt uns mit Genugtuung, den hohen Grad an Kooperation zwischen der sudanesischen Regierung und der Sonderbeauftragten festzustellen, sowie die Bereitschaft der Regierung, den Dialog voranzutreiben…“ Russische Föderation, 17. März 2008

• „Die Delegation meines Landes lobt die Bemühungen der sudanesischen Regierung, die Menschenrechtslage zu verbessern ..” Bahrain, 17 März, 2008

• „Die Regierung des Sudan leistet positive Zusammenarbeit…“ Bahrain, 17. März 2008

• „Wir würdigen die Kooperation der Regierung des Sudan, die Arbeit der Sonderbeauftragten zu unterstützen und sich eng an alle Bestimmungen zu halten“. Jemen, 17. März 2008

• „Wir fühlen uns besonders ermutigt durch die Offenheit und den kooperativen Geist, mit dem die Regierung des Sudan die Sonderbeauftragte empfangen hat und ihre Mission unterstützte…“ Djibouti, 17. März 2008

• „Die Delegation weist auch auf die Kooperation hin, die der Sonderbeauftragten durch die Regierung des Sudan zukam, was den Versuch widerspiegelt, die komplizierte Situation zu entwirren und einer Lösung zuzuführen“. Simbabwe, 17. März 2008

• „Die EU wird sich der Übereinstimmung zu dieser Beschlussfassung anschließen und möchte der Regierung des Sudan, ihrem Botschafter und der afrikanischen Gruppe unseren Dank aussprechen für ihr konstruktives Engagement während dieser Verhandlungen.“ Slowenien für die Europäische Union, 27. März 2008

• „Wir begrüßen besonders die Kooperationsbereitschaft, die von der Regierung des Sudan der Sonderbeauftragten wie auch den Darfur-Experten gegenüber gezeigt wird. Wir schätzen auch die Bereitschaft der sudanesischen Regierung, sich weiterhin zusammen mit der Internationalen Gemeinschaft zu engagieren“. Pakistan für die Islamische Gruppe, 27. März 2008

• „Für die Verbesserung der Menschenrechtslage in Darfur und die von der Regierung unternommenen Schritte hat die Regierung des Sudan Anerkennung erhalten…“ Sudan, 27. März 2008

Sonntag, April 20, 2008

Warum nicht gleich Olympische Spiele im Iran?


Und wieso Boykott nichts bringt

Für den Fall, das Sie den Nachrichten in den vergangenen zwei Wochen nicht allzu viel Beachtung geschenkt haben sollten - einige Leute haben ein Problem mit den Olympischen Sommerspielen 2008 und reden die ganze Zeit über ihr Symbol - die olympische Flamme. Am 25. März begann der Fackellauf - vom olympischen Geburtsort Athen aus (Ist übrigens historisch nicht so ganz richtig - wegen der propagandistischen Ausschlachtung durch die Nationalsozialisten seit 1936) - bis zum Bestimmungsort Peking. Von Anfang an wurde der Lauf von Demonstranten begleitet, die einen Boykott Chinas wegen seiner Menschenrechtsverletzungen forderten. Sie prangern die Politik Chinas in Tibet an und die Unterstützung des sudanesischen Regimes, das in Darfur Völkermord begeht.

Ich finde sportliche Großereignisse wie olympische Sommerspiele fantastisch. Als Sportfan genieße ich es, wenn rund um die Uhr große Sportereignisse zu sehen sind. Es begeistert mich auch, zu sehen, wie konzentriert Sportler bei großen Wettbewerben auftreten und unglaublich viel Trainingsfleiß und Schnelligkeit zeigen, was Normalsterbliche nicht leisten können. Alles also Athleten, die einen Großteil ihrer Jugend - und nicht nur vier Jahre (meistens schon von Kindheit an) - diesem Ziel untergeordnet haben. Und als Anhänger der Olympischen Spiele und ihrer Traditionen sah ich es nie gerne, wenn die olympische Fackel Ziel von Protestaktionen war. Ich bleibe dabei: Sport taugt nicht für politische Zwecke. Jeder, der mir das jetzt nicht glaubt oder verständnislos den Kopf schüttelt, sollte alle Spiele der Neuzeit „durchgoogeln“, und er wird keine (!) Spiele finden, die nicht von irgendwelchen politischen Protesten begleitet waren oder irgendetwas bewirkt oder verhindert hätten. Politische Instrumentalisierung von Sportveranstaltungen ist schlicht lächerlich - auch wenn es in manchen Ohren „unmenschlich“ nachhallt. Allenfalls kann man mit symbolischen Gesten wie gefärbten Bademänteln, Tattoos oder anderen intelligenten Aktionen andeuten, für oder gegen was man steht; und selbst dann ist das jeweilige NOK (Nationales Olympisches Komitee) dahinter wie der Hund hinter der Salami.

Das soll aber nicht heißen, dass ich ohne Wenn und Aber dem Motto „Panem et circenses“ anhänge und die politische Begleitmusik außer Acht lasse. Sonst würde ich dies hier nicht schreiben. Denn als leidenschaftlicher Verfechter der Menschenrechte und jemand, der Völkermord anprangert, kann auch ich nicht verstehen, warum die Olympischen Spiele überhaupt nach Peking vergeben wurden.

Selbst jetzt fanden die Demonstrationen kein Ende, als die Leute vom IOC (Internationales Olympisches Komitee) sich besprochen hatten, um die Löschung der Fackel in jedem Kaff, an dem sie vorbeigetragen wurde, zu unterbinden. Entweder wurden die Routen gewechselt und geheim gehalten, oder manche Orte wurden aus dem Läuferprogramm gestrichen. Fackelträger, die das Privileg erhalten hatten, die Flamme eine Teilstrecke zu tragen, wurden gegen andere ausgetauscht oder gaben selbst auf, weil sie um ihre körperliche Unversehrtheit fürchteten - trotz des Cordons stetig präsenter chinesischer Sicherheitsleute, die seit Beginn der Aktion bei jeder Etappe nebenhertraben. Und so ging das weiter wie zuletzt in Bangkok, als man für den Schutz der Fackel so viele Polizisten aufbieten musste wie bei keiner Etappe zuvor.

Die Proteste und das Chaos rund um die Fackel entzündeten sich jedoch am heftigsten in London und Paris. In London wurde die Fackel kurzfristig von einem Aktivisten geklaut - in Paris beflaggten Protestler öffentlichkeitswirksam den Eiffelturm. Bevor die Fackel ihren einzigen Bestimmungsort in Nordamerika (San Francisco) erreicht hatte, erklommen Demonstranten die Golden Gate Bridge, um ihre Botschaft gigantisch zu plakatieren. Warum gibt es kein Google Earth in Echtzeit? Bei allem Protest, der noch dazu von der Heimlichtuerei der Stadtverantwortlichen und der (berechtigten) Angst um die Sicherheit der Läufer begleitet wurde, war es für die sensationshungrigen Leute entlang der Strecke nicht leicht, auch nur einen Schein der Flamme zu erhaschen.

Wer hat eigentlich entschieden, dass Peking der passende Austragungsort für die Olympischen Sommerspiele sei? Und warum wollte das IOC den politisch so negativ auftretenden Kandidaten ein derart imposantes internationales Ereignis ausrichten lassen? Ein Blick in die Archive hilft: 2001 hatte Peking den kanadischen Mitbewerber Toronto mit 56 zu 34 Stimmen rausgekegelt. Und - stellen Sie sich vor - sehr viele IOC-Abgeordnete hatten ein Riesenproblem mit einer Vergabe nach China. Fast sieben Jahre nach der Entscheidung haben sich die Beziehungen zum Olympia-Gastgeber China nicht verbessert; und das ist noch sehr diplomatisch umschrieben. Wegen der Romanze Chinas mit dem Sudan und seiner indirekten Beteiligung beim Völkermord in Darfur hat sich weltweit Feindseligkeit angestaut. Zudem warfen die Menschenrechtsfragen, Tibet betreffend, schon 2001 heikle Fragen auf. Auch sieht es nicht danach aus, als ob diese Probleme heute in irgendeiner Form gelöst worden wären.

Sollte China ausgerechnet damals, geschweige denn heute, seine massiven Menschenrechtsverletzungen überdenken und das Morden in Darfur stoppen, wenn es den Olympia-Zuschlag bekommen konnte und darin eine Goldmine für seine Ökonomie sah? Ganz sicher nicht! Es wäre schon sehr naiv, das Gegenteil anzunehmen. Wer sich damals beim IOC der Illusion hingab, mit dieser Entscheidung China auf dem Weg zur Demokratie das Stöckchen zum Drüberspringen niedriger zu halten, lag komplett daneben. Und wenn irgendjemand denkt, dass China im Scheinwerferlicht der Weltöffentlichkeit die Defizite beseitigen wird, die bisher dafür sorgten, dass man in der internationalen Kritik stand, dann fällt er von der Tischkante.

Betrachtet man die Thematik Menschenrechtssituation in China schon (!) zum Zeitpunkt der Nominierung durch das IOC im Jahr 2001, dann lässt einen das darüber sinnieren, wie dieses Gremium tickt. Vielleicht sollten die nächsten Spiele im Iran stattfinden. Eigentlich eine logische Schlussfolgerung.

Die Mehrheit der Demonstranten forderte die Weltgemeinschaft auf, die Spiele zu boykottieren. Was ist dabei herausgekommen? 204 Mitgliedstaaten des IOC (eigentlich fast alle Nationen auf unserem Globus) haben ihre feste Zusage für eine Teilnahme gegeben. Knieschuss! Der Ansatz der Demonstranten ist nicht schlüssig und ich kann damit überhaupt nichts anfangen - auch aus moralischen Gründen nicht, weil Boykottmaßnahmen die Situation nicht verbessern, sondern die Abschottung eines Landes wie China erst recht forcieren. Dann werden die Informationen aus dem Reich der Mitte bzw. Tibet noch spärlicher fließen und es wird noch weniger Gewissheit darüber geben, was wirklich passiert, von der schwindenden Einflussnahme ganz abgesehen.

Athleten, denen wegen des Boykotts 1980 in Moskau die Teilnahme verwehrt war, sind noch heute verbittert, weil sie sich (zu Recht) um die Früchte ihrer Trainingsleistungen und Entbehrungen betrogen sehen. Und man trainiert nicht so nebenher 4 Jahre von einer Olympiade zur nächsten, sondern muss die Grundlagen schon in der frühesten Jugend legen. Das Beispiel „Moskau“ lässt sich trefflich mit jenem vergleichen, das vier Jahre später bei den Spielen in Los Angeles zu sehen war - nur unter umgekehrten Vorzeichen: Die UDSSR und ihre Satellitenstaaten „rächten“ sich mit ihrem Boykott für die Schmach des letzten, auch wenn als Begründung hauptsächlich der NATO-Doppelbeschluss (Pershing II als Antwort auf die SS 20) herhalten sollte.

Es gibt andere Wege, sich mit schlimmen politischen Fehlentwicklungen eines Landes auseinanderzusetzen als Athleten einen Lebenstraum zu verwehren, in den sie so viel investiert haben. Falls Präsident Bush oder andere politische Repräsentanten der Eröffnungsfeier fernbleiben wollen - okay, aber die Spiele komplett zu boykottieren sendet ein falsches Signal aus.

Die Demonstranten können jederzeit aussprechen, was sie - wie ich auch - denken: dass Peking die Spiele nicht verdient hat. Aber die Flamme auszupusten ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Sollen sie weiterhin ihre Transparente hochhalten und so viel Medienrummel bekommen wie sie wollen, während die Fackel unterwegs ist. Sie sollten aber nicht mit einer Jahrzehnte langen Tradition brechen. Alle haben an dieser idiotischen Entscheidung des IOC aus dem Jahr 2001 zu knabbern, und je näher die Spiele rücken, desto mehr verschlechtert sich die allgemeine Situation und das Verhältnis zum Ausrichter China. Aber es ist nicht in Ordnung, wenn jede erstbeste Möglichkeit dazu genutzt wird, die Flamme zum Erlöschen zu bringen oder den Athleten das Streben nach der Goldmedaille zu verweigern.

Samstag, April 19, 2008

Meine Amsel...

Jetzt lebe ich sei 1981 in meiner Balkonwohnung im zweiten Stock, und immer wieder im Frühling zwitschert mich diese lieb-vorwitzige Amsel aus dem Schlaf.

Diese Amsel? Klick aufs Bild!

Manchmal nervig, gebe ich zu - wenn ich noch weiterdösen will. Und schließlich fängt dieses kleine Musikinstrument meistens schon Punkt 4.45 Uhr in der Frühe an, den Schnabel aufzureißen. Man kann den Wecker eigentlich ausgeschaltet lassen.

Und oft denke ich, es wäre die gleiche Amsel wie die im letzen Jahr, weil sie sich doch alle so ähneln. Auf den ersten Blick natürlich nur.

Wenn ich dann auf den Balkon hinausgehe und ihr zusehe, wie sie vorwitzig und munter im Geäst sitzt, herumschnäbelt und ihr zuckersüßes Liedchen singt, dann denke ich mir immer: "Schön, dass du aus dem Winterurlaub zurückgekommen bist".

Aber es stimmt nicht - meistens ist es ihr Nachkomme. Er sitzt in den Ästen, weil er Ausschau nach Nahrung für die angeheiratete Tochter hält. Bei den Amseln ist der Mann sehr zuverlässig und treu.

Es muss der Sohn sein - da bin ich mir relativ sicher - weil bei den Amseln der Mann den rötlichen Schnabel und das wunderschöne schwarze Farbenkleid trägt und die Nachkommenschaft oft das Nest der Eltern übernimmt.

Manchmal scheint er zu mir herüber zu schauen, wenn er so wissend mit dem Kopf hin und her wippt - als wolle er mir von allen Amselgenerationen seit 1981 erzählen. Ziemlich schlau von ihm....

Nachdenkenswert: Ich bleibe immer derselbe - und jedes Jahr besucht mich eine andere Amsel - im selben Ahorn vor meinem Balkon, der auch weiterwächst. Es scheint so, als hätte meine Amsel diesen Platz für immer gepachtet.

Manchmal frage ich mich dann, wo mein Platz ist.

Und dann bin ich doch gewiss, dass ich nicht verzweifelt nach einem festen Ort Ausschau halten muss, sondern Gott für mich immer einen Platz in seinem Herzen hat.

Dort bin ich aufgehoben. Wie meine Amsel, für die alles so selbstverständlich ist.

Und sogar mehr noch.

Aber für uns Menschen sollte eigentlich nichts selbstverständlich sein.

Wir tragen für unser Handeln Verantwortung, weil uns die damit verbundene Freiheit von Gott geschenkt ist.

Und nur aus dieser Gewissheit heraus können wir authentisch leben.

Montag, April 14, 2008

Kein Aufruf zum Mord - Alles nur Spaß!


Der Hamas-Parlamentarier und "Prediger"
Younis Al-Astal hat letzten Freitag eine Philippika abgelassen, die wahrhaft hitverdächtig ist.

Wer glaubt, das sei ernst zu nehmen, ist auf jeden Fall islamophob - oder so ähnlich
;-)

Wenn es in der islamischen Welt nicht genug Menschen gibt, die gegen diesen Dreck angehen, dann darf sich die schweigende Schar der islamischen Verbandsvertreter nicht wundern, wenn sie mit kritischen Fragen wie dieser immer wieder konfrontiert wird:

"Wie hältst Du es mit 'Geistlichen' wie Younis Al-Astal und seinen Kumpanen?"

Den Hass-Sermon des nebenberuflichen Hamas-Politikers kann man kaum ertragen. Die islamischen Verbände könnten viel zur Glaubwürdigkeit beitragen, wenn sie von Hetzreden wie dieser ein Video ziehen, es unter den Gläubigen verteilen und mit gutem Beispiel vorangehen.

Herr Mazyek und Kollegen, übernehmen Sie!

Zum Ansehen des MEMRI-Videos bitte
unten auf das blau eingefärbte Zitat klicken. Das Gesicht des freundlichen Herrn mit dem direkten Draht zu Allah bekommt man noch früh genug zu sehen.

Der Hamas-Parlamentarier und Geistliche (!) Yunis Al-Astal in der Freitagspredigt: "Wir werden Rom erobern und danach Nord- und Südamerika sowie Osteuropa".

Na, da haben wir in Westeuropa ja vorerst noch Schwein - Pardon, "Glück" - gehabt. Und das auch noch unverdient...

Und mit Typen wie diesem (U.a. mit Hamas-Leader Meshaal) will der Erdnussfarmer und "Rassismusexperte" Jimmy Carter in diesen Tagen Unterhaltungen führen. Ernsthafte Gespräche kann man diese Zirkusveranstaltung nämlich nicht nennen.

Aber als Südstaatler weiß er ja bestens, wie Bigotterie und Rassismus zusammenpassen. Ob er sich bei Khaled Meshaal - wie sonst während seines frommen Leben immer kolportiert - eine Bibel unters Kopfkissen klemmen darf?

Quelle: Memri, via Al-Aqsa TV (Hamas/Gaza)
April 11, 2008 - 00:02:25

Sonntag, April 13, 2008

Palästinenser: „60 Jahre Naqba“



Israel feiert - Gott sei Dank - 60 Jahre Staatsgründung

Zuerst einmal großen Glückwunsch für die großartige Entwicklung eines (nicht mehr ganz so) jungen Staates, der sich trotz aller Widrigkeiten im internationalen Kontext und der feindseligen arabischen Umwelt etablieren konnte.

Und wie:

Es gibt keinen Staat im Nahen oder Mittleren Osten, der nur im Entferntesten an die demokratische, soziale, technische und wirtschaftliche Aufbauleistung des jüdischen Staates und seine Ist-Situation heranreichen könnte.

(Israel-) kritische „Freunde“ merkten mir gegenüber einmal unwissernderweise an, dass Israel keine Verfassung wie die der Bundesrepublik kenne.

Wie töricht: Hätten sie sich einmal vorher in der israelischen Wirklichkeit umgesehen, dann hätten sie festgestellt, dass die israelische Verfassung aus „mehreren Grundgesetzen“ besteht, die wesentlich ausdifferenzierter sind als das deutsche Grundgesetz und nur noch ihrer endgültigen Gesamtausstattung bedürfen - aber eben nicht "Verfassung" heißen, wie wir uns das immer besserwisserisch vorstellen.

Doch das nur am Rande…

Warum feiern die Palästinenser nicht „60 Jahre Palästina?“

Und warum begreifen sie nach 60 Jahren noch immer nicht, dass man einen eigenen Staat auch ohne Gewalt bekommen kann?

Asaf Romirowsky hat dazu seine Gedanken niedergeschrieben. Castollux hat sie übersetzt.

Herzlichen Dank an Heplev, der sich die Mühe gemacht hat, die Sprechblasen von DryBones so schön graphisch in deutscher Sprache in Szene zu setzen. Ich weiß heute nicht mehr, wie das geht, obwohl "Photoshop" einmal mein "Lieblingsspielzeug" war.


Palästinenser: „60 Jahre Naqba“

Die Palästinenser denken immer noch, sie befänden sich im Jahr 1948

Die palästinensische Überlieferung bezeichnet Israels Unabhängigkeitskrieg von 1948 als Naqba - „die Katastrophe“. Die Geburtsstunde eines souveränen jüdischen Staates wird als Ursache allen Übels wahrgenommen, weil dies angeblich bestätige, wie eine kleine jüdische Gemeinde die Araber ("Palästinenser") ihres Landes beraubt habe.

Das stets wiedergekäute Mantra in der arabischen Geschichtsschreibung - ein überstrapaziert inszeniertes Hauptaugenmerk auf Diskriminierung und Ungleichheit. Im Allgemeinen neigen arabische Gelehrte und Juristen dazu, den riesigen Bestand von Materialien zum Krieg, die gefunden wurden, zu ignorieren, und sie zielen darauf ab, was legitime oder illegitime Behauptungen sind, und UN-Resolutionen als Ein und Alles zu sehen.

Heute feiern wir Israels 60. Geburtstag und die Palästinenser sind immer noch das einzige Volk, das sich über einen Flüchtlingsstatus definiert. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges gab es weltweit etwa 140 Millionen Flüchtlinge weltweit. Alle hatten sich integriert - mit einer Ausnahme - den Palästinensern. So lange also das palästinensische „Flüchtlingsproblem“ existiert wird der israelisch-palästinensische Konflikt andauern.

Nun, um zu illustrieren, wie lange die Palästinenser gelitten haben, hat die Palästinensische Autonomiebehörde eine neue Initiative gestartet, des 60. Jahrestages von Israels Geburtstages dadurch zu gedenken, dass sie alle Palästinenser, die in der Diaspora leben - „in Israel zu Lande, auf dem Meer und über die Medien“ - zusammenzurufen, um machtvoll das „Heimkehrrecht“ der Palästinenser zu implementieren.

Die Konstruktion - entworfen von Ziad Abu Ein, einem hochrangigen Fatah-Mitglied und stellvertretenden Minister für Gefangenenangelegenheiten in der PA - zieht den Schluss, dass sich die Palästinenser dazu entschieden hätten, die UN-Resolution 194 zu implementieren, um für das Recht der palästinensischen Flüchtlinge auf Rückkehr einzustehen.

Das Vorhaben dieses Plans - ungeachtet dessen, ob er jemals umgesetzt worden wäre - ist deutlich sperrend gegen die Jubiläumsfeiern Israels ausgerichtet, indem man das Recht auf „Rückkehr“ in den Vordergrund stellt und - noch tief greifender - die Palästinenser zu allen Aktionen aufruft, die gegen Israel möglich sind.

Artikel 11 der Resolution, die im Dezember 1948 verabschiedet wurde, sagt, dass „Flüchtlinge, die in ihre Heimat zurückzukehren und in Frieden mit ihren Nachbarn leben wollen, erlaubt werden sollte, zum frühest möglichen Zeitpunkt dies in die Tat umsetzen zu können, und dass Kompensation für diejenigen geleistet werden sollte, die nicht zurückzukehren wegen des Verlustes oder der Zerstörung von Eigentums, das unter dem internationalen Gleichheitsprinzip durch Regierungen oder Autoritäten verantwortlich festgesetzt wurde.“

Weg zur Zerstörung

Was in Wirklichkeit ignoriert wird ist der Wunsch zum Frieden; mehr noch - was nicht berücksichtigt ist, ist die Tatsache der Forderung nach 4,25 Mio. Arabern - Flüchtlingen des Septemberkrieges von 1948 - und ihren Nachkommen - die nach Israel immigrieren [sollen, d. Übersetzer], die jüdische Majorität in eine Minderheit umwandeln und Israels Identität als souveränen jüdischen Staat zum Ende bringen.

Anders gesagt: Dieses Beispiel kann nur ein Ergebnis zeitigen: Das Ende des jüdischen Staates. (Das Reden über Fragen der „Berechtigung“ versetzt politische Entscheidungsträger und Akademiker in die [bequeme] Lage, sich nicht verantwortlich zu fühlen).

Im Ganzen gesehen basiert diese Diskussion um das Rückkehrrecht auf einer zugespitzten Lesart der Geschichte - einer, die von einer israelischen Verantwortlichkeit für die Lösung des Flüchtlingsproblems mittels „ethnischer Säuberung“ ausgeht. Entschädigung durch die angeblich schuldige Partei beinhaltet die Rückkehr der Flüchtlinge und ihrer Nachkommen.

Letztendlich trachten die Palästinenser - 60 Jahre, nachdem der moderne Staat Israel ins Leben gerufen wurde - nach Wegen der Zerstörung.

hattip: heplev